www.mamboteam.com
Startseite arrow Persönlichkeiten arrow Fröbel, Friedrich Wilhelm August - Pädagoge
24. 05. 2017
Fröbel, Friedrich Wilhelm August - Pädagoge PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Martin Schoder   
17. 08. 2007
Begründer und Namensgeber des „Kindergartens“

* 21. April 1782 in Oberweißbach/Thür. Wald
† 21. Juni 1852 in Marienthal

Friedrich kam als sechstes und jüngstes Kind des Pfarrers Johann Jacob Fröbel und dessen Ehefrau Jacobine Eleonore Friederike, geb. Hoffmann, zur Welt. Seine Mutter starb bereits neun Monate nach seiner Geburt. Er wuchs weitgehend unbeaufsichtigt im Kreise der wesentlich älteren Geschwister(5) auf.

Die Großeltern väterlicherseits waren Förster und Bauern. Mütterlicherseits wurde Friedrich durch die Patrizierfamilie der Hoffmanns beeinflusst, welche in Stadtilm die Ämter des Bürgermeisters und Pfarres innehatten.

1785 heiratete der Vater erneut. Die wesentliche jüngere Sophie Fröbel, geborene Otto ging zunächst liebevoll auf Friedrich ein. 1786 bekam sie ihr erstes Kind, von da an zog sie sich von Friedrich zurück und verweigerte ihm sogar das Du.

Friedrich blieb wieder sich selbst überlassen. Er gewann in dieser Zeit ein inniges Verhältnis zur Natur. Durch seine Einsamkeit wird Fröbel dazu gezwungen über sich selbst nachzudenken. So schreibt er: "Unausgesetzte Selbstbeobachtung und Selbsterziehung ist der Grundcharakter meines Lebens von frühe an gewsen." Man erkennt den Zug zum Autodidaktischen, der später Fröbels Leben und Arbeiten geprägt hat.

Sein exzentrisches und eigenbrötlerisches Verhalten wurde im Elternhaus als Trotz und Bosheit ausgelegt. Seine Geschwister waren zu dieser Zeit bereits aus dem Haus. 1792 nahm sein Onkel, Superintendent aus Stadtilm, den nun fast elfjährigen Friedrich zu sich. Das Leben Friedrichs änderte sich nun grundlegend. Er wurde mit viel Liebe und Geduld aufgenommen. Er schloss sich den Altersspielgruppen an und ging in die Schule. In den oberen Klassen der Stadtschule zeigte er außer in Mathematik keine besonderen Begabungen, so dass er nach seiner Konfirmation zu einem praktischen Beruf bestimmt wurde.

1797 trat er eine Feldvermesser-Lehre bei Förster Wirtz in Hirschberg an der Saale an. Da der Förster meistens in Floßgeschäften unterwegs war, blieb Fröbel wieder sich selbst überlassen. In dieser Zeit beschäftigt er sich mit viel Mathematik und Botanik. Wirtz erkannte diese Fähigkeiten nicht an und entließ ihn schließlich mit einem völlig ungenügendem Zeugnis. Der Vater war ratlos, was aus Friedrich noch werden könnte und gab schließlich nach längerem Zögern dem Wunsch Friedrichs zum Studium nach. Er akzeptierte auch den Anspruch Fröbels auf das mütterliche Erbteil.

Im Wintersemester 1799/80 begann er das Studium der Naturwissenschaften in Jena und wurde Mitglied der Naturwissenschaften, der auch Goethe angehörte. Im 4. Semester musster er das Studium abbrechen und eine Karzerstrafe wegen seiner Schulden absitzen. Der Vater reagierte auf die Bittbriefe Friedrichs nicht. Erst als dieser auf sein väterliches Erbteil verzichtete, löste ihn der Vater aus.

1801 ruft der Vater ihn nach Oberweißbach zurück, er war inzwischen schwer krank und Friedrich sollte ihm bei den Amtsgeschäften helfen. Der Vater stirbt am 10. Februar 1802.

