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Naturpark Thüringer Wald PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Klaus Fischer   
15. 08. 2007


( Florian Meusel, Yvonne Reissig und Gerald Slotosch )

Der Thüringer Wald ist bekannt durch den 169 Kilometer langen Rennsteig, dem europaweit längsten Höhenwanderweg, der sich wie ein Rückgrat durch den 2.082 km² großen Naturpark zieht. Die reizvolle Landschaft erstreckt sich auf einer Länge von rund 100 km und einer Breite von etwa 7 km bei Eisenach und 25 km bei Sonneberg entlang des Südrandes des Thüringer Beckens. 

 

Dreiherrenstein am Rennsteig

 

Nach Osten geht er in das Thüringer Schiefergebirge über. Um den Einklang von Naturschutz und Erholung der Menschen zu wahren, hat das Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt im Jahr 2001 per Rechtsverordnung den Naturpark Thüringer Wald ausgewiesen.
Die Berge des Thüringer Waldes erreichen Höhen von 900 m ü. NN und fallen an den Rändern steil ab. Dort wo die Wäldler ihr kleines Idyll aufbauten, dort findet der Gast noch heute eine Landschaft, die in 21 Naturräumen alles bietet: Bei langen Spaziergängen in ausgedehnten Fichten- und Buchenwäldern oder entlang artenreicher Bergwiesen wird hier die Harmonie zwischen Mensch und Natur erlebbar.
Im Gebirgsvorland wird das Klima milder und die Landschaft offener mit Eichenmischwäldern, Alleen und Streuobstwiesen.
Nicht nur am Rennsteig findet der Besucher geologische und naturkundliche Besonderheiten. Viele Tafeln verweisen auf Wanderwege, Aussichtspunkte und kulturhistorische Kleinode.

Auch das ist erfahrbar: Über einer geschützten Bergwiese kreist majestätisch ein Bussard. Zwischen dem Borstgras hebt die Arnika - heute eine geschützte Rarität - ihre eleganten, gelben Blüten.
Ein Fuchs springt auf den Weg, schnürt ruhig davon. Selbst in dieser abgeschiedenen Naturlandschaft sind solche Begegnungen eher rar und flüchtig. Vieles bleibt unsichtbar, geheimnisvoll.

 

Rennsteiggarten Rennsteiggarten

Rennsteiggarten

 

Die Besiedlung der Kammlagen erfolgte spät. Erst als die Rohstoffe und Siedlungsflächen in den Tieflagen knapper wurden, lockten Holz und Erze des "Waldes" Siedler und Bergleute an.
Ackerbau und Viehzucht war oft nur auf schmalen Hangterrassen möglich.

Als auch im Thüringer Wald die Erzvorräte fast völlig ausgebeutet waren, entwickelten die Wäldler vielfältige Handwerke, Gewerbe und Kleinindustrien, wie Kräuterhandel, Glas- und Porzellanherstellung, später auch Spielwaren- und Uhrenproduktion und Anderes. Heute sind Tourismus und Wintersport wichtige Wirtschaftszweige des ländlichen Raumes, außerdem auch Forst- und Landwirtschaft sowie - aufgrund des Wasserreichturns - die Wasserwirtschaft.

 

Bergsee an der Ebertswiese     Am Adlersberg



Der Verband Naturpark Thüringer Wald e. V. ist Träger des Naturparks und zuständig für die Entwicklung von Erholung und Tourismus, Öffentlichkeitsarbeit und Koordinierung der Landschaftspflege.

Das mit drei Planungsgemeinschaften abgestimmte Entwicklungsprogramm Naturpark Thüringer Wald zielt auf eine nachhaltige Wirtschaft im Zusammenspiel von Naturpark und Tourismus, von Ökologie und Ökonomie.

Die Entwicklungsschwerpunkte sind:

  • Vertiefung der regionalen Identität,
  • Verbesserung des ökologischen Leistungsvermögens,
  • Stärkung der regionalen Wirtschaftskraft.

Dazu zählt auch die Entwicklung eines regionaltypischen Tourismus in Einheit von Tradition und Innovation, Kultur und Geschichte, Wirtschaft, Handwerk und Gewerbe.

 

Am Inselsberg          Domberg

Projekte und Netzwerkstrukturen

Der Naturparkentwicklung dienen Projekte wie: Entwicklung einer Dachmarke für Thüringer Wald - Produkte und Dienstleistungen, THÜRINGER WALD CARD, Forst und Tourismus, Bergwiesenprogramm, Naturpark Route, Barrierefreie Modellregion "InnoRegio" und dezentrales Netz der Besucherinformationszentren.

Bei der Projektumsetzung arbeitet der Naturpark mit vielen Partnern zusammen.

Gemeinsam mit Thüringer Forstämtern ist es Ziel, die Pflege naturnaher Wälder zu fördern. Mit Landwirten und Landschaftspflegern werden Projekte realisiert, um Bergwiesen und Ackerterrassen zu bewahren. Alles dient der Erhaltung der natürlichen Lebensgemeinschaften und der traditionellen wirtschaftlichen Lebensgrundlagen der Menschen.

Regional organisieren, lokal anbieten - Naturpark- und Touristinformationen

Ob Wanderer, Radwanderer, Wintersportier oder einfach nur Naturfreund, ob Burgen- und Schlösserliebhaber, Höhlen- oder Städtereisender - der Thüringer Wald ist beliebte Region für Besucher, die ihre freien Tage gern fit und aktiv erleben wollen. Die Naturpark- und Touristinformationen informieren mit ihren Ausstellungen Gäste und Einheimische über regionale Besonderheiten. Außerdem sind diese Zentren oft Ausgangspunkt für Wanderungen und Exkursionen, selbst Anbieter von Naturerlebnisprograrnmen z. B. für Schulklassen und letztlich touristische Dienstleister für die Region. Weiterentwicklung, Beratung, Fortbildung und Projekt-koordination realisiert dabei der Naturparkverband.

Der Naturparkverband ist Mitglied im Regionalverbund Thüringer Wald e. V. Gemeinsam mit Landschaftspflegeverband Thüringer Wald, touristischen Verbänden, Landkreisen und kreisfreien Städten geht es um die Bündelung der Ressourcen, die Vernetzung der Akteure, den Ausgleich von Interessen. Mit dem Ziel einer nachhaltigen Regionalentwicklung werden die Partnerschaften unter einem Dach auch in Zukunft weiterentwickelt.

 

Naturpark Thüringer Wald e.V. im Regionalverbund Thüringer Wald e.V.

Dorfstraße 16

98749 Friedrichshöhe

Tel.: 03 67 04-70 99-0

Fax: 036704-7099-19

E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spam-Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können

http://www.naturpark-thueringer-wald.de/

Der Thüringer Naturbrief bedankt sich für die freundliche Unterstützung durch Frau Dr.Stremke und der Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie (TLUG) Jena
 
TLUG Jena:
http://www.tlug-jena.de/de/tlug/ 
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Beiträge wurden dem Sonderheft "Landschaftspflege und Naturschutz in Thüringen", Nr.2/2006 entnommen und geringfügig redaktionell bearbeitet. Die Redaktion dankt den AutorInnen und Fotografen.

Text /Fotos Klaus Fischer

Letzte Aktualisierung ( 12. 01. 2011 )
 
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