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25. 06. 2017
Rupp, Heinrich Bernhard - Botaniker PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Detlef Tonn   
14. 11. 2016
Wegbereiter einer umfassenden floristischen Erforschung Thüringens und bedeutsamer Vorläufer von Linné

In ihren Werken untrennbar miteinander verbunden: die wegbereitenden Floristen des 18. Jahrhunderts in Thüringen H.B. Rupp & J.H. Tiemeroth d.J. (→ Beitrag)
Rupp lieferte mit seiner bis dahin die heimische Flora am umfangreichsten repräsentierenden Flora Jenensis (Erstausgabe 1718) die Bestimmungsgrundlage für Tiemeroths Pflanzendarstellungen.

* 22. August 1688 in Gießen
† 7. März 1719 in Jena

Sein offizielles botanisches Autorenkürzel lautet Ruppius.

"Epoche machte jedoch Ruppes Flora Jenensis, welche 1718 erschien; hiernach wurde der bis jetzt auf einen engen klösterlichen Garten eingeschränkten, bloß zu ärztlichem Zwecke dienenden Pflanzenbetrachtung die ganze reiche Gegend eröffnet und ein freies frohes Naturstudium eingeleitet."
Johann Wolfgang Goethe

 

H.B.Rupp: Flora Jenensis 1718, hg. von J.H.Schütte. Titelseite
H.B.Rupp: Flora Jenensis 1718, hg. von J.H.Schütte. TitelseiteDigitalisat von BSB/MDZ

Thüringen fand zu Beginn des 18. Jahrhunderts auf botanischem Gebiet einen glänzenden Vertreter in dem genialen Heinrich Bernhard Rupp (auch Ruppe, oder latinisiert Ruppius). Er vereinte in sich das Streben nach Kenntnis und Unterscheidung der Arten mit dem Bemühen um Kenntnis und Unterscheidung der Gattungen. Dadurch wurde er neben Johann Jacob Dillen (latin. Dillenius) (1684-1747) zu einem der bedeutsamsten Vorläufer von Carl von Linné (1707-1778) (Wein 1931: S. 13). „Die ausgezeichnete Beobachtungsgabe, die hervorragende Gründlichkeit und der kritische Blick“ (Wein 1931: S. 14) sowie ein unbändiger Forscherdrang zeichneten ihn aus.

Rupp hat sich um die deutsche Flora sehr verdient gemacht; denn er hat nicht allein die Gegenden um seine Geburtsstadt Gießen, sondern insgesamt weite Teile Deutschlands, vom Niederrhein im W bis in die Lausitz im O, floristisch durchsucht. Er durchlief zuerst den ganzen Niederrhein. Der berühmten Schweizer Naturforscher und Dichter Albrecht von Haller (1708-1777) sagt (in praefat. Flor. Jenens. Jenae 1745.) von ihm ... Im Bergischen fand er das Lycopod. Sabinae facie; bei Düsseldorf und Kaiserswörth [Kaiserswerth zu Düsseldorf] die Parietaria diffusa M. et K.; im Klevischen bei Orsoy [Rheinberg] und der Schankenschanze [Schenkenschanz zu Kleve] die Menyanthes nymphoides … (Oligschläger 1833: S. 339).
In Mitteldeutschland hat Rupp besonders Thüringen, den Harz (Ilfeld) sowie einige Teile Sachsens (u.a. Meißen) und Anhalts mit Eifer und Spürkraft durchforscht, „die Standörter der Pflanzen genau aufgezeichnet, und auch zur Vermehrung und Verbreitung der seltenen Gewächse beigetragen.“ (Dietrich 1821: S. 328-30)

Rupp verfaßte eine Flora von Jena (Flora Jenensis...), in der wir den ersten Versuch vor uns haben, die Flora Thüringens landesweit zu erfassen (AHO 1997: S. 49). Er hatte sich bei seinen Beobachtungen nicht etwa nur auf Jena und seine heute immer noch reiche floristische Umgebung beschränkt, wie man aus dem Titel seines Werkes schließen könnte, sondern auf privaten Exkursionen weite Teile Thüringens bis ins Vorland des Harzes mit einbezogen (AHO 1997: S. 49). So nennt er bereits selbst in seinem Vorwort Orte, die er dabei berührt hat, Creuzburg, Eisenach, der Inselsberg, Gotha, Arnstadt, Erfurt, Rudolstadt, Schwarzburg, Saalfeld, Eisenberg, Gera, Weida, Querfurt, Wendelstein, Greußen, Langensalza, Sondershausen, der Kyffhäuser (Wein 1931: S. 13).
Und die Umgebung von Jena wurde neben der Gießens mit einem Schlage zu einem der floristisch am besten bekannten Gebiete Deutschlands, vielleicht sogar des gesamten Europas (Wein 1931: S. 13). Rupp leistete einen bedeutenden Beitrag für die floristische Erforschung Thüringens.

