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26. 05. 2017
Geschichte Erfurts PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Klaus Fischer   
26. 06. 2006
Beitragsinhalt
Überblick
100000 v.Chr. - 740
741 - 1000
1001 - 1200
1201 - 1300
1301 - 1400
1401 - 1500
1501 - 1600
1601 - 1700
1701 - 1800
1801 - 1850
1851 - 1900
1901 - 1950
1951 - 2000
2001 - 2050
Dank, Quellen
1401 - 1500

Um 1400


1716 Sibyllentuermchen

Das Sybillentürmchen, eine mittelalterliche Betsäule wird am Fuße des Cyriaksberges errichtet. Zwei Inschriften, je eine in Latein und in Deutsch, weisen auf die Wiederherstellung im Jahre 1716 hin. Die Reliefs stellen Christus am Ölberg, die Judaskussszene, die Kreuzigungsgruppe mit Maria und Johannes sowie Maria mit dem Leichnam Christi zwischen Johannes und Nikodemus dar.

Sybillentuermchen Aufnahme 2007

1406

In Erfurt wütet wieder die Pest. Weitere Pestepedemien suchen Erfurt 1438/39, 1452/52, 1462-1464 und 1482-1484 heim.

1409

Stiftung des „Kleinen Hospitals“ durch Conrad von Duderstadt und Siegfried von Leubingen.
1410 Beginn mit dem Bau der Gebäude und der Marienkapelle in der Hospitalgasse.

1412

Amplonius Rating von Bercka (Rheinberg am Niederrhein), Doktor der Medizin, 1394/95 zweiter Rektor der Universität, stiftet das nach ihm benannte Universitätskollegium mit der Amplonianischen Bibliothek, einer Handschriftensammlung auch zahlreiche später erworbene Inkunabeln und andere Drucke. Die Bibliothek überliefert in einiger Vollständigkeit das literarische Rüstzeug eines Gelehrten des 14. Jahrhunderts.
1423 bestätigt Amplonius seine Stiftung.
1433 erlässt er Statuten für das von ihm gestiftete Kolleg.

1416

(10.November) Die Domtürme brennen aus.

1418

Erfurt erwirbt den Marktflecken Sömmerda und fördert dessen Weiterenwicklung zu einer kleinen Stadt.

1418

Der Breslauer Domherr Nikolaus von Gleiwitz stiftet für arme Erfurter Studenten der Diozöse Breslau die Armenbursa (bursa pauperum) am Kreuzsand.

1418

Zum Sommersemester 1418 wird an der Universitär Erfurt ein Johannes de Altavilla – damit ist Eltville im Rheingau gemeint – eingeschrieben. Nach Ansicht einiger Wissenschaftler verbirgt sich dahinter der spätere Erfinder der Buchdruckerkunst Johannes Gutenberg. Ein Johannes de Altavilla wird auch zum Wintersemester 1419/1429 eingeschrieben.

1428

Hartung Cammermeister (Anfang 15. Jahrhundert-1476), Erfurter Politiker, Chronist und Wohltäter der Universität, wird sächsischer Geleitsmann in Erfurt und ist ab 1435 auch Inhaber des Geleitsamtes in Buttelstedt. Er entwirft die für das thüringische Geleitsrecht überaus wichtige sächsische Geleitstafel. Im Jahre 1442 legt er seine Ämter nieder und tritt in den Erfurter Stadtrat ein, dem er 1447, 1452, 1456, 1461 und 1465 in der einflussreichen Stellung eines Oberratsmeisters angehört. Die Abfassung der Erfurter „Regimentsordnung“ von 1452 und die Erweiterung des Befestigungsringes erfolgen unter seiner Amtsführung.

1430

Beitritt Erfurts zum Goslarer Bund von Hansestädten. Der Thüringer Städtebund gehört als südlichste Städtegruppe lose dem großen Städtebund der Deutschen Hanse an, und stellt den Höhepunkt der politischen Beziehungen der Stadt zur Hanse dar.

1440

Der Eintritt Dietrichs I. Schenken von Erbach ist der letzte Eintritt eines Mainzer Erzbischofs in Erfurt vor dem Eintritt Philipps von Schönborn nach der Unterwerfung der Stadt im Jahre 1664.