1802 fand Friedrich Fröbel seine erste berufliche Stelle in Baunach bei Bamberg als Forstamtsaktuar (Feldmesser) am dortigen Rent-, Forst-, Zehntenamt. Mit dem Hauslehrer seines Vorgesetzten verband ihn bald eine herzliche Freundschaft. Damals interessierte er sich jedoch noch nicht für die beruflichen Aufgaben des Hauslehrers Kulisch.

1803 ging Fröbel nach Bamberg. Durch den Reichsdeputationshauptschluss wurden die deutschen Fürsten von Napoleon für ihre linksrheinischen Verluste auf Kosten geistlicher Territorien entschädigt. Das Bistum Bamberg fiel an Bayern. Umfangreiche Vermessungsarbeiten waren notwendig. Fröbel fand schnell eine Anstellung.

1807 erkennt Fröbel sein Landmanndasein als sein Ideal an. Bauer, Verwalter, als dieser Berchner, Jäger, Förster, Feldvermesser – Fröbel fühlt sich eins mit der Natur.

Er annonciert im "Allgemeinen Anzeiger der Deutschen" ein Dienstgesuch. Seiner Bewerbung hatte er eine geometrische und eine architektonische Arbeit – Plan eines Landschlösschens – beigelegt. Er wollte nun im Baufach tätig werden.

Zwei Monate arbeitete er auf einem Gut nahe Bamberg als Verwalter. Im Februar reiste er zu Geheimrat von Dewitz nach Groß Miltzow bei Neubrandenburg und nahm dort eine Tätigkeit als Privatsekretär an. Diese Stellung ließ ihm viel Freiraum zum Selbststudium. Dort beschäftigte er sich mit Architektur und Literatur.

Trotz seines Interesses für Wissenschaft, Literatur, Kunst und auch das allgemeine politische Geschehen, gingen die geistigen Strömungen und politischen Veränderungen, die mit der Französischen Revolution verbunden waren, spurlos an ihm vorüber und wurden nicht reflektiert.

Sein Drang zur Ausübung des Baufaches verstärkte sich. Fröbels Freund Kulisch versprach ihm, bei der Suche nach einer Anstellung in Frankfurt a.M. behilflich zu sein. Im April 1805 macht sich Fröbel auf den Weg nach Frankfurt. In Krumbeck in der Uckermark macht er bei seinem Freund Meyer einige Tage Rast, bevor er sich weiter auf den Weg macht, den er übrigens zu Fuß zurücklegte. In Großmiltzow hatte er sich das erste mal richtig verliebt und stand noch völlig unter dem Eindruck dieses Erlebnisses. Das Mädchen hieß Auguste und führte dazu, dass er bis 1815 nur noch mit August Fröbel unterschrieb. Er wollte damit den ersten Teil seiner Jugend, vor dieser Liebe, vergessen.

In Frankfurt kam es nicht zu einer Arbeit im Baufach. Kulisch stellte Fröbel seinen Bekannten Gruner vor, dem Leiter der Frankfurter "Musterschule" in der nach Pestalozzis Prinzipien gearbeitet wurde. Gruner glaubte seinen eigenen Idealismus in Fröbel wiederzuerkennen und bot ihm sofort eine Stelle als Lehrer an. Gruner war es auch der Fröbel zur Beschäftigung mit Pestalozzis Schriften anregte.

Fröbel war fasziniert und wollte in den Herbstferien nach Iferten, an die Schule Pestalozzis, reisen.

Kulisch war Hauslehrer bei der Familie von Holzhausen, eines begüterten und angesehenen Frankfurter Adelsgeschlechtes und führte Fröbel dort ein. Dort lernte er Frau Caroline von Holzhausen kennen, die ihn sichtlich beeindruckt.

