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19. 09. 2017
Geschichte Erfurts PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Klaus Fischer   
26. 06. 2006
Beitragsinhalt
Überblick
100000 v.Chr. - 740
741 - 1000
1001 - 1200
1201 - 1300
1301 - 1400
1401 - 1500
1501 - 1600
1601 - 1700
1701 - 1800
1801 - 1850
1851 - 1900
1901 - 1950
1951 - 2000
2001 - 2050
Dank, Quellen
1301 - 1400

1304

(16.März) König Albrecht I. bestätigt der Stadt Erfurt alle, besonders aber die von König Rudolf erteilten Privilegien und Rechte.

1304/1306

Bildung des Thüringer Dreistädtebundes von Erfurt, Mühlhausen und Nordhausen. Die gegenseitige Städtehilfe erweist sich für fast 180 Jahre beim Schutz der Handelsstraßen und des Landfriedens, bei der Sicherung und Erweiterung der Selbstverwaltung und Autonomie überaus wirksam.
1469 wird der Vertrag zum letzten Mal für 12 Jahre verlängert.

1306

Am Beginn des 14. Jahrhunderts nimmt die bedeutende Handelsstadt eine Aufzeichnung des Gewohnheitsrechts der Bürgerschaft in der Form einer „Willkür“, einer eigenständigen Rechtssatzung des Rates vor, für die keine Bestätigung des Stadtherren mehr eingeholt wird. Ihre 42 Statuten betreffen das Privatrecht. Sie stellen Treue und Gehorsam gegenüber dem Rat in den Mittelpunkt der bürgerlichen Pflichten.

1306 Rechtssatzung

1308

Erste urkundliche Erwähnung einer Kirche in Möbisburg. In der 1. Hälfte des 14. Jahrhunderts Bau der Dionysiuskirche unter Einbeziehung älterer Teile.
1699 bis 1701 Umbau des Kirchengebäudes und barocke Ausstattung.
1800 wird der Oberteil des mittelalterlichen Turmes in Stein ausgeführt.
1964 Innenerneuerung.

1309

Die Gegensätze zwischen dem Landgrafen Friedrich I. und dem Thüringer Dreistädtebund erfahren eine immer schärfere Zuspitzung. Friedrichs Streitmacht greift Erfurt an und steckt Gärten und Häuser außerhalb der Stadt, im Brühl, in Brand. Die Stadt wird mehrere Wochen belagert.

1309

(2.Februar) König Heinrich VII. bestätigt die Privilegien der Stadt Erfurt.

1309

(18.Juli) König Heinrich VII. nimmt die Stadt Erfurt, weil sie sich mit ihm gegen den Landgrafen Friedrich verbündet hat, in seinen besonderen Schutz und bestätigt ihr alle Rechte und Privilegien.

1310

Die Gemeinde beseitigt die Vorherrschaft der Patrizier.Die Bürgerschaft-Gemeinde erhält 10 Ratssitze; außerdem entsendet sie vierjährig zu wählende "Vierherren". Die Vierherren werden direkt von der Gemeinde gewählt, drei von den Stadtvierteln und einer von den Zünften

1311

Die Serviten (Marienknechte) lassen sich als vierter Bettelorden in Erfurt nieder und beziehen ein Kloster in der Krämpfervorstadt.

14. und 15. Jh.

Mit ca. 18.000 bis 20.000 Einwohnern entwickelt sich die Stadt in diesen Jahrhunderten zu einer Stadt im Range einer mittelalterlichen Großstadt. Sie erreicht damit den Gipfel ihrer wirtschaftlichen, politischen und geistig-kulturellen Entwicklung im Mittelalter.

14. Jh. Geschirr

1315

(31.Juli) Der Rat zu Erfurt beurkundet die Verpfändung der minderen Grafschaft an der Gera durch Markgraf Friedrich I. von Meißen, Landgrafen von Thüringen, an die Stadt Erfurt.

1315

Erste Erwähnung der Nikolauskirche in Schmira.
1813 Zerstörung der Kirche durch Kriegseinwirkungen.
1842 Neubau unter Einbeziehung von Bauteilen des Vorgängerbaues.
1868 Neubau des Turmes.
1980 bis 1984 Innenerneuerung.

1315/1316

In der Stadt herrscht eine große Hungersnot, an der Tausende Einwohner sterben.

1325

1325 KraemerbrueckeNeubau der 1117 erstmals erwähnten Krämerbrücke aus Stein. Die hölzerne, die sich an ihrer Stelle befunden hat, ist mehrere Male abgebrannt.
Krämerbrücke
Krämerbrücke Straße

1326

(12.Januar) Ludolf von Allerstedt verkauft Schloss und Stadt Neumark an die Stadt Erfurt.

1327

(7.Januar) Friedrich II., Landgraf von Thüringen, nimmt die Stadt Erfurt in seinen Schutz und bestätigt ihr die Privilegien.

