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25. 07. 2017
Geschichte Thüringens PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Klaus Fischer   
11. 03. 2008
Beitragsinhalt
Geschichtlicher Abriss
Chronologische Gliederung
350.000 v.Chr.-Zeitenwende
Zeitenwende-4.Jh. n. Chr.
4.-6.Jh.
6.-9.Jh.
919-1024
1024-1125
1130-1247
1247-1485
1486-1547
1548-1775
1775-1871
1871-1918
1918-1933
1933-1945
1945-1949
1949-1990
1990-
Quellen
1949 – 1990
Thüringen in der Deutschen Demokratischen Republik (DDR)

1949

7.Oktober: Gründung der Deutschen Demokratischen Republik (DDR).
Eingliederung Thüringens in die neugegründete DDR.

1950

Erfurt wird Regierungssitz für Thüringen.

1950

15.Oktober: Wahlen zum zweiten Thüringer Landtag nach Einheitsliste.

1951

Erfurt wird Sitz des Thüringer Landtages.

1952

Mai/Juni: Der Regierungsbeschluß zur Schaffung einer Demarkationslinie zu den Westsektoren wird auch in Thüringen beschlossen (10m Streifen, 500m Sperrzone, 5km Sperrgebiet).
Aus dem „Grenzgebiet” werden 2724 Bürger zwangsaugesiedelt. In der Folgezeit verlassen etwa 1700 Thüringer das Land in Richtung Westsektoren.

1952

Auflösung des Landes Thüringen (25.07.1952); Bildung der DDR-Bezirke Erfurt, Gera und Suhl mit 32 Landkreisen und die vier Stadtkreise Erfurt, Gera und Weimar (1967 erhält Suhl den Status eines Stadtkreises).

1953

17.Juni: Nach Norm- und Preiserhöhungen kommt es zu zu spontanen Streiks und Protesten. Zentren der massiven Proteste sind Erfurt, Mühlhausen, Nordhausen, Sömmerda, Weimar, Gera und Jena.
Bei der Niederschlagung der Proteste durch sowjetisches Militär kommt es zu 3 Todesopfern.

1953

17./18.Juni: Ein schweres Unwetter mit Hagelschlag vernichtet im Bezirk Erfurt etwa 10.300 ha Getreide, Hackfrüchte und andere Kulturen. Am stärksten sind die Kreise Heiligenstadt, Sondershausen und Worbis betroffen.

1953

6.August: Bildung der Nationalen Forschungs- und Gedenkstätten der klassischen deutschen Literatur in Weimar zur Wahrung, Pflege und Verbreitung des kulturellen Erbes, insbesondere von Goethe und Schiller.

1953

16.September: Eröffnung der Hochschule für Elektrotechnik in Ilmenau.

1954

Der SC Turbine Erfurt wird erstmals DDR-Fußballmeister.

1954

Juni: Arnstadt feiert sein 1250jähriges Jubiläum – erste urkundliche Erwähnung im Jahre 704. Die Kreisstadt gilt als älteste Stadt in der DDR.

1954

Die Vertreter des hohen Kommissars der UdSSR und ihre Mitarbeiter in den thüringischen Bezirken Erfurt, Gera und Suhl stellen ihre Tätigkeit ein.

1954

11.-13.Juli: Große Gebiete entlang der Elster, von Elsterberg über Greiz, Berga, Weida, Gera und Krossen werden von einem verheerenden Hochwasser überflutet. Einheiten der Sowjetarmee, NVA (Nationale Volksarmee), den Kampfgruppen, FDJ-Brigaden (Freie Deutsche Jugend) aus den Bezirken Erfurt, Suhl und Magdeburg, sowie zalreicher engagierter Bürger kämpfen gegen die Wassermassen. Die Bereitschaft der Bevölkerung in bezug auf Geld-,Sach- und Lebensmittelspenden ist groß.

1955

24.April: Der SC Turbine Erfurt wird erneut DDR-Fußballmeister.

1955

Mai: Schillerehrung in Weimar und Jena aus Anlaß des 150.Todestages des Dichters.

1955

8.September: Inbetriebnahme des Fernsehsenders auf dem Großen Inselsberg am Rennsteig im Thüringer Wald.

