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21. 11. 2017
Denkmale Erfurts PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Matthias Stier   
27. 02. 2007
Beitragsinhalt
Überblick
Vor 1400
1401 - 1500
1501 - 1600
1601 - 1806
1806 - 1814
1814 - 1870
1870 - 1900
1901 - 1919
1919 - 1933
1933 - 1945
1945 - 1949
1949 - 1990
1990 - heute
Legende-Literatur

1933 - 1945

 
Marine-Denkmal, Anker-Denkmal

Standort: Hauptfriedhof
Einweihung: 1933, Wiedereinweihung 1992

Marine-Denkmal
Marine-Denkmal Tafel
Marine-Denkmal Tafel

Auf dem Gräberfeld für Kriegsopfer wurde 1932 ein ungewöhnliches Denkmal errichtet und im Juni 1933 geweiht. Auftraggeber und finanzieller Förderer war die 1886 gegründete Erfurter Marinevereinigung. Den Anker steuerte der Ehrenvorsitzende des Erfurter Marinevereins und ehemalige Marineartillerie-Offizier Hermann Kaestner - seit 1914 Mitbesitzer der Lampenfabrik Kaestner & Toebelmann - bei. 1912 hatte dieser das eiserne Relikt des 1908 außer Dienst gestellten und abgewrackten Segelschulschiffs "Moltke" in Kiel erworben und 1926 dem Erfurter Marineverein für ein eigenes Marine-Ehrenmal zur Verfügung gestellt. Entwürfe für die Aufstellung des Ankers und die Gestaltung der Umgebung entwickelte der Bildhauer Prof. Carl Melville (1875-1957). Als Lehrer an der Erfurter Handwerker- und Kunstgewerbeschule und Autor vieler bemerkenswerter Personen-Denkmale in mehreren deutschen Städten erlangte er hohe Anerkennung.
Schon 1990 musste die ursprüngliche Anlage wegen starker Schäden umgestaltet werden. Dabei wurde die Inschrift verändert. Statt "In treuer Kameradschaft - Marineverein Erfurt" hieß es nun: "Zum Gedenken aller auf See Gebliebenen." Zu den bis heute beibehaltenen Traditionen gehört, dass die 1992 wieder gegründete Marinekameradschaft Erfurt 1886/1992 e.V. zum Volkstrauertag am neu geweihten Ankerdenkmal einen Kranz niederlegt. (RM)

mehr:
In: Stadt und Geschichte - Zeitschrift für Erfurt (Heftnummer):
Müller, Horst. H.: Denkmale in Erfurt - Denk mal darüber nach: Der Anker auf dem Erfurter Hauptfriedhof. Ein Beitrag zur Erfurter Vereinsgeschichte. Die Marinekameradschaft Erfurt 1886/1992 (21)

 

Infantriesoldat-Denkmal, nicht erhalten

Standort: Petersberg, am S-Hang
Schöpfer: Prof. Hermann Hosaeus (1875-1958), Berlin
Einweihung: 1935. Beseitigt: 1945

Ehemalige Angehörige des auf dem Petersberg stationierten Infanterieregiments Nr. 71 beschlossen gemeinsam mit dem „Militärverein 71“ die Errichtung eines Erinnerungsdenkmals, für die eine stattliche Summe von 15.000 RM veranschlagt waren.
Die Finanzierung sollte über Spendensammlungen aufgebracht werden. Dazu verkaufte die Kameradschaft ehemaliger 71er thüringenweit „Bausteine“, das waren mit einer Abbildung der Festung versehene Spendenquittungen für je 0,50 RM. Nach zwei Jahren Laufzeit kamen mit über 19.000 RM weit mehr als benötigt zusammen.
Das Mal erhielt monumentale Ausmaße. Der Sockel aus rheinischem Basaltlave maß bereits 2,40 m. Das überlebensgroße, kupferne Standbild stellte einen Soldaten des 71. Regiments dar, mit Helm, in einer Hand ein Gewehr mit aufgepflanzten Bayonett, in der anderen eine Trompete, der es auf 3,75 m brachte. Man stand also vor beeindruckendem über 6 m hohem Soldatendenkmal. (DT, H.-P. Brachmanski)

 

Siegfried-Stiftung, nicht erhalten

Standort: Brühler Garten
Schöpfer Mutter-Kind-Gruppe: Hans Walther
Einweihung: 1936

Nach dem Tod von Dr. Wilhelm Siegfried, des ehemaligen Inhabers des Großbetriebes für Papier- und Metallverarbeitung Zander & Co. im Jahr 1932, gründete seine Witwe Julie eine Wilhelm-Siegfried-Stiftung. Damit sollte der Name ihres Mannes "verbunden werden mit der Sorge für die heranwachsende Jugend." Mit insgesamt 21.000 Reichsmark setzte Julie Siegfried gemeinsam mit Direktor Multhaupt vom Friedhofs- und Gartenamt durch, einen Teil des Brühler Gartens zum ersten öffentlichen Erfurter Kinderspielplatz umzugestalten. Früher mahnten hier Schilder: "Für Kinder verboten!" Am 29. Mai 1936 fand auf Wunsch der Stifterin die Einweihung mit "schlichter Feier ohne Reden" statt. Zur Ausstattung des Kinderparadieses gehörten Hans Walthers (1880-1961) Mutter-Kind-Gruppe (Bronze auf rotem Granitsockel) für einen Ruheplatz der Erwachsenen, auch sein Märchenbrunnen "Froschkönig", dazu von Bildhauer Hans Schäke das aus Eichenholz geschnitzte, bunt bemalte Portal mit tanzenden Kindern, Struwelpeter und Suppenkaspar zum Ansporn artigen Verhaltens und seine Terracotta "Aschenputtel".
Während die Bronzen 1943 für Kriegszwecke eingeschmolzen wurden, rettete sich die Steinarbeit als einziges Relikt bis in die 1970er-Jahre. Zum ursprünglich vom übrigen Garten abgegrenzten Spielplatz gehörten Geräte wie Karussell, Schaukel, Rutschbahn, Wippe und Pferdchen mit beweglichen Köpfen. Schon 1919 und 1920 hatte das Ehepaar Siegfried als Vermächtnis für ihre zwei verstorbenen Kinder soziale Stiftungen für bedürftige Jugendliche eingerichtet. (RM)



Letzte Aktualisierung ( 28. 08. 2017 )
 
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