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17. 10. 2017
Schön, Otto - Maler, Grafiker, Bühnen- und Kostümbildner PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Detlef Tonn   
07. 04. 2016
Entdeckungswürdiger Thüringer Vertreter der Neuen Sachlichkeit

* 1893 in Suhl
† 1971 in ?

Neben frühen Bühnendekorationen und Kostümentwürfen umfasst Schöns Oevre Porträts und Landschaften, Stillleben, Interieurs und Phantasiestücke; sein technisches Können erstreckt sich auf die Gebiete Malerei, Zeichnung, Aquarell und Druckgraphik mit Radierung, Holzschnitt, Lithographie. Nach expressionistischen Anfängen und kubistischen Experimenten gilt Otto Schön seit 1924 als Vertreter der Neuen Sachlichkeit .

 

Ab 1910 studiert er an der Kunstgewerbeschule München bei R. Engels und bleibt auch nach dem Studium dort ansässig. 1920 bis 1935 nimmt er als Mitglied der Münchner Sezession an deren Ausstellungen teil, wo auch das neusachliche Stilleben "Goldlack mit Kakteen" gezeigt wird.
Schön hinterließ sein gesamtes ihm verbliebenes Werk seiner Heimatstadt Suhl, obwohl er die meiste Zeit seines Lebens in Bayern verbrachte.

Werke
Otto Schön Goldlack mit Kakteen 1930
Otto Schön: Goldlack mit Kakteen, Öl 1930© Foto: jenapolis.de

Seine Bilder sind heute extrem selten zu finden: Bei der Plünderung von Haus und Atelier nach Kriegsende im amerikanisch besetzten Göppingen kam ein Großteil des dort gelagerten Frühwerks abhanden oder wurde zerstört.
Um so gewichtiger erscheint es, dass seit 2013 im Angermuseum Erfurt sein excellentes Bild präsentiert werden kann:
„Goldlack mit Kakteen“, Öl 1930
Otto Schön ist damit erstmals mit einem Werk im Erfurter Kunstmuseum präsent.
Das vorzüglich erhaltene Bild und prachtvolle, akribisch konzipierte Stillleben ist nicht allein von großem Zauber und ein Virtuosenstück in der malerischen Behandlung der Kakteen, es hat eine Qualität wie ein guter Otto Dix (1891-1969) und steht den bekannteren Vertretern der Neuen Sachlichkeit wie Alexander Kanoldt (1881-1939) oder Christian Schad (1894-1982) in nichts nach. Dieses Hauptwerk eines bis jetzt noch kaum wahrgenommenen Thüringer Malers passt ideal zu der bedeutenden Traditionslinie der Erfurter Gärtnereien, speziell in der Kakteenzucht -  Stichwort Kakteen-Haage (seit 1822).
Der vormalige Direktor des Angermuseums, Dr. Morath-Vogel, war ab 2009 trotz mehrerer Rückschläge über vier Jahre unablässig bemüht, das wichtige Bild aus der inzwischen aufgelösten Sammlung Hoh für Erfurt zu sichern, und hatte letztlich doch noch beim dritten Versuch Erfolg. Es konnte zwar nicht direkt durchs Museum aber auf seinen Vorschlag hin wenigstens durch die Ernst-von-Siemens-Kunststiftung im November 2013 erworben werden, die es dem Angermuseum als unbefristete Dauerleihgabe zur Verfügung stellt.
Ein wichtiges stilgeprägtes und zu Erfurt beziehungsreiches Bild und sein bisher kaum bekannter Thüringer Schöpfer können nun im Kunstmuseum der Landeshauptstadt entdeckt werden.

Siehe auch: Die Goldlackkultur in Erfurt

Ausstellungen

1920 bis 1935 Münchner Sezession (als deren Mitglied)

Ehrungen

Preis der Deutschen AIbrecht-Dürer-Stiftung der Stadt Nürnberg, 1934

Straßenbenennung

Otto-Schön-Straße, Suhl-Lauter (Vorderer Bocksberg)

Quelle

Allg. Anzeiger Erfurt (dp)

Letzte Aktualisierung ( 01. 11. 2016 )
 
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