1444

Die Stadt erwirbt den an den Rathaushof angrenzenden Freydelschen Turm, dessen Untergeschoss das Gefängnis „Zum Paradies“ wird.

1447

Erfurt stellt sich im Sächsischen Bruderkrieg (1445-1447) auf die Seite des Kurfürsten Friedrich II. des Sanftmütigen gegen dessen Bruder Herzog Wilhelm. Die Arbeiten an der Stadtbefestigung werden deshalb verstärkt.

1448

Der Kanoniker am Marienstift Heinrich Gerbstedt stiftet im Brühl das Collegium Marianum für sieben, später neun Kollegiaten, von denen die meisten die Rechte studieren. Auf dem Grundstück liegt auch die Juristenschule, die Heinrich Gerbstedt im selben Jahre hierher verlegt.

1450

Erfurt stellt sich in der schwarzburgischen Fehde halbherzig auf die Seite Kurfürst Friedrichs II. von Sachsen. Die Beteiligung an den Auseinandersetzungen richtet im Erfurter Landgebiet großen Schaden an und verursacht große Kosten. Die Fehde geht in das Vorgehen gegen die drei Brüder Vitzthum über, deren Wachsenburg die Erfurter am 10. Dezember 1451 einnehmen.

1451

Der größte Philosoph des Spätmittelalters Nikolaus von Kues (1410-1464), Bischof von Brixen und Kardinal, kommt am 29. Juni nach Erfurt und hält sich bis in den Juli hinein bei den Benediktinern auf dem Petersberg auf. Er predigt vor großen Menschenmengen sowohl auf dem Petersberg als auch an den Domkavaten, verkündet Ablässe und visitiert Erfurter Klöster.

1452

(August und September) Johannes de Capestrano hält sich zu Predigten, die großen Zulauf finden, in Erfurt auf.

1453/1454

Im Rahmen verschärfter innerstädtischer Gegensätze wird die soziale Missstimmung erneut absichtlich gegen die Juden gelenkt. Zwar kommt es nicht zur Ausrottung der Judengemeinde wie 1349, aber sie müssen die Stadt verlassen. Der Mainzer Erzbischof Dietrich von Erbach erklärt 1458 seine Zustimmung zur Ausweisung

1456

Weihe der Martinikirche in Ilversgehofen. Sie wird im Dreißigjährigen Krieg zerstört.
1664 Wiederaufbau der Kirche.
1818 bis 1821 Neubau nach Kriegszerstörung von 1813.
1927 Renovierung der Kirche. Innenrenovierung in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts.

1460

Der Rat der Stadt stellt ein Gebäude an der Lehmannsbrücke zur Verfügung, in der für Studenten die Georgenburse (bursa divi Georgii) eingerichtet wird. Martin Luther ist als Student zumindest zeitweise Bewohner dieser Burse.

1460

Der Rat entsendet auf Bitte des Mainzer Erzbischofs Diether von Isenburg einen Trupp von Soldaten an den Rhein, der dem Erzbischof in einem Kampf gegen Pfalzgraf Friedrich I. beistehen soll. Die Erfurter nehmen an der vom Erzbischof verlorenen Schlacht bei Pfeddersheim teil.

1461 bis 1463

In der „Mainzer Stiftsfehde“ zwischen dem von Papst Pius II. abgesetzten Erzbischof Diether von Isenburg und dem neuernannten Mainzer Erzbischof Adolf von Nassau versucht der Erfurter Rat neutral zu bleiben und die erzbischöflichen Rechte in der Stadt nach Möglichkeit zu schwächen. Schließlich muss auch er sich Adolf unterwerfen.

1462 bis 1464

Ein besonders schlimmes Peststerben rafft viele Einwohner der Stadt dahin.

1463

Ältester nachweislicher Hinweis auf das Bürger-Schützen-Corps. Die Erfurter Schützen werden zum Schützenfest in die süddeutsche Stadt Nördlingen eingeladen.

1464

Henning Goede (um 1445-1521), deutscher Rechtsgelehrter, der „König“ unter den Juristen seiner Zeit, lässt sich an der Erfurter Universität immatrikulieren und erlangt 1474 die Würde eines Magister artium. Anschließend wendet er sich dem Studium der Rechte zu, gehört 1481 einer städtischen Gesandtschaft an, die in Rom die Erlaubnis zum Bau der Cyriaksburg einholt. Das Dekanat der Erfurter Artistenfakultät bekleidet er 1480/81.
1486 und 1489 ist er Rektor der Erfurter Universität. Er wird 1486 zum Doctor utriusque iuris promoviert und wird Kanoniker am Dom, wo er das Amt eines Scholasticus inne hat.

