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26. 07. 2017
Geschichte Erfurts PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Klaus Fischer   
26. 06. 2006
Beitragsinhalt
Überblick
100000 v.Chr. - 740
741 - 1000
1001 - 1200
1201 - 1300
1301 - 1400
1401 - 1500
1501 - 1600
1601 - 1700
1701 - 1800
1801 - 1850
1851 - 1900
1901 - 1950
1951 - 2000
2001 - 2050
Dank, Quellen
1951 - 2000

1952

Mit der Verabschiedung des „Gesetzes über die weitere Demokratisierung des Aufbaus und der Arbeitsweise der staatlichen Organe im Lande Thüringen“ entstehen drei Bezirke. Erfurt verliert seine Stellung als Landeshauptstadt Thüringens, das nun für fast 40 Jahre als politische Einheit nicht mehr besteht und wird Bezirksstadt des Bezirkes Erfurt.

1952 DDR Gliederung in Bezirke und Kreise

1952 Bezirk Erfurt

1952

Mit der Gründung eines katholischen Priesterseminars im Rang einer Theologischen Hochschule wird Erfurt wieder Hochschulstadt.

1952

(22.April) Die Stadtverordnetenversammlung beschließt die Bildung von Stadtbezirken (Mitte, Nord, Ost und West; ab 1957: Mitte, Nord und Süd), die bis 1990 bestehen bleiben.

1952

(19.Mai) In der Frauenklinik, auf dem Gelände der ehemaligen Landesfrauenklinik, in der Gorkistraße wird Klaus-Werner Batke geboren.

1952


1952 Übergabe Neue Synagoge

(31.August) Übergabe des an der Stelle der alten, 1938 niedergebrannten Synagoge neuerrichteten Gotteshauses durch den Vorsitzenden der CDU, Otto Nuschke, an die jüdische Gemeinde.

Neue Synagoge 2008

1953

(17.Juni) Streiks und Demonstrationen in Erfurt und anderen Städten sind Ausdruck für den wachsenden Protest der Bevölkerung. Über die Stadt Erfurt verhängt der Chef der sowjetischen Garnison der Stadt, Oberstleutnant Paretschin, den Ausnahmezustand.
Am Stadtrand gehen sowjetische Panzer vom Truppenübungsplatz Ohrdruf in Stellung.

1953

(1.September) An der Nordhäuser Straße nimmt ein Pädagogisches Institut in einem Neubaukomplex seine Tätigkeit auf. Es erhält 1965 den Namen „Dr. Theodor Neubauer“.
Neubauer-Denkmal

1954/1955

Fußballclub SC Turbine Erfurt wird DDR-Meister.

1954

(7.September) Eröffnung der Medizinischen Akademie (MAE). Erster Rektor wird Prof. Dr. med.Egbert Schwarz (bis 1959).

1954

Beginn der Bauarbeiten für den Wohnungsbau im Bereich des Tiergartens und des Schwemmbachs.

1955

Eröffnung eines Museums für Thüringer Volkskunde im ehemaligen Hospital am Juri-Gagarin-Ring.

1956

Gründung der Jugend- und Sportschule. Das Sportzentrum Süd wird umgebaut und erweitert.

1957

Beginn der Bauarbeiten für den Wohnungsbau im Daberstedter Feld und im Borntal.

1957 Geldscheine MDN (DDR)

1958

(7.Oktober) Eröffnung des Thüringer Zooparks auf dem Roten Berg, der vor allem durch freiwillige Arbeitseinsätze vieler Bürger geschaffen worden ist.

1958

Der Neubau einer Hals-, Nasen-, Ohren- und Augenklinik im Bereich der Medizinischen Akademie Erfurt an der Nordhäuser Straße wird seiner Bestimmung übergeben.

1958

Errichtung eines Eisstadions im Süden der Stadt.

1958

Eröffnung eines Zivilflughafens der Deutschen Lufthansa (später: Interflug) in Erfurt-Bindersleben (1960 Ausbau für modernen Flugverkehr).

1960

Übersiedlung der Evangelischen Predigerschule von Wittenberg in das Augustinerkloster.

1968 Wappen

1961 bis 1969

Rolf-Dietrich Nottrodt (SED) ist Oberbürgermeister der Stadt.

1961

ega Aufnahme 2006(29.April) Eröffnung der „I. Internationalen Gartenbauausstellung (IGA) sozialistischer Länder“ auf der Cyriaksburg. Seitdem im jährlichen Wechsel Gartenbauausstellungen der DDR mit internationalen Gartenbauausstellungen. Die Erfurter Bevölkerung leistete zum Aufbau über 364.000 Stunden freiwilliger Arbeit im Rahmen des NAW (Nationales Aufbauwerk).

1965

Beginn des Wohnungsbaues am Johannesplatz auf innerstädtischer Freifläche in Erfurt-Nord (bis 1972).

1965

Ausbau der Bastion Leonhard der Zitadelle Petersberg als Aussichtsplateau.

1964 Geldscheine

1967 bis 1970

Abbruch von zahlreichen Häusern im Altstadtbereich für städtebauliche Umgestaltung der Innenstadt (1967 Sterngasse; 1968-1970 Gebiet zwischen Juri-Gagarin-Ring, Hospitalplatz, Lindenweg, Neuerbe und Meyfahrthstraße).

1968 bis 1971

Verbreiterung des Juri-Gagarin-Ringes von der Leninstraße (Johannesstraße) bis zur Krämpferstraße auf vier Fahrspuren (1968 bis 1969), von der Krämpferstraße bis zur Trommsdorffstraße (1969 bis 1970), bis zur Bahnhofstraße (1970 bis 1971), von der Bahnhofstraße bis zum Karl-Marx-Platz (1971 bis 1972).
Bauarbeiten in den innerstädtischen Abbruchgebieten zwischen Franckestraße und Meyfarthstraße: 3 Wohnscheiben, 4 Punkthochhäuser und 1 Kindergarten.

1968

Wiederherstellung der ursprünglichen Walmform des Domdaches sowie die Entfernung des Marien-Mosaikbildes an der Westseite.

1968

1983 Juri-Gagarin-RingBaubeginn des Umgestaltungsgebietes im Stadtzentrum. Nach Flächenabriss in den Jahren 1967/68 werden 11- und 16-geschossige Hochhäuser (Ostring) und ein Hotel (Kosmos) an der Kreuzung Krämpferstraße/Ring errichtet.

1969 bis 1974

In Erfurt-Nord entsteht auf freier Fläche im Gebiet der Riethstraße ein neues Wohngebiet (Wohnkomplex „Rieth“) in Großplatten-Bauweise.
Versorgungseinrichtungen und Altersheim entstehen 1975.

1969 bis 1975

Um- und Ausbau des Verkehrsknotenpunktes an der Schmidtstedter Brücke (1969 Zugangsstraße zum Container-Zentrum; 1971 bis 1973 Errichtung der neuen Schmidtstedter Brücke; 1972/73 Bau der Fußgänger-Unterführung an der Neuerbe-Schule; 1973 Untertunnelung der Eisenbahn).

1969 bis 1982

Heinz Scheinpflug (SED) ist Oberbürgermeister der Stadt Erfurt.

1982 Plastik von Braun

1969

(5.September) Das Pädagogische Institut erhält den Status einer Pädagogischen Hochschule (gleichzeitige Vereinigung mit dem Pädagogischen Institut Mühlhausen zu der Pädagogischen Hochschule Erfurt/Mühlhausen).

Ab 1970/1975

Das Neubauprogramm führt zu einer Umschichtung der Einwohner vom Stadtinneren auf periphere Standorte im Norden und im Südosten der Stadt. Damit verliert die Altstadt rasch etwa die Hälfte ihrer Bewohner, der Zerfall der Bausubstanz verstärkt sich.

1970 Anger-Eck

1970

(19.März) Treffen des Kanzlers der Bundesrepublik Deutschland, Willy Brandt, mit dem Vorsitzenden des Ministerrates der DDR,Willi Stoph, im Interhotel „Erfurter-Hof“.

1970

(31.Dezember) Die Bevölkerungszahl der Stadt beträgt bei der Volkszählung 196.198.

1970 Anger Ost

1972 bis 1974

Bau eines Bettenhauses in der Melanchthonstraße für die Frauenklinik der Medizinischen Akademie.

1972 bis 1978

1970er WG Nordhaeuser StrasseIn Erfurt-Nord entsteht auf ehemals landwirtschaftlich genutzter Fläche der Wohnkomplex „Nordhäuser Straße“ in Großplatten-Bauweise und bindet Erfurt an die Ortslage Gispersleben an.

1972 bis 1982

Abbrucharbeiten an der Südseite der Gartenstraße und Beginn der Baumaßnahmen im Gebiet des südlichen Juri-Gagarin-Rings im Verlauf der ehemaligen Stadtbefestigung mit 11- und 8-geschossigen Wohnbauten und verschiedenen Verkaufseinrichtungen in Großplatten-Bauweise.

1970 DDR-Geldscheine

1972

(Februar bis Mai) Verstaatlichung der 88 bisher halbstaatlichen Betriebe in der Stadt.

1972

(1.Juli) Die ausgebauten Kiesgruben (etwa 30 ha) werden als Naherholungsgebiet „Nordstrand“ eröffnet.

1972

(13.November) Ein orkanartiger Sturm verursacht große Schäden in der Stadt (2 Tote und 707 beschädigte Gebäude).

1973

(Februar) Die Stadt erreicht eine Einwohnerzahl von 200.000.

1974

(29.Mai) Das Stadtgeschichtliche Museum im „Haus zum Stockfisch“, Johannesstraße 169, wird eingeweiht. Eine umfassende Sanierung des Gebäudes erfolgt 1992/93.

1975/1978

Bau des Interhotels „Kosmos“ am Juri-Gagarin-Ring.

1975

Gründung einer Sektion Stomatologie der Medizinischen Akademie (1972-1975 Neubau der Stomatologischen Klinik der Medizinischen Akademie).

1970er WG Rieth Brunnen der Völkerfreundschaft

1976

Beginn der komplexen Renovierung der Gebäude am Anger und Verwandlung dieser Hauptgeschäftsstraße in eine Fußgängerzone. Der historische Altstadtkern verfällt, besonders in den ehemaligen Handwerksvierteln. Zaghafter Beginn der Altstadtsanierung im Stadtviertel Große Arche-Marktstraße-Domplatz.

1977 bis 1982

In Erfurt-Nord am Fuße des Thüringer Zooparks entsteht auf einer Freifläche das Wohngebiet „Roter Berg“ in Großplatten-Bauweise.

1979

Einbau eines fünfoktavigen Glockenspiels mit 60 Glocken in den Bartholomäusturm auf dem Anger durch die Glockengießerei Schilling (Apolda). 1992 wird das Glockenspiel überholt und danach wieder eingebaut.

Ab 1979

Im Südosten der Stadt entsteht das Wohngebiet Herrenberg/Wiesenhügel; das Wohngebiet Drosselberg entsteht ab 1986.

1982 bis 1989

Rosemarie Seibert (SED) ist Oberbürgermeisterin der Stadt Erfurt (ausgeschieden am 27.November 1989).

1983 Kombinat Umformtechnik

1983

Eröffnung eines Museums für mittelalterliche Kunst im Chor der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Barfüßerkirche.

1983

Rekonstruktion des durch einen Luftangriff im Zweiten Weltkrieg zerstörten Portals des Collegium maius der alten Erfurter Universität und bauliche Erneuerung der Georgenburse an der Lehmannsbrücke.

1984

(24.Dezember) Beim Läuten der „Gloriosa“ am Heiligen Abend wird ein Riss in der Glocke festgestellt. Nach langer Vorbereitung wird die Glocke am 17.Oktober 1985 in der Glockenstube geschweißt.
Am 8.Dezember 1985 wird sie feierlich neu eingeläutet.

