www.mamboteam.com
Startseite arrow Geschichte arrow Allgemein arrow Geschichte Thüringens
26. 05. 2017
Geschichte Thüringens PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Klaus Fischer   
11. 03. 2008
Beitragsinhalt
Geschichtlicher Abriss
Chronologische Gliederung
350.000 v.Chr.-Zeitenwende
Zeitenwende-4.Jh. n. Chr.
4.-6.Jh.
6.-9.Jh.
919-1024
1024-1125
1130-1247
1247-1485
1486-1547
1548-1775
1775-1871
1871-1918
1918-1933
1933-1945
1945-1949
1949-1990
1990-
Quellen
1933 – 1945
Thüringen in der Nationalsozialistischen Zeit

1932/33

Fritz Sauckel (NSDAP) wird Ministerpräsident, später Reichsstatthalter von Thüringen.

1933

Verlust der Thüringer Eigenstaatlichkeit.

1933

27./28.Februar: Reichstagsbrand und Verordnung „Zum Schutz von Volk und Staat”; die Verfassungs-Grundrechte werden außer Kraft gesetzt; Dauerausnahmezustand bis 1945; faktische Illegalität der KPD; Beginn von Massenverhaftungen und -internierung.
Den zuerst gegen führende Kommunisten, dann auch gegen andere Hitler-Gegner gerichteten Verhaftungswellen vom März bis Juni 1933 fällt ein großer Teil der KPD-Abgeordneten und Funktionäre zum Opfer (ca.1000, davon allein 106 in Erfurt).

1933

Amtsenthebung sozialdemokratischer Pädagogen, Beamter und Angestellter. Auflösung aller Arbeiter-Turn-und-Sportvereine im Land Thüringen.

1933

1.-3.April: Reichsweiter Boykott jüdischer Geschäfte durch SA und SS.

1933

2/10.Mai: Zerschlagung der Gewerkschaften, Besetzung der Gewerkschaftshäuser und Verhaftung von Gewerkschaftsfunktionären.

1933

Juni: Die Schulen des Landes Thüringen werden vepflichtet, ihre erbkranken und körperbehinderten Schüler zu melden.

1933

August: Gesetz über ein neues Thüringisches Landeswappen mit Hakenkreuz.

1934

Gesetz über den Neuafbau des Reiches; die Länder-Hoheitsrechte fallen an das Reich; Länderregierungen und Reichsstadthalter unterstehen der Reichsregierung; die preußischen Ministerien werden 1934/35 mit den Reichsministerien vereinigt.

1934

Ausschaltung der SA als eigenständige politische Kraft („Röhm-Putsch”).
Das KZ Sulza wird der SS unterstellt.

1935

„Arisierung” der Berlin-Erfurter Maschinenfabrik Henry Pels & Co. durch die Deutsche Waffen- und Munitionsfabriken AG.

1935

Das Reichs-Arbeitsbuchgesetz zur Bindung der Arbeitskräfte an die Betriebe wird eingeführt.

1935

Einführung der zweijährigen Wehr- und der sechsmonatigen Arbeitsdienstpflicht für Männer.

1935

15.September: Verkündung der Nürnberger Rasse-Gesetze gegen jüdische Bürger.

1935

Weitere Enteignung „Arisierung” jüdischer Betriebe, Geschäfte und Privatvermögens. Wie der erzwungene Verkauf der „Berlin-Suhler Waffen- und Fahrzeugwerke” der Gebrüder Simson (Suhl).

1936

Der Inspekteur der Konzentrationslager, Theodor Eicke, stimmt der Verlegung des KZ Lichtenburg nach Thüringen und dem Aufbau eines neuen Massenlagers zu.

1937

16Juli: Erster Häftlingstransport und beginnenter Aufbau des KZ Buchenwald bei Weimar.
Das KZ wird unter den SS-Kommandanten Karl Koch (1937-41) und Hermann Pister (1941-45) zu einem Massenlager ausgebaut (mit bis zu 5000 Mann SS-Wachen).
Zunächst werden politische Häftlinge interniert, später kommen Kriminelle, „Zeugen Jehovas”, sog. Asoziale, Zigeuner, Juden und Homosexuelle hinzu. Ab 1939 erfolgen Masseneinlieferungen von Kriegsgefangenen, Zivilverschleppten sowie politischen Gegnern aus den okkupierten Ländern. Insgesamt werden hier und in den Außenlagern bis 1945 etwa 238 000 Menschen aus 35 Nationen gefangengehalten und über 56 000 Menschen ermordet.
Die Verbrennungsöfen des Krematoriums Buchenwald (wie die der übrigen Todes- und Vernichtungslager) werden von der Erfurter Firma Topf & Söhne geliefert.
Seit 1942 wird das Großlager mit seinen zeitweie 136 mitteldeutschen Nebenlagern in die Rüstungsproduktion der SS und privater Unternehmen einbezogen. Auf dem Ettersberg werden große Rüstungswerke der Gustloff-Stiftung und der SS errichtet.
Die von der SS eingerichtete innere Häftlingsverwaltung befindet sich ab 1942 weitestgehend in der Hand kommunistischer Funktionshäftlinge und eines illegalen Internationalen Lagerkomitees, die auch die Selbstbefreiung des KZ am 11.April 1945 vorbereiten und durchführen.

1938

„Arisierung” der Gothaer Waggonfabrik Orenstein & Koppel.

1938

Einführung eines land- und hauswirtschaftlichen „Pflichtjahres” für ledige Frauen unter 25 Jahren.