Seine durch die Flora Jenensis dokumentierte Forschungsarbeit erstreckte sich dabei nicht nur auf die Phanerogamen (Blütenpflanzen), sondern auch im besonderen auf die Kryptogamen (Niedere Pflanzen wie etwa Algen, Moose, Flechten, Farnpflanzen und Pilze), die zu jener Zeit, Anfang des 18. Jahrhunderts, zumeist noch nicht im Blickfeld der Untersuchungen standen.
Er hat viele neue Gattungen und Arten entdeckt. Eine ganze Reihe von Arten, die bei ihm genannt werden, bedeuten Erstnachweise für die Flora Deutschlands. Hier werden bereits etwa 30 Orchideenarten aufgeführt (AHO 1997: S. 49), darunter:
Corallorrhiza trifida, Dactylorhiza fuchsii, D. sambucina: Jenaer Forst, Gymnadenia conopsea, Listera cordata: Inselsberg, Brocken, L. ovata: Jenaer Rautal, Cospeda, Neottia nidus-avis, Ophrys insectifera, O. sphegodes: Kunitzer Berg, Weinberge bei Tautenburg, Orchis pallens, O. purpurea: Jenaer Rautal, Wald und Pfingstwiese bei Jena-Priesnitz, Tautenburger Forst, O. tridentata, O. ustulata: Pfingstwiese und hinter der Rietwiese oben im Walde bei Jena-Priesnitz, Welmese, Platanthera bifolia, Spiranthes spiralis.
Seine Kenntnis der Gewächse ging weit über das Oberflächliche. Sehr oft hat er nach den Staubfäden Pflanzen unterschieden. „Besonders Ruppius hat nicht nur auf die Blumen und deren re- und irregularität, sondern auch auf die Anzahl der Blumenblätter so wohl, als auch die Anzahl des Saamens sein Augenmerk gerichtet“ (Ernsting 1762: S. 43). Er wandte sich unbedingt auch den kritischen Arten zu. Rupp hat [noch] die Rivinsche Methode befolgt. (Borkhausen 1797: S. 460).
Neben seinen intensiven Forschungsexkursionen hat er jedoch kein eigenes Herbarium angelegt. (Bischoff 1839: S. 479/80). Dazu wird er bei seinen sehr kärglichen  Lebensumständen wohl auch nicht in der Lage gewesen sein, denn er musste bei dem enormen Streckenpensum, was er täglich bewältigte, bereits die Aufzeichnungen zu den Befunden und Fundorten führen.

Rupp vermittelte sein großes Wissen und die seine gewonnenen Erkenntnisse auch weiter. Sein in vieler Beziehung ähnlich gearteter Schüler und Freund Johann Christian Buxbaum (1693-1730), mit „Enumeratio plantarum accuratior in agro Hallensi locisque vicinis crescentium" (1721) der Verfasser einer Flora von Halle a.S., konnte jedoch nicht an die herausragende Befähigung seines Lehrers heranreichen (Wein 1931: S. 14).

Rupps Geburtsstadt Gießen in Hessen mit seiner Universität entwickelte sich in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts für kurze Zeit zu einem botanischen Zentrum von europäischem Rang. Zwei weitere der bedeutendsten deutschen Forscherpersönlichkeiten der Zeit sind hier als Zeitgenossen von Rupp tätig gewesen:

  • der Botaniker Dillen, Wesensverwandter, Freund und Mitstreiter Rupps, wie dieser zum Botaniker geboren; der an hiesiger Universität studierte und promovierte, sowie
  • der Naturforscher Michael Bernhard Valentini (1657-1729 Gießen).

