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15. 12. 2017
Braband, Hermann - Gartenarchitekt PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Detlef Tonn   
04. 04. 2016
Er setzte sich für eine „grüne Stadt“ Erfurt auch unter widrigen Bedingungen ein

* 2. August 1877 in Limmer bei Hannover
† 22. September 1933 in Erfurt

Als Nachfolger von Max Bromme (1878-1974) setzte sich Hermann Braband als Gartendirektor in schwerer Nachkriegszeit über zwei Jahrzehnte für die weitere Gestaltung und Entwicklung der Parklandschaft in Erfurt ein.

Gartendirektoren in Erfurt 1899 – 1933

1. Otto Linne

1899 - 1908

2. Max Bromme

1908 - 1912

3. Hermann Braband

1912 - 1933

Im Jahre 1912 übernahm Hermann Braband als neuer Gartendirektor die Führung in der Grünflächenverwaltung. Diese Stelle bekleidete er bis zu seinem Tode im Jahre 1933. Gerade die Zeit nach dem Ersten Weltkriege stellte eine große Herausforderung für den Erhalt des Grünflächensystems in Erfurt dar. Umso anerkennenswerter ist es, dass unter Leitung von Braband weitere wichtige Grünprojekte ausgebaut wurden. So formten die Gartengestalter Stadtpark und Nordpark weiter aus und werteten die städtischen Grünflächen mit Kinderspielplätzen auf. Der Hauptfriedhof im Erfurter Westen wurde 1913/14 nach Entwürfen von Braband angelegt.

Zum Credo seiner Arbeit schrieb Braband 1922: „Erfurt mit seiner geschichtlichen Bedeutung für den Gartenbau muss Wert darauf legen, dass bei der zukünftigen Stadtentwicklung Blumen und Gärten zu vollem Recht kommen. Dieses geschieht, wenn die neuen Pläne der Stadterweiterung zur Durchführung gelangen, nach welchen die Stadt wieder mit einem Kranz von Gärten umgeben und hierdurch der Ruf als Gartenstadt, den Erfurt in aller Welt genießt, für alle Zukunft gewährleistet sein wird.“
zitiert aus Escherich, Mark: Städtische Selbstbilder und bauliche Repräsentation. Architektur und Städtebau in Erfurt 1918 – 1933. 2010

Die Gestaltung der Südhälfte der Stadtparks, die bis an die heutige Robert-Koch-Straße reicht, erfolgte von 1917 bis 1926 in betont schlichter Ausführung.
Im März 1919 wurden die zaghaft begonnenen Arbeiten von 1914 am Nordpark fortgesetzt. Als erstes verfüllte man das ehemalige Gera-Bett längs der Adalbertstraße und bepflanzte es mit Bäumen und Gehölzen. Parallel zum Bau des Nordbades wurde dann auch der östliche Teil bepflanzt. Gemäß den Vorstellungen Brabands sollte bei der gärtnerischen Gestaltung jeder unnötige Schmuck vermieden werden, doch der Jugend Plätze für gesundes und frohes Spiel geboten werden. Gartengestalterisch bedeutete der Konzeptwechsel eine Rücknahme der Bepflanzung und eine Dominanz von Freiflächen. Die erste Hälfte der Parkgestaltung dauerte bis 1925. Erst 1937, nach dem Tode Brabands, wurde die zweite Hälfte der Gestaltung des Nordparks in Angriff genommen.

Es ist der besondere Verdienst Brabands, dass aus dem Ilversgehofener Platz als neuer grüner Stadteingang ein farbenprächtiger Schmuckplatz wurde. Nach den Plänen der Gartendirektion, eine ruhige und klar gegliederte Anlage zu entwickeln, begann man 1913 mit der Neugestaltung. Besonderen Wert legte Bromme auf einheimische Gehölzpflanzungen und die den großen Rasenspiegel umfassenden Rabatten. Mit jährlich wechselnden Sommerblumenbepflanzungen sollte der besondere Anspruch Erfurts als Blumenstadt gleich am [damaligen] Stadteingang sichtbar gemacht werden. Bereits im folgenden Frühjahr 1914 wurde über die neugestaltete Parkanlage berichtet. Grundstrukturen der Platzgestaltung von vor 100 Jahren sind an den im nördlichen Bereich angepflanzten Pappeln und den Straßenlinden noch heute erkennbar.

Wirken in Erfurt

Zentralfriedhof (heute Hauptfriedhof), Ausführung ab 1913, erste Nutzung 1914, Eröffnung 1916
Anlage am Ilversgehofener Platz, Entwurf / Ausführung 1913/14
Stadtpark (Umgestaltung der Wallanlagen „Hohe Batterie“ oder „Daberstedter Schanze“), Entwurf und Ausführung Südhälfte, 1917-1926
Umgestaltung des Kaiserplatzes (heute Karl-Marx-Platz), 1924

Straßenbenennung

Hermann-Braband-Straße in Marbach (Erfurt), April 2016
Vergabe gemeinsam mit der Max-Bromme-Straße, ebda.
Von der Braband-Straße gelangt man bald zur Otto-Linne-Straße, so dass die benannten Straßen symbolhaft wie das Wirken der drei Gartenplaner während ihrer Erfurter Zeit miteinander verbunden sind. Die Brabant-Straße zweigt zum Ende der Bromme-Straße von dieser ab (Braband folgte Bromme im Amt des Gartendirektors nach) und die Braband-Straße ist wesentlich länger als die Bromme-Straße (Braband wirkte 21, Bromme vier Jahre in Erfurt).

Quelle

Baumann, Martin und Raßloff, Steffen (Hg.): Blumenstadt Erfurt, 2011

Letzte Aktualisierung ( 01. 11. 2016 )
 
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