1956

29.Juni: Rückgabe von etwa 300 000 Bänden der Landesbibliothek Gotha durch die UdSSR.

1956

Juli: Heftige Unwetter führen in einigen Gegenden des Bezirkes Erfurt zu Hochwasserschäden und bereiten große Probleme bei der Bergung der Ernte.

1956

22.Oktober: Am Geburtstag von Franz Liszt erhält die Hochschule für Musik in Weimar den Namen des Komponisten verliehen.

1957

16.Juni: Eröffnung des Inlandflugverkehrs durch die Luftfahrtgesellschaft der DDR. Die erste Maschine der Strecke Berlin-Erfurt landet auf dem Erfurter Flughafen.

1958

14.September: Vor über 80.000 Menschen wird auf dem Ettersberg bei Weimar die „Nationale Mahn- und Gedenkstätte Buchenwald” eingeweiht.
Sie dient der Erinnerung an die Greul der Nazis und dem Gedenken an die über 56.000 ermordeten Häftlinge im ehemaligen Konzentrationslager Buchenwald.

1959

Nach dem V.Parteitag der SED wird der „Eichsfeldplan” (1959-1965) zur wirtschaftlichen Förderung des industriell rückständigen Eichsfeldes (Kreise Heiligenstadt und Worbis) im Bezirk Erfurt beschlossen. Kernprojekt ist die Errichtung einer Baumwollspinnerei und Zwirnerei zur Hebung des Lebensstandards der Bevölkerung.

1959

Schiller-Festwoche der DDR aus Anlaß des 200. Geburtstages des Dichters in Weimar.

1960

7.August: Ausscheidungswettkämpfe der Leichtathleten der DDR und BRD für die Olympischen Sommerspiele in Rom im Erfurter Georgi-Dimitroff-Stadion (heute Steigerwald-Stadion). Die 14 Wettkämpfe werden vor 40.000 Zuschauern ausgetragen.

1961

28.April: Eröffnung der ersten Internationalen Gartenbauausstellung (iga) der sozialistischen Länder in Erfurt. Die Ausstellung auf dem Gelände der ehem. Citadelle Cyriaksburg wurde in tausenden freiwilligen Aufbaustunden (NAW) durch die Erfurter Bevölkerung gestaltet.

1961

13.August: Die DDR-Regierung baut in Berlin und entlang der Staatsgrenze zur BRD die Grenzbefestigungen aus – Mauerbau. Die Errichtung des „Antifaschistischen Schutzwalles” wird mit der Sicherung der DDR vor imperialistischer Spionage und Sabotage begründet.
Mit dem Ausbau der Grenzanlagen wird auch in Thüringen das Grenzregime verschärft und die Lebensbedingungen der Menschen in den Grenzgebieten verschlechtern sich weiter. Am 3.Oktober erfolgt eine erneute Welle an Zwangsumsiedelungen aus Thüringer Grenzregionen.

1963

19.Mai: Dem Sportklub „Motor Steinach” gelingt als erste Manschaft aus dem Bezirk Suhl der Sprung in die Fußball-Oberliga.

1963

Oktober: Die Hochschule für Elektrotechnik Ilmenau wird der Status einer „Technischen Hochschule” verliehen.

1963

Oktober: Der erste Mensch im Weltall, der sowjetische Kosmonaut Juri Gagarin besucht bei seinem DDR Aufenthalt die thüringer Städte Erfurt, Gera und Suhl.

1964

23.Februar: Aus Anlaß der 15. Deutschen Meisterschaften in den nordischen Skidisziplinen wird vor 40.000 Zuschauern die neue Sprungschanze im Kanzlersgrund bei Oberhof auf den Namen „Schanze am Rennsteig” getauft.

1964

19.April: Shakespeare-Festwoche aus Anlaß des 400.Geburtstag des englischen Dramatikers und des 100jährigen Jubiläums der Deutschen Shakespeare-Gesellschaft in Weimar.

1965

1.Januar: Der VEB Carl Zeiss Jena wird Leitbetrieb des wissenschaftlichen Gerätebaues/Optik in der DDR. Einleitung des Umbaues des Betriebes zu einem Kombinat. Das Kombinat VEB Carl Zeiss Jena umfaßte im Herbst 1986 24 Betriebe mit etwa 69.000 Arbeitern, Wissenschaftlern und Ingenieuren.