Im Herbst wanderte er zu Fuß nach Iferten, da er kein Geld hatte. Auf dem Rückweg nahm

er den Postwagen. Für die Kosten kam Frau von Holzhausen auf. Er hielt nicht sehr viel von dem dortigen Lehrplan. Er fand den Lehrplan unvollständig und einseitig, Pestalozzis Elementarmethode sah er jedoch durchaus als gültig an.

Fröbel vergleicht Pestalozzis Methode mit der Theorie des Pädagogen Arndt, dessen Buch "Fragmente der Menschenerziehung" für Fröbel quasi zur Bibel wurde.

Die freundschaftliche Beziehung zu der damals 31 Jahre alten Caroline von Holzhausen vertiefte sich. Ihr Interesse für die Arbeit Fröbels war groß und um die Erziehung ihrer Kinder sehr besorgt. Frau von Holzhausen wünschte die Erziehung ihrer Kinder durch Fröbel. Fröbel schwankte, die Aufnahme wichtiger gesellschaflicher Beziehungen und Kontakte zu wichtigen Leuten sprachen für die Anstellung, die Abhängigkeit von der Familie bereitete ihm Sorgen.

Fröbel nahm die Stellung schließlich an, stellte aber Bedingungen. Er sollte nie verpflichtet werden, mit seinen Zöglingen in der Stadt zu leben, mit Beginn seiner Arbeit sollten ihm die Zöglinge ganz frei übergeben werden, auf das Land folgen und dort einen in sich ganz abgeschlossenen Kreis bilden, und dass mit der Zurückführung der Zöglinge in das Stadtleben seine Erzieherverbindlichkeit aufhöre.

Offensichtlich blieb Fröbel bis 1811 Hauslehrer der Holzhausens.

Fröbel verließ Frankfurt geradezu fluchtartig, was die genauen Gründe waren bleibt unklar. Im Juni 1811 ging er nach Göttingen. Dort studierte er alte Sprachen, Physik, Chemie und Mineralogie.  

Außerdem kümmert er sich intensiv um seine Theorie der Sphäre, die zu dieser Zeit erstmalig Klarheit gewinnt. 1823 definiert Fröbel Sphära als Typus der allgemeinen Wesensentwicklung, = Selbstfahren = S fähre: eine Fähre über den Fluß. S = reflexiv = in sich fahren.

 

Die Sphäre ist Fröbels wissenschaftstheoretische Grundlage geblieben. Später spricht er allerdings von Lebenseinigung, in den letzten Jahren vom Gesetz der Vermittlung.

1811 fasste er die Theorie der Sphäre in Thesen zusammen, von denen hier nur wenige Sätze genannt werden sollen:

Es herrscht nur ein Grundgesetz durch das ganze Universum.

Das ganze Weltall ist sphärisch, hat also ein Zentrum.

Das Weib ist ebenso zur Wissenschaft und zur Durchdringung derselben bestimmt wie der Mann.

Die Wissenschaft vereint Philosophie und Kunst.

1812 ging Fröbel nach Berlin, um dort Mineralogie bei Professor Weiß zu studieren. Zwischen den beiden nahezu gleichaltrigen entwickelte sich bald eine herzliche Freundschaft. Im März 1813 unterbrachen die Befreiungskriege gegen Napoleon sein Studium. Fröbel trat als Freiwilliger in das Lützowsche Freikorps ein. Er kämpfte in der Schlacht von Groß-Görschen und Lützen und blieb bis zum Juni 1814 dabei.

Während dieser Zeit behielt er immer seine Überlegungen und seine geologischen Forschungen im Auge. Fröbel trug sich in Berlin mit dem Gedanken einer wissenschaftlichen Laufbahn. Ihm wurde auch eine Professur als Mineraloge angeboten. Doch eine andere Aufgabe drängte. Sein Bruder Christoph war an Thyphus gestorben und hatte drei Söhne hinterlassen. Am 9. April 1816 reichte er sein Entlassungsgesuch in Berlin ein und gründete am 13. November die Erziehungsanstalt Griesheim, die er schon bald nach Keilhau verlegte.

