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23. 04. 2017
Wappen der Thüringer Landkreise, Städte und Gemeinden PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Matthias Stier   
04. 12. 2006
Beitragsinhalt
Das Wappen des Freistaates Thüringen
Landkreise Altenburger Land - Zeulenroda
Städte und Gemeinden  Abtsbessingen - Buttstädt
Städte und Gemeinden  Camburg - Frießnitz
Städte und Gemeinden  Gahma - Grumbach
Städte und Gemeinden  Hachelbich - Kühndorf
Städte und Gemeinden  Langenorla - Mupperg
Städte und Gemeinden  Nägelstedt - Ruppersdorf
Städte und Gemeinden  Saalburg - Suhl
Städte und Gemeinden  Tambach-Dietharz - Zoppoten

Beschreibungen und Erläuterungen zu den Wappen der Landkreise

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ALTENBURGER LAND, Landkreis, hieß bis zum 10. August 1994 ALTENBURG

AltenburgALTENBURGER LAND

Der Landkreis Altenburg, zwischen den Flüßchen Schnauder und Wyhra gelegen, ist durch das einst reiche Bauerntum, seine Braunkohlehistorie, die Freiherren von Münchhausen im Renaissance-Schloß Windischleuba, die frühere Meuselwitzer Tuchmanufaktur und das Altenburger Spielkartenmuseum bekannt. Im Wappen spiegeln sich diese Historien wider: die Ähre für das Bauerntum, die Werkzeuge für die Braunkohle und die Spielkartensymbole für die Skatstadt Altenburg. Rot und Blau sind die Farben des Landkreises.

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APOLDA, ehemaliger Landkreis, seit 1. Juli 1994 Bestandteil des Landkreises Weimarer Land

ApoldaDie bedeutenden historischen Stätten des Landkreises Apolda spiegeln sich im Wappenbild wider: Der Löwe im 1. Feld stellt den Löwen der Grafen von Orlamünde dar. Da das Territorialwappen der Grafschaft identisch mit dem Familienwappen der Grafen ist, wurde dieser im Schild aufgenommen, als Hinweis darauf, daß sich auf dem Gebiet des Kreises Apolda ein Stück jener alten Grafschaft befindet. Das 2. Feld zeigt das Kreuz des Deutschen Ordens. Die Aufnahme dieses Symbols wurde auf Grund des Ordensprengels in Liebstedt vorgenommen. Allerdings wurden hier aus heraldischen Gründen die Tinkturen verwechselt. Zum anderen wurde dadurch das Wappen von Kapellendorf in seiner ursprünglichen Form erhalten, da es größere Priorität besitzt. Das 3. Feld beinhaltet das Wappen der Herrschaft Kapellendorf, das wie bei Orlamünde gleichzeitig Geschlechts- und Territorialwappen darstellt. Auch von dieser ehemaligen politischen Einheit liegt ein Stück auf dem Gebiet des Landkreises Apolda, so daß auch hier eine historische Daseinsberechtigung nachgewiesen werden kann. Das Feld 4 bringt das letzte noch verbliebene Stück Territorium des Kreises zum Ausdruck, die Herrschaft Apolda selbst. Da jedoch für dieses Gebiet zwei Wappen existieren, einmal in Silber drei gestumpfte schwarze Aststücke mit je zwei roten Äpfeln und zum anderen in Gold ein schräggelegter, dreifach gestumpfter schwarzer Ast mit drei roten Äpfeln, wurde lediglich nur ein Apfel im Schild aufgenommen. Es erfolgte eine heraldische Entlehnung. Auf diese Weise kann jedoch ein Bezug auf beide Wappen vorgenommen werden, ohne eine falsche Auslegung zuzulassen. Im weiteren Sinne kann hier auch auf die alten Schenken von Apolda, wie auch auf das Geschlecht der Vitzthume von Apolda Bezug genommen werden, da auch diese Äpfel im Schilde führten.

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ARNSTADT, ehemaliger Landkreis, seit 1. Juli 1994 Bestandteil des Ilm-Kreises

Arnstadt

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ARTERN, ehemaliger Landkreis, seit 1. Juli 1994 Bestandteil des Kyffhäuserkreises

ArternDer "Kyffhäuserkreis" Artern wird immer in Verbindung zum Kyffhäuser-Denkmal gebracht - ist dieses doch ein Sinnbild nationaler Einheit. Die Legende berichtet, daß sich Kaiser Barbarossa mit seinem Hofstaat in das Unterirdische des Kyffhäusers zurückgezogen hat. Alle hundert Jahre erwacht er aus einem tiefen Schlaf und schaut hinaus. Er stellt die Frage: "Fliegen die Raben noch?" Und sofern die Vögel die Bergspitze noch umkreisen, müsse der Sage nach der Gedanke von nationaler Einheit ein Traum bleiben. Das Wappen symbolisiert im oberen Teil die Zugehörigkeit des Kreises Artern zum Land Thüringen; Ergebnis eines Volksentscheides vom 18.3.1990. Gleichzeitig dokumentiert der alte Thüringer Löwe, daß das heutige Gebiet des Kyffhäuserkreises Artern schon früher rein thüringisch war. Der untere Teil des Schildes symbolisiert das fruchtbare Gebiet der Goldenen und Diamantenen Aue, die den Kreis umschließen, durchflossen von der Unstrut - symbolisiert durch das Wellenband.

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BAD LANGENSALZA, ehemaliger Landkreis, seit 1. Juli 1994 Bestandteil des Unstrut-Hainich-Kreises

Wappen 1948-1950 (ohne Farbangaben): Eine zweitürmige gezinnte Burg, belegt mit einem Brunnen, überhöht von drei fächerförmig angeordneten und mit einem Band umschlungenen Ähren.

Bad Langensalza
Wappen ab 1992

Im Wappen des mitten im wiedervereinigten Deutschland gelegenen Landkreises Bad Langensalza symbolisiert der silberne Wellenbalken die Unstrut; der Brunnen als Symbol der Schwefelquelle verweist auf das Heilbad, und das Widderhorn ist das Zeichen der Herren von Salza von 1261.

