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22. 09. 2017
Krötenwanderung im Erfurter Steigerwald PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Klaus Fischer   
15. 04. 2009

Krötenwanderung am Waldhausteich oder „Erdkrötenhochzeit” auf Hochtouren

(Beobachtungen am 5.und 7.April 2009)

 

Im Frühjahr bietet sich den Besuchern des Erfurter Steigers am und im Waldhausteich ein alle Jahre wiederkehrendes Naturschauspiel. Die Erdkröten feiern Hochzeit !
In und um den Teich tummeln sich hunderte von Erdkröten, um die natürliche Verspätung durch den verhältnismäßig langen Winter wieder aufzuholen.

 

Waldhausteich

Waldhausteich

 „Erdkröte mit Ziel vor den Augen”

Erdkröte mit Ziel vor den Augen”

 

Die Erdkröte (Bufo bufo) ist neben dem Grasfrosch, dem Teichfrosch und dem Teichmolch die häufigste Amphibienart in Europa.
Die durch das Bundesnaturschutzgesetz besonders geschützten Tiere gelten in der Roten Liste der Bundesrepublik derzeit als nicht gefährdet.
Die in unseren Breiten vorkommende Erdkröte wird zwischen 7,5 und 9 cm (Männchen) und 12 cm (Weibchen) groß. Die Hautfarbe der behäbig wirkenden Kröte reicht von braun bis olivfarbig.
Sie ist dicht mit Warzen bedeckt und aus den Drüsen sondert sie ein giftiges Sekret ab, das der Abwehr von Fressfeinden und dem Schutz vor dem Befall mit Mikroorganismen dient.

 

Verschiedene Hautfärbungen der Erdkröten Verschiedene Hautfärbungen der Erdkröten

Verschiedene Hautfärbungen der Erdkröten

 

Im Sommer sind sie in Wäldern, auf Wiesen oder in naturnahen Gärten zu finden. Die Lebensräume der vorwiegend dämmerungs- und nachtaktiven Tiere können bis zu 3 km von den Laichgewässern entfernt sein.
Im beginnenden Herbst (August/September) nähern sich die wechselwarmen Kröten schon ihren Laichgewässern und überwintern in frostsicheren Verstecken im Waldboden.
Mit ansteigenden Temperaturen im Frühjahr beginnen sie ihre Wanderung zu den angestammten Laichgewässern (meist auch Geburtsort), und legen dabei Distanzen bis zu 1 km zurück.
Sie laichen oft in größeren Massen in Gewässern, die mehr als 50 cm tief sind und an deren Bewuchs sie ihre 3-5 m langen Laichschnüre mit bis zu 3000 Eiern befestigen.

 

„Bequemes Männchen”

Bequemes Männchen”

 Laichfäden mit Eiern

Laichfäden mit Eiern

 

Nach 3-5 Jahren sind die Erdkröten geschlechtsreif und haben in der Natur eine Lebenserwartung von 10-12 Jahren.
Sie ernähren sich von Würmern, Nacktschnecken, Asseln, Spinnen und den verschiedensten Insekten.
Ihre natürlichen Feinde sind Marder, Katzen, Greif- und Raubvögel sowie Graureiher.
Die größte Bedohung bei der Laichwanderung besteht jedoch mit der Abtrennung ihrer Lebensräume durch Straßen.
Zum Schutz der Tiere wurde im Steigerwald die Straße nach Rhoda schon vor Jahren von der Stadt Erfurt mit dauerhaften Schutzzäunen und Tunneln versehen, die den Amphibien den Zugang zum Waldhausteich erleichtern.

 

Krötenzäune und -tunnel Krötenzäune und -tunnel

Krötenzäune und -tunnel helfen den Kröten die Straße zu unterqueren

 

Die durch Auslaugung des Untergrundes und späteren Einsturz der Deckschichten in die Hohlräume entstandenen Senken wurden im Verlaufe der Zeit durch eingeschwemmtes Bodenmaterial abgedichtet und mit Regenwasser gefüllt. Der so entstandene Waldhausteich bietet jedes Jahr tausenden Erdköten eine ideale Laichgrundlage.

 

„Partnersuche”

Partnersuche”

 „Liebesgetümmel”

Liebesgetümmel”

 

Goldfisch im Waldhausteich - gehört nicht dorthin

Er kann nichts dafür”

 Unvernünftige Mitmenschen haben schon wieder Goldfische in den Waldhausteich ausgesetzt.
Dieser unnatürliche Besatz ernährt sich vom Laich der Amphibien.

 

Die interessierten Besucher sollten sich bei ihren Beobachtungen vorsichtig bewegen, möglichst die Wege nicht verlassen und von „Fütterungen” absehen.

 

Text/Fotos : Klaus Fischer

 

Letzte Aktualisierung ( 15. 04. 2009 )
 
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