1985

Baumaßnahmen im Bereich der nördlichen Innenstadt; Huttenplatz 1985-1988.

1985

In der Eichenstraße beginnen Abrissarbeiten. Zwischen der Eichenstraße und dem Hirschgarten soll ein „Haus der Kultur“ entstehen.
Der Beginn der Bauarbeiten ist 1986.

1986

Waidspeicher(6.Oktober) Eröffnung der Erfurter Puppenbühne und eines Kabaretts im baulich erneuerten „Waidspeicher“ in der Großen Arche.

1986

Umfassende Sanierungsarbeiten an den den Fluss überspannenden fünf Sandsteinbögen der Krämerbrücke.

1988

1988 Partnerstaedte
Partnerstädte auf einem Rundstein vor dem Rathaus-Haupteingang

(20.März) Festsitzung im Schauspielhaus anlässlich des Abschlusses der Städtepartnerschaft Erfurt-Mainz unter Anwesenheit des Oberbürgermeisters von Mainz, Hermann Hartmut Weyel.
Weitere Partnerstädte von Erfurt sind: Lille (Frankreich), Vilnius (Litauen), Lowetsch (Bulgarien), Györ (Ungarn), Piacenza (Italien) und Kalöisz (Polen). Nach der Wende erfolgten Kooperationsvereinbarungen mit Essen und Kassel. Als Partnerstädte kamen nach der Wende Tucumán (Argentinien) und Shawnee (USA) hinzu.

1988

Drei sanierte Renaissancehäuser werden übergeben: Das Haus „Zur Windmühle“ als Musikschule, das Haus „Zum Sternberg“ als kirchliche Behindertentagesstätte und das Haus „Zum Sonneborn“ als zentrales städtisches Standesamt („Hochzeitshaus“).



Haus Sonneborn Gesamtansicht
Haus zum Sonneborn
Haus Sonneborn, Eingangsportal

Fertigstellung des „Palmenhauses“ in der Schlösserstraße, eines Denkmals der Glasarchitektur des 19. Jahrhunderts.
Einweihung der rekonstruierten Teile des Augustinerklosters.

1989

(Oktober) Die Krisensituation auf allen Gebieten wird immer offensichtlicher. Möglichkeiten und dringende Erfordernisse einer grundlegenden politischen Reform in Richtung Demokratisierung und Freizügigkeit werden trotz immer drängenderer Forderungen der Bürger durch die Partei- und Staatsführung negiert. Starres Festhalten am Führungsanspruch, Kriminalisierung Andersdenkender, Verschleierung von Missständen, Missachtung der Mündigkeit der Staatsbürger und Machtmissbrauch führen auch in Erfurt zu einem immer größeren Schwund des Vertrauens zu den Partei- und Staatsorganen. Als Ungarn den „Eisernen Vorhang“ an seiner Grenze zu Österreich beseitigt hat, beginnt eine Massenflucht auch von Erfurtern über Ungarn. Der Exodus setzt sich nach dem 9.November fort. Insgesamt verlassen im Jahre 1989 4.000 Erfurter Bürger ihre Heimatstadt.

1989

(Oktober/November) Bildung zahlreicher Bürgerinitiativen wie „Neues Forum“, „Demokratischer Aufbruch“, „Demokratie jetzt“, „Frauen für Veränderung“, „Die Grünen“ sowie demokratischer Parteien wie die SPD mit dem Ziel einer grundlegenden Demokratisierung der Gesellschaft in der DDR.

1989

(24./28.Oktober) Die anschwellende Protestbewegung mündet in Demonstrationen und Kundgebungen. Kirchliche Vertreter und die Bürgerbewegung erzwingen die Aufnahme des Dialoges zwischen Bürgern und dem Rat der Stadt. Im vollbesetzten Stadtverordnetensaal des Rathauses kommt es zu kontroversen Diskussionen zwischen den Vertretern der Bürgerbewegung und der Oberbürgermeisterin. Ein weiterer derartiger „Bürgerdialog“ mit führenden Vertretern der Stadt und des Bezirkes findet am 28.Oktober in der Thüringenhalle statt.

1989

(26.Oktober) Nach Friedensgebeten in Kirchen, z.B. in der Prediger-, der Michaelis-, der Lorenz-, der Wigbert- und der Kaufmannskirche fordern Zehntausende von Erfurtern auf dem Domplatz eine sofortige demokratische Erneuerung. Auf den nun regelmäßig stattfindenden Donnerstagsdemonstrationen werden immer weiter reichende politische Forderungen nach Reform und Veränderung des Systems gestellt. Alle weiteren politischen Schritte stehen nun im Zeichen der Massenforderung „Wir sind ein Volk“.

1989

(9.November) Die Nachricht von der Öffnung der Grenze erreicht viele Erfurterinnen und Erfurter während der Demonstration auf dem Domplatz. Am folgenden Tage stehen Tausende vor der Volkspolizei am Schützenhaus Schlange, um ein Visum zu erhalten.

1989

(19.November) Über 20.000 Einwohner demonstrieren auf Initiative von Erfurter Künstlern und Kulturschaffenden für eine konsequente demokratische Umgestaltung.

1989

(4.Dezember) Bürgerinitiativen erzwingen die Kontrolle über das Gebäude der Bezirksbehörde des Ministeriums für Staatssicherheit in der Andreasstraße. Die Bürgerwache wird gebildet.

1989

(5.Dezember) Offizielle Gründung eines Bürgerkomitees, bestehend aus 10 Fraktionen (Neues Forum, Demokratischer Aufbruch, LDPD, NDPD, SPD, CDU, Grüne Partei, Bürgerinitiative „Frauen für Veränderung“, DBD und Vertreter der evangelischen und der katholischen Kirche).

1989

(10./27.Dezember) Nach dem Rücktritt von Rosemarie Seibert (SED) wird Siegfried Hirschfeld (SED) zum Oberbürgermeister der Stadt berufen (ausgeschieden am 30.Mai 1990).

1989 20 M Geldschein

1989

(10.Dezember) Zehntausende von Bürgern bilden ein „Bürgerwall“ entlang der ehemaligen inneren Stadtmauer, um dem Verfall und dem drohenden Abriss des historischen Stadtkerns entgegenzutreten.

1989

(13.Dezember) Auf Einladung des Propstes Dr. Falke und der Evangelisch-lutherischen Kirche in Thüringen sowie des Bischöflichen Amtes Erfurt-Meiningen wird in der Augustinerkirche ein „Runder Tisch“ des Bezirkes unter Beteiligung von Vertretern der politischen Parteien, der Organisationen und der Bürgerbewegungen gebildet. Am folgenden Tag entsteht ein „Runder Tisch“ in der Stadt Erfurt.

1990

(7.Februar) Auflösung der Stadtverordnetenversammlung und Bildung eines Interimsparlaments, dem je fünf Vertreter aller Parteien, Organisationen und Bürgerbewegungen des „Runden Tisches“ angehören. Das Interimsparlament tritt erstmals am 21. Februar zusammen.

1990

(18.März) Erste demokratische wahlen zur Volkskammer. Die meisten Wählerstimmen in der Stadt kann die CDU mit 44,2 % erringen, die SPD erreicht 21,4 %, die PDS 16,1 %, die LDPD 4,3 % und die DSU 3,3 %.
Bundeskanzler Helmut Kohl und Außenminister Hans-Dietrich Genscher (20.Februar) sowie der Präsident der Sozialistischen Internationalen und Ehrenvorsitzende der SPD Willy Brandt (3.März) sprechen auf Wahlveranstaltungen in Erfurt.

1990 Wendelosung zu DM

1990

(24.April) Auftaktveranstaltung zur bautechnischen Hilfe des Bundeslandes Rheinland-Pfalz „Hilfe für Thüringen“ auf dem Erfurter Fischmarkt.

1990

(30.Mai) Auf der ersten Sitzung der Stadtverordnetenversammlung, die am 6.Mai aus freien demokratischen Wahlen hervorgegangen ist, werden Manfred O.Ruge (CDU) zum Oberbürgermeister und Dietmar Schuhmacher (SPD) zum 1. Bürgermeister gewählt. Zum Ratspräsidenten wird Karl-Heinz Kindervater (CDU) gewählt.

1990

(3.Oktober) Die Deutsche Demokratische Republik tritt nach Artikel 23 des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland bei und hört damit auf zu existieren. Die Teilung in zwei Staaten, welche über 40 Jahre gedauert hat, ist beendet.

1990

(29.Oktober) Nach dem Ende der Teilung Deutschlands (3.Oktober 1990) nehmen die Fluglinie Erfurt-Berlin (Tempelhof) und die Linie Erfurt-Frankfurt/Main der Deutschen Lufthansa vom Flughafen Erfurt-Bindersleben den Betrieb auf.

1990

(2.Dezember) Bei der ersten Bundestagswahl nach der Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten erreichen in der Stadt Erfurt die CDU 36,0 %, die SPD 23,6 %, die FDP 14,4 %, die PDS 13,2 % und Bündnis 90/Grüne 9,5 % der Zweitstimmen. Das Erfurter Direktmandat erringt Norbert Otto (CDU).

Ab 1990

Die Gestaltung und Rekonstruktion der historischen Erfurter Innenstadt schreitet hoffnungsvoll voran. Zahlreiche Notsicherungen von denkmalgeschützten Häusern werden eingeleitet. Am 25.Juli findet das erste Richtfest im Sanierungsgebiet Andreasviertel, nämlich beim Gebäude Andreasstraße Nr. 34 statt.

Ab 1990

Sanierung Petersberg ab 1990Sicherung, Sanierung und Rekonstruktion des bedeutenden Denkmals der Festungsbaukunst Zitadelle Petersberg.

1991

(10.Januar) Erfurt wird Landeshauptstadt. Der Thüringer Landtag entscheidet sich mehrheitlich (49 von 88 Abgeordneten) für Erfurt als Landeshauptstadt Thüringens.

1991

(4.Oktober) Von den 2.466 Thüringer Betrieben unter Verwaltung der Treuhand wurden bisher 620 privatisiert. In Erfurt sind von 600 Unternehmen und Teilunternehmen 190 verkauft bzw. privatisiert.

1991

(5.November) Beginn des Abrisses in der Bahnhofstraße 38 („Storchennest“) Ecke Gartenstraße, für einen Neubau der Dresdner Bank, der dazu Flächen für mehrere Läden bieten soll.

1991

Gedenktafel für politische Häftlinge(4.Dezember) Mit dem Anbringen einer Gedenktafel am ehemaligen Gebäude der Stasi-Bezirksbehörde Erfurt in der Andreasstraße, die an die Besetzung am 4.Dezember 1989 erinnert, vollzieht das Bürgerkomitee seine letzte Handlung und löst sich auf.


Stasi-Haft-Gedenktafel

1991

(31.Dezember) Veranstaltung zur Überleitung in das Jubiläumsjahr der Stadt auf dem Domplatz mit Musik, Lasershow und Feuerwerk unter dem Motto „Gloriosa- Erfurt unter Licht“.

742 bis 1992

Die Stadt ist 1250 Jahre alt.

1992

Unter dem Leitgedanken „Aufbruch zum Selbstverständlichen-Erfurt 1250 Jahre in der Mitte Europas“ begehen die Bürger und ihre Gäste die Wiederkehr der ersten urkundlichen Erwähnung Erfurts.

1992

(1.Januar) Eröffnung des Erfurter Jubiläumsjahres mit einem Festkonzert in der Lutherkirche sowie einer Festansprache des Oberbürgermeisters Manfred O.Ruge.

