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17. 11. 2017
Alpentour im Ötztal PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Klaus Fischer   
22. 07. 2008
 

Tirol – Ötztal – Umhausen – Niederthai / Überfeld, ein „Alpentraum”
Ötztal Logo

 

Als Thüringer „Mittelgebirgler” bekommt man schon große Augen, wenn sich das Alpenpanorama vor einem abzeichnet und die Berge immer höher werden, um dann gänzlich in den Wolken zu verschwinden.

 

Zugspitze, Sonnenspitz, Marienbergspitze

Zugspitze, Sonnenspitz, Marienbergspitze

 

Die Alpen, als das höchste innereuropäische Gebirge, nehmen eine Fläche von ca. 200.000 km² ein.
Der Begriff Alpen bezeichnet einen hohen Berg und der höchste Vertreter unter ihnen ist der Mont Blanc mit stattlichen 4.811 m im französischen Teil der Alpen.
Der Prozeß der geologischen Auffaltung der Alpen begann vor ca. 135 Mill. Jahren in der Jura-, Kreidezeit und endete im Tertiär vor ca. 30-35. Mill. Jahren.
Seit dem Fund der gut erhaltenen Mumie des Jägers „Ötzi” im Jahre 1991, wissen wir etwas mehr über das Leben der Menschen in der Jungsteinzeit vor 6000 Jahren. Doch das hat uns nicht bewogen, Österreich und das Ötztal unter den 8 Alpenstaaten auszuwählen, sondern die guten Erfahrungen, Möglichkeiten und Konditionen und nicht zuletzt die Gastfreundschaft der Tiroler.
Gut ausgewählt war auch der Zeitpunkt zu Beginn der Saison, Ende Juni, denn der Alpenfrühling zeigte sich noch in voller Pracht. Blühende Bergwiesen und Wälder, erstes duftendes Heu auf den Heumandln und in den Scheunen, Almauftrieb von Kühen, Ziegen und Schafen und die Öffnung von Bergwiesen und Jausen.

Mit fast 70 km ist das Ötztal das längste Seitental des Inntals. Mehr als 300 Gipfel über 3.000 m Höhe, über 50 Wanderwege, saftige Bergwiesen, Bergbäche, Gletscher, Seen, Skigebiete und die netten Bewohner laden ein, die Natur zu genießen.

 

Inntal

Inntal

 Ötztaler Ache

Ötztaler Ache

 

Niederthai und sein Ortsteil Überfeld im Ötztal, oder besser gesagt in einem der vielen Seitentäler, dem Horlachtal gelegen und einziger Ort im Tal, ist idealer Ausgangspunkt für viele Aktivitäten zu jeder Jahreszeit. Er ist gut über die Bundesstraße 186 zu erreichen, die über Ötz weiter nach Sölden führt und am Timmelsjoch die Italienischen Alpen erreicht.
Von Umhausen führt eine Straße in steilen Kurven entlang des Stuibenfalles in das malerische Bergdorf auf 1.550 m Höhe mit seiner schönen Kirche, alten Bauernhöfen, einer Schmiede und dem wildromantischen Horlachbach, der dann als Stuibenfall fast 160 m in die Tiefe stürzt.

 

Niederthai

Barocke Kirche von Niederthai, 1698 dem hl. Antonius geweiht

 Niederthai

 

Nach Überfeld, auf einem Wiesenplateau gelegen, ging es dann noch einige Meter höher zum „ Haus Christine”.
Der erste Rundgang in und um Überfeld und der erste Rundblick auf die Bergmassive bestätigte unsere ersten Eindrücke - überwältigend.

 

  

 

Tour auf den Narrenkogel Die erste Tour führte uns bei herrlichem
Sonnenschein auf den Narrenkogel.

 

Der Berg macht seinem Namen alle Ehre. Entweder steigen nur Narren auf den Berg, oder der Berg narrt die Wanderer, die oft glauben, den Gipfel schon erreicht zu haben, aber immer wieder feststellen müssen, es folgt noch ein Steig und nach der nächsten Kuppe geht es noch weiter nach oben – 770 Höhenmeter können ganz schön lang werden. Angekommen auf 2309 m am Gipfelkreuz, begrüßten uns die Alpendohlen und der Blick zeigt, die umgebenden Gipfel sind noch höher.

