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20. 09. 2017
Agavenblüte 2017 im Gewerbepark Zittauer Straße in Erfurt-Gispersleben PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Detlef Tonn   
09. 08. 2017
phot. D. Tonn 08.08.2017

Seit Ende Juni 2017 überrascht der Gewerbepark mit einem äußerst seltenen Naturschauspiel, das man hier eher nicht erwarten würde, der Blüte einer Agave (Agave americana).

Agavenblüte
Habitus, von Haus 6 aus gesehen
Agavenblüte
Habitus, von Zufahrtsstraße aus gesehen. Leichte Krümmung

Zu finden ist die botanische Besonderheit derzeit noch über die Zittauer Straße, die unmittelbar nach Überqueren des Mühlgrabens durch das Eingangstor in das gepflegte Gelände des Gewerbeparks mündet. Geradezu, nach nur etwa 50 Metern erhebt sich auf einer Rasenfläche neben Haus 6 hinter einer kleinen Hecke der etwa 6 Meter hohe majestätische Blütenstand unserer Agave. Er hat sich seit April aus der Kübelpflanze herausgebildet und wird nun durch mehrere gelb leuchtende Blütentrauben aus insgesamt bestimmt 5.000 Einzelblüten gekrönt. Der Höhepunkt der Blüte ist jetzt, Anfang August, erreicht. Die Blüte wird nach etwa vier Wochen zu Ende gehen. Der leicht gebogene Blütenstand ist durch Bodenseile gesichert. Leider brach bereits ein Blütentrieb (unter der Last seiner Blüten?), der nur noch herunterhängt.

Agavenblüte
Blütenstand-Spitze aus etwa 5.000 gelbgrünlichen Einzelblüten

Die Agave hat ihre natürliche Heimat in den Wüsten in Mexico, den Südstaaten der USA, Mittelamerika, der Karibik bis in den Norden Südamerikas. Sie ist also auf Hitze, äquatoriale Sonneneinstrahlung, Trockenheit und Dürre eingestellt, kommt längere Zeit dank ihrer Speicherorgane auch ohne Wasser aus. Mit Blühhöhen von bis zu 9 Metern ist die Amerikanische Agave eine der grössten unter den etwa 200 Agaven-Arten.

Die Agave americana, gelangte bereits im 16. Jahrhundert nach Europa. Bis zur Blüte können Jahrzehnte vergehen, 50 Jahre sind nicht selten und sind auch in jüngster Zeit  häufig belegt. In Deutschland gelang die Blüte 1626 in Ansbach zum ersten Mal. Als Kostbarkeit wurden Agaven zunächst in der Barockzeit an höfischen, in unsere Zeit an botanischen aber auch einigen privaten Gärten, kultiviert. Im milden mediterranen Klima rund um das Mittelmeer hat sich die Agave als Wildpflanze längst eingebürgert.
Wegen ihrer Besonderheit, der sich meist erst nach vielen Jahren einstellenden Blüte, hat sich aus dem englischen Sprachraum auch der Beiname Century plant, „Jahrhundertpflanze“, für die Agave allgemein eingebürgert.

Die Blüte bedeutet für die meisten Agaven den Höhe- und Endpunkt ihres langen Pflanzenlebens. Abgesehen von Ausnahme-Arten, stirbt die Pflanze direkt nach der Blüte ab. So wird es auch mit unserer Agave bestellt sein. Der hohe Schaft und die mehrtausendfache Blütenpracht erfordern die gesamten Kraftreserven der Pflanze. Sie werden aus der grundständigen Blattrosette gezogen, der man den Einsatz deutlich ansehen kann, sie vergeht.
Das Absterben der Rosette bedeutet aber nicht unbedingt den pflanzlichen Endpunkt. Es bilden sich Seitensprosse oder zwiebelgroße Brutsprossen (Brutorgan der vegetativen Vermehrung) im Blütenstand. Die nach etwa zwei Monaten entstehenden „Eier“ können in die Erde gepflanzt werden.

Agavenblüte
Blütenkörbchen
Letzte Aktualisierung ( 09. 08. 2017 )
 
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