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27. 05. 2017
Gesündere Baustoffe PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Martin Schoder   
01. 12. 2008


Ein gutes und schadstoffarmes Wohnklima zu haben ist wichtig, da der Mensch sich heute die meiste Zeit in Innenräumen aufhält. Die richtige Wahl der Baustoffe gibt uns die Chance, ein gesünderes Wohnumfeld zu schaffen. Baustoffe mit folgenden Eigenschaften tragen dazu bei:
 

  • diffusionsfähig, d.h. atmungsaktiv ohne Schwitzwasserbildung,

  • feuchtigkeitsregulierend,

  • frei von giftigen Ausscheidungen bei normaler Benutzung oder Brand,

  • geruchsneutral,

  • kein gesundheitsgefährdender Abrieb feinster Fasern bei normaler Benutzung und Bearbeitung,

  • gut wärmespeichernd,

  • gut schalldämmend,

  • unbedenkliche Radioaktivität.

 

Neu eingerichtet und krank?

Leider haben nur wenige Menschen die Möglichkeit, sich das Baumaterial ihres Wohnhauses auszusuchen. Die Ausstattung und Gestaltung der Innenräume kann man dagegen fast immer beeinflussen. Auch hier lauern in Farben, Lacken und Anstrichen, in Möbeln, Textilien und Fußbodenbelägen Gefahren für die Gesundheit.

Damit die Luft drinnen nicht schlechter als draußen wird, sollte man folgendes beachten:

 

Wand- und Deckenfarben

Wand- und Deckenfarben sind heute fast alle auf Kunststoff- oder Kunstharzbasis hergestellt. Sie enthalten eine Reihe von Substanzen, die gesundheitsschädlich sind. Dazu gehören Weichmacher, organische Lösungen und Konservierungsstoffe. Vielfach findet man auf den Packungen einen Hinweis auf angebliche Umweltfreundlichkeit.
Besser ist es, ein Produkt zu wählen, das den blauen Umweltengel des Umweltbundesamtes trägt. Dann hat man die Gewißheit, dass es sich um ein schadstoffarmes Produkt handelt.

 

Lacke und Lasuren

Lacke und Lasuren sind meist aus den gleichen „Zutaten“ wie Wand- und Bodenfarben zusammengesetzt. Sie enthalten aber durchschnittlich 50% Lösungsmittel. Darunter befinden sich auch so gesundheitsgefährdende Substanzen wie Xylol, Toluol oder Trichloräthylen und andere chlorierte Kohlenwasserstoffe. Da der hohe Gehalt an Lösungsmitteln aus ökologischer und gesundheitlicher Sicht bedenklich ist, hat die Lackindustrie neue Lacke entwickelt. Diese Dispersionslacke sind wasserverdünnbar und enthalten nur noch 10% organische Lösungsmittel.

 

Tipps
 

  • Während der Verarbeitungs- und Trockenphase muss ausreichend gelüftet werden. Erst wenn die Farbe ganz trocken ist, ist auch das Lösungsmittel verdunstet.
  • Farben und Lasuren, deren Haupteinsatzgebiet der Außenbereich ist, nicht in Innenräumen verwenden.

  • Weichen Sie auf schadstoffarme Produkte mit dem Umweltengel aus.

  • Eine weitere Alternative sind Naturfarben. Ihre Inhaltsstoffe basieren auf pflanzlichen natürlichen Substanzen. Sie sind in Bioläden und einigen Malerfachgeschäften zu erhalten.

 

Holzschutzmittel

Holzschutz soll die Zerstörung von Holz durch Insekten und Pilze verhindern. Als Wirkstoffe kommen zur Pilzbekämpfung Pentachlorphenol (PCP) und gegen Insekten Lindan oder Dieldrin zum Einsatz. Diese Stoffe werden noch lange Zeit nach ihrer Verarbeitung vom Holz an die Luft abgegeben.
Zwar wird in der Bundesrepublik kein PCP mehr hergestellt, doch gelangt es noch immer über Importprodukte in unsere Wohnräume. Seit August 1989 gibt es einen Entwurf einer Verordnung des Umweltministeriums zum Verbot der Chemikalie Pentachlorphenol (PCP), mit dem vor allem das Verbot von belasteten Importprodukten erreicht werden soll.

 

Tipps
 

  • Holzschutzmittel nur dort verwenden, wo ein Schutz unbedingt nötig ist. In Innenräumen genügt ein einfaches Mittel zur Oberflächenveredelung wie Wachs oder Leinölfirnis.
  • Es gibt eine Reihe ungefährlicher Möglichkeiten, Holz zu schützen. Welche für den jeweiligen Zweck geeignet ist, erfahren Sie in der einschlägigen Literatur oder durch einen Fachberatung, z.B. in einer Umweltberatungsstelle.

  • Wählen Sie möglichst schadstoffarme Produkte mit dem Umweltengel.

 

 

Materialien

Wenn es im Wohnzimmer seltsam riecht, die Augen tränen oder die Nase läuft, kann der Teppichboden oder gar die neue Schrankwand schuld daran sein. Denn heute fertigt man Möbel überwiegend aus Spanplatten, bei Polstermöbeln wird Schaumstoff verwendet und auch der Kleber zum Verlegen von Teppichboden kann zur Luftbelastung beitragen.
Deshalb hat es keinen Zweck, alte Möbel aufgrund einer Formaldehydallergie durch neue zu ersetzen. Es sei denn, man ist sicher, dass diese auch wirklich aus formaldehydfreien Spanplatten hergestellt wurden. Aber auch formaldehydfreie Spanplatten sind mit Vorsicht zu genießen, denn die gesundheitlichen Auswirkungen des Ersatzstoffes Isozyanat sind noch weitgehend unbekannt. Besonders empfindliche oder allergisch reagierende Menschen sollten deshalb Naturmaterialien oder weniger belastete Materialien für Ihre Einrichtung verwenden.
Die meisten Teppichkleber enthalten Toluol und Xylol, die beim Einatmen zu Rauschzuständen, Halluzinationen oder gar Bewußtlosigkeit führen können. Oft genügt es, den Teppichboden zu verspannen oder mit Teppichklebeband zu befestigen, anstatt ihn zu verkleben.
Wer den Verdacht hat, dass auch in seinem Wohnzimmer die Luft „nicht mehr ganz rein“ ist, kann von einigen Instituten und Labors Schadstoffmessungen vornehmen lassen. Die Adressen erfährt man bei den Verbraucherzentralen oder einer örtlichen Umweltberatungsstelle. Hier gibt es auch Tips und Hinweise auf schadstoffarme Produkte.

 

Quelle:

Umwelt,TK-Schriftenreihe

 

 

 

Letzte Aktualisierung ( 03. 12. 2008 )
 
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