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BAD SALZUNGEN, ehemaliger Landkreis, seit 1. Juli 1994 Bestandteil des Wartburgkreises

Bad SalzungenDer Landkreis Bad Salzungen wurde am 1. Juli 1950 aus Teilen der Kreise Eisenach und Meiningen gebildet und umfaßt zwischen dem Kamm des Thüringer Waldes und der Hohen Rhön die Flußgebiete der mittleren Werra, der Fulda und Ulster. Das schwarze Kreuz auf silbernem Grund steht für das Hochstift (später Bistum) Fulda, dem ursprünglich der größte Teil des Territoriums des heutigen Kreises Bad Salzungen gehörte und welches beim Landesausbau und der Kultivierung des nördlichen Rhöngebietes die tragende Kraft war. Auch gehen die drei älteren Stadtgründungen des Kreises auf die Initiative der Abtei Fulda zurück. Das Rautenkranzwappen soll die ernestinischen Herzogtümer Sachsen-Weimar-Eisenach und Sachsen-Meiningen bildlich darstellen. Die Wettiner hatten im Laufe der Geschichte alle älteren Territorialherrschaften (Hersfeld, Henneberg und letztendlich Fulda und Hessen) verdrängt bzw. beerbt, so daß das Kreisgebiet von 1815 bis 1920 (bis auf die Enklave Barchfeld) aus Amtsgerichtsbezirken der zwei genannten Herzogtümer bestand. Der silberne Buchenzweig auf grünem Untergrund symbolisiert den historisch überlieferten Landschaftsbegriff Buchonien (Buchgau), der in etwa das nördliche Rhöngebiet umfaßt.

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EICHSFELD, Landkreis
EICHSFELD

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EISENACH, ehemaliger Landkreis, seit 1. Juli 1994 Bestandteil des Wartburgkreises

EisenachWahrzeichen des Landkreises Eisenach ist die Wartburg, auf der von 1206-1207 der Sängerkrieg stattfand und 1522 Martin Luther Zuflucht fand und die Bibel in die neuhochdeutsche Schriftsprache übersetzte. Weitere berühmte Personen und Ereignisse sind u.a. die heilige Elisabeth, die auf der Wartburg herrschenden Landgrafen von Thüringen (siehe Wappen des Freistaates Thüringen), der Schmied von Ruhla oder die 1817 anläßlich des Wartburgfestes stattgefundenen Demonstrationen der Burschenschaft. Das Wappen, das nur im großen Dienstsiegel des Landkreises Eisenach zu finden ist, gebraucht Wappenelemente, die sich in historischer Sicht auf in Frage kommende Landesteile des vormaligen Großherzogturns Sachsen-Weimar-Eisenach und zwar auf das ehemalige Fürstentum Sachsen-Eisenach beziehen. Der heutige Landkreis Eisenach umfaßt wesentliche Gebietsteile dieses bis 1741 selbständigen, seitdem bis 1918 mit Weimar (Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach) verbundenen, Fürstentums. So bezieht sich das 1. Wappenfeld auf die vorherrschenden sächsischen Gebietsteile. Das sogenannte Hennebergsche Wappen (schwarze Henne auf Dreiberg) bezieht sich auf die einstmals nördlich von Marksuhl gelegene Enklave des Herzogtums Sachsen-Meiningen und der Löwe steht für die Landgrafen von Thüringen.

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ERFURT, ehemaliger Landkreis, seit 1. Juli 1994 Bestandteil des Landkreises Sömmerda

Wappen 1949 (ohne Farbangaben): Durch zwei Wellenlinien schräglinks geteilt; vorn drei Ähren, hinten ein achtspeichiges Rad.

Erfurt
Wappen 1992

Das 742 von Bischof Bonifatius gegründete Bistum Erfurt wurde schon 755 mit dem Bistum Mainz vereinigt, daher das silberne Rad, das aus dem Mainzer Wappen als Wappenbild für Erfurt übernommen wurde. Die Waidpflanze bezieht sich auf Waidanbau und -handel, der schon aus der Mitte des 13. Jh. nachweisbar ist. Der Anbau der Waidpflanze, die zur Gewinnung eines blauen Farbstoffes diente, war im Mittelalter in den Dörfern des Thüringer Beckens sehr verbreitet und ging erst mit der Einfuhr des Indigo-Farbstoffes zurück. Das alte, seit 1949 bestehende Wappen des Kreises (damals noch Weißensee), das auch für den Kreis Erfurt Verwendung fand, zeigt drei Ähren, die die Landwirtschaft verkörpern. Das achtspeichige Rad symbolisiert die sich zunehmend entwickelnde Industrie, man könnte es aber auch in Verbindung zu Erfurt bringen. Als Farben sind Rot/Silber gegenseitig in den Schildhälften. Die zwei Wellenlinien versinnbildlichen die Hauptflüsse Unstrut und Gera, die den Kreis zerschnitten.

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GERA, ehemaliger Landkreis, seit 1. Juli 1994 Bestandteil des Landkreises Greiz

GeraDas Wappen dokumentiert Entstehung und Geschichte des Landkreises. Der Landkreis Gera wurde durch die Verwaltungsreform des Landes Thüringen am 1. Mai 1922 gebildet. Aus diesem Grund trägt der Herzschild das Wappen des Landes Thüringen vom 7. April 1921. Zum heutigen Kreis Gera gehören Gebietsteile, die bis 1918 anderen deutschen Staaten (Fürstentum Reuß jüngerer und Fürstentum Reuß älterer Linie, Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach, Herzogtum Sachsen-Altenburg, Herzogtum Sachsen-Meiningen, Königreich Sachsen) zugehörten. Löwe und Kranich entstammen dem Wappen der Fürsten Reuß, die beide Wappenbilder im quadrierten Wappen führten. Der geteilte Schild mit dem Rautenkranz stellt das sächsische Stammwappen dar, das von den sächsischen Herzögen und Königen als Haus- und Stammwappen geführt wurde, in den Wappen von Sachsen-Weimar-Eisenach und Sachsen-Meiningen als Herzschild eines Gesamtwappens, in Sachsen und Sachsen-Altenburg als alleiniges Staatswappen.