1464 bis 1470

Der bedeutendste der gotischen Altäre Erfurts, der Altar der Regler-Kirche, wird einer gut begründeten Ansicht nach in diesen Jahren geschaffen. Der Meister ist wohl ein vom Mittelrhein stammender Künstler.

1465-1467

1465 Kornhofspeicher Aufnahme 2007Bau des Kornhofspeichers in der Großen Ackerhofsgasse.

Um 1470

Das Erfurter Territorium erreicht 1470 mit ca. 100 Dörfern, Burgen und Vorwerken seine größte Ausdehnung. Mittelpunkt der stadtfernen Ämter sind die Burgen Vargula, Mühlberg, Vippach, Tonndorf und Kapellendorf sowie das Städtchen Sömmerda. Die Wappen von Kapellendorf, Vargula, Vippach und Vieselbach werden in das große Erfurter Stadtwappen übernommen.

1468 Groschen

1470

Älteste Inschrift an der Benignuskirche in Bischleben.
1650 Beseitigung der Schäden des Dreißigjährigen Krieges.
1699 Abschluss des mittelalterlichen Turmes mit barocker Haube.
1716 Neubau des Kirchenschiffes unter Einbeziehung älterer Bauteile.

1468 Muenzen

1472

Von den zahlreichen Stadtbränden wirkt der von 1472 am verheerendsten. Fast die Hälfte der Stadt wird in Asche gelegt. Als Hilfsmaßnahmen bewilligt Kaiser Friedrich III. 1473 den Trinitatismarkt.

1473

Erster nachweisbarer Druck eines Ablassbriefes mit beweglichen Lettern im Haus „Zum Güldenen Stern“ (auch:“Zum Roten Stern“ genannt), Allerheiligenstraße 11. Papst Sixtus IV. gewährt mit ihm jenen Ablass, der zum Wiederaufbau der bei dem Stadtbrand von 1472 zerstörten Kirchen beiträgt. Erfurt, älteste Druckerstadt im mitteldeutschen Raum, ist nach Nürnberg, Straßburg, Köln, Basel und Augsburg der wichtigste deutsche Druckort.

Seit 1475

Verstärkte Bestrebungen von Kurmainz und Kursachsen, Erfurt seiner weitgehenden Unabhängigkeit zu berauben.

1476

Jodocus Trutfetter (1460 bis 1519), bedeutender deutscher Spätscholastiker, „Fürst der Dialektiker“, bezieht die Universität Erfurt. Er wird 1484 zum Magister artium promoviert und wendet sich anschließend dem Studium der Theologie zu.
Von 1493 bis 1501 ist er Pfarrer zu St. Andreas und 1493/94 sowie 1499/1500 Dekan der artistischen Fakultät. Er wird 1501 zum Rektor der Universität gewählt und erlangt 1504 die theologische Doktorwürde. Trutfetter ist einer der hervorragendsten deutschen Repräsentanten der spätmittelalterlichen „via moderna“.

1480

Cyriaksburg Aufnahme 2007Bau der Cyriaksburg auf der strategisch wichtigen Höhe zum Schutze der Stadt. Das seit 1123 dort befindliche Kloster der Benediktinerinnen wird an die Andreaskirche verlegt.

1482/1484

Dürre- und Pestjahre in Erfurt

1483

Durch die erstarkenden Territorialgewalten wird die Stadt gezwungen, Verträge zu schließen, die ihre ökonomische und politische Stellung nachhaltig schwächen und beeinflussen.

1483

(6.April) Im Vertrag von Amorbach bestätigt der Mainzer Elekt Adalbert von Sachsen die Privilegien Erfurts, während dieses die Abhängigkeit von Mainz umfassend anerkennt. Im Vertrag von Weimar, den der Rat, ebenfalls 1483, mit Sachsen abschließt, begründen die Wettiner ihre Schutzherrschaft über Erfurt. An beide Landesfürsten muss die Stadt hohe Entschädigungssummen zahlen.