1992

(4.Januar) Enthüllung einer Gedenktafel an der ehemaligen Universitätskirche, der Michaeliskirche, zum Beginn der Feierlichkeiten zum 600. Universitäts-Jubiläums.
Gründung der „Universitätsgesellschaft e.V.-Gesellschaft zur Förderung der europäischen Universität Erfurt“.

1992

(20.Januar) 50.Jahrestag der Wannseekonferenz – am Westeingang des Hauptbahnhofes wird eine Gedenktafel zur Erinnerung an die Erfurter Juden angebracht, die vom Bahnhof der Stadt in die Vernichtungslager transportiert worden sind.

1992

(17.März) Gründung der deutsch-japanischen Gesellschaft e.V., die sich zu Ehren des 1865 in Erfurt geborenen Begründers der akademischen Japanologie in Deutschland „Karl-Florenz-Gesellschaft“ nennt.

1992

(19.März) Erste Demonstration der Mitarbeiter und Studenten der Medizinischen Akademie Erfurt, die für die Erhaltung der Medizinischen Akademie als Hochschuleinrichtung eintreten.

1992

Adam-Ries-Büste in der Michaelisstraße(7. bis 10.April) Festtage „500. Geburtstag des Rechenmeisters Adam Ries“.


Ries-Büste

1992

(1. bis 10.Mai) Festwoche zum 600. Gründungsjubiläum der Alten Erfurter Universität. Enthüllung einer Gedenktafel am Collegium maius und Festversammlung der Universitätsfreundschaftsgesellschaft im Festsaal des Rathauses (1.Mai). Festakt der Stadt und der Universitätsgesellschaft im Auditorium coelicum des Doms (2.Mai). Akademischer Festakt der MAE (4.Mai). Straßenfest in der Allerheiligenstraße im historischen Universitätsviertel (9.Mai).

1992

(4. bis 7.Juni) Internationale Waidausstellung auf der ega.



WaidmühleBlühender Waid

Wissenschaftler aus acht Ländern beschäftigen sich mit der Geschichte sowie den gegenwärtigen und zukünftigen Nutzungsmöglichkeiten der Pflanze.

1992

(17.Juni) Dr. Lorenz Drehmann (1915 bis 1992), Vorsitzender der Vereinigung „Heimattreue Erfurter“, wird auf Beschluss des Rates der Stadt Ehrenbürger der Stadt Erfurt.

1992

(21.Juni) Zum Auftakt der Festwoche anlässlich des Stadtjubiläums findet eine festliche Sitzung des Erfurter Rates in der Augustinerkirche statt. Die Festansprache hält der Präsident des Rates, Karl-Heinz Kindervater. Weiter sprechen der derzeitige Bundesratspräsident, Dr. Bernd Seite, der Minister für Wissenschaft und Kultur, Dr. Ulrich Fickel, und der Oberbürgermeister der Stadt Mainz, Herman Hartmut Weyel.

1992

(23.Juni bis 24.Juli) Historische Konferenz „Erfurt-Geschichte und Gegenwart. Bindungen und Verbindungen in Deutschland und Europa“, veranstaltet vom Magistrat der Stadt und vom Verein für Geschichte und Altertumskunde von Erfurt aus Anlass des Doppeljubiläums der Stadt und der Universität.

1992

(27.Juni) Höhepunkt des Stadt- und Universitätsjubiläums mit dem historischen Festumzug, der in 36 Bildern wichtige historische Abschnitte und Ereignisse, Persönlichkeiten und Institutionen darstellt (über 3.000 Mitwirkende). Am folgenden Tag wird die Festwoche mit einem historischen Bürgerfest fortgesetzt.

1992

(5.Juli) Erfurt bekommt Erdgas. Mit dem Anzünden einer Erdgasfackel in Erfurt-Dittelstedt gibt Oberbürgermeister Manfred Ruge das Zeichen für den Beginn der Umstellung der städtischen Gasversorgung.

1992

Ratsgymnasium(29.August) Festliche Wiedereröffnung des Erfurter Ratsgymnasiums mit einem Gottesdienst in der Predigerkirche. Die Schule findet eine neue Unterkunft in der Meister-Eckehart-Straße.

1992

(4. bis 6.September) Treffen der „Heimattreuen Erfurter“ in Erfurt. Dieses erste Treffen in der Stadt, der dieser 1960 gegründete Verein treu geblieben ist, ist zugleich das letzte Vereinstreffen. Der Verein löst sich zum Jahresende auf.

1992

(5.September) Oberbürgermeister Manfred O.Ruge übergibt die restaurierte Minerva auf dem Domplatz der Erfurter Bevölkerung. Die Vereinigung „Heimattreuer Erfurter“ hat die Kosten der Restaurierung getragen.

1992

(11.Oktober) Feierliche Eröffnung der Edith-Stein-Schule und damit Wiedereröffnung der 1938 geschlossenen Schule des Ursulinenklosters in Erfurt als eine offene christliche Schule in Trägerschaft der katholischen Kirche.

1992

Neue Mühle(30.Oktober) Die „Neue Mühle“ in der Schlösserstraße wird als technisches Denkmal und Mühlenmuseum eröffnet. Die jüngste museale Einrichtung der Stadt erinnert an die einstmals mehr als 60 Wassermühlen an den Ufern der Gera und an angelegten Wasserläufen.

1992

(Dezember) Die Stadt hat zum Jahresende 203.000 Einwohner. Nachdem Erfurt 1988 seine größte Einwohnerzahl mit 220.328 aufgewiesen hatte, ist diese bis zum Jahresende 1991 um 7,6 % auf 205.812 Einwohner zurückgegangen. Seit Sommer 1992 ist wieder ein leichter Anstieg zu verzeichnen.

1993

(1.Februar) Das Land Thüringen setzt Dr. Klaus Dieter Wolff als Gründungsbeauftragten für die Erfurter Universität ein. Er plant, die Erfurter Universität zunächst als geisteswissenschaftliche Hochschule mit etwa 6.000 Studenten zu begründen. Die Strukturkommission für die Universität Erfurt mit ihrem Vorsitzenden, Prof. Dr. Hermann Lübbe von der Universität Zürich, wird am 1.Juni 1993 berufen.

1993

(11.März) Abrissarbeiten am Kaffeetrichter (Ecke Schillerstraße/Arnstädter Straße): Das Gebäude, in dem einst ein bekanntes Erfurter Café untergebracht war, weicht einem Büroneubau.

1993

(19.April) Offizielle Übergabe des ersten rekonstruierten Festungsabschnittes auf dem Petersberg, der Bastion Kilian. Mehreren an der Wiederherstellung der Festungsanlage interessierten Sponsoren ist es zu danken, dass die Rekonstruktion sehr kostengünstig durchgeführt werden konnte. Unter anderem wurden auch die nach altem Vorbild neu angebrachten Wacherker gestiftet.

1993

(1.Mai) Am Eingang des Luisenparks wurde das im Laufe des 20. Jahrhunderts dritte Königin-Luise-Denkmal enthüllt. Es entstammt einer klassischen Vorlage von Christian Daniel Rauch und hofft als Huldigung an eine schöne und kluge Frau, weniger als Ehrenmal der preußischen Geschichte, die Zeiten zu überstehen und ein Schmuck für den Park zu sein.

1993

(10.Mai) Die Peterskirche auf dem Erfurter Petersberg wurde für den symbolischen Preis von 1 DM (0,50€) an das thüringische Wissenschaftsministerium verkauft. Somit ist nicht mehr die Treuhand-Gesellschaft, sondern das Land Thüringen der Eigentümer der romanischen Basilika.

1993

(22.Mai) Der thüringische, aus Arnstadt stammende Maler und Grafiker Otto Knöpfer ist im Alter von 82 Jahren in Erfurt gestorben.

1993

(27.Mai) Die Evangelische Predigerschule Erfurt stellt mit einem Gottesdienst am 27.Mai 1993 ihren Studienbetrieb ein, nachdem an dieser Ausbildungsstätte 45 Jahre lang Theologen ausgebildet worden waren.

1993

(9.Juni) Nach einem Entschluss des bisher in Kassel ansässigen Bundesarbeitsgerichtes kommt diese Behörde, die nach Thüringen übersiedeln muss, nach Erfurt. Die Stadt stellt dafür einen Bauplatz am Petersberg zur Verfügung, auf dem ein gänzlich neues Bundesarbeitsgerichtsgebäude entsteht.

1993

(1.Juli) Ein Bildungswerk der Konrad-Adenauer-Stiftung wird unter Anwesenheit von Mitgliedern der Landesregierung und städtischer politischer Prominenz in der Thomas-Müntzer-Straße eröffnet.

1993

(3.September) Symbolischer erster Knopfdruck für den Bau des Vieselbacher (Erfurter) Güterverkehrszentrums (GVZ), mit dem der thüringische Ministerpräsident Bernhard Vogel und der Chef der beiden deutschen Bahnen, Heinz Dürr, den ersten Gleisblock niedersenken. In Vieselbach entstehen auf einem Areal von 340 ha einer der größten Binnenumschlagsbahnhöfe für den kombinierten Verkehr, ein Frachtzentrum und ein Servicezentrum zur Wartung von Transportbehältern.

1993

Sybillentürmchen(6. bis 12.September) Denkmalschutzwoche in Erfurt. Aus diesem Anlass wird das Sybillentürmchen nach erfolgter Restaurierung der Öffentlichkeit übergeben. Der deutschlandweite Tag des offenen Denkmals, dessen Erfurter Variante mit „erfordia turrita“ überschrieben ist, bietet den Erfurtern die Möglichkeit, eine große Zahl der sonst nicht zugänglichen Erfurter Türme zu besteigen.

1993

(1.Oktober) Seit dem 1.Oktober gehört der Erfurter Teil des Strom- und Fernwärme-Versorgungsbetriebes ENAG als Strom und Fernwärme GmbH zu den Stadtwerken Erfurt. Gesellschafter der GmbH sind zu gleichen Teilen die Stadt Erfurt und die ENAG.

1993

(31.Oktober) Die Treuhandniederlassung Erfurt beendet die Privatisierung der ehemaligen volkseigenen Betriebe ihres Zuständigkeitsbereiches.

640 Betriebe wurden innerhalb von drei Jahren verkauft und über 3.000 Unternehmen reprivatisiert.

1993

(2.November) Die Stadt Erfurt erhält im Bundeswettbewerb „Erhaltung des historischen Stadtraums“, bei dem sich 110 Städte um eine Auszeichnung beworben haben, eine Goldplaektte.

1993

(3.November) Nachdem die Thuringia-Versicherung-Aktiengesellschaft, die 1853 in Erfurt begründet worden war, bereits 1990 an ihren Erfurter Stammsitz zurückgekehrt ist, eröffnet sie nun die Landesdirektion Ost in ihrem neuen Geschäftshaus in der Lutherstraße.

1993

(6.November) Feierliche Gründung der evangelischen Stadtakademie „Meister Eckart“, die ihr Domizil im Predigerkloster haben wird.

1993

(17.Dezember) Anlässlich der zum 31. Dezember 1993 bevorstehenden Schließung der Medzinischen Hochschule Erfurt findet im Festsaal des Erfurter Rathauses ein „Akademisches Requiem“ statt. Der letzte Rektor der Hochschule, Professor Dr. Walter Künzel, übergibt die Insignien der Hochschule zur Aufbewahrung an die Stadt Erfurt – in der Hoffnung, dass diese Aufbewahrung nicht von Dauer sein und die Amtskette einem zukünftigen Rektor einer medizinischen Fakultät an der Universität Erfurt einmal wiederverliehen werde.

1993

(22.Dezember) Der Thüringer Landtag verabschiedet das Gesetz zur Wiedergründung der Erfurter Universität, die für 6.000 Studenten ausgebaut werden soll und vornehmlich geisteswissenschaftliche Fächer anbieten wird.