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GOTHA, Landkreis
Gotha-1948
Wappen 1948
GOTHA 1991
Wappen 1991

Der Landkreis Gotha wird durch den Großen Inselsberg (916 m ü. NN), aber auch durch die Residenzstadt Gotha markiert. Das Schloß Friedenstein in Gotha, dessen 350jährige Grundsteinlegung man 1993 feierte, gilt als Symbol des Gothaer Landes. Die Wellenlinie kennzeichnet den 1366 erbauten Leinakanal, der als Wasserader für die damalige Zeit als einmalig gilt und die Verbindung zwischen Stadt und Land darstellen soll. Der Stern im unteren Teil des Wappens steht für einen der 8 Sterne (Herzogtümer) aus dem Thüringer Landeswappen und dokumentiert die Zugehörigkeit des Landkreises Gotha zum Land Thüringen. Das vorherige Kreiswappen - beschlossen in der Kreissatzung vom 3. Dezember 1948 - zeigt auf goldenem Grunde die Silhouette des Inselberges mit Turm und Häusern auf dem Gipfel in Grün, darunter sechs aufgerichtete Getreidehalme mit seitlich geneigten Ähren, jeweils 3 nach einer Seite. Die Umrahmung des Wappens wird durch einen dünnen weißen, sowie einen breiten roten Streifen, der beiderseitig durch eine feine schwarze Linie eingefaßt ist, dargestellt.

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GREIZ, Landkreis
GreizGREIZ

Das Wappen des Landkreises Greiz wurde 1931 auf Vorschlag der Kreisverwaltung durch den Kreistag beschlossen. Das Wappen betont die Gebietsteile, aus denen der Landkreis 1922 gebildet wurde, das Fürstentum Reuß älterer und das Fürstentum Reuß jüngerer Linie sowie das Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach.

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HEILIGENSTADT, ehemaliger Landkreis, seit 1. Juli 1994 Bestandteil des Landkreises Eichsfeld

HeiligenstadtDas Eichsfeld, als germanischer Gau 897 als "Land der Eichen" erstmals urkundlich erwähnt, wurde bis zum 11. Jh. fester, zusammenhängender Bestandteil des Erzbistums Mainz. 1802 kam das Eichsfeld zu Preußen; 1816 wurde es dreigeteilt, der Kreis Heiligenstadt verblieb in der preußischen Provinz Sachsen mit dem Regierungsbezirk Erfurt. Das 1935 geschaffene Wappen des Landkreises Heiligenstadt enthält den roten brandenburgischen Adler mit dem sechsspeichigen silbernen Mainzer Rad vor silbernem Gemäuer. Während Rad und Adler an die Zugehörigkeit zu Mainz und Preußen erinnern, symbolisieren der gemauerte Giebel und die ihn flankierenden Türme die bedeutendste Burg des Eichsfeldes, den Hanstein.

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HILDBURGHAUSEN, Landkreis
HildburghausenHILDBURGHAUSEN

Der Landkreis Hildburghausen entstand mit dem Gesetz vom 15.4.1869 aus den Verwaltungsämtern Hildburghausen, Heldburg, Eisfeld und Römhild mit Themar. Dieser besteht seitdem ununterbrochen, jedoch mit territorialen Änderungen. Die Henne weist auf die frühere Zugehörigkeit des Kreisgebietes zur Grafschaft Henneberg hin. Unter den Grafen von Henneberg erhielten die Städte Hildburghausen und Eisfeld das Coburger Stadtrecht (1324). Der Löwe weist auf die frühere Zugehörigkeit des Gebietes zur "Pflege Coburg" hin. Durch Heirat einer hennebergischen Gräfin kam 1374 das Gebiet um Hildburghausen, Eisfeld, Heldburg zusammen mit Sonneberg, Neustadt, Coburg und Rodach an den Markgrafen von Meißen. Dieser führte den schwarzen Löwen im goldenen Feld - er ist bei den meisten der genannten Städte heute noch im Wappen. Der fränkische Rechen bezeugt die jahrhundertelange Zugehörigkeit im geistlichen Sinne zum Bistum Würzburg. Dieses Symbol ist für alle fränkischen Landesteile zum verbindenden Element geworden und wird in allen Landkreisen der Nachbarschaft (Haßberge z. B.) im Wappen geführt. Die sächsische Raute erinnert sowohl daran, daß das Gebiet fast 100 Jahre im Mittelalter coburgisch war, als auch daran, daß es fast 150 Jahre lang ein eigenständiges Herzogtum Sachsen-Hildburghausen unter einer wettinischen Dynastie gab. Das Wappen der Wettiner zeigt die grüne Raute im gelbschwarzen Streifenfeld.

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ILMENAU, ehemaliger Landkreis, seit 1. Juli 1994 Bestandteil des Ilm-Kreises

IlmenauDa der Landkreis Ilmenau erst Anfang der 50er Jahre gebildet wurde, orientierte man sich beim Landkreiswappen an den historischen Wurzeln des Territoriums. Das Rautenkranzwappen steht für Sachsen-Weimar-Eisenach, zu dem bis 1919/20 wesentliche Teile des Kreisgebietes einschließlich der Stadt Ilmenau gehörten, sowie für Sachsen-Gotha und das Kurfürstentum Sachsen bzw. die preußische Provinz Sachsen, zu denen ebenfalls weite Teile des Kreisgebietes gehörten. Der schwarzburgische Löwe steht für das Gebiet um Gehren, das bis 1919/20 schwarzburgisch war. Das Wappen der Grafschaft Henneberg schließlich erinnert daran, daß bis in das 16. Jahrhundert wesentliche Teile des Kreisgebietes Bestandteil dieser historisch sehr bedeutenden Grafschaft waren, die die südthüringische Region entscheidend prägte.

