www.mamboteam.com
Startseite arrow Geschichte arrow Allgemein arrow Geschichte Erfurts
26. 07. 2017
Geschichte Erfurts PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Klaus Fischer   
26. 06. 2006
Beitragsinhalt
Überblick
100000 v.Chr. - 740
741 - 1000
1001 - 1200
1201 - 1300
1301 - 1400
1401 - 1500
1501 - 1600
1601 - 1700
1701 - 1800
1801 - 1850
1851 - 1900
1901 - 1950
1951 - 2000
2001 - 2050
Dank, Quellen
1001 – 1200

1060

Urkundliche Ersterwähnung eines Kollegiatstiftes St. Peter auf dem Petersberg. Von Erzbischhof Siegfried I. wird das Chorherrenstift in ein reformiertes Benediktinerkloster umgewandelt. Seinem hier herrschenden cluniazenisch-hirsauischen Reformgeist schließen sich die thüringischen Klöster Reinhardsbrunn, Paulinzella und Thalbürgel an.

Um 1066

1066 Stadtmauer Rosswehr
Stadtmauer Rosswehr (5)

Bau erster umfangreicher Befestigungsanlagen zum Schutze der Stadt. Nur wenige Städte in den fortgeschrittenen westlichen und südlichen Reichsteilen erhalten im 11. Jahrhundert Stadtmauern. Die Erfurter Stadtumwallung von 1066 gehört zu den frühesten Befestigungen in Deutschland.
Stadtbefestigung

1073, 1074, 1075

Erzbischof Siegfried I. hält in Erfurt Synoden ab. Heinrich IV. greift in den Thüringer Zehntstreit ein. Die Aufteilung der Zehnten zwischen dem Mainzer Erzstift und den Klöstern Hersfeld und Fulda wird festgelegt, die Thüringer sollen die Zehntforderung anerkennen.

1080

Im Verlauf des Investiturstreites schließt sich der Mainzer Erzbischof dem Gegenkönig Rudolf von Rheinfelden an. Heinrich IV. wendet sich aufgrund dieser Entscheidung gegen das mainzische Erfurt; die Stadt wird erobert und in Brand gesteckt.

1080

Peterskloster
Peterskirche von SW mit Querhaus und Aspis (5)

Ein Brand zerstört Teile des Klostergebäudes auf dem Petersberg.
Von 1103-1147 werden sie neu errichtet. Gleichzeitig mit ihnen entsteht die Peterskirche, die den südöstlichen Teil der Klosteranlage bildet. Als dreischiffige romanische Pfeilerbasilika ist sie der erste monumentale Bau der Hirsauer Schule auf thüringischem Boden.
Peterskloster

11. und 12. Jh.

Die Doppelstellung Erfurts im frühen Mittelalter als königliche und erzbischöflich mainzische Stadt wird durch die Erfurter Münzen bestätigt. Im 11. und 12. Jahrhundert werden nebeneinander königliche und mainzische Münzen geprägt. Die Brakteaten zeigen König Konrad III. (1142), Kaiser Friedrich Barbarossa (1165), die Erzbischöfe Heinrich I. (1142-1153) bzw. Siegfried II. von Eppstein (1201-1230) oder Siegfried III. von Eppstein (1230-1249).

1100-1200

Errichtung großer Steinbauten von Kirchen und Klöstern (Peterskirche,Teile des Domes, Schottenkirche).

1104

Die mächtigen Grafen von Tonna-Gleichen haben die Erfurter Vogtei als erzbischöfliches Lehen inne. Ihr Dienstlehen war der Gleichenhof an der Bartholomäuskirche, deren Turm heute ein Glockenspiel trägt.

1108

Die Lehmannsbrücke, die Liepwinesbrucca, die auf Lebuin von Deventer hinweist, wird erstmals erwähnt und lässt auf flämisch-friesische Ansiedler schließen.

1108

König Heinrich V., der spätere Kaiser Heinrich V., hält sich erstmals in Erfurt auf. Er ist auch noch 1113 und 1114 in der Stadt.