Die Keilhauer Zeit 1817-1831 war bis 1826 eine Zeit des Erprobens und Praktizierens. Bereits in Ifferten hatte er erkannt, dass die ideale Struktur einer Erziehungsanstalt die eines Internats mit Familiencharakter sei. Friedrich Fröbel forderte eine Verbindung von geistiger und körperlicher Tätigkeit. Der Umgang zwischen Lehrern und Zöglingen ist partnerschaftlich. Man redet sich mit Du an. Abhärtung und einfache Lebensweise sind selbstverständlich, die Kost ist ländlich und gesund.

In den ersten Jahren in Keilhau - die bezogenen Gebäude mussten umgebaut, die Umgebung erschlossen werden - halfen die Schüler beim Hausbau mit. Die Zöglinge halfen außerdem bei der Feldbestellung und der Ernte.

Zur Vertiefung des Geschichtsunterrichts wurden Ritterrüstungen entworfen und in Abenteuer einbezogen. Im Geographieunterricht wurde die Gegend erwandert, charakteristische Merkmale wie Flüsse und Höhen bestimmt und in eine Heimatkarte eingetragen. Zum Spielen hatte Fröbel nach dem Wunsch der Zöglinge Bauklötze anfertigen lassen.

Es gab auch Kritik an der Lehrmethode Fröbels, z.B. durch seinen Freund Langethal. Er schrieb:" Da ihm nur ein sehr beschränktes Feld an Wissen zu Gebote stand, so verfiel er in einen doppelten Fehler. Zuerst unterschied er die verschiedenen Naturen der Zweige des Wissens nicht, und daher wurde nun alles über einen Leisten geschlagen und zweitens war er in vielen Fächern nicht imstande, das ganze Feld des Wissens zu überschauen, und die Folge davon war, dass er sich bei dem Bekannten viel zu lange aufhielt, indem er dieses durch unnötige Gliederung bis ins Kleinlichste ausdehnte. Mit einem Worte, er suchte nach einem Organismus und verfiel in einen Schematismus."

Friedrich Fröbel holte seinen Freund Langethal mit folgenden vielsagenden Worten nach Keilhau:

"Alles was Erziehung und Unterricht betrifft, wird nur einzig und ausschließlich durch mich bestimmt und geschieht alles unter meiner bestimmten Leitung... Dass sich um mir ein reines Menschenleben entfalte, ausbilde, erstarke, demselben eine Freistätte zu bereiten ist der einzige Zweck meines Handelns.

Im September 1818 heiratete Fröbel die zwei Jahre ältere Henriette Wilhelmine Hoffmeister, geschiedene Klöpper, in Berlin. Die Ehe bleibt kinderlos. Er holte sie nach Keilhau. 1820 siedelte sein Bruder Christian mit seiner Frau und seinen Töchtern Albertine, Emilie und Elise nach Keilhau über.

1826 heiratete Fröbels Freund Middendorf Albertine und Langethal heiratete Wilhelmine, die Pflegetochter Friedrich Fröbels Frau. Nur kurze Zeit später trifft Johannes Barop in Keilhau ein, ein weiterer guter Freund Fröbels.

Im Jahr 1829 war Keilhau in einer Krise, es waren nur noch fünf Zöglinge dort.

1830 übernahm dann Barop die Leitung der Anstalt und vermittelt 1831 bei einem Besuch der Familie von Holzhausen die Wiederaufnahme des Kontakts zwischen Fröbel und Caroline von Holzhausen.

1831 sah Fröbel neue Möglichkeiten zur Verbreitung seiner Idee. In der Schweiz war das Interesse an seinen Erziehungskonzepten groß, so dass er im August 1831 auf Schloss Wartensee am Luzerner See eine Erziehungsanstalt eröffnen konnte.

