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26. 06. 2017
Hüpeden, Johann Heinrich Christian - Landwirt, Obstgärtner PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Detlef Tonn   
05. 05. 2015
Der Pfarrer führte die Dreifelderwirtschaft um Nordhausen ein

* 23. Juli 1726 in Rottleberode (heute ein Ortsteil der Gemeinde Südharz im Landkreis Mansfeld-Südharz in Sachsen-Anhalt)
† 28. November 1799 in Nordhausen

Heinrich Christian Hüpeden wurde in Rottleberode, einem Ort gleich hinter der heutigen Landesgrenze Thüringens zu Sachsen-Anhalt  geboren. Seine Kindheit verlebte Hüpeden in seinem Dorf am südlichen Rande des Harzes. Er studierte die Theologie und war dann von 1755 bis 1799 über vier Jahrzehnte Pfarrer an der Jakobikirche in Nordhausen, die beim Bombenangriff 1945 zerstört wurde.

Das Gehalt der Pfarrer war jedoch damals sehr niedrig, und Christian Hüpeden konnte von den Einkünften eines Seelsorgers allein nicht leben. So besann er sich auf seine landwirtschaftlichen Kenntnisse aus dem Elternhaus und kaufte sich vor den Toren der Stadt Nordhausen, an der Salza bei den Mühlen, ein Stück Ackerland, auf dem er sich zunächst einen Garten anlegte. Er widmete sich mit besonderer Sorgfalt dem Obstanbau, den er als erster in und um Nordhausen rationell betrieb. Er errichtete sich ein Gartenhaus, in dem er mit seiner Familie wohnte. Doch bald erwarb er einen weiteren Acker dazu, und so betätigte sich der Pfarrer nebenbei auch als Landwirt.

Im Laufe der Zeit entstanden die Hüpedenschen Obstplantagen und Musteranlagen, die über die Grenzen der Stadt hinaus bekannt waren. Mit Hochachtung wurde von 'Hüpedens Garten' gesprochen, noch heute ist 'Hiebchen's Garten', wie er im Volksmund liebevoll genannt wurde, bei älteren Nordhäusern bekannt. Bedeutung als Landwirt erlangte Hüpeden mit dem Kleeanbau. Ab 1793 baute er erfolgreich auf einer Brache immer abwechselnd Luzernenklee, Winter- und Sommergetreide an und führte damit in der Stadt Nordhausen die Dreifelderwirtschaft ein. Die Bauern in Nordhausen und den umliegenden Dörfern taten es ihrem klugen Pfarrer nämlich bald nach und merkten so, dass sie auf diese Weise höhere Erträge hatten und mehr ernten konnten. Der so erzielte Futterüberschuss ermöglichte bald darauf die Einführung der Tierwirtschaft in Altnordhausen, die zusammen mit der Branntweinbrennerei einen wirtschaftlichen Aufschwung der Stadt Nordhausen ermöglichte.

Heute ist Heinrich Christian Hüpeden weitgehend in Vergessenheit geraten. Anlässlich seines 200. Geburtstages im Jahre 1926 hatte der Rat der Stadt zu Ehren des Landwirts und Pfarrers den 'Weg an der Salza' zwischen Nordhausen und dem Dorf Salza, der an seinem Gartenhaus entlang und mitten durch 'Hiebchen's Garten' führt, in 'Hüpedenweg' umbenannt.. Bis 1945 gab es hier an dem ehemaligen Garten auch eine Gaststätte, die "Hüpedengarten" hieß und von der es als Restaurant und Gartenwirtschaft in der Straße der Genossenschaften bereits eine Abbildung um 1915 gibt.

Doch jetzt erinnert kaum noch etwas an den einstigen Seelsorger und Landwirt Hüpeden. Auch in seinem Heimatort Rottleberode ist sein Name so gut wie unbekannt.
Heinrich Christian Hüpeden starb 73jährig in Nordhausen.
Georg Weinreich

Literatur:

Riemenschneider, Otto: Johann Heinrich Christian Hüpeden: 1726 - 23. Juli – 1926. Ein Erinnerungsblatt anläßlich d. 200. Wiederkehr s. Geburtstages. 1926, 22 S.

Letzte Aktualisierung ( 02. 11. 2016 )
 
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