1110

Erste Erwähnung der Ägidienkirche am Wenigemarkt. Mit der mittelalterlichen, 1810/89 abgebrochenen Benediktikirche (auf der gegenüberliegenden westlichen Auffahrt zur Krämerbrücke) dient St. Ägidi als Wegekapelle.
Um 1324 Neubau der Kirchengebäude nach einem Brand von 1293.
Ende des 15. Jahrhunderts Anbau des Chorerkers im Zusammenhang mit der Veränderungen, die nach dem Brand von 1472 im gesamten Bereich der Brücke nötig geworden sind.
1582 Einsturz von Teilen der Kirche und danach Wiederaufbau.
1827 in Privatbesitz.
Seit 1960 Nutzung als methodistische Gemeindekirche.
Ägidienkirche

1111 bis 1137

Erzbischof Adalbert I. lässt am östlichen Abhang des Domberges eine Burg errichten, die wegen ihrer Form „Krummhaus“ genannt wird. Reste sind noch im Garten des Severi-Pfarrhauses zu erkennen sowie in der fälschlich so genannten Bonifatiuskapelle, einem ehemaligen Turm der erzbischöflichen Pfalz aus der Zeit Adalberts I. Der Umbau der Kapelle erfolgt 1624.

1117

Erstmalige Erwähnung der Krämerbrücke aus Holz.
Krämerbrücke
Krämerbrücke Straße

1117

Gründung eines Stiftes der Regulierten Augustiner Chorherren.Nach 1130 Errichtung einer dreischiffigen Basilika. Deren Westportal und deren Südturm sind als Teile der Reglerkirche in der Bahnhofstraße noch erhalten. Anfang des 14. Jahrhunderts erfolgt nach einem Brand von 1291 der Neubau des Chores und 1743 der Neubau des nördlichen Turms nach dessen Einsturz.
1857 bis 1860 und 1960 bis 1973 fanden Umgestaltung und Restaurierungsarbeiten im Inneren der Kirche statt.

1120

Erfurt wird erstmals als "civitas" und damit als Stadt ausgewiesen.
In einer Urkunde Erzbischof Adalberts von Mainz ist erstmals von „Bürgern Erfurts“ die Rede: „pro[...] fidelitate civium meorum“ (wegen der Treue meiner Bürger).

1123

Der Thüringer Zehntstreit flammt während der Amtszeit Adalberts I. wieder auf. Etwa 20.000 Bauern beabsichtigen 1123, von der Trettenburg aus in die Stadt Erfurt einzudringen, in der sich der Erzbischof aufhält. Durch geschicktes Verhandeln und Versprechungen werden sie von ihrem Vorhaben abgehalten.

1125

Erste Erwähnung der Allerheiligenkirche („Zu Ehren aller Heiligen“) und eines Klosters und Hospitals an der Stelle der „Engelsburg“ (Augustiner-Chorherren).
1222 Zerstörung der Anlage nach einem Brand.
Ende des 13. Jahrhunderts Neubau der Kirche in der heutigen Form.
Allerheiligenkirche

1132

Erste urkundliche Erwähnung der Georgskirche in der Michaelisstraße.
Um 1290 Bau einer Kirche an der Stelle einer älteren Kapelle.
1380 Bau des heute noch vorhandenen Turmes.
1632 Abbruch des Kirchenschiffes durch die Schweden für den Festungsbau.
1620 und 1987 größere Reparaturen am Turm.
Georgskirche

1136

Stiftung des Schottenklosters (Jakobi-u.Nikolaikirche) in der Schottenstraße durch den Grafen Walter von Gleisberg. Besetzung mit irischen Benediktinermönchen. Baubeginn um 1140/50.
Um 1200 Fertigstellung der dreischiffigen Basilika mit Querschiff und Doppelturm an der Westfassade.
1472 bis 1512 Neubau des Chores nach der Zerstörung durch Brand.
1727 Errichtung der barocken Westfassade.
1956 bis 1966 Restaurierungs- und Instandsetzungsmaßnahmen.
Nikolaikirche

