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23. 10. 2017
Naturpark Eichsfeld-Hainich-Werratal PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Klaus Fischer   
15. 08. 2007

( Uwe Müller )

Der Naturpark Eichsfeld - Hainich - Werratal vereint drei sehr unterschiedliche Landschaftsräume und besticht so durch eine besondere Vielfalt und den Reiz der Gegensätze. Als alte Grenzregion macht er heute von sich reden.

Im Nordwesten Thüringens, an der Landesgrenze zu Hessen, liegt der Naturpark Eichsfeld-Hainich-Werratal. Nachhaltig vom Verlauf der ehemaligen innerdeutschen Grenze geprägt, konnte sich in diesem Gebiet die Natur in vielen Bereichen weitgehend ungestört entwickeln. Dieses wertvolle Erbe zu erhalten, stand schon 1990 bei der einstweiligen Sicherstellung des Gebietes im Vordergrund. Heute umfasst der Naturpark etwa 87.000 ha Natur- und Kulturlandschaft zwischen Heilbad Heiligenstadt im Norden und Eisenach im Süden.

Das Eichsfeld - der Norden des Naturparks - ist durch die Hochplateaus des Muschelkalkberglandes mit tief eingeschnittenen Tälern geprägt. Burgruinen auf Anhöhen bieten eindrucksvolle Ausblicke bis zum Harz und Hohen Meißner.

Durch artenreiche Laubwälder sowie Acker- und Weideflächen erhält diese Kulturlandschaft einen sehr reizvollen, kleinräumig strukturierten Charakter. Im südöstlichen Teil erstreckt sich auf

160 km² Deutschlands größtes zusammenhängendes Laubwaldgebiet - der Hainich.

Etwa die Hälfte der Fläche wurde 1997 zum Nationalpark erklärt und liegt heute eingebettet im Naturpark.

Steile Hänge und stille Auenlandschaften bestimmen das Landschaftsbild des im Südwesten gelegenen Werratals.

 

Werratal bei Treffurt

 

Gut erhaltene Klöster, Kapellen, Kreuzwege und Bildstöcke, sowie regelmäßige Wallfahrten und Prozessionen bilden die Grundlage einer lebendigen kulturellen Identität.

Zahlreiche Burgruinen zeugen von einer langen Geschichte als Grenzland. Heute profitiert die Region ohne Zäune und Festungen von ihren Gästen und der Zusammenarbeit mit benachbarten Regionen. Zum typischen Gesicht der 106 Gemeinden des Naturparks trägt maßgeblich die traditionelle Fachwerkbauweise bei. Im Umfeld der Dörfer finden sich vielerorts noch alte Streuobstwiesen.

Neben der Einrichtung der Verwaltung im ehemaligen Bahnhof Fürstenhagen im Jahre 1992 wurde kontinuierlich am Aufbau eines Informations- und Besucherzentrums gearbeitet. 1996 konnte dann der ehemalige Wasserturm als erstes Informations- und Besucherzentrum des Naturparks eingeweiht werden. Seither erfreut er sich wachsender Beliebtheit. Gefolgt vom Infozentrum in Treffurt, welches in Kooperation mit der Touristinformation der Stadt betrieben wird, und einer Dauerausstellung in der Gottesackerkirche in Creuzburg, verfügt der Naturpark derzeit über drei Informationszentren.

In Geismar, Wahlhausen und Rimbach wurden Informationspavillons errichtet, die einerseits das Informationsangebot im Naturpark abrunden, aber andererseits auch der Besucherlenkung dienen. Weitere Pavillons sind im Werratal im Aufbau. Informationstafeln stellen einen weiteren Baustein des Besucherleitsystems im Naturpark dar.

Gut ausgeschilderte Wanderwege laden zu Halbtages-, Tages- oder Mehrtagestouren ein. Ehrenamtliche Naturführer bieten zu Flora, Fauna und Geschichte, aber auch zu Sagen und Mythen aus der Region Erlebniswanderungen an. Die Naturführer werden ebenfalls für individuelle Touren von Schulklassen und Wandergruppen eingesetzt. 2005 nahmen über 2.000 Besucher die Begleitung durch einen Naturparkführer in Anspruch.

 

Schnee auf Gezweig

 

Bildungs- und Informationsangebote für Alt und Jung, halb- bis eintägige Umweltbildungsveranstaltungen mit Schulklassen finden seit 1996 im Naturparkzentrum in Fürstenhagen statt. Seit 2002 gibt es ein auf den Biologielehrplan des Thüringer Kultusministeriums abgestimmtes Bausteinsystem. Jährlich besuchen etwa 1.000 Schüler den Naturpark. Mehrtägige Angebote wie die Naturerlebnisferien, Nature - action - days und die jährliche Naturerlebnistour vervollständigen die Palette der Bildungsangebote.

Die Homepage des Naturparks ( http://naturpark-ehw.de/ ) informiert jederzeit umfassend über Projekte des Naturparks, Veranstaltungen, Pressemeldungen, Rad-, Wanderund Kanutipps sowie über die Angebote der Umweltbildung. Zahlreiche Faltblätter sowie die Naturpark-Wanderkarte und die Broschüre "Geologie erleben - Geologische Route durch den Naturpark" stehen als Informationsmaterial zur Verfügung.

"Mensch und Natur gehören zusammen" Dieser Leitsatz der Naturparke findet zunehmend Eingang in das Selbstverständnis der Region. Die Prämierung im Bundeswettbewerb der Deutschen Naturparke 2005 zum Thema "Kommunikation und Umweltbildung" belegt die erfolgreiche Naturparkarbeit und ist zugleich Ansporn für die Zukunft. Nach der erfolgreichen Neugestaltung des Besucherzentrums "Alter Wasserturm" wird der Ausbau des Außengeländes der Naturparkverwaltung in diesem und den nächsten Jahren zur Aufwertung der Angebote des Naturparks führen. Die Entwicklung touristischer Naturparkprojekte soll durch die Vernetzung der Tourismusverbände HVE Eichsfeld Touristik e. v., der Werratal Touristik e. V. und dem Hainichland - Tourismusverband der Thüringer Nationalparkregion e. V. verbessert und die Etablierung eines touristischen Wegekonzeptes erreicht werden.

 

Naturpark Eichsfeld-Hainich-Werratal

Dorfstraße 40

37318 Fürstenhagen

Tel.: (03 60 83) 4 66-3

Fax: (03 60 83) 4 66-41 E-Mail:

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http://naturpark-ehw.de/

Der Thüringer Naturbrief bedankt sich für die freundliche Unterstützung durch Frau Dr.Stremke und der Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie (TLUG) Jena
 
TLUG Jena:
http://www.tlug-jena.de/de/tlug/ 
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Beiträge wurden dem Sonderheft "Landschaftspflege und Naturschutz in Thüringen", Nr.2/2006 entnommen und geringfügig redaktionell bearbeitet. Die Redaktion dankt den AutorInnen und Fotografen.

Text /Fotos Klaus Fischer

Letzte Aktualisierung ( 12. 01. 2011 )
 
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