Alle drei brachten fast zu gleicher Zeit ihre bemerkenswerten und hervorragenden Arbeiten im Druck heraus: Rupp seine „Flora Jenensis“ 1718 (allerdings von anderer Hand, dazu später) und Dillen eine Flora von Gießen 1719, in der er bereits an mehreren Stellen auf die Flora des Freundes aktuell Bezug nimmt. Beide ähnlich umfassenden Florenwerke, die sich in ihrer Anlage, wie etwa der Berücksichtigung der Kryptogamen, ähnlich sind,  bedeuteten gleichsam zukunftsweisende Meilensteine in der neuzeitlichen floristischen Erforschung Deutschlands.
Vom dritten im Bunde, Valentini, erschien ebenfalls 1719 ein reich illustriertes Kräuterbuch.

Rupp hatte 1704 in seiner Heimatstadt ein Medizinstudium aufgenommen, wobei er bereits Dillen kennenlernte und sich mit ihm anfreundete. Er verließ Gießen und setzte sein Studium der  Medizin und Botanik fort u.a. in Leipzig, Halle-Wittenberg, ab 1711 an der Universität Jena, ab 1712 in Leiden. 1713 kam er erneut nach Jena, um dort eine akademische Laufbahn anzustreben. In diesem Zusammenhang entstand der Plan zu seine „Flora Jenensis“.
Der völlig mittellose Rupp hatte seine Studien- und Forschungsarbeit unter den größten materiellen Schwierigkeiten zu bewältigen. Er „hatte sich nichts weniger als der Unterstützung des damaligen Universitätslehrers Professor Johann Adrian, auch Hadrian, Slevogt (1653-1726)  [1695 zum Professor der Medizin, Anatomie und Botanik berufen], zu erfreuen; als derselbe [Rupp] vollends ohne Erlaubnis der Universität Privatvorlesungen über Botanik zu halten begann, mußte er, von der Universität aus wegen Verletzung ihrer Rechtsame verfolgt, aus Jena entfliehen. Rupp kehrte gleichwohl später nach Jena zurück.“ (Regel 1894: Einleitung S. 5)

Da er aber an der Universität nicht angestellt wurde, geriet er in immer größere Not und verkaufte deshalb 1717 das Manuskript mit seinen Bemerkungen und alle Materialien, die er über die Jenaer Flora gesammelt hatte (Dietrich 1821: S. 328-30), an den befreundeten Medizinstudenten Johann Heinrich Schütte, der deutsche Pflanzennamen beifügte und die Flora inzwischen aber gegen den Willen Rupps, vermutlich wegen dessen Absicht einer Verbesserung und Erweiterung, 1718 in der Erstausgabe drucken ließ. (AHO 1997: S. 49)
Rupp schrieb aber eine zweite überarbeitete und vermehrte Ausgabe, in die er Korrekturen einfließen ließ, die jedoch erst nach seinem Tode (1719) im Jahre 1726 durch Frölich erschien.
Eine dritte Auflage, vorzüglich bereichert und mit schönen Kupfern [Abbildungen] versehn, folgte zu Jena 1745 durch den großen Haller, welcher damals Professor in Göttingen war, bearbeitet und herausgegeben (Regel 1894: Einleitung S. 5). Die Pflanzen sind [weiterhin] nach dem Rivin'schen Systeme geordnet, welches aber theilweise verbessert ist. (Bischoff 1839: S. 479/80). Von Haller war häufig bei seinem Schwiegervater Teichmeyer in Jena zu Gast und bewunderte die Schönheit der Jenaer Umgebung. Von mehreren ausgedehnten Exkursionen brachte er Pflanzen von Jenas Bergen in sein Herbarium ein und konnte so Jenas Flora und die diesbezügliche neue Ausgabe aus eigenen Belegen mehren (LiteraturLand Thüringen).