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ILM-KREIS, Landkreis
ILM-KREIS

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JENA, ehemaliger Landkreis, seit 1. Juli 1994 Bestandteil des Saale-Holzland-Kreises

JenaDer heutige Landkreis Jena, der von der Saale durchflossen wird, gehörte im frühen Mittelalter zum Grenzgebiet des Frankenreiches mit der Saale als Ostgrenze. Im 12. Jh. ließen sich die Lobdeburger, aus Franken kommend, in der Nähe von Lobeda nieder. Nach wechselvoller Geschichte wurde der Landkreis 1826 aufgeteilt; 1920 kam die gesamte Region zum Land Thüringen. Das Wappen zeigt die Konturen der Leuchtenburg ("Königin des Saaletales") als des bekanntesten Wahrzeichens des Landkreises. Links und rechts flankieren das Löwenwappen der Orlamünder Grafen zwei schwarze Fichten, die den Waldreichtum des Kreises symbolisieren. Im unteren Teil des Wappens ist eine blaue Wellenlinie sichtbar, die auf den Saalefluß hinweist.

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KYFFHÄUSERKREIS, Landkreis
KYFFHÄUSERKREIS

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LOBENSTEIN , ehemaliger Landkreis, seit 1. Juli 1994 Bestandteil des Saale-Orla-Kreises
Lobenstein bis 1990
Wappen bis 1990
Lobenstein ab 1991
Wappen ab 1990

Das thüringische Oberland wurde vor tausend Jahren erst langsam besiedelt. Seit dem 13. Jh. ist die Saaleflößerei nachgewiesen; der Holzreichtum führte zur Köhlerei sowie zu Glas-und Eisenschmelzereien. Im Lehestener Gebiet wird seit über 600 Jahren Schiefer gebrochen. Das Wappen symbolisiert Sage und Geschichte des Gebietes: Der Lobensteiner Hund bezieht sich auf die Sage des bei der Jagd verlorengegangenen und von einem Geraer Edelmann wiedergefundenen Lieblingshundes von Ludwig dem Bayern. Die Nadelbäume symbolisieren den Waldreichtum der Region. Die Wasserwellen symbolisieren den Wasserreichtum im Gebiet der oberen Saale. Im bis 1990 gültigen Wappen des Landkreises Lobenstein stehen die schwarzen Bergbausymbole Hammer und Schlägel für den früheren Erz- und Silberbergbau und den heutigen Schieferbergbau (Schiefergruben in Lehesten). Weißer Turm (Wahrzeichen der Stadt Lobenstein), grüner Laubwald und Wasser sollen Erholung und Gesundheit symbolisieren. Für eine dynamische und leistungsstarke Industrie sind weiße Papierrolle (Zellstoff-Papier-Recycling in Blankenstein), schwarzer Chip (Elektronikbetrieb ELOTECH in Lobenstein und Lehesten) und Zahnkranz (Feingußwerk Lobenstein), goldene Getreideähre und grüner Nadelbaum für eine moderne Land- und Forstwirtschaft gewählt worden.

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MEININGEN, ehemaliger Landkreis, seit 1. Juli 1994 Bestandteil des Landkreises Schmalkalden-Meiningen

Wappen bis 1990 (ohne Farbangaben): Geteilt durch einen schräglinken Wellenbalken; oben eine Flammenschale mit Flammen, unten gekreuzt Schlägel und Hammer, belegt mit einer Ähre.

Meiningen
Wappen ab 1991

Die Geschichte des Landkreises Meiningen wurde seit dem 11. Jh. von den Grafen von Henneberg, später auch von den Herzögen von Sachsen-Coburg-Meiningen, geprägt. 1680 entstand durch Erbteilung das Herzogtum Sachsen-Meiningen; 1920 kam es zur Gründung des Landkreises Meiningen. Der heutige Landkreis Meiningen entstand 1952. Das Kreiswappen zeigt in seinen vier Feldern die Wappen der die historische Entwicklung bis 1918 bestimmenden Territorialherrschaften im heutigen Kreisgebiet: Feld 1 stellt die sogenannte Fränkische Herzogsfahne dar. Das Herzogtum Franken, nicht zu verwechseln mit dem Stammesherzogtum, war formell als Herzogtum Würzburg seit 1168 mit dem Fürstbistum Würzburg gekoppelt. Der Titel unterstrich die Stellung des Fürstbischofs als weltlichen Territorialherren, beschränkte sich aber im wesentlichen auf die Gerichtsbarkeit in den zugehörigen Gebietsteilen. Zum Fürstbistum Würzburg gehörten bis 1542 neben der Stadt Meiningen die Dörfer Walldorf, Queienfeld, Vachdorf und Leutersdorf, außerdem zahlreiche verlehnte Liegenschaften. Feld 2 zeigt das redende Wappen der Grafschaft Henneberg, das sowohl die Schleusinger wie auch die Römhilder Linie führten. Vor allem die Gefürstete Grafschaft Henneberg-Schleusingen setzte sich im zähen Ringen mit Würzburg als führender Machtfaktor im heutigen Kreisgebiet durch. Unter den Hennebergern kam es erstmals zu Ansätzen einer Landesbildung im heutigen Sinne. Die Gründungen der Kreisstädte Wasungen und Römhild sind ihnen zu verdanken. Der sächsische Rautenkranz im 3. Feld weist auf die Wettiner als Erben der Henneberger hin und stellt insbesondere den Bezug zum Herzogtum Sachsen-Meiningen (1680-1918) her, als dessen Residenz die heutige Kreisstadt fungierte, was sich wesentlich im städtebaulichen Charakter Meiningens ausdrückt. Die heutigen Kreisgrenzen gehen zum größten Teil auf den Umfang des Herzogtums seit dem 19. Jh. zurück. Als 4. Wappen wurde die Säule der Grafschaft Römhild in das Kreiswappen aufgenommen. 1466 hatte der italienische Fürst Anton Colonna den Grafen sein Wappen geschenkt (Bestätigung durch Kaiser und Papst 1467). Die Säule gelangte als Symbol für die Grafschaft Römhild in die Wappen verschiedener ernestinischer Herzogshäuser und zierte auch das mittlere Wappen des Herzogtums Sachsen-Meiningen. Römhild und die meisten Grabfeldgemeinden dieses Herrschaftsbezirkes gehören heute zum Kreisgebiet (früher Altkreis Hildburghausen).