 

  Panorama am Narrenkogel

Am Narrenkogel

 

Viel Zeit zum Verweilen blieb nicht, denn dunkle Regenwolken zogen auf. Abwärts haben wir es gerade noch zu einer Hütte auf einem Wiesenplateau geschafft und konnten uns unterstellen.

 

Gipfelkreuz Narrenkogel

Gipfelkreuz Narrenkogel

 Regenschauer
 

 

Zwei Stunden später am Fuß des Narrenkogels
in der Jausenstation Bichl
(1.778 m)
... bei Apfelstrudel, Kaffee und Bier
sah der Himmel und die Welt
schon wieder ganz anders aus.

 Jausenstation Bichl

 

Was tut man gegen Muskelkater ? Einfach wieder loslaufen. Und so führte uns unsere nächste Tour entlang des Horlachbaches durch das Tal mit seinen aufsteigenden, blühenden Wiesen am Larstighof und an der Horlachalm vorbei zur Guben – Schweinfurter Hütte auf 2034 m.

 

  

 

Bei einem Abstecher ins Zwieselbachtal
liessen sich neben blühenden Wiesen, Restschneefeldern auch 
zwei Murmeltiere sehen.
 Trollblumenfeld

 

Auf dem Rückweg konnten wir das Angebot von der Horlachalm nicht ausschlagen und kosteten frische Kuhmilch, Kaiserschmarrn, eine zünftige Hauswurst und ein durststillendes Bier.

 

zufriedene Kühe Ziegen u. Schafe

 

Auf dem rechten Berghang versperrte uns ein tiefer Erdrutsch den Hirtenweg und wir nahmen einen kleinen Umweg in Kauf, um oberhalb der Wiesen, nach der Begegnung mit einer zischenden Kreuzotter, wieder zurück nach Überfeld zu gelangen.

 

Erusionsspuren 

 

Um etwas zu entspannen und auch einmal die Luft auf 3000 m zu schnuppern, ging es per PKW entlang der Ötztaler Ache durchs Tal nach Sölden.
Der Wintersportort bietet auch im Sommer für Wanderer und Biker anspruchsvolle Strecken. Wir begnügten uns mit der Ansicht des Rettenbachgletschers auf 2800 m und einem Besuch in der kleinen Kapelle.

 

Wandererschlange am Rettenbachgletscher Kapelle am Rettenbachgletscher

 

Zurück in Sölden brachte uns die Seilbahn auf den 3056 m hohen Gaislachkogel mit seinem herrlichen 360° Blick auf die erhabenen Berge und Gletscher.
Für uns war das genügend Sölden. Die planierten und bebauten Berghänge mit unzähligen Seilbahnen erfreuen bestimmt die Skifreaks, sind aber nicht das was wir an und in der Natur mögen.

 

Gipfelkreuz Gaislachkogel

Gipfelkreuz Gaislachkogel

 Gipfel-Panorama vom Gaislachkogel

Gipfelpanorama vom Gaislachkogel

 

Die Tour zum Grasstallsee (auch Grastalsee genannt) sollte uns, mit 2533 m, auf den höchsten Punkt unserer Wandertouren bringen. Und die Strecke bot sowohl von der Natur, als auch vom Wetter her, sehr viel.
Vom Ausgangspunkt Überfeld über Niederthai ins Horlachbachtal und nach einem kleinen Umweg, auf Grund fehlender Schilder, ging es ostwärts durch einen herrlichen Bergwald ins ruhige und weitläufige Grastal. Wenn uns auch in den letzten Tagen immer jemand begegnet ist, ob Wanderer oder Waldarbeiter, hier im stetig ansteigenden Tal waren wir allein, bis auf ein par Schafe an einem steilen Hang.

 

  

 

  

 

Erst durch das grüne, blühende Tal, später stärker ansteigend in steiniges Gelände und das letzte Stück zum See über Steinplatten und Schneefelder. Der grüne See begrüßte uns in leichtem Wolkendunst und noch halb mit Eis bedeckt. Leider blieb uns nicht viel Zeit, die gewaltige Fels- und Gletscherkulisse zu genießen, denn hinter den Bergkämmen kündigte sich schon eine Gewitterfront an.

 

Bergsee Bergsee

 

Hatten wir eingangs Sonnenschein, so begleitete uns auf dem Rückweg Blitz, Donner, Hagel und Regen.
So hinterließen fast 16 km Strecke, 1.000 Höhenmeter und das wechselhafte Wetter leichte körperliche Spuren, aber wir waren nach neun Stunden um einige Erfahrungen und Eindrücke reicher.