Ein Vorstellung von den dramatischen Lebensumständen Rupps, die aus heutiger Sicht unfassbar erscheinen, gibt Graumüller 1815 in der Vorrede (S. IXf.) zu seiner Flora von Jena, die der Hallerschen unmittelbar folgte:

" … Zu des ältern Zeiten lebte auch in Jena ein alter [?, Rupp starb mit 30!], armer, aber verdienstvoller Candidat der Medicin, Heinrich Bernhard Rupp, aus Gießen, ohne Aufsehen, der in seiner Stille und gleichsam Verachtung, zu seiner Zeit außerordentlich viel geleistet hat. Er trieb das Studium der Botanik mit dem größten Eifer, war ganz zum Botaniker gebohren, und durch ihn erhielt gewiß damals die ganze Kräuterkunde ein neues Leben. Alle Winkel unserer Gegend sind von ihm durchsucht worden; desgleichen Thüringen, Sachsen, Meißen, die Lausitz, ein Theil von Hessen, die Wetterau, Rheinufer etc. Wo er am Abend hinkam, es mochte eine Wiese, ein Wald etc. seyn, da blieb er des Nachts hindurch unterm freyen Himmel, aß ein Stück trocknes Brod, trank Wasser dazu, und am Morgen, öfters vom Regen und Thau durchnäßt, setzte er seine botanischen Exkursionen weiter fort. Die Belohnung seines außerordentlichen Fleißes war: daß er in den dürftigsten Umständen starb! Sein Andenken findet man hier noch an jeder Mauer, an der Stadtkirche, an vielen Häusern etc. Er hat nemlich das Antirrhinum Cymbalaria L., das Cympelkraut, dessen Vaterland Italien etc. ist, hier zuerst angepflanzt und einheimisch gemacht, das sich von der Zeit an in ungeheurer Menge ausgebreitet hat. So oft ich diese Pflanze sehe, erinnere ich mich an diesen eifrigen Botaniker, und es ist zu bewundern, daß er bey seiner Armuth so viel für die Kräuterkunde hat leisten können. Ein Beweis, was er in botanischer Hinsicht, für unsere Gegend gethan, ist seine für die damalige Zeit sehr schätzbare Flora: H. B. Ruppi Flora Jenensis … "

So können wir Rupps „Flora Jenensis“ zwar nicht im Sinne einer Vollständigkeit, aber schon in ihrer Anlage mit landesweit verstreuten Befunden, mit einiger Berechtigung als einen wirklichen Vorläufer einer Flora von Thüringen im neuzeitlichen Sinne ansprechen, und Rupp selbst damit als einen wegbereitenden Pionier unter Thüringens Floristen würdigen. Sein innewohnender unbedingter Forscherdrang, der ihn immer weiter vorantrieb, war stärker als das Hindernis völlig unzulänglicher materieller Voraussetzungen. Vieles konnte er nur unter größten Entbehrungen in die Tat umsetzen. Wohl mangelte es ihm auch an einer wirklichen Unterstützung seines Vorhabens, die er selbst in Jena zu finden nicht in der Lage war, obgleich die Universitätsstadt an der Saale  zu jener Zeit das mit Abstand führende Wissenschaftszentrum in Thüringen darstellte, hinter dem Erfurt noch lange zurückblieb.

Rupp geriet immer tiefer in einen Strudel aus Notlage und Konflikten, die auch zunehmend seine Gesundheit angriffen, was in tragischer Weise auch zu seinem frühen Tod geführt haben mag. So bleibt zu beklagen, was Rupp seiner außerordentlichen Begabung entsprechend, noch zu leisten imstande gewesen wäre (Wein 1931: S. 14). Er hätte ein ganz großer unter den deutschen Floristen werden können.
Zu würdigen ist indes sein Verdienst, einer der ersten unter den thüringischen, ja deutschen Floristen gewesen zu sein, der von wahrem neuzeitlichen Forscherdrang beseelt war und sich nun unbedingt auch Themen zuwandte wie etwa den kritischen Arten.
Das Zeitalter der Aufklärung kündigte sich an und damit rückte das Innenleben in den Blick zunehmenden Interesses. Auch das Naturgefühl erfuhr eine bedeutsame Zunahme an Intensität. Mit seinem Anwachsen gewannen auch die Naturwissenschaften an Bedeutung (Wein 1931: S. 14).

