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26. 05. 2017
Geschichte Thüringens PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Klaus Fischer   
11. 03. 2008
Beitragsinhalt
Geschichtlicher Abriss
Chronologische Gliederung
350.000 v.Chr.-Zeitenwende
Zeitenwende-4.Jh. n. Chr.
4.-6.Jh.
6.-9.Jh.
919-1024
1024-1125
1130-1247
1247-1485
1486-1547
1548-1775
1775-1871
1871-1918
1918-1933
1933-1945
1945-1949
1949-1990
1990-
Quellen
1871 – 1918
Thüringen im Deutschen Kaiserreich

1871

Beitritt der Thüringer Staaten zum Deutschen Reich.

1872

Beginn der Umgestaltung des Parks am Greizer Schloßberg zu einem Landschaftspark.

1872

Eduard Lingel gründet in Erfurt eine Schuhfabrik und entwickelt sich zum wichtigsten Unternehmen der Erfurter Schuhproduktion.

1873

Ein Reichsgesetz hebt den Festungscharakter Erfurts auf. Die Abtragung der Befestigungswerke ermöglicht ein ungehemmte Ausdehnung der Stadt und eine rasche Zunahme ihrer Einwohnerzahl.

1873

In Unterwellenborn (bei Saalfeld) wird der erste Hochofen der „Maximilianshütte” angeblasen. Grundlage der Verhüttung bildet zunächst das Eisenerz des benachbarten Großkamsdorfer Reviers.

1874

Mit einer Aufführung von Shakespeares „Julius Caesar” in Berlin beginnt das Meininger Theater eine seiner aufsehenerregenden Gastspielreisen.

1874

Am 2.Juli verstirbt der niederdeutsche Dichter Fritz Reuter in Eisenach.

1875

Abschluß der Bauarbeiten am neuen neugotischen Erfurter Rathaus.

1875

Gründung der Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands in Gotha.
Das „Gothaer Programm” das lassalleanisch und marxistische Elemente verbindet wird verabschiedet.

1876

Theodor Hagen übernimmt die Leitung der Weimarer Kunstschule, die insbesondere mit ihrer Landschaftsfreilichtmalerei weiteres Ansehen gewinnt. Zu ihren nahmhaftesten Vertretern -als Lehrer und in Weimar lebende freie Künstler -zählen: Albert Brendel, Paul Baum, Leopold von Kalckreuth, Paul Tübbecke und Christian Rohlfs.

1876

Die Weimar-Geraer-Bahn über Jena wird eingeweiht.

1876

9.bis 13.September: In Erfurt findet die „Allgemeine deutsche Gartenbauausstellung” statt. Sie ist Ausweis für die Leistungsfähigkeit Erfurts als Standort der Kunst- und Handelsgärtnerei. Vor allem die Firmen Schmidt, Benary und Chrestensen besitzen Weltgeltung (Zucht von Gemüse, Blumen und Blumensamen).

1880

Hans von Bülow, international bekannter Pianist und Dirigent, wird an die Meininger Hofkapelle berufen. Sein Nachfolger wird 1885 der 21 jährige Richard Strauß (bis 1886).

1882

Die Statistik weist hinsichtlich der Verteilung der Arbeitskräfte auf die einzelnen volkswirtschaftlichen Bereiche folgende Werte aus:
Land- und Forstwirtschaft = 41% (sinkt bis 1895 auf 35,5%)
Industrie = 44,9%
Handel und Verkehr = 7,8%
Sonstiges = 6,3 %

1882

Der Glaschemiker Otto Schott siedelt sich in Jena an. In Zusammenarbeit mit Abbe und Zeiss arbeitet Schott an der Verbesserung von optischem Glas und Geräteglas. Sein 1884 in Jena gegründetes „Glastechnisches Laboratorium Schott & Genossen” wird zum Hauptproduzenten von optischem Glas in Deutschland.

1882

Die „Königliche Eisenbahn-Direktion” Erfurt zur Verwaltung der preußischen Staatsbahnen in Thüringen entsteht.

1883

Die in der ersten Hälfte des 19.Jh. begonnene Verdrängung des Laubwaldes durch den Nadelwald hat in einigen Gebieten zur Fichtenwaldmonukultur geführt.

1883

Erfurt erhält als erste thüringische Stadt ein örtliches Telefonnetz.

1887

Beginn des grundlegenden Umbaus des Erfurter Hauptbahnhofs (Abschluß 1893).

1887

Am 22.Juni verstibt die Schriftstellerin Marlitt (Eugenie John) in Arnstadt.
Ihre zumeist in der Zeischrift „Gartenlaube” in Fortsetzung erscheinenden Trivialromane gehören zu den Bestsellern ihrer Zeit.

1887

In Dermbach wird unter dem Vorsitz des Pfarrers Adolf Wuttig der „Thüringer Raiffeisenverband” gegründet.

1888

Das preußische Kriegsministerium erweitert die seit 1858 in Erfurt bestehende „Königliche Gewehrfabrik” zum bedeutensten Unternehmen der deutschen Rüstungsindustrie und damit zu einem der größten Industriebetriebe Thüringens.

