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24. 04. 2017
Voigt, Johann Karl Wilhelm – Montanist, Geologe, Mineraloge PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Detlef Tonn   
07. 12. 2016
Aktualist und bedeutender Geologe der Aufklärungszeit in Thüringen

* 20. Februar 1752 Allstedt (Sachsen-Weimar)
† 1. [dagegen 2. (Wikipedia)] Januar 1821 Ilmenau

Porträt BergRath Voigt. Steindruck v. H.Müller
Porträt BergRath Voigt.Steindruck v. H.Müller. Aus: Geschichte des Ilmenauischen Bergbaues.
Sondershausen und Nordhausen 1821. Digitalisat von BSB/MDZ

Johann Karl Wilhelm Voigt studierte zunächst 1773-75 an Universität Jena Jura und hörte danach an der Bergakademie Freiberg Vorlesungen bei dem bedeutenden Mineralogen Abraham Gottlob Werner (1750 [dagegen 1749 (Wikipedia)-1817].
Auf ersten mineralogischen Reisen durch Thüringen, die auch durch Goethe im Druck 1782 herausgegeben wurden, gewann er eigene Erkenntnisse über die Gebirgsbildung und trat damit der gängigen Lehrmeinung von Werner entgegen. In „Praktische Gebirgskunde“ (1792) führte er verschiedene Gebirgsarten auf. Er verfasste zwischen 1781 und 1805 eine Vielzahl von Schriften.
Durch Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)  in dessen ministeriellem Amt mit verschiedenen bergbaulichen Aufgaben betraut und mit ihm in regem Austausch, wurde Voigt 1789 als sachsen-weimarischer Bergrat in Ilmenau berufen, eine Lebensstellung bis zum Tod und das Fundament seiner weiteren Forschungen zur zeitlichen Dimension der erdgeschichtlichen Entwicklung.

1783 wurde Voigt auf Empfehlung des Mediziners und Botanikers Johann Jacob Planer (1743-89) als Mitglied der Akademie gemeinnütziger Wissenschaften zu Erfurt  aufgenommen. 1790 folgte seine Aufnahme in die Deutsche Akademie der Naturforscher  Leopoldina. Er war befreundet mit dem Gothaischen Geologen und Mineralogen Karl Ernst Adolf von Hoff (1771-1837).
Johann Carl Wilhelm Voigt war zwischen 1800 und 1821 mit Unterbrechungen zehn Jahre Bürgermeister von Ilmenau und trat damit in die Nachfolge seines zweiten Stiefvaters Johann Albert Federly.

Werke / Veröffentlichungen
  • Praktische Gebirgskunde [Hauptwerk] von Johann Carl Wilhelm Voigt, Herzogl. S. Weim. Bergrathe, Mitgliede der kaiserl. Akademie der Naturforscher, Mitgliede der churmainz. Akademie nützlicher Wissenschaften in Erfuth, ordentlichen Mitgliede der Societät der Bergbaukunde, Ehrenmitgliede der Gesellschaft naturforschender Freunde in Berlin, und correspondirendem Mitgliede der ökonomischen Societät in Leipzig. Mit einem Kupfer. Weimar 1792.
    Digitalisate: BSB/MDZ | HAAB
  • Geschichte des Ilmenauischen Bergbaues nebst einer geognostischen Darstellung der dasigen Gegend und einem Plane, wie das Werk mit Vortheil wieder anzugreifen; von Joh. Carl Wilhelm Voigt, … Sondershausen und Nordhausen 1821, verlegt von dem Sohne des Verfassers. 111 S.
    Digitalisat: BSB/MDZ
  • Sammlung Voigt. Stiftung Schloß Friedenstein Gotha, Museum der Natur.
Sammlungen / Verbleib
  • Sammlung Voigt. Stiftung Schloß Friedenstein Gotha, Museum der Natur.
  • Die Mineraliensammlung von Voigt gelangte 1810 durch Ankauf in die mineralogischen Sammlungen der 1796 von Johann Georg Lenz (1748-1832) begründeten Sozietät für die gesamte Mineralogie zu Jena.
Ehrungen
Ilmenau, Historischer Friedhof: Grabmal Bergrat Voigt
Ilmenau, Historischer Friedhof: Grabmal Bergrat Voigt © ilmenau.de
Straßenbenennungen
  • Ilmenau, Am Stollen: Bergrat-Voigt-Straße
  • Erfurt, Sulzer Siedlung: Bergrat-Voigt-Straße

Quellen / Literatur

Blaha, Walter: [C19] Ein erfahrender Bergmann und bedeutender Geologe. | Johann Karl Wilhelm Voigt (1752-1821). In: Benl, Rudolf (Hg./Verf.) & Blaha, Walter (Verf.): Ein eigenartiges Stück deutschen Geisteslebens - 250 Jahre Akademie gemeinnütziger Wissenschaften zu Erfurt. Eine Ausstellung des Stadtarchivs Erfurt in der Zeit vom 15. Mai bis zum 27. Juni 2004 im Kulturhof zum Güldenen Krönbacken; Katalog zur Ausstellung. Erfurt 2004, 157 S., S. 72.
Weigel, Heinrich† / Marwinski, Konrad: Voigt, Johann Carl Wilhelm. In: Marwinski, Felicitas [Hg.]: Lebenswege in Thüringen/5. Sammlung. Zeitschrift des Vereins für Thüringische Geschichte: Beiheft; 40. 496 S., S.  .

Letzte Aktualisierung ( 18. 01. 2017 )
 
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