1994

(21.Januar) Nach dreijähriger Restaurierung öffnet die Michaeliskirche mit einem feierlichen Gottesdienst wieder ihre Pforten.

1994

(6.Februar) Feierliche Gründung des Instituts für Evangelische Theologie Erfurt. Es wird an die Pädagogische Hochschule angegliedert mit der Aufgabe, Lehrer für den Religionsunterricht an Grund- und Regelschulen auszubilden.

1994

(17.März) In Erfurt-Bindersleben wird das TA-Druckhaus eingeweiht, in dem zukünftig die Tageszeitung „Thüringer Allgemeine“ und „Thüringische Landeszeitung“ sowie die Anzeigenblätter der Zeitungsgruppe Thüringen gedruckt werden. Prominentester Gast anlässlich der Inbetriebnahme eines der leistungsstärksten Druckzentren in Europa und der Würdigung der größten Investition in der thüringischen Landeshauptstadt ist Bundeskanzler Helmut Kohl. Anschließend an seine Visite im Erfurter Druckzentrum, stattet er der Innenstadt Erfurts einen Besuch ab.

1994

(26.März) Auftakt des Dalberg-Jubiläums 1994 anlässlich des 250. Geburtstages des Erfurter Statthalters der Zeit 1772 bis 1802 mit der Eröffnung der Dalberg-Wanderausstellung, die in allen „Dalbergorten“ und zuerst in Erfurt gezeigt wird, durch den Oberbürgermeister M.Ruge und mit einem Kolloquium zum Thema „Carl Theodor von Dalberg (1744-1817) – Erzbischof und Staatsmann“, das vom Verein für die Geschichte und Altertumskunde von Erfurt und der Stadt Erfurt veranstaltet wird.

1994

(1.April) Ab heute gehören drei Orte des Erfurter Landkreises, nämlich Alach, Ermstedt und Frienstedt, zur Stadt Erfurt. Die übrigen 14 Gemeinden, die laut Gesetz zur Neugliederung der Kreise in Thüringen nach Erfurt eingemeindet werden sollen, werden der Stadt am 1.Juli 1994 angegliedert.

1994

(13.April bis 15.April) Nach 24-stündigen Regenfällen in Mitteldeutschland, vor allem in Thüringen und im Harz, bei denen bis zu 100 Liter/m² Niederschlag fielen, sind weite Teile Thüringens von einem Jahrhunderthochwasser betroffen. Mehrere Flüsse wie Saale, Ilm, Gera und Hörsel, aber auch kleinere Bäche sind weit über die Ufer getreten und setzen Straßen, Gleise und Ortschaften „Land unter“. In manchen Orten müssen Menschen aus ihren Häusern evakuiert werden, einige Dörfer, auch die Erfurter Ortsteile und Vororte Bischleben, Möbisburg und Molsdorf, sind vom Wasser eingeschlossen. Der Wasserstand der Gera liegt bei einem Pegel von 4 Metern über Normal; die Brücke an der Bahnhofsunterführung wird vom Wasser fast berührt. Der 1889 erbaute Erfurter Flutgraben hat sich unterdessen erneut bewährt, indem er die Stadt vor Hochwasser schützen konnte.

1994

(29.April) Feierliche Gründung der Erfurter Universität. 602 Jahre nachdem die Erfurter Universität durch die Stadt Erfurt zum ersten Mal gegründet worden war, wurde sie durch einen Festakt im Augustinerkloster als Universität des Landes Thüringen in Erfurt gegründet. Die mittelalterliche Universität Erfurt vereinte vier Fakultäten und war damit eine Volluniversität. Die neue Universität wird sechs Fakultäten haben (Wirtschaftswissenschaften, Jura, Sprach- und Literaturwissenschaften, katholische Theologie mit Martin-Luther-Institut, Kultur- und Sozialwissenschaften sowie Erziehungswissenschaften), mit denen sie jedoch nicht alle wissenschaftlichen Lehrfächer abdeckt.

1994

Kaisersaal in der Futterstraße(15.Mai) Eröffnung der für die Erfurter Stadtgeschichte bedeutsamen, seit 1990 restaurierten „Kaisersäle“ in der Futterstraße als Kongresszentrum und Ballsaal. Am Anfang des 18.Jahrhunderts war aus mehreren Bürgerhäusern in der Futterstraße der Ballsaal der Erfurter Universität und spätere Musiksaal des Erfurter Konzertvereins entstanden. Zu Beginn des 19.Jahrhunderts wurde das Gebäude mit einer klassizistischen Fassade verkleidet, um den Fürstenkongress in Erfurt in würdigem Aussehen zu empfangen. 1891 fand dort der Erfurter Parteitag der SPD statt, der dem Gebäude für die nächsten rund 100 Jahre den Namen gab. Nach 1945 diente es dem Büromaschinenwerk Optima und der Stadt Erfurt als Kulturhaus. Nach der Wende stand das Gebäude zunächst ohne Nutzung. 1990 gab es dann den Beschluss, das Gebäude instand zu setzen und zu restaurieren, um es als „Kaisersaal“ wiederzueröffnen.

1994

(4.Juni) 100 Jahre elektrische Straßenbahn in Erfurt: 1894 rollte die erste elektrisch betriebene Straßenbahn auf der „roten Linie“ von Ilversgehoven zur Flora. Aus diesem Anlass gibt es ein Fest auf dem Domplatz, bei dem alle in Erfurt fahrenden Straßenbahntypen einschließlich der alten Traditionsbahn und der in diesem Jahr neu eingesetzten Niederflurstraßenbahn die Erfurter zu Ehrenrunden einladen.

1994

Museum für Stadtgeschichte(7.Juni) Das Museum für Stadtgeschichte in Erfurt öffnet nach dreijähriger Restaurierung des „Hauses zum Stockfisch“ und einer völligen Neukonzipierung der stadtgeschichtlichen Ausstellung wieder seine Pforten und lädt zur Besichtigung der ersten zwei Abteilungen, der ur- und frühgeschichtlichen Ausstellung und der Stadtbildentwicklung, ein.

1994

(12.Juni) Kommunalwahl: Wahl der Stadtratsmitglieder und des Oberbürgermeisters der Landeshauptstadt Erfurt. OB-Stichwahl am 26. Juni. Manfred O.Ruge (CDU) wird erneut zum Oberbürgermeister gewählt.

1994

(1.Juli) Die am 15. Juli vergangenen Jahres beschlossene Gebietsreform in Thüringen tritt in Kraft. Für die Stadt Erfurt bedeutet dies, dass der Landkreis Erfurt aufgelöst und dessen Gemeinden an andere Kreise angegliedert bzw. in die kreisfreie Stadt Erfurt eingemeindet werden. Erfurt wächst um 14 Dörfer, nämlich um Büßleben, Egstedt, Kerspleben, Kühnhausen, Linderbach-Azmannsdorf, Mittelhausen, Molsdorf, Niedernissa, Schwerborn, Stotternheim, Tiefthal, Vieselbach, Waltersleben und Windischholzhausen. Die Dörfer Alach, Ermstedt und Frienstedt sind bereits am 1. April 1994 eingemeindet worden. Im Herbst des Jahres 1994 wird Töttelstedt Ortsteil der Stadt Erfurt.

1994

(1. bis 3.Juli) Im Erfurter Steigerwald-Stadion finden die 94. Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften statt. Das Stadion ist für diese Veranstaltung mit einer neuen Tribüne ausgestattet worden. Die alte Holztribüne wurde am 16. Februar 1993 abgerissen.

1994

(8.Juli) Papst Johannes Paul II. erhebt das bisherige Bischöfliche Amt Erfurt-Meiningen zur Diözese. Dadurch wird Erfurt Bischofssitz, nachdem am 14. Juni 1994 durch Unterzeichnung der entsprechenden Verträge zwischen dem Heiligen Stuhl und dem Freistaat Thüringen die Gründung des Bistums Erfurt staatskirchenrechtlich abgesichert worden ist. Die Entstehung eines Bistums Erfurt ist Bestandteil der Neuordnung der Bistumsgrenzen nach der Wiedervereinigung Deutschlands.

1994

(20.August bis 3.September) Nach lange abgerissener Tradition findet in diesem Jahr ein Erfurter Theatersommer auf den Domstufen statt. Gegeben wird Carl Orffs Kantate „Carmina Burana“ als Musik- und Tanzaufführung.

1994

(11.September) Das Erfurter Stadttheater, das am 15. September 1894 im umgebauten Hellingschen Sommertheater, dem heutigen Opernhaus, seine Pforten öffnete, feiert in diesem Jahr zusammen mit seinem Theaterorchester das hundertjährige Bestehen. Ein Festakt im Opernhaus würdigt diese 100-jährige Theatergeschichte in Erfurt.

1994

(17. bis 18.September) Die alljährliche Bistumswallfahrt thüringischer Katholiken nach Erfurt gilt in diesem Jahr der Errichtung des Bistums Erfurt (siehe 8.Juli). Der päpstliche Nuntius Lajos Kadar überreicht die Gründungsurkunde, die Ernennungsurkunde für den Bischof Joachim Wanke und den Bischofsstab. 164 katholische Gemeinden gehören dem Bistum Erfurt an.

1994

(6.Oktober) Auf dem Gelände des ehemaligen sowjetischen Militärkrankenhauses am Steiger wird mit dem Bau des thüringischen Regierungsviertels begonnen.

1994

(16.Oktober) Bei den Bundestagswahlen erringt Norbert Otto (CDU) mit 36,7 % der Erststimmen erneut das Erfurter Direktmandat. Von den Zweitstimmen kommen in der Stadt Erfurt auf die CDU 34,2 %, auf die SPD 29,8 %, auf die PDS 23,5 %, auf das Bündnis 90/Grüne 6,8 % und auf die FDP 3,4 %.

1994

(1.Dezember) Der Autobahnzubringer Süd-Ost wird freigegeben, der den Verkehr aus Erfurt an die Anschlussstelle Erfurt-Ost und zurück kreuzungsfrei an den Ortschaften Dittelstedt, Urbich und Niedernissa vorbeiführt. Die Dörfer haben jahrelang eine extreme Verkehrsbelastung ertragen müssen und können nun ihre durch die Straße zerschnittenen Ortskerne neu gestalten.

1994

(16.Dezember) Offizielle Übergabe der ehemaligen kurmainzischen Statthalterei in Erfurt an die Thüringer Staatskanzlei, die das Gebäude als Nutzer bezieht, nachdem zwei Jahre daran restauriert und gebaut worden ist.

1995

(6.Januar) Das Gebäude des alten Ratskellers am Fischmarkt, für das die Forschung Baureste bis in das 13. Jahrhundert nachweisen kann, wird bis auf die Fassade und einen Teil der Außenwände abgerissen und soll bis 1996 als neugebaute Passage wiedererstehen, in der es auch einen Ratskeller geben wird.

1995

(18.Januar) Die Stadt Erfurt gibt ihre Zustimmung zum ICE-Projekt der Bahn. Danach soll der Erfurter Bahnhof für den Verkehr von Intercity-Hochgeschwindigkeitszügen ausgebaut werden. Um die ICE-Gleise unterzubringen, macht sich jedoch der Abriss des aus dem 19. Jahrhundert stammenden denkmalgeschützten Inselgebäudes des Erfurter Hauptbahnhofs notwendig.

1995

(27.Januar) Einweihung des neuerrichteten Bürokomplexes „Thüringenhaus“ am Juri-Gagarin-Ring. Das Gebäude wird neben Firmenbüros das thüringische Ministerium für Wissenschaft und Kultur und das Erfurter Amtsgericht aufnehmen.

1995

(9.Fbruar) Die Friedrich-Ebert- Stiftung eröffnet eine Bildungs- und Begegnungsstätte in Erfurt, die nach dem thüringischen Politiker Hermann Brill benannt wird.

