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21. 11. 2017
Keferstein, Adolph - Entomologe PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Detlef Tonn   
07. 04. 2016
Bedeutender aber kaum bekannter Entomologe und Sammler in Erfurt

* 10. Oktober 1793 in Halle
† 28. November 1884 in Erfurt

Wilhelm August Adolph Georg Keferstein stammte aus einer alten Papiermacher-Familie. Er wurde als fünftes Kind und dritter Sohn von Wilhelm Keferstein, der Ratsmeister und Stadtsyndikus der Stadt Halle war, und seiner Ehefrau Christiane, einer geborenen Salfeld, in Halle geboren. Er besuchte in seiner Vaterstadt das Gymnasium des Waisenhauses und studierte an der Universität zu Halle Rechtswissenschaften. Während der Freiheitskriege diente er als freiwilliger Jäger in der preußischen Armee und gehörte zu dem Korps, das Paris einnahm. Nach dem Friedensschluss trat er in den preußischen Staatsdienst ein, war als Gerichtsamtmann zunächst in Heringen, dann in Suhl tätig und wurde 1823 nach Erfurt versetzt, wo er ebenfalls als Gerichtsamtmann, dann als Kreisgerichtsrat wirkte und sich durch seinen ehrenwerten Charakter allgemeine Achtung zu erwerben wusste. Seine schwachen Augen machten ihm das anstrengende Lesen von Akten allmählich unmöglich, und so nahm er 1850 seine Entlassung aus dem Staatsdienste. Er widmete sich nun vorzugsweise seiner Lieblingswissenschaft, der Entomologie, zu der er eine umfangreiche Sammlung und eine bedeutende Bibliothek besaß. Schon 1837 war sein umfangreiches Buch „Die dem Menschen und den Tieren schädlichen Insekten“ erschienen.

Am 2. Juni 1824 war er ordentliches Mitglied der Akademie gemeinnütziger Wissenschaften zu Erfurt und am 9. Juli 1825 Mitglied im Senat der Akademie geworden. 29 Vorträge hat er in den Jahren zwischen 1826 und 1881 vor der Akademie gehalten. Die meisten befassten sich in biologischer Sicht mit Insekten wie der am 20. Mai 1840 gehaltene Vortrag über die Wanderheuschrecke. Doch auch in literarischer Beziehung wandte er sich seinem Lieblingsgegenstand zu, wie z.B. ein Vortrag über die mythologische Bedeutung der Biene beweist. Dass Kefersteins Interessen weitgespannt waren, das wird durch Vorträge über die „Tragweite des Schalles" (1837), über soziale Fragen der Gegenwart (1847), den „Fortschritt der Cholera" (1849), über den „Monotheismus der Juden" (1865), über die „Bildung des Staates der alten Sachsen" (1881) unter Beweis gestellt. Einige seiner Vorträge sind im Druck erschienen. In der Breite seiner Interessen glich er seinem älteren Bruder Christian (1784-1866), einem bekannten Mineralogen und Geognosten, der sich auch mit völkerkundlichen und sprachwissenschaftlichen Fragen beschäftigte.

Keferstein vermählte sich am 9. Juli 1826 in der Augustinerkirche mit der 1804 geborenen Elisabeth von Janowsky, einziger Tochter des Hauptmanns Anton von Janowsky, Platzkommandanten von Erfurt. Die Ehe blieb kinderlos. Keferstein, der mehr als 60 Jahre in Erfurt gelebt hat, wohnte zunächst in der Kleinen Arche, ab den 1840er Jahren in dem Hause „Zum Grünen Sittich und gekrönten Hecht“ (heute Johannesstraße 178, Ecke Krämpferstraße), das er bald auch zu Eigentum erwarb.

Veröffentlichungen

„Die dem Menschen und den Tieren schädlichen Insekten“, 1837

Quelle

Zitiert aus Amtsblatt Erfurt (R.B.)

Letzte Aktualisierung ( 01. 11. 2016 )
 
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