1889

In Erfurt erscheint die erste Ausgabe der sozialdemokratischen „Thüringer Tribüne”.

1890

Auf ihrem Parteitag in Erfurt formiert sich die Sozialdemokratie nach dem Fall des Sozialistengesetzes neu. Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands wird gegründet (SPD). Das „Gothaer Programm” wird durch das „Erfurter Programm” ersetzt. Es verbindet marxistische Programmatik mit einer Reihe realer und sozialpolitische Zielsetzungen.

1892

In Gera wird der elektrische Straßenbahnverkehr eröffnet (nach Halle zweite deutsche Stadt).

1893

Nach Versuchsbohrungen entsteht in Sondershausen mit der Gewerkschaft „Glückauf” das erste thüringische Bergbauunternehmen.

1893

Am 30.August findet in Jena das erste Fußballspiel in Thüringen „nach englischem Muster” statt.

1893

Richard Strauss, von 1889 bis 1894 Kapellmeister in Weimar, leitet die Uraufführung von Engelbert Humperdincks Märchenoper „Hänsel und Gretel”.

1894

In Ilmenau entsteht auf Initiative der Physikalisch-Technischen Reichsanstalt die „Großherzoglich-Sächsische Fachschule und Lehrwerkstatt für Glasinstrumentenmacher”.

1894

In Erfurt wird der erste feste Theaterbau (das spätere Opernhaus) im preußischen Thüringen eröffnet.

1894

Große Thüringer Gewerbeausstellung in Erfurt.

1895

Die preußische Staatsbahn erwirbt mit der Weimar-Geraer-Bahn, der Saalbahn und der Werrabahn weitere wichtige Bahnstrecken.

1896

24.Mai: Die Gründung des „Rennsteigvereins” zur touristischen Erschließung und wissenschaftlichen Erforschung des alten Höhenweges im Thüringer Wald ist Ausdruck einer weite Bevölkerungskreise erfassenden organisierten Wanderbewegung.

1896

18.Juni: Mit einem Festakt in Anwesenheit Wilhelm II. wird das „Kaiser-Wilhelm-Denkmal” am Kyffhäuser eingeweiht.

1898

Mit der Gründung der Firma Bothmann & Glück wird der Grundstein für den bedeutenden Gothaer Waggonbau gelegt.

1898

Heinrich Ehrhardt, Erfinder und Unternehmer („Rheinische Metallwarenfabrik” Düsseldorf), gründet in Eisenach eine Fahrzeugfabrik, die zunächst Fahrräder, Militärfahrzege und Lafetten, ab 1904 Personalkraftwagen („Dixi”) produziert. 1901 erwirbt er die Dreyse-Munitions- und Waffenfabrik in Sömmerda und wird zu einem der ersten und bedeutensten privaten Waffenproduzenten in Deutschland.

1900

Gegenüber 1871 ist die Bevölkerung Thüringens von rund 1,5 Millionen auf über 1,9 Millionen Menschen angewachsen. Den stärksten Bevölkerungs- zuwachs (meist mehr als 50%) verzeichnen die Industriegegenden um Erfurt, Gera, Apolda, Greiz und Sonneberg).

1900

1.Januar: Die Einführung des Bürgerlichen Gesetzbuches im Deutschen Reich bringt für die thüringischen Staaten eine weitere Rechtsangleichung.

1900

Am 25.August verstirbt der Philosoph Friedrich Nietzsche in Weimar.

1901

5. Januar: Großherzog Carl Alexander, Symbolfigur des „silbernen Zeitalters” Weimars stirbt.

1901

Der Reformpädagoge Hermann Lietz gründet gründet das Landerziehungsheim Haubina (bei Hildburghausen). Sein Erziehungskonzept geht vom Zusammenleben von Schülern und Erziehern, der Verbindung von geistiger und körperlicher Betätigung und von der Vermittlung ethischer Werte aus.

1902

Der Belgier Henry van de Velde, als Architekt und Kunstgewerbler ein international führender Vertreter des Jugendstils, wird nach Weimar berufen.

1902

In Gera wird das neue Hoftheater fertiggestellt. Seine Architektur steht dem Jugendstil nahe.

1903

Das vom Reichstag verabschiedete Kinderarbeitsgesetz, das zahlreiche Maßnahmen gegen die Kinderarbeit enthält, verdankt sein Zustandekommen u.a. den katastrophalen Zuständen in der Heimindustrie Sachsen-Meiningens.

1904

Der Verband „Sächsisch-Thüringischer Webereien e.V.”, mit Sitz in Greiz, wird als erster großer regionaler Unternehmerverband gegründet.

1905

Die Gebrüder Gustav, Meinhard und Luis Strupp gründen in Verbindung mit der Diskonto-Gesellschaft Berlin die „Bank für Thüringen A.G.” in Meiningen.

1905

November: Die seit Sommer in der ostthüringischen und westsächsischen Textilindustrie für höhere Löhne und den Zehnstundenarbeitstag geführten Streiks werden ergebnislos abgebrochen. Es sind bisher die größten Arbeitskämpfe in Thüringen (35.000-40.000 Beteiligte). Erstmals wendet ein Unternehmerverband dabei das Mittel der Aussperrung an.