1995

(16.Februar) Übergabe der ehemals der theologischen Fakultät an der Alten Universität Erfurt gehörenden Zepter durch den Rektor der Universität Münster an das Stadtmuseum, wo die Zepter als Dauerleihgabe verbleiben sollen.

1995

Augustinerkloster(25.Februar) Mit einer Andacht in der Ruine des Augustinerklosters und der Aufführung von Mozarts „Requiem“ wird der Zerstörung des Klosters durch einen britischen Luftangriff vor 50 Jahren gedacht, bei dem 267 im Keller des Klosters Schutz suchende Erfurter umgekommen sind.

1995

(28.Februar) Einweihung des neuen Gebäudes der Industrie- und Handelskammer Erfurt, des neuen Stadttores an der Schmidtstedter Straße.

1995

(1.März) Der Gemeinde- und Städtebund Thüringens eröffnet seinen Sitz in der restaurierten Alfred-Hess-Villa in der Richard-Breslau-Straße.

1995

(4.März) Mit Empfängen für die ausführenden Baubetriebe und geladenen Gäste sowie mit einem „Tag der offenen Tür“ für die Erfurter werden die Thüringer Staatskanzlei und der Sitz des thüringischen Ministerpräsidenten in der restaurierten kurmainzischen Statthalterei offiziell eröffnet und eingeweiht.

1995

Naturkundemuseum in der Großen Arche(5.März) Nach 27-jähriger provisorischer Unterbringung seiner Bestände eröffnet das Naturkundemuseum Erfurt in einem eigenen Gebäude in der Großen Arche eine museale Dauerausstellung. Ein ehemaliger Waidspeicher, der nunmehr das Museum beherbergt, ist dafür hergerichtet worden.

1995

(14.März) Einweihung der neuen Räume des Erfurter Stadtarchivs. Wegen Raummangels ist das Stadtarchiv in den Monaten August und September 1994 aus seinen angestammten Räumen im Rathaus und aus den Räumen in der Meister-Eckehart-Straße ausgezogen und hat ein aus den 80er Jahren stammendes, jedoch in der Erfurter Altstadt gelegenes Gebäude in der Gotthardtstraße 21 bezogen.

1995

(25.April) Auch in Erfurt-Süd, an der Stadtausfahrt Rudolstädter Straße, wo sich vormals Blumenkohlfelder erstreckten, entsteht nun ein weiteres Einkaufszentrum. Kernstück des 120.000 m² großen, nunmehr betongeprägten Geländes ist das Autohaus Glienicke, das am selben Tag öffnet.

1995

(26.April) Eröffnungsgala im wiedererstandenen „Ufa-Palast“ in der Bahnhofstraße, dem vormaligen Panorama-Palast-Kino. Gleichzeitig können in 9 Kinosälen für insgesamt 1.950 Kinozuschauer Filme gezeigt werden.

1995

(8.Mai) Die Stadt Erfurt gedenkt anlässlich des 50. Jahrestages des Kriegsendes am 8.Mai 1945 der Opfer, die in den Kriegsjahren bei Bombenangriffen auf Erfurt ums Leben kamen. Dazu wurden das Gräberfeld, an das bisher erdnahe Gedenksteine erinnert hatten, im Stile von Soldatenfriedhöfen mit Steinkreuzen neu gestaltet und Kränze niedergelegt. Am Denkmal für in Erfurt umgekommene polnische Fremdarbeiter und Kriegsgefangene im Südpark legt eine Delegation der polnischen Partnerstadt Kalisz ein Gebinde nieder. Der Bund der Vertriebenen erinnert mit einer Kranzniederlegung auf dem Hauptfriedhof hauptsächlich an die mit dem Ende des Krieges einsetzende Vertreibung der Deutschen.

1995

(8.Mai) Am Ringelberg erfolgt der erste Spatenstich für eine Wohnanlage großer Dimension. Bis zum Jahre 2000 sollen auf dem Gelände 2.700 Wohneinheiten (30 % Häuser, 70 % Wohnungen für 7.000 Menschen, darunter 500 Sozialwohnungen) entstehen.

1995

(27.Mai) Tausende von Besuchern kommen zur Multimedia-Show „Ars via regia“ auf den Domplatz. Die Veranstaltung steht aus Anlass des 50. Jahrestages der Beendigung des Zweiten Weltkrieges im Zeichen von Krieg und Frieden.

1995

Festungsbäckerei auf dem Petersberg(29.Mai bis 4.Juni) Auf dem Petersberg findet die Festwoche zum 330. Jubiläum der Grundsteinlegung der Zitadelle Petersberg statt. Aus diesem Anlass wird die unlängst entdeckte und nach historischen Vorlagen restaurierte Festungsbäckerei im Kellergewölbe der Defensionskaserne in Betrieb genommen. Nach 60 Jahren wird in der Zitadelle Petersberg wieder Brot gebacken.

1995

(10.Juni) Eröffnung der „Configura 2 – Dialog der Kulturen“. Mit der bis zum 10. September in den Ausstellungsräumen des Angermuseums und der Galerie am Fischmarkt, im Kulturhof „Zum Güldenen Krönbacken“, im Freiraum der Barfüßerkirche und im „Felsenkeller“ unterhalb des Domberges stattfindenden Ausstellung ist die Hoffnung verbunden, dass sich Erfurt neben Kassel und Venedig endgültig als einer der wichtigsten Ausstellungsorte in Europa behaupten möge.

1995

(30.Juni) Das traditionsreichste Erfurter Hotel, der Erfurter Hof, wird geschlossen. Für den Betrachter hat sich der Niedergang des Hauses seit langem mit der Schritt für Schritt erfolgten Schließung sämtlicher öffentlicher Restaurants abgezeichnet. Die Zukunft des Hauses ist unklar.

1995

(1.Juli) Nach erfolgter Dreiteilung der ehemals einheitlichen Erfurter Gartenbauausstellung in ein Messegelände (Westteil), das Gelände des MDR-Funkhauses (Mittelteil) und einen Park (Ostteil) im Herbst 1994 übernimmt die Stadt Erfurt die gestalterische, verwaltungsmäßige und finanzielle Verantwortung für den Parkteil der ega, der sich vom Haupteingang des Geländes bis zum Gothaer Platz erstreckt.

1995

(13.Juli) Nach zwei Jahren Vorbereitung beginnt mit dem Abriss der ersten Gebäude die bauliche Umgestaltung des Brühls. Bisher war dieser Stadtteil Betriebsgelände gewesen.

1995

(12.August) Mehr als 4.500 Besucher und Sportprominenz feiern im Erfurter Nordbad, dem größten Freibad der Stadt, den 70. Jahrestag der Einweihung des Volksbades.

1995

Denkmal für den unbekannten Wehrmachtsdeserteur(1.September) Enthüllung des Denkmals für den unbekannten Wehrmachtsdeserteur auf dem Petersberg. Das vom Erfurter Rat nach vielfacher Diskussion befürwortete Denkmal gab Anlass zu Diskussionen und Auseinandersetzungen mit der Geschichte.

1995

(4.September) Mit der offiziellen Übergabe des restaurierten Denkmals Christian Reicharts, des Begründers des Erfurter Erwerbsgartenbaus, an der Pförtchenbrücke wird die diesjährige Woche des Denkmalschutzes eröffnet.

1995

(13.September) Die erste UNICEF-Arbeitsgruppe Thüringens wird in Erfurt im Beisein zahlreicher Ehrengäste der Stadt, des Landes und der Kölner UNICEF-Zentrale gegründet. Die Aktivitäten der Erfurter Arbeitsgruppe reichen bis 1991 zurück.

1995

(21.September) Das Verwaltungsgebäude der Landesversicherungsanstalt Thüringen in der Kranichfelder Straße, das in den letzten zwei Jahren unter Nutzung der vorhandenen Kasernengebäude erbaut wurde, wird offiziell übergeben. In dem Komplex sind auch drei Berufsgenossenschaften untergebracht.

1995

Einkaufszentrum "Thüringen Park"(5.Oktober) Mit dem „Thüringen-Park“ öffnet das größte regionale Einkaufszentrum zwischen Harz und Thüringer Wald seine Pforten. Zu den bestehenden Objekten werden noch ein Bürokomplex und Dienstleistungsbetriebe hinzukommen.

1995

(14.Oktober) 13. Internationales Kolloquium der Deutschen Gesellschaft für Festungsforschung. In- und ausländische Gäste zollen der Arbeit an der Zitadelle Petersberg große Anerkennung.

1995

(18.Oktober) Festveranstaltung zum 150jährigen Bestehen der Industrie- und Handelskammer Erfurt im Kaisersaal. An dem Festakt nimmt auch Bundeskanzler Helmut Kohl teil.

1995

(25.Oktober) Der Stadtrat beschließt den Bau eines Dreispartentheaters am Hirschgarten. Dazu wird ein Architekturwettbewerb ausgelobt werden.

1995

(10.November) Auftakt zum Luther-Jahr 1996 in Deutschland auf dem Domplatz. Anlass ist der 450.Todestag des Reformators. Rund 60.000 Menschen nehmen am diesjährigen Martinsfest teil.

1995

(8.Dezember) Der neue Flughafentower wird offiziell in Betrieb genommen. Er ersetzt den 1964 erbauten Kontrolltumrm. Der neue Turm erlaubt den Fluglotsen in 36 Meter Höhe einen sicheren Rundumblick und ist mit modernster Technik ausgestattet. Diese und weitere Investitionen sorgen für eine bessere Einbindung Thüringens in das deutsche und das weltweite Luftverkehrsnetz.

1996

(2.Februar) Eröffnung des Festjahres anlässlich „1100 Jahre Alach“ durch Ministerpräsident Dr. Bernhard Vogel.

1996

(14.Februar) Mit dem ersten Spatenstich beginnen die Erschließungsarbeiten im Brühl auf dem ehemaligen Gelände der Optima. Die Landesentwicklungsgesellschaft will die Fläche zu einem Stadtteil entwickeln, in dem Arbeit, Wohnen und Freizeit miteinander verbunden sind.

1996

(14.Februar) Das Kuratorium der Fachhochschule konstituiert sich. Ziel des Kuratoriums ist es, die Verbindung mit der Wirtschaft, den Verwaltungsträgern, den Institutionen und Repräsentanten der Arbeits- und Berufswelt der Region zu stärken.

1996

Jugendhaus "Erfurter Brücke"(10.April) Das neue Jugendhaus des Vereins „Erfurter Brücke“ in der Regierungsstraße 37 wird mit einem Festakt in der Brunnenkirche am Fischersand eingeweiht. 1991 hatte das Bistum Erfurt das baufällige Gebäude von der Stadt erworben. Es wurde ab 1994 mit Mitteln des Thüringer Sozialministeriums und der Deutschen Stiftung Jugendmarke sowie durch Spenden und Eigenleistung des Vereins saniert.

1996

(20.April) Grundsteinlegung zu dem neuen Gemeindehaus der Severi-Gemeinde auf dem Domhügel, das wegen seiner exponierten Lage und modernen Bauweise nicht unumstritten ist.

1996

(24. bis 26.April) Die Schotte veranstaltet erstmals gemeinsam mit der LAG Puppenspiel e.V. Thüringen die 5. Schultheatertage und den Regionalen Puppentheatertag der Stadt Erfurt.

1996

(4.Mai) Am Fischersand wird das Gemeindehaus „Brunnenburse“ eingeweiht. Es wird sowohl Treffpunkt und Begegnungsstätte als auch Wohnstätte für katholische Studenten sein.