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MÜHLHAUSEN, ehemaliger Landkreis, seit 1. Juli 1994 Bestandteil des Unstrut-Hainich-Kreises
Mühlhausen 1936
Wappen 1936
Mühlhausen 1950
Wappen 1950
Mühlhausen 1991
Wappen 1991

Der Landkreis Mühlhausen erscheint erstmals 1816; seine heutige Form bekam der Landkreis 1952. Im Landkreiswappen steht die silberne Mühlhaue als Symbol der ehemaligen Reichsstadt Mühlhausen mit ihren 19 Dörfern und gibt dem Landkreis gleichzeitig den Namen. Für die Gebiete der Landgrafschaft Thüringen, welche die Wettiner seit 1264 innehatten, (es sind die Gemeinden, die 1950 vom Kreis Langensalza dem Kreis Mühlhausen angegliedert wurden), steht der rot-weiße Landgrafenlöwe auf blauem Grund. Die schwarzburgischen Gebiete, welche ebenfalls 1950/52 dem Mühlhäuser Kreis zugeordnet wurden, werden durch den gelben schwarzburgischen Löwen auf blauem Grund symbolisiert. Symbolisiert sind die Gemeinden des ehemaligen Fürstentums Eichsfeld, die bereits 1816 bei der Kreisgründung zugeordnet wurden, durch das sechsspeichige silberne Mainzer Rad auf rotem Grund. Nach der politischen Wende von 1989 beschloß der Mühlhäuser Kreistag am 29.6.1990, das Wappen von 1950 zeitlich begrenzt wieder einzuführen. Da dieses Kreiswappen von 1950 jedoch in keiner Weise zu befriedigen vermochte und allein die Ideologie seiner Entstehungszeit zum Ausdruck brachte, wurde in Anlehnung an das Wappen von 1936 das neue Kreiswappen geschaffen und vom Kreistag am 8. März 1991 beschlossen. Damit führt der Landkreis Mühlhausen ab dem 175. Jahr seines Bestehens wieder ein seiner Geschichte adäquates Wappen.

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NEUHAUS A. RWG., ehemaliger Landkreis, seit 1. Juli 1994 Bestandteil des Landkreises Sonneberg

Neuhaus a.Rw.Der Landkreis Neuhaus liegt im Ostthüringer Wald, dem Schiefergebirge. Der Schild des Landkreises Neuhaus am Rennweg zeigt die historischen Gegebenheiten, die das Kreisgebiet betreffen; es sind die drei ehemaligen politischen Gebiete, unter deren Einfluß alles mehr oder weniger stand. Oben wurde der Doppeladler aus dem Territorialwappen des Fürstentums Schwarzburg, das diesen Adler als kaiserliches Gnadenwappen führte, verwandt. Unten rechts fand der Löwe der Herrschaft Coburg seinen Platz, und unten links wird der Sachsenschild gezeigt.

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NORDHAUSEN, Landkreis
NordhausenNORDHAUSEN

Der heutige Landkreis Nordhausen wird zum größten Teil aus Gebieten der ehemaligen Grafschaft Honstein gebildet. Geschichtliches Kennzeichen dieser Grafschaft und damit des Landkreises Nordhausen ist das Schachbrett. Die Farben der Grafschaft waren Weiß (Silber) und Rot. Der Baumstumpf und das Schachbrett symbolisieren die Geschichte und der Baumstumpf gleichzeitig die Zerstörungen in der Stadt und im Landkreis Nordhausen, besonders während des 2. Weltkrieges. Dieses Wappen wurde ab dem 1. Januar 1949 bis zur Auflösung der Länder 1952 geführt. Am 13. September 1990 nahm der Kreistag Nordhausen die Beschlußvorlage "Führung eines Wappens" an. Darin wird die Wiederführung dieses Wappens von 1949 bestätigt.

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PÖSSNECK, ehemaliger Landkreis, seit 1. Juli 1994 Bestandteil des Saale-Orla-Kreises

PössneckDer Landkreis Pößneck durchlebte seit dem Mittelalter die verschiedensten territorialen Zuordnungen; der jetzige Landkreis entstand 1952. Das Wappen zeigt den Weißen Turm von Pößneck, den Schloßturm von Neustadt an der Orla und den Turm von Triptis als Wahrzeichen der größten Städte im Landkreis Pößneck. Die Symbolik des Zahnrades stellt die vorhandene mittelständische Industrie dar. Mit der Ähre soll auf die Landwirtschaft hingewiesen werden, die über mehrere Jahrhunderte einer der bedeutendsten Haupterwerbszweige war und auch noch ist. Das Eichenlaub verkörpert das Handwerk und Gewerbe, das Ende des 15. Jahrhunderts die Pößnecker Region zu Reichtum und Wohlstand führte und bis heute noch einen breiten Platz in der Industrie- und Gewerbestruktur einnimmt. Mit den Grundfarben Rot und Weiß soll die Zugehörigkeit zum Land Thüringen dokumentiert werden.

