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23. 02. 2017
Wappen der Thüringer Landkreise, Städte und Gemeinden PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Matthias Stier   
04. 12. 2006
Beitragsinhalt
Das Wappen des Freistaates Thüringen
Landkreise Altenburger Land - Zeulenroda
Städte und Gemeinden  Abtsbessingen - Buttstädt
Städte und Gemeinden  Camburg - Frießnitz
Städte und Gemeinden  Gahma - Grumbach
Städte und Gemeinden  Hachelbich - Kühndorf
Städte und Gemeinden  Langenorla - Mupperg
Städte und Gemeinden  Nägelstedt - Ruppersdorf
Städte und Gemeinden  Saalburg - Suhl
Städte und Gemeinden  Tambach-Dietharz - Zoppoten

 

Auszug aus:

Hartmut Ulle: Thüringer Wappenbuch 1994

 

Landkreise
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Städte und Gemeinden
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Das Wappen des Freistaates Thüringen

Das älteste bekannte Wappen ist in der Zeit der Ludowinger, Landgrafen von Thüringen, nachweisbar. Das nach seinem Ahnherrn Ludwig dem Bärtigen benannte thüringische Adelsgeschlecht stellte seit 1130 die Landgrafen von Thüringen und ist 1247 mit Heinrich Raspe ausgestorben. Eine aus dieser Zeit bekannte Darstellung ist das zweite von Ludwig III. gebrauchte, seit 1182 geführte Siegel. Dieses zeigt ihn mit einem Schild, den zweifelsfrei folgendes Wappen ziert: Gespaltener Schild; vorn dreimal von Rot und Silber gespalten, hinten in Blau ein aufrecht stehender goldener Löwe. Die These besagt, daß er mit dem dreifach gespaltenen Feld, je zwei rote und zwei weiße Pfähle zeigend, seine Beziehungen zum Erzbistum Mainz und mit dem roten Löwen seine Verwandtschaft mit dem staufischen Kaiserhaus, dem seine Mutter entstammte, verdeutlichen wollte. Ludwigs Nachfolger, sein von 1190 bis 1217 regierender Bruder Hermann I., führte dann bereits das thüringische Löwenwappen, wie es über Jahrhunderte gelten sollte: In Blau ein aufrecht stehender, neunfach von Silber und Rot geteilter, golden gekrönter und golden bewehrter Löwe.

Wappen Ludwigs III.
Wappen Ludwigs III. (1182)
Wappen der Ludowiger ab Hermann I.
Wappen der Ludowiger ab Hermann I. (1190)

Als 1247 das ludowingische Landgrafenhaus mit Heinrich Raspe ausstarb, übernahmen sowohl die Wettiner, die ihnen in Thüringen nachfolgten, als auch die Brabanter, die die hessischen Besitzungen der Ludowinger erhielten, das Wappen mit dem rot-weißen Löwen auf lasurblauem Grund. Während er aber in Hessen zum eigentlichen Landeswappen wurde, weshalb manche Heraldiker den Löwen heute unkorrekterweise als "Hessenlöwen" bezeichnen, stand bei den Wettinern der thüringische Löwe meist neben dem meißnischen (schwarz auf goldenem Grund).

Vollwappen des Wettiner Landgrafen Albrecht
Vollwappen des Wettiner Landgrafen Albrecht (1265)
Sternenwappen
Sternenwappen (1921)
Großes Thüringer Wappen (1933)
Großes Thüringer Wappen (1933)
Wappen des Landes Thüringen (1945)
Wappen des Landes Thüringen (1945)