1330

Entsprechend seiner Bedeutung wird unter den thüringischen Städten Erfurt durch Kaiser Ludwig IV. besonders umworben.

1330

(25.Februar) Der Kaiser bestätigt der Stadt alle Rechte und Privilegien.

1330

(12.April) Ludwig, römischer Kaiser, schreibt den Städten Erfurt, Mühlhausen und Nordhausen, dass er seinem Schwiegersohn, dem Landgrafen Friedrich II. von Thüringen, alle in Thüringen, Meißen und dem Osterland befindlichen Juden auf Lebenszeit geschenkt habe und verbietet den genannten Städten, ihm bei der Einziehung der betreffenden Judensteuer hinderlich zu sein.

1330

(4.Mai) Papst Johannes XXII. fordert den Rat und die Bürger von Erfurt zum Gehorsam gegen den Mainzer Erzbischof Heinrich von Virneburg auf.

1331

(24.Dezember) Kaiser Ludwig IV. erneuert das Messeprivileg der Stadt. Erfurt entwickelt sich zu einer bedeutenden deutschen Gewerbe-, Markt- und Fernhandelsstadt von europäischer Geltung.

14. Jh. Glockendeckel

1335

Erstürmung des Mainzer Hofes durch aufgebrachte Bürger. Der Provisor des Hofes, Hermann von Bibra, der die mainzischen Rechte in Erfurt kraftvoll vertritt, wird in Haft genommen.
Mainzer Hof

1337

Ludwig der Bayer, römischer Kaiser, bestätigt die Freiheiten der Stadt, besonders das Privileg, daß die Bürger nicht vor auswärtige Gerichte gezogen werden sollen.

1342

Ludwig der Bayer bestätigt den Ratsmeistern, dem Rat und der gesamten Bürgerschaft das Recht der freien Bürgeraufnahme.

1342-1346

Erfurt stellt sich im thüringischen Grafenkrieg an die Seite der Landgrafen. Ein Heer von Erfurter Bürgern plündert und brennt 1345 Rudolstadt samt Rathaus nieder. Für die Stadt haben Verlauf und Ergebnis eine Vergrößerung ihres Territoriums zur Folge. Als Lohn für die Hilfe übergibt der Landgraf der Stadt die Dörfer Zimmern (1345) und Großbrembach (1348). Andere Erwerbungen wie die von Udestedt, Nottleben und Werningshausen erfolgen durch Ankauf. Die Schlösser Tonndorf und Mühlburg werden 1346 erworben. Die aus 15 Dörfern bestehende „Grafschaft“ Vieselbach kauft der Rat 1343 dem Grafen von Gleichen endgültig ab.
1348/1350 erwirbt er noch die burggräflichkirchbergische Herrschaft Kapellendorf.

1348

Karl IV., römischer König, bestätigt auf Bitten des Rates die Urkunde über den Verkauf der „Grafschaft“ Vieselbach durch Graf Hermann von Gleichen an die Stadt Erfurt und über die Belehnung der Stadt mit der genannten Grafschaft durch den Landgrafen Friedrich II.

1348

Der Platz vor dem Rathaus wird gepflastert.

1349/50

Innerstädtische Auseinandersetzungen um die Ratsherrschaft und Judenverfolgungen erschüttern erneut das städtische Leben. Der Rat schafft mit dem Erfurter Zuchtbrief ein zeitgemäßes Stadtrecht.

Um 1350

Beginnend mit der Anlegung eines künstlichen Wallgrabens wird eine zweite Stadtumwallung errichtet, deren Bau im Wesentlichen um 1480 abgeschlossen ist und die entstandenen Vorstädte mit einbezieht. Der Verlauf der weiteren Stadtbefestigung ist identisch mit dem Verlauf des heutigen Flutgrabens, der zunächst als Wallgraben dient und in den neunziger Jahren des 19. Jahrhunderts zwecks Bannung der Hochwassergefahr zu einem Umluftkanal ausgebaut wird.
Stadtbefestigung

1350/1351

Der "Schwarze Tod", die Pest wütet in der Stadt.Über 12.000 Bürger sterben an der Seuche. Im Laufe des 14.Jh. suchen auch in den Jahren 1382 und 1393/94 Seuchen Erfurt heim und fordern viele Menschenleben.

1351

Im“ Erfurter Zuchtbrief“ wird für den Waidhandel der Marktzwang bekräftigt. Verkäufer und Käufer dürfen in Erfurt nur auf dem Waidmarkt, dem Anger, mit Waid handeln. Der Handel auf dem Erfurter Waidmarkt findet wöchentlich vom Trinitatistag (Sonntag nach Pfingsten) bis zum Michaelistag (29.September) statt. Er wird mit einem Schlag an die Waidglocke eröffnet.