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RUDOLSTADT, ehemaliger Landkreis, seit 1. Juli 1994 Bestandteil des Landkreises Saalfeld-Rudolstadt

RudolstadtDas Gebiet um Rudolstadt und Remda gehörte um 776 zu den ersten Schenkungen Karls des Großen an das Kloster Hersfeld. 1571 Hauptort der aus Landesteilungen hervorgegangenen Linie Schwarzburg-Rudolstadt, wurde das Fürstentum 1920 Teil des Landes Thüringen; 1952 erhielt der Landkreis seine derzeitige Gestalt. Der Landkreis nutzte ab 1920 ein Siegel, das dem damaligen Wappen von Thüringen nachempfunden war. Es zeigte sieben sechsstrahlige Sterne in 2- zu 3- zu 2-Stellung. Ab 1928 war ein gevierter Schild mit Mittelschild und Schildfuß üblich. Seine Farben blau-weiß-rot galten für Thüringen (weiß-rot) und das damals bereits 350 Jahre alte Schwarzburg-Rudolstadt (blau-weiß), aus dessen ehemaligem Gebiet der Kreis überwiegend besteht. Die Felder 1 und 4 des quadrierten Schildes sind blau, die Felder 2 und 3 weiß (silbern). Der Mittelschild zeigte die sieben Sterne des Landes Thüringen. Im Schildfuß wurden auf Silber die jahrhundertealten schwarzburgischen Zeichen Kamm und Gabel rot dargestellt. Historische Forschungen sehen den Kamm als Zierscheibe ältester Wappenhelme, die Gabel als Wahrzeichen schwarzburgischer Bergleute an. Kurz vor 1933 wurden die Sterne durch einen goldenen Löwen, das Wappentier der käfernburg-schwarzburgischen Landesherren ersetzt. An Stelle dieses Siegels trat 1933 das allgemeine mit dem Hakenkreuz. Für den neuen Landkreis Rudolstadt wurde am 19.7.1991 das historisch begründete, von Schulrat Dr. Rein 1932 entworfene und von Dr. Heinz Deubler ergänzte Wappen angenommen.

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SAALE-HOLZLAND-KREIS, Landkreis, hieß bis zum 28. September 1994 HOLZLANDKREIS

SAALE-HOLZLAND-KREIS

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SAALE-ORLA-KREIS, Landkreis
SAALE-ORLA-KREIS

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SAALFELD, ehemaliger Landkreis, seit 1. Juli 1994 Bestandteil des Landkreises Saalfeld-Rudolstadt

SaalfeldDas schon sehr früh besiedelte Gebiet um Saalfeld wurde mit der Gründung der Stadt Saalfeld um 1180 durch Kaiser Friedrich I. Barbarossa Mittelpunkt des Reichsterritoriums. Das später sächsische Amt Saalfeld bildete ab 1680 zusammen mit Gräfenthal und Pößneck ein eigenes Fürstentum und gelangte 1826 an Sachsen-Meiningen. 1922 entstand der Landkreis Saalfeld; seine gegenwärtige Gestalt erhielt er 1952. Zu einem eigenen rechtskräftigen Hoheitszeichen kam es erst nach 1945. Der Kreistag Saalfeld bestätigte am 13. März 1948 das Kreiswappen: Die Farben des Landkreises sind Weiß-Grün. Das Wappenfeld ist zweigeteilt, im oberen Feld stehen 3 Tannen als Symbol des Kreises. Im unteren Feld fließt die Saale als silbernes Wellenband und deutet auf den Namen. Als Ergänzung des Wappens zum großen Kreiswappen ist eine goldene Blattumrandung auf schwarzem Grund vorgesehen. 8 silberne Medaillons stellen die Hauptindustrie- und Wirtschaftszweige dar. In der Reihenfolge von links oben im Zeigersinn haben sie folgende Bedeutung: Forstwirtschaft, Bergwerk und Hüttenwesen, Landwirtschaft, Buchdruckergewerbe, Lederindustrie, Tuchindustrie, Porzellanherstellung und Werkzeugmaschinen. SchwarzlWeiß wurde das Wappen bereits seit 1990 wieder benutzt. Die farbliche Gestaltung lehnt sich an die alte Beschreibung an und wurde vom Kreistag am 22.6.1992 beschlossen.

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SAALFELD-RUDOLSTADT, Landkreis, hieß bis zum 28. September 1994 SCHWARZA-KREIS

SAALFELD-RUDOLSTADT

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SCHLEIZ, ehemaliger Landkreis, seit 1. Juli 1994 Bestandteil des Saale-Orla-Kreises

SchleizNach dem Aussterben der Lobdeburger kam Schleiz und seine Umgebung unter die Herrschaft der Vögte von Gera - zuletzt das Grafenhaus Reuß-Schleiz, das 1815 in den Fürstenstand erhoben wurde. Die nachfolgenden territorialen Strukturen waren 1872 ein "Oberländischer Bezirk" und ab 1922 ein Landkreis Schleiz - in der heutigen Struktur ab 1952. Das Wappen ist das in der Fassung von 1932; der Löwe verweist auf das Geschlecht derer von Reuß.

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SCHMALKALDEN, ehemaliger Landkreis ,seit 1. Juli 1994 Bestandteil des Landkreises Schmalkalden-Meiningen

SchmalkaldenHervorgegangen aus bereits im 7./8. Jh. entstandenen Siedlungen und der ehemaligen Kreisherrschaft Schmalkalden besteht der Landkreis seit 1952. Das Wappen des Landkreises Schmalkalden symbolisiert die historische Entwicklung des Kreises. Die Henne, das Symbol der Henneberger Grafen, dokumentiert die fränkische Herkunft eines Teils der Bevölkerung im Kreis. Die Henneberger Grafen waren nach dem thüringischen Erbfolgekrieg 1247 für Schmalkalden und Umgebung das bestimmende Dynastenhaus. Mit dem Tod der Henneberger Grafen 1583 endete die hennebergische Geschichte. Der rot-silberne Löwe dokumentiert die Verbindung des Kreises zu Hessen. Bis 1247 war Schmalkalden Besitz des Landgrafen von Thüringen, der gleichzeitig Landgraf von Hessen war. Ab 1360 war das Gebiet um Schmalkalden im Besitz der Henneberger und der Hessen. Nach dem Tod des letzten Henneberger Grafen 1583 wurde der hessische Landgraf alleiniger Besitzer. So bestand bis zur preußischen Annexion 1866 eine direkte Zugehörigkeit des Kreises zur Landgrafschaft bzw. zum Kurfürstentum Hessen. Als Exklave zur Provinz Hessen-Nassau bestand "Kreis und Herrschaft Schmalkalden" bis 1944. Der silberne Thüringer Löwe mit den 8 Sternen dokumentiert die Zugehörigkeit des Kreises zum Land Thüringen in der Zeit von 1945 bis 1950. Der sächsische Rautenkranz deutet auf die Erweiterung des Kreises 1952 um die Gebiete des Herzogtums Sachsen-Meiningen im Rosagrund, des zum Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach gehörenden Zillbach und der zu Sachsen-Gotha gehörenden Teile Kleinschmalkaldens.