Die folgenden Touren waren dann schon etwas sanfter und führten uns u.a. in den auf einer idyllischen Wiesenhochfläche gelegenen Ort Köfels (1403 m), der zur Gemeinde Umhausen gehört.

 

  Almwiese

 

Umhausen als älteste Siedlung des Ötztals und Hauptort der zweiten Talstufe liegt auf einem Wiesenkamm des Horlachbachs und ist Ausgangspunkt für viele Wanderungen und Freizeitaktivitäten.
Neben dem „ Ötzi – Dorf „, einem interaktiven, archäologischen Freizeitpark über das Leben der Menschen vor 6.000 Jahren, dem Stuibenfall, einem solargeheizten Freischwimmbad und Klettergarten bietet der schöne Ort im Sommer jede Menge Kulturangebote für die ganze Familie.
Sehenswert sind auch die älteste Kirche der Gegend mit Freskenfragmenten, die aus der Zeit um 1330 stammen und die vielen liebevoll erhaltenen Bürgerhäuser.

 

Umhausen, Gasthof Krone

Umhausen, Gasthof Krone, erbaut vor 1620 mit Fresko (Hochzeit von Kanaa) aus dieser Zeit, vieleckiger Erker mit spätbarocker Stube von 1684 (Standesamt)

 Umhausen, Pfarrhaus mit Wellengiebel und Wandmalereien

Umhausen, Pfarrhaus um 1765, barocke Fassadenmalereien und Wellengiebel

 

Umhausen, Ortsansicht mit Kirche St. Vitus

Umhausen, Ortsansicht mit Turmspitze von St. Vitus, erbaut 1220 u. älteste Pfarrkirche im Ötztal

 Umhausen, St. Vitus, Blick zum Hochaltar

Umhausen, gotische Pfarrkirche St. Vitus, Blick zum neugotischen Hochaltar

 

Der Stuibenfall ist ein Muß für den Ötztalbesucher. Stuiben bedeutet stäuben und die Wassermassen stäuben ganz gewaltig über die Felsterassen und Kaskaden des mit 159 m höchsten Wasserfalls in Tirol.
Aus dem Horlachtal kommend kann man unterhalb von Niederthai den Weg des Hörlachbaches über Stiegen, befestigte Wege und Aussichtsplattformen durch den Wald nach Umhausen verfolgen. Man kann natürlich die 550 Höhenmeter am Wasserfall auch umgekehrt bewältigen. Für geübte Kletterer befindet sich an der ersten Aussichtsplattform der Einstieg in einen Klettersteig.

 

Stuibenfall Stuibenfall

 

Stuibenfall Stuibenfall

 

Den Ausklang unserer Tage in den Alpen bildete wie zum Beginn ein Rundgang um Überfeld.
Beim Blick über den malerischen Ort auf 1600 m, die Alpenrosenflächen, Wiesen und die umgebenden Bergmassive bemerkten wir wieder einmal mit etwas Wehmut, wie schnell die Zeit vergangen ist und wieviel es hier noch zu erwandern und zu erleben gäbe.

 

Talbenene Ortsansicht mit Panorama

 

Dank unserer Wirtin Hildegard für ihre Hinweise und gute Betreuung.

 

 

Weitere Alpeneinblicke :

 

  Alpenrosen

 

Traumhafter Blick blühende Wiese

 

  bunte Wiesenblumen

 

gutmütiges Rindvieh Bergkröte

 

lila Blüten 

 

bäuerlich-selbstbewußter Sinnspruch Andachtskreuz am Weg

 

Schutzpatron? Bergesruh

 

Weitere Informationen unter :

Ötztal Tourismus
Umhausen – Niederthai
AT 6441 Umhausen
Tel.: +43 (0) 57200400
Fax. +43 (0) 57200401
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Ötztal Mitte


Haus Christine”
Überfeld 103
AT 6441 Niederthai
Tel.: +43 52555846

 

Quellen :

    • Henriette und Walter Klier: Bergwandern im Ötztal, Bergverlag Rother GmbH, München 2007
    • Wikipedia

 

Text :
Klaus Fischer

Fotos :
Bärbel und Klaus Fischer

 

 

Letzte Aktualisierung ( 24. 09. 2008 )
 
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