Der Botaniker Heinrich Bernhard Rupp war ein außergewöhnlicher Forschergeist seiner Zeit, hochbegabt, genial, immer fort suchend, der aber tragisch an seinen Lebensumständen scheiterte. Seinen Ruhm konnte er nicht mehr selbst erleben, höchstens erahnen. „Ohne ein Amt anzunehmen, brachte er sein Leben in Niedrigkeit und Armuth hin.“ (Sprengel 1818, S. 212)
Rupp starb am Sonntag, dem 7. März 1719 (Spangenberg 1819: S. 42) mit nur 30 Jahren in großer Armut. Er erlag [vermutlich] einem Schlaganfall. (AHO 1997: S. 49). "Schade, daß er so früh, als Student, ein Opfer seines botanischen Eifers wurde.“  (Borkhausen 1797: S. 460)

Ruppia maritima mit Blüten
Ruppia maritima mit Blüten, Grado (It) 2006© Foto:  A. Mrkvicka / Botanik im Bild

Dem Andenken des Heinrich Bernhard Rupp gewidmet, hat Linné den wissenschaftlichen Namen Ruppia für die Gattung der Salden eingeführt.
Ruppia maritima (Meer-, auch Strand-Salde) ist eine charakteristische Pflanzenart des Lebensraumtyps (LRT) 1340 „Salzwiesen im Binnenland“ und in Thüringen vom Aussterben bedroht (RLT 1 - Rote Liste Thüringen, Stand 2011). Gustav Oertel (1834–1908) fand noch am 7. Juni 1881 die verschollene Ruppia maritima im „Solbache an der Numburg“ wieder auf. Gegenwärtig hat die Meer-Salde als Wasserpflanze in den weniger verschlammten Abschnitten des Solgrabens bei Artern  ihr einziges binnenländisches Vorkommen in Deutschland. Dort wurde die Art auch von Prof. D.F.L. Schlechtendal gefunden (Linnaea, Journal für die Botanik, 1833) sowie von H.G.L. Reichenbach in Deutschlands Flora 1845 genannt.
Mehr: Regionalmuseum im Schloss zu Bad Frankenhausen, Dauerausstellung Salziger Reichtum

Werke / Veröffentlichungen

Schuette, Johann Heinrich (Hg. & Bearb.): Henr. Bernh. Ruppii Flora Jenensis  sive enumeratio plantarum, tam sponte circa Jenam, & in locis vicinis nascentium, quam in hortis obviarum,  methodo conveniente in classes distributa, figurisque rariorum æneis ornata: in usum botanophilorum Jenensium edita a Jo. Henr. Schutteo, med.c.susato-guestphalo. cui accedit supplementum. Francofurti & Lipsiae, apud Ernestum Claud. Bailliar. 1718. Erstaufl. mit einer Tabelle und 3 Kupfern (2 Taf.), 360 S., Supplementum Flor Jenensis S. 361, Index Alphabeticus latinus. ab S. 376 (61 S.), Register Der Teutschen Nahmen [Schütte] (10 S.), Index IV. Plantarum florendi tempua docens. [Monatlicher Blütenzeiten-Kalender] (21 S., insg. 91 S. Index)
In dieser Schrift [gilt auch für die 2. Aufl.] werden außer von Jena zahlreiche Standorte aus Vorderthüringen (vorzüglich aus der unteren Unstrutgegend, v. Eckartsberga, Sulza, Naumburg, Erfurt, u.s.w.), vom Harz (namentlich Ilfeld), v. Eisleben, Halle, Wittenberg erwähnt (Die Schrift enthält außerdem viele Standortsangaben aus ganz Mitteldeutschland.) (Schulz 1888: S. 4)
Digitalisate von: BSB/MDZ , Google

Frölich (Hg.): Henr. Bernh. Ruppii Flora Jenensis sive enumeratio plantarum, tam sponte circa Jenam, et in locis vicinis nascentium, quam in hortis obviarum, methodo conveniente in classes distributa, figurisque rariorum aeneis ornata: in usum botanophilorum Jenensium edita multisque in locis correcta et aucta. Francofurti & Lipsiae, apud Ernestum Claud. Bailliar,  MDCCXXVI [1726]. 2. Aufl. mit einer Tabelle und 3 Kupfern (Taf.), 311 S., Nominum botanicorum abbreviatorum brevis explicatio. [Abk. der Quellen im Text] (5 S.), Index alphabeticus latinus (86 S.), Register der Teutschen Nahmen [Schütte, erweitert] (19 S.), Index Plantarum florendi tempua docens. [Monatlicher Blütenzeiten-Kalender], Errata [mit auf letzter S.] (15 S., insg. 91 S. Index)
Botanik Hessens: Florenliste unter „R“  
Digitalisate von: BSB/MDZ, Google