Seine Frau Wilhelmine Hoffmeister begleitete ihn fast immer. Sie war eine hochgebildete Berliner Patriziertochter, die sich an Fröbel band und ihm nach Keilhau, in die Schweiz und nach Blankenburg in die ländliche Abgeschiedenheit folgte. Sie begeisterte sich für Fröbels pädagogische Ideen und unterstützte ihn bis zu seinem Tod im Jahre 1839.

Die politische Reaktion der 20er verschonten auch Keilhau nicht. Die Anwesenheit Barops, der Burschenschaftler war, ließ Keilhau einige Jahre in der Öffentlichkeit als "Demagogennest" erscheinen. Als Barop schließlich die Leitung der Keilhauer Schule übernahm, hatte sich die größte Aufregung gelegt und die Zahl der Schüler stieg auch wieder deutlich an.

Zwischen 1818 und 1826 erschienen die wichtigsten allgemeinen und schulpädagogischen Schriften Fröbels.

 

Trotz aller Arbeit zu den prinzipiellen Fragen der Erziehung, erfuhren die Planungen der Schweizer Anstalten in keiner Weise eine ähnliche Durcharbeitung, wenngleich sie institutionell-organisatorisch über Keilhau hinausgingen und eine Einheitsschulkonzeption anstrebten bzw. Fragen der Lehrerfortbildung mit einbezogen und mit der erneuten Klärung des ersten Unterrichts, des Elementarunterrichts die Reflexion über Spiel, Spielgabe und Spielort (Kindergarten) vorbereiteten.

Fröbel entwarf ein Lehrkonzept, das aus heutiger Sicht eher selbstverständlich scheint. In einem Brief an Barop beschreibt er seinen Gesamtplan; das Konzept einer räumlich additiven Einheitsschule: Auf eine Pflege- und Entwicklungsanstalt für drei bis siebenjährige baut sich die Volkserziehunsanstalt auf, eine Arbeits- und Produktionsschule für das Knabenalter. Dann folgt die Verzweigung in die "Bildungsanstalt für deutsche Kunst und deutsches Gewerbe" (Real- und Berufsschule) und in die Erziehungsanstalt in Keilhau (Gymnasium). Danach folgt die Universität.

Die "Menschenerziehung" war ein Buch Fröbels, in welchem die verschiedensten analytischen Betrachtungen vorgenommen wurden. Darin stellte Fröbel unter anderem fest: Der Mensch ist ein produktives, schöpferisches Wesen, das sich in Kontinuität entfaltet und darstellt. Das Wesen des Menschen ist prinzipiell gut, das heisst analytisch-konstruktiv, bewusst und produktiv. Den nicht produktiven, bewusstlos lebenden Menschen kennt Fröbel auch. Diese Entfremdung kommt durch falsche Erziehung, durch soziale Einflüsse zustande.

Der zweite Teil der Menschenerziehung behandelt die Entwicklungsabschnitte des Kleinkindes. Eine Fülle von heute noch gültigen Erfahrungen und Beobachtungen werden vorgetragen und vom Sphärengesetz her interpretiert. Unter anderem stellt Fröbel dabei fest, der Säugling ist ein verinnerlichendes, Umwelteinflüsse aufnehmendes Wesen, das Kleinkind hingegen äußert sein Inneres in der Sprache und im Spiel. Am Ende dieser Entwicklungsstufe vermag das Kind eine erste Differenzierung von Natur (Gegenstandswelt), Kunstwelt (die vom Menschen geschaffenen Welt) und eigener Innenwelt vorzunehmen.

Der Knabe im Schulalter will tätig sein um des Werkes, des Erzeugnisses willen und an den Beschäftigungen der Eltern beteiligt werden. Dies darf jedoch keinesfalls früher zugelassen werden...Denn diese Altersphase des Schulalters ist durch Lust nach Abenteuer bestimmt. Fröbel spricht vom Steigen in Höhlen und Klüften, vom Klettern auf Bäume und Berge, vom Suchen in Höhen und Tiefen, dem Schweifen in Wäldern und Feldern. Spiel und Werken bilden handwerkliche Funktionen nach und üben soziale Regeln.