1996

(6.Mai) Im Angermuseum wird die Ausstellung „Sammlung Kämmerer. Familiengeschichte, Stadt- und Kunstgeschichte – 250 Jahre Privatsammlung einer Erfurter Kaufmannsfamilie“ eröffnet. Die Sammlung ist dem Angermuseum von deren letztem Eigentümer Hans-Helmut Kämmerer geschenkt worden.

1996

(7.Mai) Im Museum „Neue Mühle“ wird die erste innerstädtische Wasserkraftanlage Thüringens feierlich in Betrieb genommen. Die so gewonnene Energie reicht aus, um das komplette Museum mit Strom zu versorgen und zusätzlich die Überschüsse in das Netz der Stadtwerke einzuspeisen.

1996

Flughafen(12.Mai) Offizielle Einweihung des neuen Terminals am Flughafen Erfurt.

1996

Gefahrenschutzzentrum(14.Juni) Das Gefahrenschutzzentrum in Marbach wird offiziell eingeweiht. Es bietet Platz für 30 Fahrzeuge der Feuerwehr sowie 19 Rettungswagen und gehört wohl zu den modernsten in Deutschland (TA/TLZ vom 15. Juni 1996).

1996

(25.Juni) Übergabe des sanierten Lutherdenkmals vor der Kaufmannskirche.

1996

(23.Juli) Eröffnung des Thüringer Einkaufs-Centrums „T.E.C.“ in der Hermsdorfer Straße. In den 35 Fachmärkten, Geschäften und Dienstleistungsfilialien sind 500 Arbeitsplätze geschaffen worden, und für die Bewohner dieses Stadtgebietes – einschließlich der angrenzenden Ortsteile – verbessern sich die Einkaufsmöglichkeiten.

1996

(29.Juli) Beginn des Abbruchs des nicht vollendeten „Hauses der Kultur“, des sogenannten „Schiffshebewerks“, am Hirschgarten.

1996

(10.August) Premiere von „Das große Welttheater“ von Calderón anlässlich der Domfestspiele vor 1000 begeisterten Zuschauern. Auf dem Programm stehen in diesem Jahr außerdem „Johanna auf dem Scheiterhaufen“ von Paul Claudel und Arthur Honegger sowie die 8.Sinfonie, die „Sinfonie der Tausend“, von Gustav Mahler.

1996

(16.September) Mit der Gründung des Tourismusvereins Erfurt e.V. soll die Arbeit im Bereich des Tourismus besser koordiniert werden.

1996

(23.September) Erster Spatenstich für den Neubau des Bundesarbeitsgerichtes auf dem Petersberg, das nach Abschluss des Baus von Kassel nach Erfurt umziehen wird.

1996

(1.Oktober) ega – Grundsteinlegung für das Regionalmessezentrum der Messe Erfurt AG.

1996

(27.Oktober) Die Deutsche Lufthansa nimmt den Linienflugverkehr auf der Route Erfurt-München auf. Damit wird der Erfurter Flughafen dem weltweiten Streckennetz der Lufthansa angeschlossen.

1996

(29.Oktober) Der frühere SPD-Politiker und jetzige Medien- und Kommunikationswissenschaftler Prof. Peter Glotz wird zum Gründungsrektor der Erfurter Universität berufen, die geisteswissenschaftlich ausgerichtet sein wird. Die ersten Studenten sollen sich im Jahr 1999 einschreiben können.

1996

(14.Dezember) Die neuen internationalen Anforderungen genügende Eislaufbahn wird de facto eingeweiht. Die offizielle Eröffnung erfolgt am 27. Dezember anlässlich der Deutschen Meisterschaften im Eisschnelllauf.

1997

(10.Februar) ega – Richtfest im neuen Regionalmessezentrum Erfurt.

1997

(4.März) Die Spitze des Johannesturmes wird nach grundlegender Restaurierung wieder auf den Turm aufgesetzt.

1997

(4.März) Bei Schachtarbeiten in der Futterstraße 18 machen Bauarbeiter einen Zufallsfund. Ein elf Kilogramm schwerer Tonkrug enthält 385 Silbertaler mit einer Fülle künstlerisch wertvoller Abbildung aus dem 16. Jahrhundert. Die Münzen sind wahrscheinlich in den Wirren des Dreißigjährigen Krieges vergraben worden.

1997

(7.Mai) Das Güterverkehrszentrum (GVZ) wird an das Gleisnetz der Deutschen Bahn AG angeschlossen. Ein Gleisanschluss führt direkt zum Logistikzentrum des schwedischen Möbelherstellers IKEA. Noch im Jahr 1997 werden acht weitere Unternehmen im GVZ bauen.

1997

(27.Mai) Eröffnung der „Volkskundlichen Beratungsstelle für Thüringen“ des „Museums für Thüringer Volkskunde Erfurt“. Die mit Unterstützung des Landes und der Stadt Erfurt eingerichtete Beratungsstelle widmet sich der Dokumentation und der Aufarbeitung thüringischer Volkskultur als Voraussetzung für die Pflege in Vereinen und Verbänden auf kommunaler und Landesebene.

1997

Haus "Zum güldenen Rad" in der Marktstraße(28.Mai) Das ZDF eröffnet in der Marktstraße im „Haus zum Güldenen Rad“ sein Landesstudio Thüringen. Rund sechs Millionen DM (ca. 3 Mio. €) sind in die Restaurierung des 1551 erbauten Patrizierhauses geflossen.

1997

(2.Juni) Die Landeshauptstadt Erfurt geht unter der Adresse mit www.erfurt.de eigener Homepage ins Internet.

1997

Messe(4.Juni) Eröffnung des neuen Messegeländes Erfurts nach nur zehnmonatiger Bauzeit im ehemaligen Westteil der ega mit drei Fachmessen: der Landesbauausstellung „FABU ´97“, „Spectrum“ und „Raum, Dekor & Design“.

1997

(8.Juni) Mit der Soiree „Abschied vom Opernhaus“ wird vom Erfurter Opernhaus offiziell Abschied genommen. Nach 103 Jahren muss das Haus aus bautechnischen Gründen geschlossen werden.

1997

(17.Juni) Dem traditionsreichen Erfurter Fußballclub FC Rot-Weiß droht der Konkurs. Schulden in Millionenhöhe führen zu seiner Zwangsverwaltung durch einen Sequester.

1997

(23.Juni) Ernennung der beiden Prorektoren der Universität, Prof. Dr. Wolfgang Schluchter und Prof. Dr. Dieter Langewiesche, durch den thüringischen Wissenschaftsminister Gerd Schuchardt. Der Gründungssenat konstituiert sich.

1997

(5.Juli) Zum europäischen Glockentag aus Anlass des 500jährigen Jubiläums des Gusses der „Gloriosa“ findet die multimediale Schau „ars via regia“ aus Licht, Feuer und Klangcollagen zu Füßen des Doms statt, in deren Mittelpunkt der Originalguss einer Glocke steht. An fast gleicher Stelle hatte Gerhard van Wou von Kampen die „Gloriosa“ als neue Hauptglocke des Erfurter Domgeläutes gegossen. Am Abend zuvor hatte die Glockengießerei aus Lauchhammer hier unter freiem Himmel bereits die Taufglocke für die St.-Bonifatius-Kirche in Riethnordhausen gegossen.

1997

(26.Juli) Nach 53 Jahren Unterbrechung findet auf dem Schützenplatz vor der Thüringenhalle wieder ein Schützenfest statt. Das Bürger-Schützen-Corps marschiert in traditionellen Uniformen auf.

1997

(1.August) Die Medizinische Fachschule Erfurt geht in die Trägerschaft der Stadt über und wird als Berufsbildende Schule 6 für Gesundheit und Soziales mit angeschlossenem Internat geführt.

1997

(9.August) Die diesjährigen Domfestspiele werden mit der Premiere von Leonard Bernsteins „Mass“ eröffnet. Mit vier Aufführungen steht Calderóns „Großes Welttheater“ wieder im Programm.

1997

(25.August) Im Augustinerkloster findet der 10. Internationale Kongress für mittelalterlichePhilosophie statt. Es nehmen 400 Wissenschaftler aus der ganzen Welt teil. Die neu begründete Erfurter Universität ist Mitausrichter des Weltkongresses.

1997

Hauptstelle der Deutschen Bundesbank(2.September) Max-Reger-Straße – Eröffnung der Hauptstelle Erfurt der Deutschen Bundesbank (Landeszentralbank).

1997

(4.September) Die Stadt Erfurt erhält in Bonn einen der 15 Preise im Bundeswettbewerb „Kinder- und familienfreundliche Gemeinde“. Zum Wettbewerbsbeitrag gehörten die Strolch-Hilfe, das betreute Wohnen am Lindenweg, das Kinderhotel sowie die Beratungs- und Hilfsangebote der Kinderschutzdienste „Hautnah“ und „Schlupfwinkel“.

1997

(24.September) Auf dem Gelände der ehemaligen Benary-Samenzucht zwischen Brühler Straße und Bonifaciusstraße wird das Finanzzentrum Erfurt offiziell eingeweiht. Der Gebäudekomplex beherbergt neben der Landesbank Hessen-Thüringen, die Landesbausparkasse (LBS), die Sparkassenversicherung, den Sparkassen- und Giroverband Hessen-Thüringen sowie andere Einrichtungen. In zweieinhalbjähriger Bauzeit sind etwa 220 Millionen DM ( 110 Mio.€) investiert worden.

1997

(1.Oktober) Die Stadt Erfurt vergibt ihren ersten Kulturpreis an den Erfurter Maler und Grafiker Alfred T. Mörstedt für sein Gesamtwerk.

1997

Agentur für Arbeit in der Max-Reger-Straße(26.November) Das Arbeitsamt nimmt die Tätigkeit in seinem neuen Gebäude in der Max-Reger-Straße am Südpark auf. Im selben Gebäude sind zudem das Berufsinformationszentrum (BIZ) und das Stelleninformationszentrum (SIS) untergebracht.

1997

(18.Dezember) Der Verfassungsgerichtshof des Landes Thüringen weist die Klage der ehemals eigenständigen Gemeinden Vieselbach, Büßleben, Kerspleben, Linderbach-Azmannsdorf, Mittelhausen, Schwerborn und Stotternheim gegen die Eingemeindung nach Erfurt ab. Damit sind diese rechtskräftig Ortsteile von Erfurt.

1998

(2.Februar) Wiedereinführung von Linienflügen zwischen Erfurt und Berlin.

1998

(14.März) Das Parkhaus „Domplatz“, das erste eigene Haus der Stadtwerke Erfurt, Parken GmbH, wird eröffnet. Das 25-Millionen-DM-Projekt (12,5 Mio.€) ist in nur anderthalb Jahren gebaut worden. Das vierstöckige unterirdische Parkhaus bietet 480 Stellplätze. Für Autofahrer, die auch nach Abstellen ihres Fahrzeuges mobil bleiben wollen, bietet das Parkhaus Fahrräder zum Verleih an.

1998

(20.März) Offizielle Einweihung der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie sowie Nuklearmedizin auf dem Gelände des Klinikums Erfurt.

1998

(11. bis 19.April) Die 1. Erfurter Osterfestspiele finden in der Thüringenhalle statt. Sie sind ein voller Erfolg. Alle sechs Aufführungen von Carl Orffs „Carmina burana“ sind ausverkauft.

1998

(22.April) Feierliche Eröffnung des Max-Weber-Kollegs an der wiedergegründeten Erfurter Universität. Neun Promotionsstipendien sind unter 44 Bewerbern vergeben worden. Die ersten vier Studenten haben am 1.April mit ihrem Studium begonnen.

1998

(4.Mai) Feierliche Einweihung des „Hauses zum Paradies und Esel“, Fischmarkt 27 (heute Benediktsplatz 1). In dem restaurierten Gebäude finden die Kulturdirektion und die „Tourist-Information“ der Tourismus GmbH ein neues Domizil.