Später, nach der Erwerbung des Kurfürstentums Sachsen durch die Wettiner im Jahre 1423, wurden das sächsische Rautenkranzwappen und die Kurschwerter zum Haupt- und Hauswappen der Wettiner, während der thüringische Löwe im aus den Wappen der verschiedenen wettinischen Lande gebildeten Gesamtwappen einen untergeordneten Platz einnahm. Er war aber bis 1918 unverzichtbarer Bestandteil jedes Wappens der ernestinischen und albertinischen Wettiner. Preußen, das 1815 die bis dahin albertinischen Teile Thüringens seinem Staat einverleibte, führte seitdem ebenfalls im großen Wappen das alte thüringische Löwenwappen als besonderes Feld. Erst am 1. Mai 1920 konstituierte sich nach zähem Ringen aus den bisherigen Staaten Sachsen - Weimar- Eisenach, Sachsen -Gotha, Sachsen - Meiningen, Sachsen -Altenburg, Schwarzburg-Rudolstadt, Schwarzburg-Sondershausen und Reuß der Freistaat Thüringen. Als Hoheitszeichen wurde ein völlig neues Wappen geschaffen, das sieben silberne Sterne auf rotem Grund zeigte als Symbol für die 7 Staaten, aus denen der Freistaat hervorgegangen war. Nach der im Januar 1921 eingebrachten Gesetzesvorlage sollte "der zur Hälfte aufsteigende Altthüringer weiß und rot gestreifte Löwe" zwar einen "Wappenkopf" bilden, doch entfiel er nach der Diskussion des Wappens im Thüringer Landtag gänzlich. Am 7. April 1921 beschloß der Landtag von Thüringen das "Gesetz über Wappen und Landesfarben Thüringens". Es bestimmte in § 1: "Das Wappen Thüringens bilden 7 silberne Sterne auf rotem Grund." und in § 2: "Die Landesfarben sind weiß-rot." Die Landesfarben waren damit zwar die historisch richtigen, doch war dies ein reiner Zufall. Im August 1933 führten die Nazis ein sogenanntes großes Wappen ein, das einen viergeteilten Schild mit einem fünften Feld als Herzschild hatte. Die einzelnen Felder zeigten den sächsischen Rautenkranz (für die ernestinischen Herzogtümer), den Reichsadler mit dem Fürstenhut (ihn führten die Schwarzburger, seit Günter von Schwarzburg 1349 kurzzeitig als Gegenkönig von Karl IV. fungierte), den goldenen reußischen Löwen und die Henneberger "Henne auf dem Dreiberg". Den Herzschild bildete das alte thüringische Löwenwappen - jedoch mit einem goldenen Hakenkreuz entsetzlich verunstaltet! Nach dem Zusammenbruch des faschistischen Terrorregimes wurde endlich die völlige administrative Einheit Thüringens, für die schon die revolutionären Demokraten von 1848 gekämpft hatten, hergestellt.

Thüringer Wappen ab 1991Das zur sowjetischen Besatzungszone gehörende Land Thüringen umfaßte das Gebiet des früheren Freistaates (außer der Exklave Ostheim), den preußischen Regierungsbezirk Erfurt und den preußischen Kreis Schmalkalden. Damit gehörte endlich auch die "heimliche Hauptstadt" Erfurt zu Thüringen. Das "Gesetz über das Wappen und die Landesfarben des Landes Thüringen" vom 13. August 1945 legte fest: "I. Das Wappen des Landes Thüringen bildet ein aufrecht stehender Löwe auf rotem Grund, umgeben von 8 silbernen Sternen. Als Symbol für die Vereinigung der preußischen Gebietsteile mit dem Lande Thüringen wird zu den 7 Sternen des früheren Wappens ein weiterer 8. Stern eingefügt. III. Die Landesfarben sind Weiß-Rot." Dieses Wappen wurde unter den Thüringern recht populär. Es galt, bis im Zuge der Verwaltungsreform das Land Thüringen am 25. Juli 1952 durch die Bezirke Erfurt, Gera und Suhl ersetzt wurde. Als sich 1990 die Neubildung der Länder in der noch bestehenden DDR abzeichnete, konnte bei der Frage, welches Symbol Thüringen zu geben war, die Aufgabe nur darin bestehen, die historische Quelle über die Entstehung des ersten Thüringer Wappens wiederzufinden. Dieses Symbol aber ist der gestreifte Löwe der Thüringer Landgrafen. So steht das Thüringer Wappen von 1991 zum einen in der Tradition einer mehr als siebenhundert jährigen Geschichte dieses Landes, wobei zugleich eine saubere heraldische Abgrenzung gegenüber Hessen vorliegt. Mit der Bildung des Freistaates Thüringen wurde das Wappen von 1991 beibehalten.



Letzte Aktualisierung ( 11. 09. 2014 )
 
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