In der Schweiz verfasst Fröbel rückblickende Schriften, die seinen Wunsch nach Beichte und Bekenntnis wiederspiegeln. Im Rückblick erfasst er Intimstes, so seine Beziehung zu Caroline von Holzhausen, aber auch seine erotischen Gefühle Albertine und Emilie.

1830 kommen die "Grundzüge der Menschenerziehung" heraus. In ihnen wird das Programm der Nationalerziehung , der Erziehung aller Deutschen aufgegriffen. Die Brisanz dieser Schrift liegt darin, dass sie zu einem gesamten, einigenden deutschen Volk- und Nationalwerk aufruft. Dieser Aufruf zur nationalen Einigung musste der politischen Zensur der Restaurationsphase suspekt erscheinen. Fröbel war über die Anfeindungen verbittert und trug sich mit dem Gedanken, nach Columbus/Ohio überzusiedeln.

Trotz seiner Überlegungen blieb er doch auch stets ein Praktiker, spielte mit den Kindern und versuchte den Lehrplan zu verbessern. So führte er in Wartensee in der Schweiz zu den traditionellen Fächern auch moderne Sprachen wie Französisch, Italienisch und Englisch ein. Fröbel war der festen Überzeugung, dass ein hohes Bildungsniveau der gesamten Bevölkerung nur positiv für den Staat sein könnte. Daher vertrat er auch die Meinung, die Armenerziehung solle das Fundament aller weiteren aus- und fortgebildeten Menschen- und Volkserziehung werden.

Über die gesamte Zeit verfolgte er seine Philosophie der Sphäre und gab ihr mit der Zeit einen anderen Namen. Aus der Sphäre wurde Lebenseinigung. Die Lebenseinigung bedeutete für Fröbel 1835 nicht die völlige Aufhebung persönlicher Spannungen in seinen Beziehungen zu anderen Menschen , sondern die bewußtgemachte eigene Situation und Lebensgeschichte.

Fröbel wendet sich 1835/1836 vom schulischen Bereich ab, dem er sich über dreißig Jahre lang verpflichtet gefühlt hatte und begründet die Konzeption der Menschenerziehung in einer Pflege des Klein- und Vorschulkindes sowie in einer Erneuerung der Familie. Er sieht die Pflege des Kindes durch eine Reihe von Kinderspielzeugen unterstützt. Der Begriff "Kindergarten", der relativ spät - erst im Frühjahr - entstand, beschreibt sehr treffend Fröbels Programm der Erziehung in der frühesten Kindheit. So bedeutet Kindergarten im Garten-Paradies, also Kindergarten = das den Kindern wieder zurückgegebene und gegebene Paradies. Der Begriff wird in 22 Sprachen unübersetzt übernommen.

Fröbel entwickelte einfaches Kinderspielzeug und betonte dabei den autodidaktischen Anspruch der Spielmaterialien. Fröbel wies bis an sein Lebensende unermüdlich auf die entwickelnd-bildende Bedeutung seiner Spielpflege, ihre selbstbelehrende und elementarmethodische Funktion hin.

Im Januar 1839 trägt er seine Spielkonzeption der Königin in Dresden vor. Auf Wunsch mehrerer Familien richtet er in Dresden eine Spielanstalt ein. Im Juni 1839 wird die Bildungsanstalt für Kinderführer eröffnet, also eine Schule für Kindergärtner/-innen. Absolventen dieser Schule eröffnen in Folge Spielanstalten in Frankfurt und Eisenach. Langsam vollzieht sich die Wende vom männlichen Kinderführer zur Kindergärtnerin.