1998

Ehemaliger Wacherker auf dem Petersberg(15.Mai) Übergabe der drei Wacherker auf dem Petersberg. Damit erhält die Zitadelle Petersberg das historische Erscheiningsbild einer Stadtbefestigung aus dem 17. Jahrhundert zurück.

1998

(24.Mai) Die Erfurter Industriebahn (EIB) beginnt den Personennahverkehr auf der Strecke Erfurt-Leinefelde-Heiligenstadt. Die neuen weiß-rot-grünen „Shuttles“ pendeln im Zweistundentakt.

1998

(26.Mai) Mit dem Einmauern einer kupfernen Hülse mit Tageszeitung und Münzen beginnt der offizielle Wiederaufbau des Collegium maius der Alten Universität Erfurt in der Michaelisstraße. Bis zum Sommer 1999 soll ein „nutzungsfähiger Rohbau“ stehen.

1998

Nashornanlage im Zoopark(18.Juni) Im Zoopark wird die neue Nashornanlage mit einem 3.500 m² großen Gehege übergeben.

1998

(18.Juli bis 9.August) Während der Erfurter Domstufenfestspiele werden die Barockoper „Die Feenkönigin“ von Henry Purcell nach Shakespeares „Sommernachtstraum“ und der Wiederaufführung von Leonard Bernsteins „Mass“ aus dem Jahre 1997 präsentiert. Die Festspiele haben sich deutschlandweit mit fast 15.000 Besuchern 1998 innerhalb weniger Jahre einen Namen gemacht.

1998

(26.Juli) Die Katholische Fachschule für Sozialpädagogik „St. Ursula“ beendet nach 40 Jahren ihre Ausbildungstätigkeit.

1998

(29.Juli) Beginn der Abrissarbeiten im Brühl für den Theaterneubau. Dazu müssen auf dem 1,5 ha großen Gelände die alte Dreherei und Fräserei sowie das Verwaltungs- und das Speisegebäude der Optima weichen. Mit 3,5 Millionen DM ( 1,75 Mio.€) werden Abriss und Altlastenbeseitigung veranschlagt.

1998

(3.August) Beginn des Abrisses der Häuser Meyfartstraße 4 sowie Krämpferstraße 62 und 63. Die Gebäude müssen weichen, weil sie sich insbesondere hinsichtlich der Statik nicht für die Einbeziehung in die vorgesehene neue Nutzung eignen; allerdings soll die Fassade des „Hauses des Lehrers“ wiedererrichtet werden. Im Gebäude des heutigen Karstadt-Kaufhauses soll sich kleinteiliger Handel niederlassen; der Erweiterungsbau des neuen Kaufhauses entsteht auf der angrenzenden Fläche zum neuen Parkhaus.

1998

(20.August) Offizielle Einweihung der ersten Photovoltaik-Anlage im Gymnasium 7 (Albert-Schweitzer-Gymnasium). Vorerst sollen auf elf Schulgebäuden derartige Anlagen, die jährlich 8.800 kWh Elektroenergie aus Sonnenenergie erzeugen, installiert werden. Der Strom wird in das Schulnetz eingespeist. Im Physikunterricht wird es möglich sein, über PC die Messgrößen der Photovoltaik-Anlagen auszuwerten und zu veranschaulichen.

1998

(5.September) Das Kraftwerk Erfurt-Ost verwendet für die Fernwärmeversorgung der Stadt ab heute ausschließlich Erdgas. Mit der vollständigen Ablösung der Kohleverbrennung werden die Umweltbedingungen spürbar verbessert.

1998

(9.September) In Vorbereitung auf die Grundsteinlegung für die Neubebauung hinter der Michaelisstraße fördert ein Bagger große Mengen Münzen, Gefäße und Schmuck zutage, nachdem bereits zuvor über Wochen hinweg auf dem Baugelände archäologische Grabungen erfolgt sind.

1998

(27.September) Der 22-jährige Carsten Schneider setzt sich bei der Bundestagswahl als Direktkandidat der SPD mit 36,53 % der abgegebenen Stimmen gegen Norbert Otto (CDU/ 26,76 %), Tamara Thierbach (PDS/25,27 %) und Thomas Engemann (Grüne/4,74 %) durch. Die SPD erreicht bei den Zweitstimmen im Wahlkreis 300 – Erfurt 34,46 %, die PDS 26,34 %, die CDU 23,49 % und die Grünen 5,81 %. Im Wahlkreis 301 – Weimar-Apolda-Erfurt Land erreichen die SPD 32,35 %, die CDU 29,73 %, die PDS 20,24 % und die Grünen 5,18 % der abgegebenen Stimmen.

1998

(1.Oktober) Auf dem Campus der Fachhochschule in der Altonaer Straße wird der erste Bauabschnitt, bei dem das Haus 4 saniert worden ist, pünktlich zu Semesterbeginn fertiggestellt. Dabei sind zwei neue Hörsäle für jeweils 130 Studierende entstanden. Dem ersten Bauabschnitt sollen noch zwei weitere folgen.

1998

Studentenclub "Engelsburg"(16.Oktober) Wiedereröffnung des Studentenclubs in der Engelsburg nach einjähriger Restaurierung. 3,5 Millionen DM (1,75 Mio.€) wurden in das aus dem Mittelalter stammende Gebäude investiert.

1998

(25. bis 28.Oktober) Die erste Thüringer Fachmesse für die Hotel- und Gastronomiebranche „Thühoga ´98“ findet auf dem Messegelände statt. Neben der Fachmesse stellen sich auch zahlreiche Ausbildungseinrichtungen dieser Branche vor.

1998

(7.Dezember) Die Straßenbahnlinie 2 fährt von der Fleischgasse bis zur Haltestelle „Am Krämpfertor“. Damit ist der erste Abschnitt der neuen Stadtbahn zum Ringelberg in Betrieb gegangen, die bis 2000 fertig gestellt sein soll.

1998

(23.Dezember) Der Stadtrat stimmt dem Theaterverbund Erfurt und Weimar zu. Im Vorfeld hatte Kulturminister Gerd Schuchardt unmissverständlich zum Ausdruck gebracht, dass es ohne Zustimmung keine Bewilligung der Fördermittel geben werde. Die Übergabe des Fördermittel-Bewilligungsbescheides für den Theaterersatzneubau im Brühl erfolgt schließlich am 28.Dezember durch Vertreter des Kulturministeriums (50 Mio. DM / 25 Mio.€) und des Wirtschaftsministeriums (40 Mio. DM / 20 Mio.€).

1999

(1.Januar) Erfurt wird 13. Mitgliedsstadt in dem Verein „Historic Highlights of Germany“, der weltweite Tourismus-Werbung insbesondere im japanischen und nordamerikanischen Raum betreibt. Mitgliedsstädte sind neben Erfurt u.a. auch Augsburg, Heidelberg, Trier und Rostock.

1999

Zooelefanten(14.Januar) Mit dem Flugzeug treffen aus Johannesburg die afrikanischen Jungelefanten „Csami“ und „Seronga“ in Erfurt ein. Der Überführung in den Zoo gingen starke Proteste von Tierschützern voraus.

1999

(2.Februar) Nach umfangreichen Sanierungsarbeiten wird das Gebäude Stauffenbergallee 54 seiner neuen Bestimmung übergeben. Hier finden rund 30 Erfurter, die aus unterschiedlichen Gründen ihre bisherige Bleibe verloren haben, vorübergehend ein neues Zuhause. Zusätzlich gibt es eine Betreuungseinrichtung und eine Begegnungsstätte. In Erfurt existieren derzeit vier Häuser mit derartigen Übergangswohnungen.

1999

(17.März) Die ersten zwei von zehn berufenen Professoren der Universität Erfurt erhalten ihre Ernennungsurkunden. Sie gehören der philosophischen Fakultät an, die zum Wintersemester den Lehrbetrieb aufnehmen wird.

1999

(27.März) Inbetriebnahme der sanierten Start- und Landebahn des Flughafens Erfurt mit Allwetterflugbetriebsstufe III und „Taufe“ eines neuen Flugfeldlöschfahrzeuges.

1999

(20.April) Erster Spatenstich für das neue Erfurter Theater im Brühl. Mit diesem letzten Theaterneubau Deutschlands im zu Ende gehenden Jahrhundert wird ein neues Kapitel in der traditionsreichen Theatergeschichte der Stadt aufgeschlagen.

1999

(8.Mai) Das Kuppel-Theater wird mit den „Venezianischen Festen“, einem Spaziergang durch 250 Jahre Musikgeschichte, der Öffentlichkeit übergeben. Es wird dem Musiktheater bis zur Fertigstellung des neuen „Theaters im Brühl“ als Spielstätte dienen.

1999

(13.Juni) Der Stadtrat, die Ortsteilbürgermeister und die Abgeordneten des Europäischen Parlaments werden neu gewählt. Sieger der Kommunalwahlen ist die CDU mit 46,2 % (25 Sitze). Ihr folgen die PDS mit 24,3 % (13 Sitze) und die SPD mit 22,3 % (12 Sitze). Die Grünen sind im Stadtrat nicht mehr vertreten. Die Wahlbeteiligung liegt bei 49,51 %. Bei den Europawahlen erreicht die CDU 38,8, die PDS 25,9 % und die SPD 23,8 % der Stimmen. Die Wahlbeteiligung liegt hier bei 49,47 %.

1999

(29.Juni bis 11.Juli) 1. Internationaler Orgelwettbewerb „Domberg – Prediger“ der Stadt Erfurt. Zugelassen wurden 22 Kandidaten aus 11 Ländern. Vergeben werden zwei zweite und zwei dritte Plätze an je einen Teilnehmer aus Dänemark, Deutschland, Korea und Schweden. Der Orgelwettbewerb soll sich zu einem der großen internationalen Wettbewerbe entwickeln und im Rhythmus von drei Jahren stattfinden.

1999

(21.August) Mit der Uraufführung der Glocken-Sinfonie „Lied an das Leben“ von Enjott Schneider gehen die diesjährigen Domfestspiele zu Ende.

1999

(16.September) Pfarramt und Dombauamt des Mariendoms stellen der Öffentlichkeit sechs barocke Reliquiare vor, die in einem verborgenen Kunstdepot oberhalb der Sakristei gefunden worden sind. Die Reliquienpyramiden galten als verschollen.

1999

(1.Oktober) Verleihung des Kulturpreises der Stadt Erfurt an den Erfurter Bluesgitarristen Jürgen Kehrt. Der Kulturpreis wird alle zwei Jahre vergeben und ist mit 10.000 DM (5.000 €) dotiert.

1999

(4.Oktober) Die rekonstruierte und um sechs Meter verbreiterte Krämpfertorbrücke wird vierspurig für den Verkehr freigegeben.

1999

(4.Oktober) 270 Studenten haben sich für die Baccalaureus-Studiengänge der Universität in Zusammenarbeit mit der Pädagogischen Hochschule eingeschrieben und beginnen ihr Studium.

1999

(15.Oktober) Ein neues Kraftwerk geht ans Netz. 130 Mio. DM (65 Mio.€) hat die umweltfreundliche Gas- und Dampfturbinenanlage gekostet, mit der die Stadtwerke 70 % des Erfurter Strombedarfs und Wärmeenergie nun selbst erzeugen.

1999

Augusta-Viktoria-Stift am Hospitalplatz(22.November) Das Augusta-Viktoria-Stift am Hospitalplatz feiert sein 135-jähriges Bestehen. Am 21. November 1864 hatten Erfurter Bürger die Evangelische Mädchenbildungsanstalt am Hirschlachufer 45 gegründet. 1866 war eine Kinderbewahranstalt und 1869 eine Mägdeherberge für stellungssuchende Mädchen hinzugekommen. 1891 bezog die Einrichtung den Neubau am Hospitalplatz und trägt seitdem den Namen Augusta-Viktoria-Stift. Heute werden dort 90 Senioren und 150 Kinder im Alter von acht Wochen bis zu 12 Jahren betreut.