H.B.Rupp: Flora Jenensis 1726, hg. von Frölich. Titelseite
H.B.Rupp: Flora Jenensis 1726, hg. von Frölich. TitelseiteDigitalisat von BSB/MDZ
A.Haller, (Hg. & Bearb.): Flora Jenensis H.B.Rupps 1745. Titelseite
A.Haller, (Hg. & Bearb.): Flora Jenensis H.B.Rupps 1745.
TitelseiteDigitalisat von BSB/MDZ

Haller, Albrecht (Hg. & Bearb.): Alberti Haller […] Flora Jenensis Henrici Bernhardi Ruppii, ex posthumis auctoris schedis et propriis observationibus aucta et emendata accesserunt plantarum rariorum novae icones. - Jenae Sumptibus Christ. Henr. Cunonis 1745. 3. stark erweiterte u. verbesserte Aufl. mit einer Tabelle und 6 Kupfern (Taf.), 411 S. [mit 5 S. Addenda], Nominum botanicorum abbreviatorum brevis explicatio. [Abk. der Quellen im Text] (ab S. 411, 6 S.), Index [alphabeticus latinus] (22 S.), Erratis (1 S., insg. 29 S. Index)
Man findet hier abgebildet: Gold-Kälberkropf, auch Gold- oder Gelbfrüchtiger Kälberkropf (Chaerophyllum aureum Syn. Myrrhis aurea), Weinberg-Lauch (Allium vineale Syn. Allium arenarium), Büscheliges, auch Ebensträußiges Gipskraut (Gypsophila fastigiata), Ysopblättriger Weiderich (Lythrum Hyssopifolia), Schlammling  (Limosella aquatica), Geruchlose Nachtviole (Hesperis inodora), Weiden-Lattich (Lactuca saligna), Wald-Greiskraut (Senecio sylvaticus), Dreizähniges Knabenkraut (Orchis tridentata, Syn. Neotinea tridentata, Orchis variegata). (Sprengel 1818, S. 212)
Digitalisat von: BSB/MDZ, Digital Library del Real Jardín Botánico CSIC, Google

Ehrentaxon
  • von Rupp zu Ehren Jungermanns vergeben:
    Der Name Jungermannia wird für verschiedene Lebermoose erstmalig in der von Albrecht Haller 1745 herausgegebenen Flora Jenensis von Heinrich Bernhard Rupp erwähnt und von Linné übernommen. Geehrt wird Ludwig Jungermann, auf den die erste Flora von Leipzig zurückgeht. Sie entstand Anfang des 17. Jahrhunderts unter dem Namen “Viridarium lipsiense spontaneum seu enumeratio alphabetica fere 800 plantarum etc.”, wurde aber nicht publiziert. Das Altdorfer Manuskript befindet sich unter den lateinischen Papierhandschriften der Universitätsbibliothek Erlangen.
  • von Linné zu Ehren Rupps vergeben:
    Der wissenschaftliche Gattungsnamen Ruppia (Salden) wurde zu Ehren Rupps 1753 durch Linné in Species Plantarum eingeführt. Die Salden sind grasartige Wasserpflanzen in Brack- oder Meerwasser und die einzige Gattung der Familie der Saldengewächse (Ruppiaceae).
Quellen