(Wappenbeschreibung Landkreiswappen, Landratsamt Schmalkalden, 1993)

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SCHMALKALDEN-MEININGEN, Landkreis
SCHMALKALDEN-MEININGEN

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SÖMMERDA, Landkreis

SömmerdaDie fruchtbaren Ebenen des Thüringer Beckens gehörten im 4. Jh. zum Siedlungsraum der Thüringer. Zu den mächtigsten Feudalherren gehörten die Landgrafen von Thüringen (Runneburg/Weißensee) sowie die Grafen von Beichlingen und Hohenstein. 1815 kam der größte Teil des Gebietes an Preußen; 1952 entstand der Landkreis Sömmerda. Das Wappen, mehrheitlich im Kreistag am 13.9.1990 bestätigt, widerspiegelt die wechselvolle Territorialgeschichte des Raumes. Das Rautenkranzwappen steht für thüringische Besitzungen des Herzogtums Sachsen. Als Preußen 1815 die Rechtsnachfolge Kursachsens auch in Thüringen antrat, wurde die Tingierung der Balken des Rautenkranzwappens in Gold-Schwarz geändert, um die gewechselten Besitzverhältnisse bei gleichzeitiger Beibehaltung des Namens Sachsen, nunmehr als Provinz Sachsen, auszudrücken. Das ebenfalls zum kursächsischen "Thüringischen Kreis" gehörende Amt Weißensee dagegen wurde 1815 mit den Landgemeinden der ehemaligen kurmainzischen Enklave Erfurt einschließlich der seit 1418 im Erfurter Besitz befindlichen Stadt Sömmerda (das Erfurter Rad im Sömmerdaer Stadtwappen dokumentiert das heute noch) zusammengelegt und Sitz eines Kreises im Regierungsbezirk Erfurt.

(Wappen- und Siegelbeschreibungen des Landkreises und der Kommunen des Landkreises Sömmerda, Kreisverwaltung Sömmerda, 1993)

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SONDERSHAUSEN, ehemaliger Landkreis, seit 1. Juli 1994 Bestandteil des Kyffhäuserkreises

SondershausenZwischen Vorharz und dem Tal der Unstrut gelegen wurde Sondershausen 1300 unter der Herrschaft der Grafen von Honstein das Stadtrecht verliehen. 1356 fiel die Stadt aufgrund eines Erbvertrages an die Grafen von Schwarzburg, deren Geschlecht 1697 in den Reichsfürstenstand erhoben wurde und bis 1918 die Residenz und ab 1867 Garnisonsstadt Sondershausen regierte. Der goldene Löwe im blauen Feld, der sogenannte Käfernburger Löwe, ist das Stammwappen des Grafen-, später Fürstenhauses Schwarzburg, zu dessen Besitz fast das ganze heutige Kreisgebiet (mit Frankenhausen, Schlotheim und Straußberg als Teilen der ehemaligen Unterherrschaft von Schwarzburg-Rudolstadt) bis zum Ende der Monarchie 1918 gehörte. Die im Stammwappen vorhandene Krone wurde in der Neufassung auf dem Kopf des Löwen als nicht mehr zeitgemäß weggelassen. Der grüne Dreiberg versinnbildlicht die bergige Landschaft des Kreises, insbesondere die Höhenzüge Hainleite, Windleite und Kyffhäuser. Der silberne Wellenbalken durch die Berge symbolisiert die durch das Kreisgebiet fließende Wipper.

(Wappenbeschreibung Landkreis Sonders hausen, Landratsamt Sondershausen, 1993)

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SONNEBERG, Landkreis
Sonneberg bis 1952
Wappen von 1868 bis 1952
Sonneberg ab 1990
Wappen ab 1990

Der Landkreis, am Südhang des Thüringer Waldes gelegen, hatte seine Hauptsiedlungsperiode im 13. und 14. Jh. durch Holzfällerei und Holzkohlengewinnung zur Eisenherstellung, die später durch die Spielwarenherstellung abgelöst wurde. Das Wappen beinhaltet die für die Geschichte des Kreises typischen Symbole: Im rechten Obereck befindet sich das Wappen der Markgrafschaft Meißen, der aufrechtstehende, aus dem Schild herausschreitende Löwe mit roten Krallen und roter Zunge. Dies ist der präzisierte Löwe des Sonneberger Stadtwappens. Daneben, im linken Obereck, das gespaltene Feld, dessen eine Hälfte die Schafschere, das Symbol der Schaumburg-Rauensteiner Linie schwarz auf Silber zeigt und an die zur damaligen Zeit betriebene Schafzucht erinnert. Am rechten Untereck das in Silber und Rot halbgespaltene und blau geteilte Feld mit den Farben der SchaumburgSchaumburgischen Linie. Das linke Untereck zeigt das sächsische Wappen ehemaliger alter thüringischer Kleinstaaten, zu denen im Verlauf der Geschichte das heutige Kreisgebiet ganz oder teilweise gehörte. Das alte Wappen des Landkreises Sonneberg wurde bis 1952 verwendet; vermutlich entstand es mit der Gründung des Landes Thüringen im Jahre 1920. Im Archiv der Kreisverwaltung Sonneberg liegt lediglich eine farbige Ablichtung vor. Diese ist nahezu identisch mit dem heutigen Kreiswappen. Im rechten Obereck ist jedoch anstelle des meißnischen Löwen die Henneberger Henne (schwarz auf goldenem Grund auf drei grünen Bergen) dargestellt; der sächsische Rautenkranz ist nicht gerade, sondern schrägrechts gewölbt.