1840 gründete Fröbel den ersten deutschen "Kindergarten"in Bad Blankenburg. Er führte die "Freiarbeit" in die Pädagogik ein. Die von ihm entwickelten Spiel- und Lernmaterialien sind auch heute noch anerkannt.

1843 fasst Fröbel Pläne zur Errichtung einer Musteranstalt. Eine Anstalt für Kinderpflege, eine Übungsanstalt für Kinderführer- und führerinnen, eine Anstalt, welche angemessene Spiele und Spielweisen zu verallgemeinern sucht. Allerdings kam der Musterkindergarten nie zustande.

Die im März 1848 ausgebrochene bürgerliche Revolution hat Fröbel emphatisch begrüßt. Er war nun 65 Jahre alt und erhoffte sich von dieser eine radikale Reform des Bildungswesen und so auch die Beachtung seiner Kindergartenpädagogik.

Während der ganzen Zeit blieben Fröbels Freunde aktiv und unterstützten ihn. So auch 1848. Die von Middendorf abgefasste Schrift "Die Kindergärten. Bedürfnis der Zeit, Grundlage einigender Volkserziehung" wurde der Nationalversammlung vorgelegt.

1849 wollte Fröbel mit einem Kreis junger Frauen für seine Bildungskurse eine neue Stätte suchen.

Zu diesem Kreis zählte Henriette Breymann, eine Verwandte von ihm, Alwina Middendorf und Luise Levin, seine spätere zweite Frau. Im Mai 1849 eröffnete Fröbel noch mit diesen Frauen ein Kindergärtnerinneninternat. Henriette Breymann führte zusammen mit Luise Levin den Haushalt.

In dieser Zeit ging vieles schief. Kontakte mit Bertha von Marenholz-Bülow und Adolf Diesterweg halfen Fröbel über die Rückschläge dieser Zeit hinweg.

Bertha von Marenholz-Bülow erreichte später in den 1850er und 1860er Jahren eine Ausbreitung des Kindergarten über ganz Europa. Diesterweg kämpfte für die Anerkennung der Erziehungstheorie Fröbels nach dessen Tod.

Im Juni 1851 heiratete Fröbel Luise Levin. Die Beziehung der 33 Jahre jüngeren Schülerin zu Fröbel ist bestimmt durch kindliche Verehrung und Fürsorge.

Die letzte Wochenschrift Fröbels enthält sein Bekenntnis zum christlichen Kindergarten in dem Aufsatz: "Über das Prinzip, das Wesen der Erziehung überhaupt, über das christliche Prinzip, das Wesen des Christlichen in der Erziehung, und ganz besonders über das christliche Prinzip und Wesen der Kindergärten." Dieses Bekenntnis hatte folgende Ursache. Am 23. August 1851 wurde in Preußen ein Verbot der Fröbelschen Kindergärten erlassen, das erst 1860 wieder aufgehoben wurde. Die Begründung lautete: "Wie aus der Broschüre, "Hochschulen für Mädchen und Kindergärten usw...." von Karl Fröbel erhellt, bilden die Kindergärten einen Teil des Fröbelschen sozialistischen Systems, das auf Heranbildung der Jugend zum Atheismus gerichtet ist. Schulen usw., welche nach Fröbelschen oder ähnlichen Grundsätzen errichtet werden sollen, können daher nicht geduldet werden."

Erst 1860 konnte dieses unsinnige Verbot aufgehoben werden. Fröbel konnte dieses freudige Ereignis nicht mehr erleben. Das Kindergartenverbot hatte seine Lebenskraft gebrochen. Am 24. Juni 1852 wurde der wohl weltweit bekannteste deutsche Pädagoge in Schweina, unweit von Marienthal, beerdigt.

Straßenbenennung

Erfurt, Andreasvorstadt: Fröbelstraße (1926)

Quellen / Literatur
http://www.erfurt-web.de/
Letzte Aktualisierung ( 14. 03. 2017 )
 
< zurück   weiter >
Nach oben
Nach oben