Arbeitskreis Heimische Orchideen Thüringens e.V. (AHO): Orchideen in Thüringen. 1997, 256 S.
Bischoff, Gottl. Wilhelm: Lehrbuch der Botanik. Stuttgart 1839
Borkhausen, Moriz Balthasar: Botanisches Wörterbuch oder Versuch einer Erklärung der vornehmsten Begriffe und Kunstwörter in der Botanick, Band 2. Gießen 1797, S. 460
Dietrich, Friedrich-Gottlieb: Nachtrag zum vollständigen Lexikon der Gärtnerei und Botanik. 7. Bd., Berlin 1821, S. 328-30
Ernsting, Arthur-Conrad: Historische und physikalische Beschreibung der Geschlechter der Pflanzen. Welcher Linnäus systematisches Verzeichniß von den Geschlechtern der Pflanzen beigefüget worden. 1762, S. 43
Fitting, H.: … Zeitschr. f. Naturw. LXIX, 1896, p. 303ff.
Goethe, Johann Wolfgang: Schriften zur Morphologie II. Morphologische Hefte 1817-1824. Die Metamorphose der Pflanzen. Nachträge und Zusätze. I. Der Verfasser teilt die Geschichte seiner botanischen Studien mit [1817. 1824. 1828/30]: S. 567; Namenregister S. 880
Graumüller, Johann Christian Friedrich: Flora pharmaceutica Jenensis oder Verzeichnis der um Jena wildwachsenden und in Gärten und auf Feldern gezogenen in älteren und neuern Zeiten gebräuchlichen, Arzneypflanzen nebst Bemerkung ihrer Dauer und Einsammlungszeit für Aerzte, Apotheker, Droguisten und Arzneypflanzen - Sammler. Jena 1815.
Oligschläger, F. W.: Geschichte der Botanik im Bergischen, oder an der rechten Niederrhein-Seite. In: Flora oder allgemeine botanische Zeitung. 16. Jg., 1. Bd., Nro. 22. Regensburg 1833, S. 337-352
Regel, Fritz: Thüringen. Ein geographisches Handbuch. Zweiter Teil: Biogeographie. Erstes Buch. Pflanzen- und Tierverbreitung. Jena 1894
Schulz, August: Die floristische Litteratur für Nordthüringen, den Harz und den provinzialsächsischen wie anhaltischen Teil an der norddeutschen Tiefebene. Halle a. S., 1888
Spangenberg, Johann Christian Jacob: Handbuch der in Jena seit beinahe 500 Jahren dahingeschiedenen Gelehrten, Künstler, Studenten und andern bemerkenswerthen Personen, theils aus den Kirchenbüchern, theils aus andern Hülfsquellen gezogen und nach dem Jahre 1819 geordnet. Jena 1819
Sprengel, Kurt: Geschichte der Botanik. Neu bearbeitet. In zwey Theilen. Zweyter Theil. Altenburg und Leipzig: F. A. Brockhaus. 1818. Sechstes Buch. Drittes Kapitel. Untersuchung vaterländischer Pflanzen.
Digitalisat von Google
Wein, K.: Die Geschichte der Floristik in Thüringen. Fedde, Repertorium, Beiheft LXII, o.J. [1931], 26 S.
LinkFang: Heinrich Bernhard Rupp
LiteraturLand Thüringen: Der Spaziergang - Auf Schillers Spuren in Jena. 2: Über die Camsdorfer Brücke - auch eines der Sieben Wunder Jenas
Botanik Hessens: Florenliste unter „R“

 

Anhang Tafeln
  • aus H.B.Rupp: Flora Jenensis 1718
Tafel 1
Tafel 1 Digitalisat von BSB/MDZ
Tafel 3
Tafel 3 Digitalisat von BSB/MDZ
Tafel 2
Tafel 2 Digitalisat von BSB/MDZ
Tafel 4
Tafel 4 Digitalisat von BSB/MDZ
  • aus H.B.Rupp: Flora Jenensis 1726
Tafel 1
Tafel 1 Digitalisat von BSB/MDZ
Tafel 2
Tafel 2 Digitalisat von BSB/MDZ
Tafel 3
Tafel 3 Digitalisat von BSB/MDZ
Tafel 4
Tafel 4 Digitalisat von BSB/MDZ
Tafel 5
Tafel 5 Digitalisat von BSB/MDZ
Tafel 6
Tafel 6 Digitalisat von BSB/MDZ
  • aus A.Haller: Flora Jenensis H.B.Rupps 1745
Tafel 1
Tafel 1 Digitalisat von Digital Library del Real Jardín Botánico CSIC
Tafel 2
Tafel 2 Digitalisat von Digital Library del Real Jardín Botánico CSIC
Tafel 3
Tafel 3 Digitalisat von Digital Library del Real Jardín Botánico CSIC
Tafel 4
Tafel 4 Digitalisat von Digital Library del Real Jardín Botánico CSIC
Tafel 5
Tafel 5 Digitalisat von Digital Library del Real Jardín Botánico CSIC
Tafel 6
Tafel 6 Digitalisat von Digital Library del Real Jardín Botánico CSIC
Letzte Aktualisierung ( 29. 11. 2016 )
 
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