1999

(24.November) Erste Sitzung des Bundesarbeitsgerichtes (BAG) in Erfurt. Das BAG ist die erste Bundesbehörde, die auf der Grundlage des Beschlusses der Förderalismuskommission von 1992 in eines der neuen Bundesländer verlagert worden ist.

1999

(7.Dezember) Im Chirurgischen Zentrum des Erfurter Klinikums wird das europaweit erste und modernste radiochirurgische System „Novalis“ installiert. Damit können Tumorpatienten im Kopf- und Halsbereich sowie bei Hirngefäßfehlbildungen durch Präzisions-Strahlenanwendungen behandelt werden.

1999

(10.Dezember) Peter Glotz, Rektor der Erfurter Universität, wechselt in die Schweiz. Zum Nachfolger wählt der Gründungssenat Professor Dr. Wolfgang Bergsdorf.

1999

(22.Dezember) Übergabe des gläsernen Wasserradhauses am Museum Neue Mühle, hinter dessen verglaster Front sich ein Wasserrad aus dem Jahre 1895 dreht.

2000

(1.Januar) Die Stadtwerke Erfurt GmbH wird um die 7. Tochter, die Stadtwerke Erfurt Service GmbH, erweitert. Sie übernimmt mit 140 Mitarbeitern die kaufmännischen, wirtschaftlichen und die Verwaltungsaufgaben für das Gesamtunternehmen Stadtwerke Erfurt GmbH.

2000

Bundesarbeitsgericht(26.Januar) Feierliche Einweihung des Gebäudes des Bundesarbeitsgerichtes unter Teilnahme von Bundespräsident Johannes Rau. Das Bundesarbeitsgericht selbst arbeitet bereits seit November 1999 in Erfurt.

2000

(6.Februar) Unterzeichnung eines in deutscher, englischer und hebräischer Sprache ausgefertigten Freundschaftsvertrages zwischen den Städten Erfurt und Haifa.

2000

(5.April) Die neue Notfallzentrale des Klinikums mit 10 Ärzten, 29 Schwestern und 6 Assistenten wird ihrer Bestimmung übergeben. Sie dient als Bindeglied zwischen Rettungsdienst und Klinik. Am 1. April war bereits das neue Hauptgebäude des Klinikums in Betrieb genommen worden.

2000

Informationszentrum auf dem Petersberg(14.April) Eröffnung eines Informationszentrums mit Toiletten für die Besucher des Petersberges und der Zitadelle. In dem neuen und in seiner architektonischen Gestaltung nicht unumstrittenen Gebäude befindet sich auch ein Café mit 90 Plätzen und freiem Blick über die Stadt.

2000

(7.Mai) Eröffnung des neuen und klassisch gestalteten Rosengartens am Südhang der ega. In der Anlage sind auf 2,8 ha Fläche ca. 400 Rosenarten und -sorten zu sehen.

2000

(9.Mai) Amtseinführung des neuen Präsidenten der Universität Erfurt, Herrn Dr. Wolfgang Bergsdorf.

2000

(12.Mai) Im Rahmen eines Symposiums zur Krebsbehandlung wird im Klinikum Erfurt das erste Novalis Shaped Beam Surgery System Europas in Betrieb genommen. Es handelt sich dabei um ein Radiochirurgie-System, das präziser arbeitet als alle anderen derzeit zur Bestrahlung von Tumoren eingesetzten Geräte.

2000

(14.Mai) Bei den Oberbürgermeisterwahlen setzt sich Amtsinhaber Manfred Ruge (CDU) schon im ersten Wahlgang mit absoluter Mehrheit durch (51,9 %). Dr. Urs Warweg (SPD) mit 29,7 %, Thomas Rathsfeld (PDS) mit 16,6 % und Bernward Credo (Grüne) mit 1,9 % der abgegebenen Stimmen, landen weit abgeschlagen. Die Wahlbeteiligung beträgt 39 %.

2000

Deutsches Gartenbaumuseum auf der ega(25.Mai) Das Deutsche Gartenbaumuseum wird nach sechsjähriger Schließung in der Cyriaksburg auf dem Gelände der ega wiedereröffnet. Dazu wurden in das historische Festungsgebäude zwölf Mio. DM (6 Mio.€) investiert. 300.000 DM (150.000 €) haben Sponsoren beigetragen. Zu den Exponaten gehören auch eine Apfelsammlung aus dem 19. Jahrhundert und eine Gartenbuch-Bibliothek, die bis in das 17. Jahrhundert zurückreicht.

2000

(26.Mai) Das bereits am 1. April in Betrieb genommene neue Hauptgebäude des Klinikums Erfurt kann ein Jahr vor dem ursprünglich geplanten Termin offiziell eingeweiht werden.

2000

(27.Mai) Eröffnung der 5,2 km langen neuen Stadtbahnstrecke zum Stadtteil Ringelberg und Indienststellung der neuen Generation von Niederflurwagen vom Typ „Combino“.

2000

(5.Juni) Im „Grünen Bildungszentrum“ in der Leipziger Straße wird eine in Erfurt einzigartige Gewächshausanlage übergeben. Sie dient der Forschung und Ausbildung und wird sowohl von der Fachhochschule, als auch von der Lehr- und Versuchsanstalt Gartenbau genutzt. In der Anlage können unterschiedliche Klimazonen und verschiedene Arten von Bodenbeschaffenheit simuliert werden.

2000

(14. Juli) Bauabschluss für die Michaelisstraße Ost nach zweijähriger Bauzeit. In dem durch die KoWo GmbH errichteten neuen Wohn- und Geschäftsareal sind schon 62 der 66 Wohnungen sowie alle 94 Garagenstandplätze vergeben. Auch ein Teil der Gewerberäume ist bereits vermietet.

2000

(15.Juli) Eröffnung der diesjährigen Domstufen-Festspiele mit der Premiere des Stücks von Hugo von Hofmannsthal „Jedermann – Das Spiel vom Sterben des reichen Mannes“.

2000

(10.August) Im Erdgeschoss der Neuerbeschule war ein Feuer ausgebrochen. Etwa 50.000 der wegen Sanierungsarbeiten hierher ausgelagerten Bestandseinheiten der Fachbuchabteilung der Stadt- und Regionalbibliothek mit einem Wert von etwa 2,5 Mio. DM (1,25 Mio.€) wurden vernichtet bzw. beschädigt.

2000

(19.September) Die neuen Beigeordneten werden gewählt: Dietrich Hagemann (CDU) wird Bürgermeister und Beigeordneter für Einwohner, Umwelt und Ordnung. Karola Pablich (parteilos) wird Beigeordnete für Finanzen und Liegenschaften und Ingo Mlejnek (CDU) wird Beigeordneter für Stadtentwicklung, Verkehr und Wirtschaftsförderung. Rainer Wiesmaier (SPD) wird als Beigeordneter der Bauverwaltung bestätigt. Das Amt des Beigeordneten für Jugend, Bildung, Soziales und Gesundheit, das gegenwärtig Bernd Winkler (SPD) inne hat, steht erst 2001 wieder zur Wahl an.

2000

(24.September) Nach neunmonatigen Restaurierungsarbeiten wird die 1902 erbaute Thomaskirche mit einem Festgottesdienst wieder eingeweiht. Auch der Flügelaltar wurde restauriert und kann wieder geöffnet werden.

2000

Einkaufszentrum "Anger1 "(27.September) Eröffnung des neuen Einkaufzentrums „Anger 1“. Nach grundlegendem Umbau des ehemaligen Kaufhauses „Römischer Kaiser“ und späteren Centrum-Warenhauses, das dann zum Karstadt-Kaufhaus wurde, zeigt sich das Gebäude wieder in neuer alter Schönheit. Ergänzt wird es durch einen Neubau, in dem das Karstadt-Themenhaus untergebracht ist. Dem Neubau mussten das ehemalige „Haus des Lehrers“ und weitere im Stil des Historismus errichtete Gebäude weichen.

2000

(28.September) Auf dem Domplatz wird der bis zum 1.Oktober währende 5. Thüringentag eröffnet. Höhepunkt ist ein sechs Kilometer langer Festumzug mit 6.500 Teilnehmern durch die Erfurter Innenstadt.

2000

(28.September) Landeshauptstadt Erfurt und Erfurter Verkehrsbetriebe (EVAG) erhalten den Europäischen Nahverkehrspreis 2000.

2000

(30.September) Eröffnung des Elektromuseums in der Schlachthofstraße 45. Ausgangspunkt war für die Gründung des Fördervereins ELEKTROMUSEUM Thüringer Museum für Elektrotechnik e.V. vor zehn Jahren, zu der sich Handwerker, Ingenieure, Angestellte und Ruheständler zusammengefunden hatten.

2000

(2.Oktober) Eröffnung des internationalen Begegnungszentrums der Universität Erfurt im „Haus zur Großen Arche Noah und Engelsburg“ in der Michaelisstraße 38. Das Haus aus dem 16. Jahrhundert wurde mit sieben Mio. DM (3,5 Mio.€) aus Bundes- und Landesmitteln in Projektträgerschaft der Alexander-von-Humboldt-Stiftung von Grund auf saniert und umgebaut. Damit stehen jetzt 17 Wohnungen und Seminarräume für den wissenschaftlichen Austausch zur Verfügung.

2000

(2.Oktober) Unterzeichnung des Partnerschaftsvertrages mit der chinesischen Stadt Yan´an. Die zwei Millionen Einwohner zählende Großstadt ist die zehnte Partnerstadt Erfurts. Die Vertragsunterzeichnungen und die Eintragung der Delegation in das Goldene Buch der Stadt im Rathausfestsaal ist zugleich auch Auftakt für den ersten „Tag der Partnerstädte“. Anlass für die Einladung aller Partnerstädte war der 5. Thüringentag, der in Erfurt stattfand.

2000

(3.Oktober) Die 1. Thüringer Landesausstellung „Der junge Bach – weil er nicht aufzuhalten“ geht zu Ende. Seit ihrer Eröffnung am 23. Juni in der Predigerkirche hatte die Ausstellung 38.500 Gäste aus dem In- und Ausland.

2000

(6.Oktober) Grundsteinlegung für den Neubau des Katholischen Krankenhauses St. Johannes Nepomuk in der Haarbergstraße. Zum Krankenhaus, das in drei Jahren bezugsfertig sein soll, werden auch eine psychiatrische Tagesklinik mit 15 Plätzen und eine Krankenpflegeschule mit 80 Plätzen gehören. Der zukünftige Klinikpark soll öffentlich zugänglich sein.

2000

(1.November) Im Klinikum Erfurt wird ein hochmodernes Logistikzentrum eingeweiht. Das bundesweit einmalige Projekt umfasst die Bereiche Ver- und Entsorgung von der Leitzentrale über das Zentrallager bis zum Kurierdienst. Zum Bereich Technik gehören die Abfalldesinfektion, ein Containerbahnhof und eine Behälterwaschanlage.

2000

Universitätsbibliothek(3.November) Offizielle Einweihung der Universitäts- und Forschungsbibliothek Erfurt/Gotha, die seit ihrer Eröffnung am 28. August bereits 50.000 Nutzer hat.

2000

(20.November) Wiedereröffnung des Hauses 31 als „Haus der Stiftungen“. Das Objekt aus dem 17. Jahrhundert wurde für 850.000 DM (425.000 €) aufwendig saniert. Es beherbergt jetzt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, die Stiftung sowie die Elisabeth und Fritz-Thayssen-Stiftung.



Letzte Aktualisierung ( 30. 10. 2014 )
 
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