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27. 05. 2017
Das Schützenbergmoor PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Klaus Fischer   
27. 03. 2009


Nur etwa 2 km vom Obelisk und Rennsteiggarten bei Oberhof entfernt liegt auf einer Hochfläche des Schützenberges das gleichnamige Hochmoor. Mit cirka 4 ha Torfkörper ist es das kleinste im Naturpark Thüringer Wald gelegene Hochmoor.

 

Moorlehrpfad über Holzbohlensteg

Moorlehrpfad über Holzbohlensteg

 

Wie alle Hochmoore begann die Bildung des Schützenbergmoores nach der letzten Eiszeit vor etwa 8000 Jahren.
Über die Verlandung von Grundwassersenken, deren Bewuchs und die einhergehende Torfbildung entstanden über Jahrtausende zuerst Niedermoore, aus denen der entstehende Torf aus dem Grundwasser herauswuchs und dann als Hochmoor hauptsächlich von Regenwasser gespeist wurde.

   
Offene Moorfläche im Dunst

Offene Moorfläche im Dunst

 Sumpfgras und Wasserloch

Sumpfgras und Wasserloch

 

Das Schützenbergmoor als Plateau-Hochmoor befindet sich auf etwa 890 m ü.NN, erhält Jahresniederschläge von 1250 mm (im Thüringer Becken um 550 mm) und die Jahresmitteltemperatur liegt bei 5°C (im Thüringer Becken um 9°C).
Durch die Torfgewinnung und forstwirtschaftliche Nutzung wurde Mitte des 19.Jahrhunderts das Moor zum Teil entwässert. Im September 1967 erhielt das Schützenbergmoor den Status eines Naturschutzgebietes und wurde in der jüngeren Vergangenheit für die Besucher mit einem Knüppelpfad begehbar gemacht und mit einem aussagekräftigen Informationspunkt versehen.
Außerhalb der Winterzeit (Schneedecke oft von Dezember bis Anfang April) ist im Moor eine vielfältige, spezifische Flora und Fauna zu entdecken. In den nährstoffarmen, sauren Böden sind hochspezialisierte Moose, Gräser und Zwergsträucher beheimatet. Ebenso wie die Flora ist die Tierwelt relativ artenarm. Vor allem Insekten, wie Käfer, Wanzen, Zikaden, Libellen und Spinnen (74 Arten), finden hier ihren Lebensraum, aber auch Spitzmäuse, Lurche und der Alpenbirkenzeisig ist hier zu beobachten.

 

Hochmoorfläche mit Totholz

Hochmoorfläche mit Totholz

 

Als guter Ausgangspunkt für eine Rundwanderung von etwa 5 km bietet sich dem interessierten Besucher der Rennsteiggarten an. Vom Obelisk über die Rennsteigbrücke führt der Weg ein Stück auf dem Rennsteig bis zum Stein 16 und dann auf der Zellaer Loibe zum Schützenbergmoor. Von hier geht es weiter zum Veilchenbrunnen, an der Bergbaude vorbei, auf den Rhön-Rennsteig-Wanderweg (hier identisch mit dem Rennsteig-Dolmar-Weg), zurück zum Ausgangspunkt.
Wer etwas Zeit mehr einplant, kann vom Veilchenbrunnen noch einen Abstecher von cirka einem Kilometer zum Gebrannten Stein unternehmen. Vom 897 m hohen Felsen bietet sich ein Panoramablick auf den Thüringer Wald, den Kanzlersgrund mit der Rennsteigschanze.

 

Veilchenbrunnen

Veilchenbrunnen

 Blick vom Gebrannten Stein

Blick vom Gebrannten Stein

 

Quellen :

  • Hinweistafeln am Informationspunkt Schützenbergmoor

  • R.Kunka, Klimawandel in Thüringen, Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie Jena

 

Text/Fotos: K.Fischer

 

Letzte Aktualisierung ( 27. 03. 2009 )
 
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