1484

Bartholomaeus Arnoldi von Usingen (1465 bis 1532), bedeutender deutscher Spätscholastiker, bezieht 1484 die Universität Erfurt und wird 1491 zum Magister artium promoviert. Er wird 1504 Dekan der artistischen Fakultät und gehört als Professor der Philosophie über dreißig Jahre lang dem Lehrkörper der Universität an. Durch seine zahlreichen wissenschaftlichen Werke erlangt er vor allem für die spätscholastische Logik eine besondere Bedeutung.

1484

Siegmund Thome von Stockheim (um 1455 bis 1527), Rektor des Jahres 1490 und ab 1501 Kanoniker am Marienstift, stiftet im Haus zur Steinecke (Horngasse 4) ein Universitätskrankenhaus.

1486

Conrad Mutianus Rufus (1470 bis 1526), führender deutscher Humanist, lässt sich an der Erfurter Universität immatrikulieren und wird 1492 zum Magister artium promoviert.
1498 erlangt er den Grad eines Doctor decretorum. Durch Spalatins Vermittlung tritt er 1503 die Nachfolge Marschalks als Führer der humanistischen Bewegung in Erfurt an und begründet den ersten Mutianischen Kreis. Als Vorkämpfer einer umfassenden Glaubenserneuerung macht er Erfurt zur Geburtsstätte eines neuzeitlichen deutschen Geisteslebens.

1486

Die Erfurter Schützengilde, der älteste bekannte Erfurter Verein, wird gegründet.

1488

(6.Januar) Eobanus Hessus, „König der Humanisten“, wird geboren . Hessus besucht 1504 die Universität Erfurt und wird 1507 Rektor der Stiftsschule St. Severi.
1509 wird er zum Magister artium promoviert. Schon dem ersten Mutianischen Humanistenkreis angehörend, nimmt er 1516 lebhaft Anteil am Reuchlinschen Streit und tritt 1516 als Nachfolger Mutians die Führung des Humanistenkreises an. In der Bohlenstube „Zur Engelsburg“ sammelt er führende Humanisten zu Streitgesprächen. Er verstirbt am 4. Oktober 1540 in Marburg.

1488

1515bis1557 Dunkelmännerbriefe(21.April) Ulrich von Hutten, konsequenter Vertreter des Humanismus und engagierter Kämpfer für die nationale Einheit wird geboren.
Seit 1499 im Kloster Fulda, wird er von den Fuldaer Benediktinern wahrscheinlich schon 1502 zum Studium nach Erfurt geschickt. Hier ist Crotus Rubianus sein Lehrer und hier freundet er sich mit Eobanus Hessus an. Auf Anregung von Crotus Rubianus verfasst Hutten 1515 den zweiten Teil der „Dunkelmännerbriefe“ („Epistolae obscurorum virorum“).

1497

Der kursächsische Schutzherr und der kurmainzische Stadtherr sind bestrebt, weitere, über die Verträge von Weimar und Amorbach hinausgehende Vorteile zu erlangen. Eine Vereinbarung zwischen dem Mainzer Erzbischof Berthold von Henneberg und der Stadt, die sogenannten Concordata Bertholdi, zeugen von den Erfolgen, die Kurmainz gegenüber der Selbstständigkeit der Stadt erreicht hat. Erstmals wird festgelegt, dass dem Erzbischof fortan als der „Stat Erffurt Erbherrn“ zu huldigen sei.

1493 Stadtchronik

1497

(7.Juli) Guß der "Großen Glocke", der "Gloriosa", der "Ruhmreichen", jenes weltbekannten Schatzes des Erfurter Doms durch den Glockengießermeister Gerhard van Wou aus Kampen. Es ist die siebente Glocke dieses Namens (frühere Güsse: 1251, 1307, 1363, 1423, 1477). Der Durchmesser beträgt 2,57 Meter, die Höhe 2,50 Meter mit Krone und das Gewicht beträgt rund 229 Zentner. Vier Wochen später gießt Gerhard van Wou den „Wolfram“-ebenfalls für den Dom-und die „Vincentia“ für die Severi-Kirche. „Wolfram“ wird 1680/1681 umgegossen.



Letzte Aktualisierung ( 30. 10. 2014 )
 
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