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17. 10. 2017
Geschichte Erfurts PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Klaus Fischer   
26. 06. 2006
Beitragsinhalt
Überblick
100000 v.Chr. - 740
741 - 1000
1001 - 1200
1201 - 1300
1301 - 1400
1401 - 1500
1501 - 1600
1601 - 1700
1701 - 1800
1801 - 1850
1851 - 1900
1901 - 1950
1951 - 2000
2001 - 2050
Dank, Quellen
Einleitender Überblick

Erphesfurt, Erffert, Erfordia ... ERFURT
(Die Furt durch den Fluß Erph, Erphesa, Erpha, heute Gera.)

 

Erfurt in Schedels Chronik von 1493
„ ... qui dicitur Erphesfurt qui fuit iam olim urbspagano paganorum rusticorum ...“

schrieb der Missionar Bonifatius im Jahr 742 an den Papst Zacharias II., als er bei seinem Besuch „eine gewachsene und sicher bedeutende Siedlung“ im Thüringer Becken, im Bogen des Flusses Gera vorfand. Er bezeichnete Erphesfurt als einen seit langem bestehenden, volkreichen, befestigten Ort von überregionaler Bedeutung, wohl einer Burg und einer dazugehörigen Siedlung.
Ob die damaligen Bewohner mit der Mission des Bonifatius einverstanden waren ist nicht überliefert, er war aber erfolgreich.

Vor mehr als 450 Jahren hat sich der Reformator und Kenner der Stadt, Martin Luther zu folgendem Ausspruch hinreissen lassen:

„Erfurt steht am besten Orte, ist eine Schmalzgrube. Da müßte eine Stadt stehen, wenn sie gleich wegbrennete.“

Das mit der Schmalzgrube ist Ansichts- und nicht zuletzt Geschmackssache und trotz mehrerer Brände konnte die Stadt und ihre Bürger über viele Jahrhunderte große Persönlichkeiten der Zeitgeschichte in ihren Bann ziehen und hat an vielen Kapiteln der Geschichte nicht unwesentlich mitgeschrieben.

Neben Kaiser Friedrich Barbarossa, Karl dem Großen, dem Schwedenkönig Gustav Adolf, Martin Luther, Thomas Müntzer, dem Kaiser der Franzosen Napoleon und dem Zar Alexander I., weilten auch Rechenmeister Adam Ries, Goethe, Schiller, Humboldt, Herder und Wieland in den Mauern der ehrwürdigen Stadt und hinterließen ihre Spuren.

Auch der Volksnarr Till Eulenspiegel ließ die Professoren der ehrwürdigen Universität in seinen Narrenspiegel blicken und sie sahen darin nicht sehr gut aus.

Die geschlossene Baukultur vom Mittelalter bis in die Gegenwart wurde von der UNESCO als Flächendenkmal ausgewiesen.

Schon weit vor der ersten urkundlichen Erwähnung von „Erphesfurt“ im Brief des Missionars Bonifatius an den Papst Zacharias II. im Jahr 742 war die fruchtbare Mulde im Süden des Thüringer Beckens besiedelt.
Älteste archäologische Funde menschlicher Spuren stammen aus der Altsteinzeit um 100000 v.Chr.
Erfurt gehört nicht zu den ältesten deutschen Städten, aber als am Limes römische Legionäre patroullierten und in Trier römische Kaiser residierten, standen am Flüsschen Gera Hütten von Bauern und Fischern.
Die „Thoringi“ (Thüringer) wurden schon um 380 n.Chr. vom römischen Geschichtsschreiber Flavius Vegetius Renatus erwähnt und waren im Jahr 451 mächtigstes germanisches Reich außerhalb Roms.

So richtig politisch unabhängig war Erfurt nie. Schon 531 eroberten die Franken gemeinsam mit den Sachsen das Thüringer Königreich und König Hermenfred mußte abdanken.
Der König der Franken und Römische Kaiser, Karl der Große, ernannte Erfurt im Jahre 805 zu einem Handelsplatz an der Ostgrenze des Reiches zu den Sachsen.
Erfurt war Königspfalz. Die über 800 Jahre währende Kurmainzische Herrschaft wird durch die Schweden im Dreißigjährigen Krieg unterbrochen, danach jedoch weiter fortgesetzt.

1802 begann die Herrschaft der Preussen, die Napoleon mit der Eingliederung der Stadt in den französischen Staat beendet, aber die Preussen kamen wieder und blieben erst einmal einige Jahre.

Mit der Gründung der Weimarer Republik wurde Erfurt Landeshauptstadt von Thüringen, was durch die Machtergreifung der Nazionalsozialisten 1933 beendet wurde.
1945 durch amerikanische alliierte Truppen befreit, ging Thüringen nach Gebietstausch mit einem Teil von Berlin in die Besatzungsmacht der UdSSR über.
1949 wird Thüringen Bestandteil der Deutschen Demokratischen Republik und Erfurt wird wieder für kurze Zeit Landeshauptstadt. Thüringen war 40 Jahre in drei Bezirke aufgeteilt (Erfurt, Gera und Suhl) und Erfurt wurde Bezirksstadt des gleichnamigen Bezirkes.

Mit dem Anschluß an die Bundesrepublik Deutschland 1990 und der Neugründung Thüringens begann das vorläufig letzte Kapitel Erfurts als Landeshauptstadt des Freistaates.



Letzte Aktualisierung ( 30. 10. 2014 )
 
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