1906

Erfurt erreicht mit 100.000 Einwohnern als erste thüringische Stadt den Großstadtstatus.
Größte thüringische Städte: Gera (49.000), Altenburg (40.000), Gotha (39.000), Jena (38 000), Eisenach (38.000), Mühlhausen (35.000), Weimar (34.000).

1907

Gründung des Verbandes Thüringischer Industrieller (Sitz Weimar) als Regionalverband des Bundes der Industriellen (ab 1922/23 Verband der Mitteldeutschen Industrie).

1907

12.Januar: Im Ergebnis der Reichtagswahlen gibt es in Thüringen einen Rechtsruck.

1907

In den Tuffkalkbrüchen von Ehringsdorf wird eine altsteinzeitliche Feuerstelle entdeckt. Neben Werkzeugen und tierischen und pflanzlichen Nahrungsresten werden bis 1914 auch menschliche Knochen freigelegt, die den Präneantertalern zuzuordnen sind.

1908

Die 1906 in Berlin gegründeten Mercedes Büromaschinenweke GmbH verlegen ihre Produktion nach Mehlis (bei Suhl).

1908

Ein in ganz Deutschland Aufsehen hervorrufendes neues Volksschulgesetz in Sachsen-Meiningen setzt die völlige Trennung von Kirche und Schule durch (keine Aufsichtsrechte der Kirche mehr).

1911

Gründung des Verbandes mitteldeutscher Industrieller (Frankfurt/Main) als Regionalverband des Bundes der Industriellen. Ihm schließen sich vor allem industrielle Unternehmer des preußsichen Thüringen an.

1911

1.Dezember: Max Reger wird zum Leiter der Meininger Hofkapelle berufen (bis 1914). Das Orchester erneuert seinen Ruf als eines der Besten in Deutschland.

1912

Die Sozialdemokratie ist mit 10 Mandaten (47,3%) Gewinner der Reichtagswahlen.
Drei Mandate gehen an die Nationalliberalen, je eines an die Fortschrittliche Volkspartei, die Deutschkonservativen und das Zentrum.

1913

Etwa 7-8% der deutschen Braunkohleförderung stammt aus dem Meuselwitz-Rositzer Revier des Altenburger Ostkreises.

1914

An den von der Sozialdemokratie organisierten Protestaktionen gegen den drohenden Krieg in den meisten größeren Städten Thüringens (Erfurt, Gera, Greiz, Jena, Langensalza, Mühlhausen, Nordhausen) beteiligen sich jeweils bis zu 4.000 Teilnehmern.

1914

2.August: Der Eintritt Deutschlands in den1.Weltkrieg (1.Mobilmachungstag) ruft auch in Thüringen in der Bevölkerung eine Welle nationaler Begeisterung hervor, in die sich Chauvinismus und Hurrapatriotismus mischen.

1915

An der Jenaer Universität veranlaßt Ernst Haeckel und gleichgesinnte Kollegen die Entfernung des Holder-Bildes „Aufbruch der Jenaer Studenten 1813” wegen der „deutschfeindlichen Gesinnung” des Schweizer Künstlers.
Die Uni sammelt Kriegsschriften und legt ein „Kriegs-Archiv” zur „geistigen Kriegsarbeit” an.
Eine „Professoren Denkschrift” wird von namhaften Hochschullehrern verfasst, in der sie sich für ein maximales deutsches Kriegszielprogramm einsetzen.

1916

24.März: 18 Reichstagsabgeordnete der SPD verweigern erneut die Zustimmung zu den Kriegskrediten. Nach ihrem Ausschluß aus der Reichstagsfraktion bilden sie die „Sozialdemokratische Arbeitsgemeinschaft”, der auch 3 thüringische Abgeordnete angehören.

1916

In Jena und Gera kommt es zu Demonstrationen für soziale Verbesserungen und zur Beendigung des Krieges.

1917

6.-8.April: Gründungsparteitag der Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (USPD) in Gotha. Sie erlebt in den thüringischen Gebieten raschen Mitgliederzulauf. Von den weit links stehenden Gruppierungen innerhalb der USPD verfügt die Spartakusgruppe in den wichtigen Industriestandorten Erfurt, Gotha, und Jena über größeren Einfluß.

1917

31.Juli: In Gera stürmen und plündern hungernde Frauen Lebensmittelläden. Auch in anderen Städten kommt es zu Hungerrevolten.

1918

An der deutschen Frühjahrsoffensive sind in starken Maße thüringische Regimenter beteiligt. Insgesamt verlieren im 1.Weltkrieg nahezu 4.000 Soldaten aus den thüringischen Staaten das Leben.

1918

Die Anlagen der DEA, Deutsche Erdölwerke AG in Rositzu bei Altenburg nehmen die Produktion von Dieselöl aus Braunkohle auf.

1918

August-Oktober: 4.500 Menschen in den thüringischen Staaten fallen bei unzureichender Ernährungslage einer Grippewelle zum Opfer.



Letzte Aktualisierung ( 16. 10. 2014 )
 
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