1966

19.Juli: Unwetter ziehen über Thüringen hinweg. Besonders stark betroffen ist die Gemeinde Küllstedt (Bezirk Erfurt, Kreis Worbis).

1967

27.März: Auf der Wartburg bei Eisenach findet eine Festveranstaltung zum 900jährigen Wartburgjubiläum statt. Persönlichkeiten aus 16 europäischen Staaten nehmen an der Veranstaltung teil.

1967

April: Auf dem VII.Parteitag der SED wird eine stärkere Industrieorientierung (insbesondere auf den Gebieten Mathematik und Naturwissenschaften) und die Zentralisierung universitärer Forschungseinrichtungen (3.Hochschulreform) gefordert.

1968

5.Oktober: Das Eckhoftheater im Schloß Friedensstein in Gotha wird wieder eröffnet.

1968

23.November: Das erste Schuhkombinat der DDR, das Kombinat „Paul Schäfer” in Erfurt, wird gegründet und spezialisiert sich auf Damenschuhe.

1969

2.Januar: Bildung des Großbetriebes VEB Fahrzeug- und Jagtwaffenwerk „Ernst Thälmann” Suhl mit 8000 Beschäftigten.

1969

1.April: Das Kombinat Zentronik Zella-Mehlis wird gegründet. Es handelt sich um das wichtigste Kombinat für den Bereich Elektronik in der DDR.
Ihm gehören u.a. an: VEB Büromaschinenwerk Sömmerda, Rechenmaschinenwerk Meiningen/Zella-Mehlis. 1978 wird es in das Kombinat Robotron eingegliedert.

1969

5.September: In Erfurt wird die Vereinigung der Pädagogischen Institute Erfurt und Mühlhausen zur Pädagogischen Hochschule „Dr. Theodor Neubauer” vollzogen.

1969

20./21.Oktober: In Pößneck wird langhaarigen Jugendlichen auf Anweisung des 1.und 2. Sekretärs der SED-Kreisleitung zwangsweise die Haare geschnitten. Das Vorgehen der Funktionäre steht im Wiederspruch zur offiziellen Politik der SED und führt zu Unruhen in der Bevölkerung. Die Funktionäre werden abgelöst.

1970

Der härteste Winter seit Jahren mit Schneemassen und hohen Verwehungen hat besonders den Bezirk Erfurt im Griff. Einheiten der Sowjetarmee und NVA werden zum Räumen von Straßen eingesetzt, in den Betrieben werden Sonderschichten gefahren um u.a. die Energieversorgung aufrecht zu erhalten. Am 6. März ist keine Gemeinde mehr von der Außenwelt abgeschnitten.

1970

19.März: Treffen zwischen dem Vorsitzenden des Ministerrates der DDR, Willi Stoph, und dem Bundeskanzler der BRD, Willy Brandt, in Erfurt, zur Verbesserung der innerdeutschen Beziehungen. Die Erfurter Bevölkerung ließ sich von den Polizeiabsperrungen nicht aufhalten und begrüßten Brandt auf dem Bahnhofsvorplatz vor dem Hotel „Erfurter Hof”.

1972

Auf einer Tagung in Neudietendorf bei Erfurt wird in einem Grundsatzpapier die „Offene Arbeit” unter dem Dach der evangelischen Kirche begründet und soll Jugendlichendie Möglichkeit einer freien Meinungsbildung ermöglicht werden. Das Zentrum der „Offenen Arbeit” in Braunsdorf entsteht bei Pfarrer Walter Schilling, der DDR-weit als Hauptrepräsentant dieser Bewegung gilt.

1976

4.Oktober: Der neue „Rennsteig-Express” wird auf dem Bahnhof in Suhl vorgestellt. Er befährt die Strecke Berlin-Halle-Erfurt-Oberhof-Suhl-Meinigen.

1976

19.November: Vom Staatsicherheitsdienst werden etwa 50 Jenaer Mitglieder der „Jungen Gemeinde” inhaftiert und in der Mehrzahl in die BRD ausgebürgert.