1938

2.März: Eine vom Gauwirtschaftsberater Eberhardt geleitete „Arisierungskommission” koordiniert die Enteignung jüdischen Vermögen und Betriebe im Gau Thüringen.

1938

13.-19.Juli: Im Rahmen der „Aktion Arbeitsscheue Reich” werden 2378 Männer, darunter viele durch Berufsverbote mittellos gewordene oder als „vorbestraft” eingestufte Juden, in das KZ Buchenwald eingeliefert.

1938

9/10.November: Von Goebbels organisierter reichsweiter Massenprogrom gegen Juden („Reichskristallnacht”). Auch in Thüringen werden die meisten Synagogen und viele jüdische Geschäfte zerstört.
Es folgt eine bis dahin beispiellose Diskreminierungs-, Ausgrenzungs-, Enteignungs- und Verhaftungswelle, in deren Verlauf über 26.000 jüdische Männer (davon 1200 aus Thüringen) in die KZ Buchenwald, Sachsenhausen und Dachau deportiert und häufig umgebracht werden. Wende der zur systematischen, bürokratisch organisierten „Entjudung” Deutschlands, die sich während des Krieges zum Holocaust steigert.

1939

1.September: Überfall auf Polen und Kriegsbeginn.

1940

Grundsatzberatung Sauckels mit Kreisleitern, Landräten und Wirtschaftsvertretern über die Wirtschafts-, Ernährungs- und Arbeitseinsatzlage im Gau Thüringen. Einsatz von Jugendlichen und Frauen in der Rüstungsindustrie Zwangseinsatz polnischer Arbeiter.

1941

Bruch des „Hitler-Stalin- Nichtangriffspakt” und Überfall auf die UdSSR.

1942

Januar: Beginn der Zusammenarbeit der kommunistischen Widerstandsgruppe um Theodor Neubauer und Magnus Poser.
Neubauer hat nach seiner Haftentlassung 1939 von Tabarz aus die Verbindung zu Widerstandsgruppen u.a. In Ruhla, Gotha, Eisenach, Erfurt, Langensalza und Mühlhausen hergestellt. Poser hat seit seiner Haftentlassung 1936 Untergrundstrukturen in Jena Bad Salzungen, Zelle-Mehlis, Suhl, Erfurt und Weimar geschaffen. Die Neubauer-Poser-Gruppe baut bis 1943 ein Verbindungsnetz in etwa 40 Thüringer Orten und mit überregionalen Kontakten zur Berliner Saefkow-Gruppe, der Danz-Schwantes-Gruppe (Magdeburg) und der Schumann-Engert-Kresse-Gruppe (Leipzig/Altenburg auf und führt zahlreiche Flugblatt- und Widerstandsaktionen gegen das Hitlerregime durch.
Neubauer und Poser werden am 14.7.1944 verhaftet. Poser kommt nach einem Fluchtversuch aus Weimarer Gestapohaft 1944 im KZ Buchenwald ums Leben. Neubauer wird 1945 hingerichtet.

1942

Befehle Himmlers zur Errichtung von SS-Rüstungbetrieben bei den KZ Buchenwald und Neuengamme.

1943

27.Januar: Verordnung über den „Arbeitseinsatz der nichtarbeitenden Bevölkerung in der Kriegswirtschaft” : Melde- und Arbeitsdienstpflicht für Männer von 16 bis 65 und Frauen von 17 bis 43 Jahren.

1943

Baubeginn für ein unterirdisches Raketenwerk (V2-Waffen) in Stollenanlagen nahe Nordhausen unter Regie der SS.
Gründung der „Mittelbau GmbH” und des Buchenwald-Außenlagers „Dora”.
Das Großprojekt wird zum Reichs-Testfall für den eigens gebildeten SS-Baustab und den Masseneinsatz von KZ-Häftlingen in der unterirdischen Rüstungsindustrie, „Dora-Mittelbau” zum berüchtigsten Todes- und Außenlager Buchenwalds. Insgesamt kommen in den für die Raketenwerke arbeitenden Lagern 1943-45 etwa 16.000 Menschen ums Leben.

1944

Umorganisation der preußischen Provinz Sachsen.
Zuordnung des preußischen Regierungsbezirkes Erfurt (incl. des Landkreises Schmalkalden) ab 01.07. zu Thüringen.

1944

18.August: Der seit 1933, zuletzt in Bautzen, inhaftierte KPD-Führer Ernst Thälmann wird auf Befehl Himmlers im KZ Buchenwald erschossen.

1944

Verordnung über die 60-Stunden-Arbeitswoche.

1944

November Im Gebiet des ehem.Truppenübungsplatzes Ohrdruf Errichtung des Sonderlagers III zum Bau unterirdischer Anlagen (für die Rüstungsindustrie oder Reichs-Dienststellen) im Jonastal. In diesem, neben „Dora” berüchtigsten Außenlager des KZ Buchenwald waren im Dezember bereits über 10.000 Häftlinge im Einsatz. Hier bzw. auf den Evakuierungsmärschen vom April 1945 kommen fast 7000 Häftlinge ums Leben.

1945

Schwere Zerstörungen Thüringer Städte durch Luftangriffe.

1945

1. April: Beginn der amerikanischen Besetzung Thüringens im Gebiet von Rhön und Werra und sukzessive Flucht der NS-Führungsclique.



Letzte Aktualisierung ( 16. 10. 2014 )
 
< zurück   weiter >
Nach oben
Nach oben