(Wappenbrief Landkreis Sonneberg, Societas Heraldica Leo Niger, Leipzig, 1990)

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STADTRODA, ehemaliger Landkreis, seit 1. Juli 1994 Bestandteil des Saale-Holzland-Kreises
Stadtroda 1949
Wappen 1949
Stadtroda 1990
Wappen 1990

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SUHL, ehemaliger Landkreis, seit 1. Juli 1994 Bestandteil des Landkreises Hildburghausen 

SuhlDer Landkreis Suhl, in zentraler Lage am Südhang des Thüringer Waldes gelegen, gehörte mit der Erbteilung der Henneberger zum Schleusinger Territorium. 1816 wird der Schleusinger Kreis preußisch. Schleusingen war bis 1945 Kreisstadt; danach bildete sich der Kreis Suhl. 1967 erfolgte die Trennung der kreisfreien Stadt Suhl und die Bildung des Landkreises. Die Henne auf dem Dreiberg - dieses "redende" Zeichen - wurde ab 1230 von den Grafen zu Henneberg im Schild geführt; die meisten Orte des Landkreises führen die Henne im Wappen. Der Thüringer Löwe als Symbol der Landgrafen von Thüringen steht für die ehemaligen Gebiete Sachsen-Coburg und Gotha und damit für einen großen Teil des heutigen Landkreises. Die grüne Fichte steht als Symbol für das Kreisgebiet.

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UNSTRUT-HAINICH-KREIS, Landkreis
UNSTRUT-HAINICH-KREIS

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WARTBURGKREIS, Landkreis
WARTBURGKREIS

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WEIMAR, Landkreis

WeimarNach der Schaffung des Landes Thüringen im Jahre 1920 entstand auch der Landkreis Weimar. Bereits zu dieser Zeit gab es Gedanken für ein kreistypisches Wappen, das nach Gesichtspunkten gestaltet werden sollte, wie sie in der Heraldik im Hinblick auf Kreiswappen gedacht wurden: Kreiswappen sind ,jüngste Kinder" der Heraldik, unterliegen zwar auch heraldischen Grundsätzen, haben aber dennoch ein "eigenes Gesicht". In den 30er Jahren war eine Grundsatzweisung zu Kreiswappen gegeben worden, die lautete: Es wird die Aufgabe aller in Frage kommenden Stellen sein, eine Symbolik der Landschaft zu entwickeln. Dieser Grundsatz wurde aber nicht mehr lange praktiziert, da für Stempel und Siegel das NS-Hoheitszeichen verwendet wurde und Sauckel dem Landkreis Weimar unter dem 28. August 1938 ein Wappen "verlieh": auf dunkelgrünem Grund altgolden getöntes german. (Rund-)Hakenkreuz. So entstand nach dem 2. Weltkrieg nach einem Zwischen-"Stadium" das Kreiswappen (im wiedererstandenen Land Thüringen) mit der heutigen Symbolik, das sehr bald wieder unaktuell wurde, als erneut die Stempel und die Siegel ein anderes Einheitsemblem zu führen hatten: das DDR-Emblem. Im heutigen Kreiswappen symbolisieren die Berge und Fichten die Landschaft des Südteils des Landkreises (Bad Berka, Blankenhain und Kranichfeld), die Ähren in Gold repräsentieren die Bauernschaft, und der Hammer ist das Symbol der Handwerkerschaft. Das heutige Kreiswappen ist das des Jahres 1923.

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WEIMARER LAND, Landkreis, hieß bis zum 4. November 1994 WEIMAR-LAND

WEIMARER LAND

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WORBIS, ehemaliger Landkreis, seit 1. Juli 1994 Bestandteil des Landkreises Eichsfeld

WorbisDer Eichsfeldkreis Worbis entstand 1816. In der Gesetz-Sammlung für die Königlichen Preußischen Staaten ist eine Verordnung wegen des Königlichen Titels und Wappen enthalten, die auf den 9. Januar 1817 datiert ist. Durch Friedrich Wilhelm, König von Preußen, wurde u. a. die Verwendung des Wappens verfügt. In diesem Wappen ist für das Eichsfeld festgelegt: "Im silbernen Felde ein roter Adler mit goldenem Schnabel und goldenen Krallen, mit einem silbernen Kreuz und Zirkel auf der Brust". Das in der Königlichen Verordnung als "Kreuz mit Zirkel" bezeichnete Rad hat nur 4 Speichen, während das Mainzer Hoheitszeichen auch heute noch das silberne sechsspeichige Rad zeigt. Das silberne sechsspeichige Rad erinnert an die jahrhundertelange politische Zugehörigkeit zu Mainz und der rote Adler verweist darauf, daß das Eichsfeld 1803 preußisch wurde. In dieser Form steht das Wappen zum einen für das gesamte Eichsfeld als auch für den Landkreis Worbis.

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ZEULENRODA, ehemaliger Landkreis, seit 1. Juli 1994 Bestandteil des Landkreises Greiz

ZeulenrodaDer Landkreis Zeulenroda ist einer der 1952 gegründeten 11 Landkreise der Region Ostthüringen. Der goldene Löwe der Reußen auf schwarzem Grund verweist auf die frühere Zugehörigkeit eines vorwiegend rechts der Weida liegenden Teiles des Kreises zu den ehemaligen Fürstentümern Reuß jüngerer und Reuß älterer Linie. Das zweite Feld zeigt mit der Themisstatue des Zeulenrodaer Rathauses die Göttin der gesetzlichen Ordnung und Gerechtigkeit. Mit dieser Tingierung Silber nach Rot wird die Zugehörigkeit des Landkreises zum Land Thüringen zum Ausdruck gebracht. Das dritte Feld symbolisiert mit den Wellenbalken die 3 Talsperren und damit den Wasserreichtum des Kreisgebietes. Das vierte Feld mit dem Wappen der Wettiner verweist auf die Herkunft des anderen links der Weida gelegenen Kreisgebietes aus dem Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach.

 


Letzte Aktualisierung ( 11. 09. 2014 )
 
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