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20. 09. 2017
Klimaschutz und Arbeitsplätze PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Martin Schoder   
29. 06. 2008

 

Klimaschutz und Arbeitsplätze

 

Die Kreislaufwirtschaft und das absehbare Ende der Deponierung reduzieren nicht nur Klimagase, Schadstoffe oder Feinstaub. Sie hat auch noch Arbeitplätze geschaffen. Auf diesem Weg wollen wir weitergehen und die oberirdische Deponierung von Abfällen bis 2020 ganz beenden.

 

Wenn es auf der Deponie gärte und faulte, war das nicht nur die Nachbarn unangenehm. 1990 stiegen nach Berechnungen des Umweltbundesamtes 1,5 Mio. Tonnen Methan aus der unkontrollierten Vergärung des Restmülls in die Atmosphäre. Das war ein Drittel der gesamten Methan - Emissionen in Deutschland.

Die übrigen zwei Drittel verteilten sich auf die Landwirtschaft und die Förderung und Verteilung von Energieträgern, insbesondere Steinkohle und Erdgas. Methan beeinflusst dabei erheblich die Erderwärmung. Für das Klima ist eine Tonne Methan 21 - mal schädlicher als eine Tonne Kohlendioxid. 1,5 Mio. Tonnen Methan entsprechen daher etwa 30 Mio. Tonnen Kohlendioxid. Das ist so viel, wie 2,5 Mio. Bundesbürger erzeugen.

 

Im Übergang von der Abfallwirtschaft zur Kreislaufwirtschaft haben sich die Methan - Emissionen um zwei Drittel verringert: Ende 2004 betrugen die jährlichen Emissionen von Deponien nur noch 0,5 Mio. Tonnen.

Bis 2012 werden sie auf 100.000 Tonnen Methan sinken. Das ist dann nur noch ein Fünfzehntel des Wertes

von 1990. Die Väter des Erfolges sind die Biotonne, das Ende der Ablagerung nicht vorbehandelter Abfälle und die Sammlung und Verwertung von Deponiegas.

 

Kreislaufwirtschaft ist Klimaschutz

 

Im Rahmen des Kyoto - Protokolls hat sich die Bundesrepublik verpflichtet, die jährlichen Emissionen der Klimagase bis zum Jahr 2005 um 21% gegenüber 1990 zu verringern. Die Kreislaufwirtschaft leistet dazu einen wichtigen Beitrag. Durch verbesserte Deponien sind die Kohlendioxid - Emissionen um 21 Mio. Tonnen zurückgegangen. Zum Vergleich: Die gesamte deutsche Industrie und die Energiewirtschaft haben zwischen 1990 und 2003 rund 100 Mio. Tonnen eingespart.

 

Doch mit der heutigen Technik ist noch mehr zu erreichen: Trotz aller Getrenntsammlung besteht immer noch die Hälfte des Mülls in der Grauen Tonne aus nachwachsenden Rohstoffen wie Papier, Holz, Biomüll oder Leder. Diese Stoffe sollte man in Zukunft aussortieren. Wenn wir sie in Anlagen mit guter Energienutzung verbrennen, lassen sich dadurch fossile Brennstoffe wie Öl, Gas und Kohle einsparen. Die Kohlendioxid - Emissionen würde dies um mindestens 3,7 Mio. Tonnen senken. Es macht also mehr Sinn, diese Abfälle energetisch zu nutzen, als sie weiterhin in Deponien zu vergraben.

 

Nachhaltige Abfallwirtschaft schafft Arbeitsplätze

 

Wenn im Juni 2005 das Ende der Abfallwirtschaft eingeläutet wird, dann beginnt eine neue Epoche. Was früher direkt auf die Kippe gefahren wurde, wird heute behandelt, genutzt und zu einem Teil in modernen „eingebaut“. Moderne Deponien und Behandlungsanlagen brauchen mehr und besser ausgebildetes Personal als den einen Schrankenwärter, der früher am Eingang der Müllkippe stand. Die Kommunen haben sich in den vergangenen Jahren auf die Umsetzung der neuen Ablagerungsverordnung vorbereitet und dazu die Behandlungskapazitäten für Abfälle konsequent ausgebaut. Dadurch wurden 15.000 direkte und indirekte Dauerarbeitsplätze sowie rund 18.500 temporäre Arbeitplätze geschaffen. Das Wirtschaften in Kreisläufen schafft also konkret Beschäftigung.

 

Rund 20 Mrd. Euro wurden zwischen 1993 und 2005 mit Blick auf die Abfallablagerungsverordnung investiert. Die Zahl der Müllverbrennungsanlagen stieg von 49 im Jahr 1993 auf heute 72. Andere Städte und Landkreise haben sich für die mechanisch - biologische Restbehandlung entschieden. 1995 gab es lediglich 29 Anlagen mit sehr einfacher Technik und wenig anspruchsvoller Emissionskontrolle. Ende 2005 wird ihre Zahl auf 66 High-Tech-Anlagen gestiegen sein. Dazu kommen zahlreiche Sortieranlagen für Rest- und Wertstoffe sowie Kompostierungsanlagen und die vielen Deponien, die nachgerüstet und ausgebaut wurden.

 

2020 soll kein Hausmüll mehr auf die Deponie

 

 

Die Geschichte der Kreislaufwirtschaft erreicht am 1. Juni 2005 einen Meilenstein, aber sie endet nicht. Ihr Potenzial ist bei weitem nicht ausgeschöpft.

 

 

Bis spätestens 2020 sollen die Behandlungstechniken so weiterentwickelt und ausgebaut werden, dass alle Siedlungsabfälle in Deutschland umweltverträglich verwertet werden. Das ist das Ziel des Bundesumweltministeriums. Dann soll die oberirdische Deponierung von Abfällen ganz beendet werden.

Denn bereits heute haben die Ingenieure Müllverbrennungsanlagen und mechanisch - biologische Verfahren entwickelt, aus denen fast keine Reste zur Deponierung mehr übrig bleiben. Es sind noch einmal 15 Jahre bis dahin. Aber der Weg ist überschaubar.

 

Quelle:

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit

http://www.bmu.de/

 

 

 

 

Letzte Aktualisierung ( 03. 07. 2008 )
 
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