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22. 06. 2017
Bromme, Max - Gartenarchitekt PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Detlef Tonn   
04. 04. 2016
Kontinuität bei den Reformen und in der Gestaltung des Gartenwesens von Erfurt

* 18. August 1878 in Grünberg (Niederschlesien)
† 9. September 1974 in Frankfurt am Main

Als Nachfolger von Otto Linne (1869-1937) führte Max Bromme (1878-1974) (die begonne Strukturverwaltungsreform des Garten- und Friedhofsamtes weiter und legte überarbeitete Pläne für Stadt- und Nordpark vor. In Sein relativ kurzes Wirken über vier Jahre hinterließ bleibende Spuren bei der Weiterentwicklung der „grünen Infrastruktur“ von Erfurt.

Gartendirektoren in Erfurt 1899 – 1933

1. Otto Linne

1899 - 1908

2. Max Bromme

1908 - 1912

3. Hermann Braband

1912 - 1933

Nach der Erlangung des Einjährigen-Freiwilligen-Zeugnisses trat er 1893 in das Baumschulenetablissement seines Vaters in die Lehre. Von 1896 bis 1900 war er in gärtnerischen Betrieben beschäftigt. 1900/1901 leistete er den Militärdienst ab. Von 1901 bis 1904 Studium an der Königlichen Gärtnerlehranstalt in Wildpark bei Potsdam mit Abschlussexamen. Im Jahre 1903 für einige Monate Techniker bei einem Kölner Gartenarchitekten. Von 1903 bis 1905 Gartentechniker der Stadt Köln, 1905/06 Geschäftsführer einer Kölner Gartenbaufirma. Von 1906 bis zum seinem Eintritt in den Dienst der Stadt Erfurt am 15. Juni 1908 Stadtobergärtner der Stadt Köln.

1908 übernahm Bromme die Stelle des Gartendirektors in Erfurt. Ihm gelang es, die von Otto Linne bereits begonnene Neustrukturierung der Grünverwaltung fortzusetzen und die 1905 hinzugezogenen Friedhofsverwaltungen einzubeziehen. Bromme setzte die begonnenen Projekte entlang der Wallanlagen der Stadt fort und erreichte durch seinen Einsatz, dass weit reichende Planungen zur Vernetzung des Grünsystems mit der umgebenden Landschaft ausgebaut wurden. Ein wichtiges Vorhaben jener Zeit stellten neben dem Nordpark die Vorbereitungen zum Ausbau des Erfurter Zentralfriedhofes (Hauptfriedhof) dar.

Bromme legte nach Überarbeitung bereits vorliegender Entwürfe zur Gestaltung eines Stadtparkes südlich vom Bahnhof diese dem Magistrat erneut vor. Er erhielt den Auftrag, den nördlichen Teil der Anlage zu verwirklichen. „Der Park sollte eben, da er schon von den Bahnsteigen aus sichtbar ist, gleichsam die Visitenkarte Erfurts als der Stadt des Gartenbaus werden“, so der befürwortende OB. Er passte seine Planungen dem umfangreichen Baumbestand und den bereits rings um das Areal gepflanzten Baumalleen an. Dabei versuchte er, mit neuen Pflanzungen den Charakter so lange zu wahren, bis die neuen Gehölze größer geworden wären und eine neue Gestaltung bestimmten. So ließ er eine größere Wiesenfläche mit einer hainartigen Baumgruppe bepflanzen, um schon frühzeitig die Wirkung der alten Gartenpartie zu verfeinern. Vielfach verwendete Bromme immergrüne Gehölze. Besonders bekannt ist seine Gestaltung des Stadtparkaufgangs mit Rhododendren, Azaleen und Koniferen. Den gestalterischen Höhepunkt bildet die jugendstilbeeinflußte Treppenanlage mit integriertem Brunnen und Wasserspielen, die nach Brommes Angaben vom städtischen Bauamt verwirklicht wurden. Für die gesamte Parkanlage wählte Bromme eine Wegeführung, die sich den landschaftlichen Gegebenheiten anpasst. Die Kosten für den von Bromme geplanten Park betrugen ursprünglich 95 400 Mark und konnten mit 155 000 Mark abgeschlossen werden.

Bromme konkretisierte auch die von Linne angeschobene Planung zu einem Volkspark im Norden der Stadt. Doch konnte dies vor dem 1. Weltkrieg und während desselben nicht durchgeführt werden. Bromme übernahm 1912 die Leitung des Gartenamtes der Stadt Frankfurt am Main.

Wirken in Erfurt

Zentralfriedhof (heute Hauptfriedhof), Entwurf / Denkschrift 1907
Stadtpark (Umgestaltung der Wallanlagen „Hohe Batterie“ oder „Daberstedter Schanze“), Entwurf 1910 und Ausführung Nordhälfte, 1911
Volkspark im Norden (Nordpark), Entwurf, bis 1912

Straßenbenennung

Max-Bromme -Straße in Marbach (Erfurt), April 2016
Vergabe gemeinsam mit der Hermann-Braband-Straße, ebda.
Von der Braband-Straße gelangt man bald zur Otto-Linne-Straße, so dass die benannten Straßen symbolhaft wie das Wirken der drei Gartenplaner während ihrer Erfurter Zeit miteinander verbunden sind. Die Brabant-Straße zweigt zum Ende der Bromme-Straße von dieser ab (Braband folgte Bromme im Amt des Gartendirektors nach) und die Braband-Straße ist wesentlich länger als die Bromme-Straße (Braband wirkte 21, Bromme vier Jahre in Erfurt).

Quelle

Baumann, Martin und Raßloff, Steffen (Hg.): Blumenstadt Erfurt, 2011

Letzte Aktualisierung ( 01. 11. 2016 )
 
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