1977

23./24.Juni: Auf Beschluß der SED erfolgt die Gründung der Kombinates Mikroelektronik Erfurt, dem 22 Betriebe mit 52.000 Beschäftigten angehören.

1978

1.Januar: Eingliederung des Kombinates Zentronik in das Kombinat Mikroelektronik Dresden.

1978

14.Mai: Auf dem Pessefest der Zeitung „Das Volk” kommt es auf der Erfurter „iga” zu handfesten Auseinandersetzungen zwische Jugendlichen und der Polizei. Auf Festnahmen folgen Geld- und Freiheitsstrafen.

1980

Auf einer SED-Tagung in Gera stellt Erich Honecker an die neue SPD/FDP Regierung der BRD Bedingungen für eine Normalisierung der zwischenstaatlichen Beziehungen. Die „Geraer Forderungen” umfassen die Anerkennung der DDR-Staatsbürgerschaft, den Austausch von Botschaftern, die Regelung des Grenzverlaufs auf der Elbe und die Auflösung der zentralen Erfassungsstelle in Salzgitter.

1981

13.November: Festwoche zum 150jährigen Bestehen des Meininger Theater.

1981

Dezember: Starke Schneebruchschäden im Bezirk Suhl. Die Bruchmenge entspricht dem fünfachen Jahreseinschlag bzw. 10% aller lebenden Holzvorräte des Bezirkes.

1982

12.Januar: Die „Junge Gemeinde” Jena initiiert einen „Appell für Abrüstung” der durch den „Berliner Appell” von Havemann und Eppelmann weitergeführt wird. In Jena werden acht Beteiligte verhaftet.

1983

7.Februar: 100jähriges Jubiläum des Oberhofer Brandleitetunnel unter dem Rennsteig. Der über 3 km lange Tunnel wird täglich von 35 Personen- und 32 Güterzügen befahren.

1983

21.April: Festakt auf der sanierten Wartburg zum 500. Geburtstag des Reformators Martin Luther.

1986

11.Februar: Aus dem Kombinat Mikroelektronik wird das Forschungszentrum Dresden herausgelöst und von Carl Zeiss Jena übernommen was in der Folgezeit zu Konkurenz bei der Herstellung von Speicherschaltkreisen führt. In Erfurt werden Chipfabriken gebaut.

1988

Juni: 21 Ausreisewillige besetzen den Erfurter Dom und drohen mit Hungerstreik. Der Staat bewilligt die sofortige Ausreise in die BRD.

1988

12.September: Das Kombinat VEB Carl Zeiss Jena stellt das erste Funktionsmuster eines IBM-Speichechips vor.

1988

14.August: Das Kombinat Mikroelektronik Erfurt stellt das erste funktionsfähige Muster eines in der DDR hergestellten 32-Bit-Mikroprozessors vor.

1989

Oktober/November: Von Leipzig ausgehend wird auch Thüringen von Massendemonstrationen und -protesten erfasst, die den Untergang der DDR einleiten. Bei den friedlichen Demonstrationenf fordern die Menschen unter dem Motto „Wir sind das Volk” mehr Demokratie, freie Wahlen, Reisefreiheit und Meinungsfreiheit.
26.10.: erste Großdemonstration in Erfurt mit etwa 25.000 Teilnehmern.
Größte Kundgebungen in Erfurt am 3. und 9.11. mit 80.000 bis 100.000 Teilnehmern auf dem Domplatz. Große Demonstrationen und Kundgebungen finden in Jena, Gera, Suhl, Nordhausen und Heiligenstadt statt.

1989

9.November: Die Staatsgrenze der DDR zur BRD wird geöffnet.

1990

Die ehemalige staatstragende Partei SED bildet sich in SED-PDS (PDS-Partei des Demokratischen Sozialismus) um, später nur PDS.

1990

18.März: Volkskammerwahlen in der DDR. Das konservative Wahlbündnis „Allianz für Deutschland” aus CDU, DSU und DA erringen einen hohen Sieg.

1990

Juli: Die Kreise Altenburg und Schmölln (Bezirk Leipzig/Sachsen) sprechen sich für eine Eingliederung in ein zukünftiges Land Thüringen aus



Letzte Aktualisierung ( 16. 10. 2014 )
 
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