1136

1136 Peterbornquelle
Eine von vier Quellen des Wasserwerkes Peterborn (5)

Auf Initiative des Abts Wernher wurde von der Peterbornquelle über das Borntal zum Peterskloster eine 2380m lange Bleirohrleitung verlegt (1376 Holzrohre, 1834/35 Gußeisen). Bis 1927 diente sie der Versorgung mit Brauchwasser. Die 4 Quellen des ältesten noch funktionsfähigen Wasserwerkes nicht römischen Ursprungs versorgt noch heute (2007) Gärtnereibetriebe und Kleingartenanlagen.

1140

Erste urkundliche Erwähnung eines Kirchenbaus auf dem Gelände der heutigen Lorenzkirche in der Schlösserstraße. Von den romanischen Vorgängerbauten ist nichts erhalten.
1300 Neubau der Kirche. Älteste Teile sind der quadratische Turm und ein Teil der Westwand.
In der 1. Hälfte des 15. Jahrhunderts Umbauarbeiten nach einem Stadtbrand von 1413. Anbau des nördlichen Seitenschiffes und der südlichen Langhausfassade.
1990/91 umfangreiche Sanierungsarbeiten am Turm und im Dachbereich.
Lorenzkirche

1141-1255

Herausbildung eines bürgerlich-patrizischen Rates und Kampf des Rates und der Bürgerschaft um die Erringung der kommunalen Autonomie.
Der Erzbischhof bleibt jedoch Grund-und Stadtherr. Beginn des Baues eines durchgängigen Mauerrings um die Stadt, nachdem die Stadtumwallung von 1162 bereits wenige Jahre später durch Landgraf Ludwig II. von Thüringen zerstört worden ist. Die mächtige Stadtmauer von ca. 8 km Länge mit zahlreichen Wehr- und Wachtürmen sowie acht Haupttoren war in ihrem Verlauf identisch mit dem heutigen Juri-Gagarin-Ring. Die eingeschlossene dicht bebaute Stadtfläche beträgt 133 ha.

1151

König Konrad III., der erste Staufer auf dem deutschen Thron, kommt nach Erfurt.

1154

Im Dom werden die Gebeine der Heiligen Adolar und Eoban aufgefunden und feierlich erhoben. Diese zwei Heiligen, Gefährten des Bonifatius, werden später als Stadtheilige verehrt.

1160

(2.Juli) Versammlung zahlreicher geistlicher und weltlicher Großen des Reiches in Erfurt. Dabei wird über die Bürger der Stadt Mainz, die den Erzbischof Arnold getötet hatten, die Acht verhängt.

Um 1160

1160StuckmadonnaDer romanische Altaraufsatz im Dom, die sogenannte Stuckmadonna, heute an der Ostwand des Südquerarms aufgestellt, entsteht. Maria mit dem Kinde sitzt auf einem großen Thron. Ein tympanonartiger Halbkreisbogen umrahmt die Gruppe. Am Fuße des Bogens stehen auf jeder Seite vier heilige Gestalten mit Märtyrerpalmen. Darüber sind die heiligen Bischöfe Adolar und Eoban zwischen Sternen dargestellt. Im Scheitel des Bogens thront auf den Wolken eine Christus-Halbfigur.

Um 1160

1160 WolframDer romanische Lichterträger, “Wolfram“ genannt, entsteht im Dom. Die Großplastik, massiv aus Bronze, ist laut Inschrift am Gürtelband eine Stiftung des Wolfram und der Hiltiburc. Sie verkörpert einen Büßer, mit einem schlichten Gewand bekleidet und durch einen Gürtel geschnürt. Der „Erfurter-Wolfram“ stellt das erste vollplastische lebensgroße Bild eines zeitgenössischen mittelalterlichen Menschen in Deutschland dar.

