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21. 11. 2017
Arp, Carl - Landschaftsmaler, Radierer PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Detlef Tonn   
22. 04. 2016
Rückkehr an die Weimarer Kunstschule trotz Bildverbannung

* 3. Januar 1867 in Kiel
† 6. Januar 1913 in Jena

Vertreter der „Weimarer Malerschule“ (1860-1900)
Lehrer: Kalkreuth, Hagen

Carl Arp wurde 1867 in Kiel als Sohn des Brauereibesitzers Hans Friedrich Heinrich Arp geboren. Er besuchte das dortige Gymnasium bis zur Obersekunda und begann dann eine Lehre als Gärtner.
„Er war seit 1886 Schüler der Naturklasse Leopold von Kalkreuths (1855-1928) an der Weimarer Kunstschule gewesen. Nach einem Aufenthalt in München und Sizilien von 1889 bis 1891 kam er nach Weimar zurück und arbeitete in Theodor Hagens (1842-1919) Atelier. Mehr aber noch war er ein 'Schüler' seines älteren Landsmanns und Freundes Christian Rohlfs (1849-1938).

Arp: Die alte Brücke in Saalfeld
Carl Arp: Die alte Brücke in Saalfeld. Öl/Pappe, um 1889© Klassik-Stiftung Weimar, Schloßmuseum

Wo in anderen Akademiestädten die konservativen Professoren verdammten, nahmen in des Großherzogs Kunstschule Lehrer und Studierende mit Begeisterung das neue farbige Sehen an und arbeiteten danach. Die nun erkennbaren 'Verirrungen' des Schiller-Enkels Freiherr von Gleichen-Russwurm und des lebenslänglich angestellten Professors Hagen musste der Großherzog wohl dulden, aber er war nicht gewillt, bei Studierenden tolerant zu sein. Im Januar 1894 gab er den 'allerhöchsten Befehl', das soeben ausgestellte Gemälde des Hagen-Schülers Carl Arp sofort aus der Permanenten Ausstellung zu entfernen. Dabei hat es sich nicht etwa um thematisch bedenkliche Bilder gehandelt. Arp hatte die dynamische Pinsel- und Spachelarbeit von Rohlfs für sein eigenes landschaftliches Schaffen angenommen. Möglich, dass solche Werke, mit der Palette der Impressionisten gemalte Landschaften, den Zorn des Großherzogs verursachten. In dem kleinen Weimar, wo das öffentliche Kunstleben recht eigentlich um die Permanente kreiste, erregte der allerhöchste Befehl gehöriges Aufsehen. Carl Arp trat sofort aus der Schule aus, das Professorenkollegium erhob Protest gegen den Befehl, weil die Erfüllung der Pflicht der Studierenden, in der Permanenten auszustellen, bestraft worden sei. Auch sei die Lehrfreiheit angegriffen, die der Großherzog selbst in den Satzungen der Kunstschule bestätigt habe. Der Protest der Professoren erreichte jedoch den Großherzog nicht. Direktor Graf von Görtz gab ihn nicht weiter. 'Er habe bereits mit dem Großherzog gesprochen, weitere Erörterungen erübrigten sich.'

Carl Arp hat sich danach wieder nach Sizilien gewandt, wo in Taormina 1986 sein Sohn Hans zur Welt kam. Gemälde, die er nach Weimar sandte, stellte die Permanente im gleichen Jahr aus.
Nach seiner Rückkehr verlebte Carl Arp den Sommer 1899 mit seinen Landsleuten und Freunden Rohlfs und Linde in seiner schleswigschen Heimat, wo die Künstler in Lübeck, der Vaterstadt Lindes, mit dessen Bruder, dem Arzt Dr. Linde, bekannt wurden, der bald danach der erste Mäzen Edvard Munchs wurde.

Arp: In den Bergen bei Leutra
Carl Arp: In den Bergen bei Leutra [bei Jena]. Öl/Karton o.J.© auktionshaus-stahl.de

Arp ließ sich Anfang des neuen Jahrhunderts endgültig in Weimar nieder. Die Motivwelt seines Schaffens, das zu manchen Zeiten stark an Rohlfs erinnert, umfaßt die Thüringer Landschaft, die Alpen, das südliche Italien und Sizilien. Jedoch verdienen unter seinen Arbeiten auch Innenräume Beachtung, in denen er das von der Thedy-Klasse in Weimar gepflegte, letzten Endes von Leibl übernommene Motiv mit den neuen impressionistischen Mitteln zu einer stilllebenartigen, farbigen und atmosphärischen Harmonie geführt hat.“ (Scheidig)

 

Werke / Verbleib

Werke von Carl Arp finden sich in Museen seiner Geburtsstadt Kiel und seiner Hauptwirkungsstätte Weimar, Klassik Stiftung, Schloßmuseum.
In letzterem u.a.: Die alte Brücke in Saalfeld (um 1889), 1898 Schenkung des Künstlers für die Ehrengalerie des Großherzogs Carl Alexander von Sachsen-Weimar-Eisenach.

Ausstellungen
  • Weimar, Permanente Kunstausstellung: 1888-90, 1892, 1896
  • Weimar, Großherzogliches Museum für Kunst und Kunstgewerbe am Karlsplatz [=“Permanente“?]: 1913, Gemälde von Prof. Carl Arp † [Ausstellung zu seinem Tode]
  • Weimar, Druckgrafisches Museum Weimar: 2010, Hinaus in die Natur! Der Weimarer Radierverein. 1. Jahresmappe 1911, Blatt 2, Abendstimmung
  • Kunsthalle zu Kiel: 2014, Vom Eise befreit… Frühlingsspaziergang mit Werken aus der Graphischen Sammlung. U.a. Carl Arp mit Aquarellen, Handzeichnungen und Graphiken
Quellen

Scheidig, Walther: Die Weimarer Malerschule 1860 - 1900, Leipzig 1991.

Letzte Aktualisierung ( 01. 11. 2016 )
 
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