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15. 12. 2017
Friedrich, Adolf - Maler PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Detlef Tonn   
14. 04. 2016
Rudolstädter Original und leidenschaftlicher Maler

* 24. Juli 1855 in Rudolstadt
† 15. Februar 1936 ebenda

Maler Adolf Friedrich
Der Maler Adolf Friedrich, so wie man ihn in Rudolstadt kannte,
sein Äußeres war ihm gleichFoto: privat

Viele Rudolstädter der älteren Generation kennen noch seine lebendigen Ölbilder. Bereits zu Lebzeiten schaffte es der Maler Adolf Friedrich ein Rudolstädter Original zu werden,  Seine Markenzeichen: Naturbursche mit Rauschebart, Pfeife und Filzhut sowie alten Karren mit Staffelei. Im Laufe der Zeit entfernte er sich mehr und mehr von den bürgerlichen Normen.
Aus Leidenschaft schaffte Adolf Friedrich unermüdlich bis ins hohe Alter Hervorragendes in seiner künstlerischen Bestimmung. Seine Bilder, ob Stillleben, Porträts oder Landschaften, zeugen von Harmonie in Motiv, Farbe und Licht und einer tiefen Heimat- und Naturverbundenheit. Großer Beliebtheit erfreu(t)en sich die realitätgetreuen Ansichten der Stadt mit Schloss Heidecksburg, die er von "seiner geliebten" Friedrichshöhe aus fertigte, der Natur in und um Rudolstadt bis hinunter ins Schwarzatal.
Die meisten Motive der Friedrichschen Malerei sind bekannt, andere wie das Stadttor „Der Storch“ legen Zeugnis von inzwischen abgerissenen Bauten ab. Doch lassen sich nicht alle Landschaften und Datierungen eindeutig zuordnen.

Der als Sohn eines Kunstschießbudenbesitzers geborene Adolf Friedrich - namensgleich mit dem Dredner Maler des 19. Jahrhunderts - lernte beim Rudolstädter Hofdekorationsmaler Franz Dreßler und schulte seine Kunst auf zwei Wanderjahren zwischen Dresden, Breslau und Wien.
Seit 1880 lebte Adolf Friedrich wieder in Rudolstadt als Dekorationsmaler, der sich und seine Familie mit dem Ausmalen von Räumen und dem Gestalten von Prospekten für Schausteller und Vereine durchschlug. Als Beispiel zeigte die Ausstellung 2016 eine farbenprächtig gemalte Ehrenscheibe zur Gründung der Rudolstädter Schützengesellschaft.

1895 erwarb Friedrich ein Anwesen auf der Osterlohshöhe, das er zur Gaststätte ausbaute und zog mit den seinen von der Stadt hinauf in die „Bellevue-Etage“. Hier lebte er dann – herrlicher Ausblick auf Schloss Heidecksburg und die Stadt inbegriffen – mit seiner Frau Anna sowie ihren sieben Kindern und betrieb die Gastwirtschaft. Vielmehr überließ er letzteres seiner Frau, denn unablässiges Malen war ihm ein inneres Bedürfnis, der Inhalt seines bescheidenen Lebens und viel wichtiger als die Führung seiner Gaststätte "Zur Friedrichshöhe" auf dem Rudolstädter Viehberg. So hatte seine Frau Anna, die sich schon zuvor um den Absatz der Bilder gekümmert hatte auch noch die Bürde, den Schankbetrieb am laufen zu halten.
Adolf Friedrich verzierte zwar auch hier die Räume, war aber lieber in der Natur, malte Dörfer, Landschaften, Rudolstädter Stadtansichten und immer wieder Schloss Heidecksburg.

Er hatte es nicht leicht, seine Bilder entsprechend ihrem Wert zu verkaufen, so „konnte er nur wenig zum Familieneinkommen beitragen. Oftmals war er gezwungen, Bilder gegen dringend benötigte Lebensmittel oder neue Malfarben einzutauschen.
Sein tragisches Ende durch Suizid 1936 war vielleicht abzusehen. Im Jahr zuvor hatte der Maler die Gaststätte auf der Osterlohshöhe, die längst nach ihm Friedrichshöhe hieß, an den Bierverleger Müller verkaufen müssen.

Werke / Verbleib
Adolf Friedrich: Schloss Heidecksburg, Öl 1914
Adolf Friedrich: Schloss Heidecksburg von Norden im Winter, Öl auf Pappe 1914Privatbesitz

Wie viele Bilder entstanden sind, ist nicht überliefert. Viele befinden sich noch heute im Privatbesitz. Einige wurden über einen Feinkostladen in Leipzig, den ein Sohn von ihm betrieb, in alle Welt verkauft.
Im Fundus des Thüringer Landesmuseums Heidecksburg befinden sich 80 Ölbilder von Adolf Friedrich und zudem etwa 20 Bilder seiner Söhne Erich, August, Franz und Florian.

Ausstellungen

2016 (zum 80. Todestag), 23. Januar – 5. März, in Rudolstadt, „KulTourDiele“, in den ehemaligen Wohnräumen (!) Friedrichs, die der Maler jedoch 1895 wegen des Kaufs eines  Grundstücks mit Wohnhaus auf dem Viehberg aufgab.
Leihgaben aus Privatbesitz und Sammlungsbestand des Thüringer Landesmuseums Heidecksburg.
Laudatorin Jeanette Lauterbach, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Museums Heidecksburg: Friedrich ein Künstler „mit großer Begabung und Liebe zur Malerei und zur Heimat“.
Die Initiatorin der Ausstellung, seine Urenkelin Christiana Bärwolf, wies darauf hin, dass der Maler zu Rudolstadt gehöre „wie Schiller und Anton Sommer“. Sie dankte den Leihgebern: Das letzte Bild sei erst kurz vor Ausstellungsbeginn gekommen – und sie habe dadurch einen weiteren Urenkel von Adolf Friedrich kennengelernt.

Quellen

Allg. Anzeiger v. 20. Januar 2016
OTZ Saalfeld v. 27. Januar 2016

Letzte Aktualisierung ( 22. 04. 2016 )
 
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