1352

König Karl IV. belehnt die Stadt mit Burg und Dorf Kapellendorf. Mit dieser Übertragung als Reichslehen verfügt die Stadt über reichsunmittelbaren Besitz. Damit erhält Erfurt das Recht, eigene Münzen zu prägen und an Reichstagen teilzunehmen. Das Münzbild zeigt das sechsspeichige Mainzer Rad vor dem Kapellendorfer Wappen.

1356

In der 1356 von Kaiser Karl IV. verkündeten „Goldenen Bulle“, einem die Königswahl regelnden Reichsgrundgesetz, wird Erfurt zusammen mit den Städten Mühlhausen, Nürnberg, Rothenburg und Windsheim in der Gruppe der Städte genannt, die dem Herzog von Sachsen und dem Markgrafen von Brandenburg das Geleit geben sollen, und somit als Stadt des Reiches behandelt.

1371

Johann von Luxemburg, Erzbischof von Mainz, bestätigt die Stiftung des Kartäuserklosters.
1372 bis 1375 Bau der Klostergebäude und der Kirche auf der Wolfsweide, einem Platz in der Löbervorstadt.
1431 wird das Kloster in die Stadtumwallung einbezogen.
1803 Säkularisation.
1805 Einrichtung einer Baumwollfabrik im Klostergebäude.
1811 geht die Kartause als Erbbestand auf den Fabrikanten Rothstein über.

1375

Im Streit zwischen Adolf von Nassau und dem Wettiner Ludwig, dem Bruder Landgraf Friedrichs III. des Strengen, um den Mainzer Erzstuhl nimmt Erfurt für ersteren Partei. Es wird mit dem päpstlichen Interdikt und der kaiserlichen Acht belegt. Landgräfliche und böhmische Truppen verheeren das Umland fürchterlich, können aber trotz siebenwöchiger Belagerung die Stadt nicht einnehmen. Kaiser Karl IV. kommt schließlich selbst vor Erfurt und vermittelt den Frieden. Die Acht über Erfurt wird aber erst 1382 aufgehoben.

1379

14. Jh. Siegel(16.September) Gründungsurkunde des Papstes Clemens VIII. für die Universität Erfurt. Er gibt dem Rat und der Bürgerschaft das Recht, eine Universität (studium generale) zu gründen, in der neben der Theologie auch Grammatik, Logik und Philosophie, kanonisches und bürgerliches Recht sowie Medizin gelehrt werden sollen. Papst Urban VI. wiederholt am 4.Mai 1389 die Gründungsurkunde der fünftältesten Universität des Reiches.

1380

Im Zusammenhang mit einer Erbeinigung wird auf Drängen der Wettiner und des Papstes durch den römischen König Wenzel über Erfurt die Acht ausgesprochen. Während der kriegerischen Auseinandersetzungen wird Erfurt belagert. Das Hauptquartier der Belagerer wird im Cyriakskloster aufgeschlagen. Trotz königlicher Unterstützung kann die gut befestigte Stadt nicht eingenommen werden.
1382 hebt König Wenzel Acht und Aberacht über Erfurt auf.

1385

Adolf von Nassau, Erzbischof von Mainz, erteilt die Genehmigung zur Verlegung des Martinshospitals vom Fischmarkt und von den Langen Stegen in die Vorstadt nahe dem Krämpfertor. Stattdessen wird an den Langen Stegen die Kirche Martini intra errichtet.

1385

Bau der Temnitz, des Ratsgefängnisses, an der Südostecke eines am östlichen Teil des Fischmarktes gelegenen (damals zur Marktstraße gehörigen) Rathausanbaus von 1364.

1388

Gleichzeitig mit dem Bau des Hospitals in der Nähe des Krämpfertores wird die Hospitalkapelle „Zum Heiligen Geist“ (Hospitalkirche) erbaut. Nach der Errichtung des Duderstädtischen Hospitals 1410 wird das Martinshospital das „Große Hospital“ genannt.
1535/47 schließt das „Große Herrenhaus“ (heute Museum für Volkskunde) den Hospitalkomplex nach Norden ab.

1389

Durch den Rat der Stadt wird eine erste Hospital- und Armenordnung erlassen.

1392

1392 Collegium Maius Uni(Woche nach dem 28.April) Aufgrund der Stiftungsurkunde des Papstes Urban VI. vom 4. Mai 1389 wird in Erfurt ein studium generale privilegiatum, eine Universität, als fünfälteste Hochschule des Reiches eröffnet. Von Anbeginn bestehen alle vier erlaubten Fakultäten: theologische, juristische, medizinische und Artistenfakultät.

1395

Um dieses Jahr entstehen erste Universitätsstatuten. Sie regeln die Wahl und die Rechte des Rektors, die Consilien, die Universitätsämter, die Ordnung der Fakultäten, die Strafen und das Verhalten der Studenten. Die Statuten werden 1412 überarbeitet und 1447 werden neue Statuten erlassen.



Letzte Aktualisierung ( 30. 10. 2014 )
 
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