1168 bis 1196

Mitte des 12. Jahrhunderts Gründung der Neuwerkskirche, auch Kirche „Zum hl. Kreuz < S.Crucis>“ genannt. Vermutlich erfolgt die Gründung im Zusammenhang mit der Errichtung der Stadtmauer im Jahre 1168, als man mit der Trockenlegung des sumpfigen Geländes und der Gründung der „Neustadt“ beginnt.
1194/1196 Verlegung des Augustiner-Chorfrauenstifts vom Hospital zum Heiligen Geist und Einbeziehung der Kirche in das neue Kloster.
1466 bis 1473 Umbau zu einer spätgotischen Kirche.
1710 bis 1731 Erneuerung der Klostergebäude.
1731 bis 1735 Neubau der Kirche unter Einbeziehung der gotischen Bausubstanz.
Neuwerkskirche

1181

Während des Reichstages im Peterskloster auf dem Petersberg unterwirft sich Heinrich der Löwe, Herzog von Bayern und Sachsen, der dem Kaiser Friedrich I. Barbarossa die Gefolgschaft verweigert hat. Als in Thüringen die Entscheidung in den Machtkämpfen zwischen Hohenstaufen und Welfen fällt, ist Erfurt der bevorzugte Aufenthaltsort des Kaisers und damit Mittelpunkt der Zentralgewalt. Friedrich Barbarossa besucht Erfurt mehrmals: 1161, 1170, 1172, 1179, 1180 und letztmals zum Hoftag von 1181.

1181 Barbarossa

1183 bis 1200

Eidesformel der jüdischen Bürger. Sie bringt die Gleichstellung jüdischer Kaufleute im Wirtschaftsleben Erfurts zum Ausdruck. Das an der Urkunde angebrachte Siegel ist das älteste der Stadt und bis zur ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts in Gebrauch. Das Siegelbild zeigt den Stadtheiligen Martinus im Bischofsornat ohne Mitra. Die Umschrift lautet: „Erfordia fidelis est filia Mogontine sedis“ (Erfurt ist die treue Tochter des Mainzer Stuhls). Die Eidesformel verweist auf eine namhafte jüdische Gemeinde in der Stadt im 12. Jahrhundert.

1183

(29.Januar) Kaiser Friedrich I. Barbarossa nimmt das Hospital zum Heiligen Geist vor Erfurt in seinen Schutz.

1183 Siegel

1183 bis 1200

Neubau einer Pfarrkirche in der Michaelisstraße als Saal auf trapezförmigem Grundriss, der durch den Verlauf der Straße bestimmt wird.
1278 bis 1290 Neubau des heutigen Hauptschiffes der Michaeliskirche.
1451 Erweiterung zur Universitätskirche durch den Anbau des nördlichen Seitenschiffes.
Um 1500 Anbau der Dreifaltigkeitskapelle mit reliefgeschmücktem Chorerker. Der Michaelisturm trägt die älteste, 1380 am Sonntag Palmarum gegossene Glocke der Stadt.

1184

(26.Juli) Bei einer Versammlung von thüringischen Großen, die im Beisein des späteren Kaisers Heinrich VI. stattfindet – wohl im Krummhaus auf dem Domhügel – und die der Beilegung eines Streits zwischen dem Erzbischof von Mainz und dem Landgrafen Ludwig III. dienen soll, finden viele Edle infolge eines Deckeneinsturzes den Tod.

Seit 1192

Bürger der Stadt treten als Zeugen in erzbischhöflichen Urkunden auf.
Die finanzkräftigen Kaufleute, die sich zu einer gleichstrebigen Gemeinschaft, den Gefrunden (Patriziat), zusammengeschlossen haben, drängen zur politischen Herrschaft im stätischen Machtbereich.

1196

Konrad I. von Wittelsbach, Erzbischof von Mainz, bestätigt die neue Anlage des Augustiner-Chorfrauenstifts S. Mariae zum Neuen Werk in Erfurt.



Letzte Aktualisierung ( 30. 10. 2014 )
 
< zurück
Nach oben
Nach oben