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16. 08. 2017
Denkmale Erfurts PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Matthias Stier   
27. 02. 2007
Beitragsinhalt
Überblick
Vor 1400
1401 - 1500
1501 - 1600
1601 - 1806
1806 - 1814
1814 - 1870
1870 - 1900
1901 - 1919
1919 - 1933
1933 - 1945
1945 - 1949
1949 - 1990
1990 - heute
Legende-Literatur

1814 - 1870

 
Pestkreuz im Brühler Garten, Pestopfer-Gedenkmal, Friedhofskreuz, KD

Standort: Brühler Garten, SO-Ausgang Lindenallee
Einweihung: 1820

Pestkreuz im Brühler GartenVom Mittelalter bis zum 17. Jahrhundert wurde Erfurt, wie auch andere Gebiete in ganz Europa, von der Pest mehrfach heimgesucht. Dem Schwarzen Tod, wie diese gefährlichste Seuche auch genannt wurde, fielen allein hier über die Zeiten Zehntausende zum Opfer.
So sind „während der Epidemie von 1625/26 insgesamt 4700 und selbst im Verlauf der letzten Erfurter Pest von 1682/83 noch immer 10.377 Menschen (über die Hälfte der Stadtbevölkerung) gestorben. Auch im Erfurter Umland waren die Opferzahlen zur gleichen Zeit hoch: z.B. in Alach 320, Gispersleben Kiliani 84, Viti 56 … Um dem Wüten der Pest möglichst erfolgreich begegnen zu können, wurden wiederholt gedruckte Anschläge und Verordnungen vom Rat der Stadt in Zusammenarbeit mit der Medizinischen Fakultät herausgegeben. Sie enthielten Verhaltensmaßregeln für Gesunde und Kranke, von denen jene, die im Sinne einer zeitgenössischen Prophylaxe auf eine Verbesserung der hygienischen Verhältnisse und eine Isolierung der Erkrankten abzielten, zweifellos die positivsten im Hinblick auf eine wirksame Seuchenbekämpfung waren. Die Therapie als solche stützte sich hingegen in erster Linie auf eine Unzahl von Arzneien und obskuren Wundermitteln, denen jegliche therapeutische Bedeutung abgesprochen werden muss. Entschieden günstiger als diese medikamentöse Behandlung ist die chirurgische zu bewerten. Für die Eröffnung und Versorgung der Drüsenbeulen standen besondere Pestchirurgen zur Verfügung, die seitens der Stadt eigens dafür bezahlt wurden. Außerdem stellte die Stadt Ärzte, Inspektoren, Pfarrer und Totengräber für die Betreuung der Pestkranken und die Beseitigung der Pestleichen ein. Trotz aller Bemühungen, dem Ausbruch der Pest durch entsprechende Maßnahmen vorzubeugen und eine Ausbreitung in möglichst engen Grenzen zu halten, blieb jedoch dem Rat der Stadt während der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts ein entscheidender Erfolg versagt.
Das Areal des heutigen Brühler Garten kann auf eine bemerkenswert wechselvolle Nutzungsgeschichte verweisen: je zweimal als Friedhof und als Garten. Damit nicht genug. Auch dem sogenannten „Pestkreuz“ liegt ein zweifacher historischer Bezug auf die beiden Gründungszeiten als Friedhof inne.
Am 1. Oktober 1818 legte ein Ratsbeschluss fest, den ehemaligen Statthalterei-Garten zum Friedhof umzugestalten. Bei den vorzunehmenden Erdarbeiten, kamen dann auch Teile von Bestattungen aus der ersten Friedhofszeit ans Tageslicht. Man erinnerte sich an der zahlreichen Opfer der Pest, und widmete das neu zu errichtende Friedhofskreuz vermutlich auch ihrem Gedenken. Daher vielleicht die bis heute überkommene, eingebürgte Bezeichnung „Pestkreuz“. Ein realer Bezug zur Pest war anfangs des 19. Jhs. bereits seit langem nicht mehr gegeben. „Am Ende des mittleren Ganges wurde ein steinernes Kreuz errichtet zum Zeichen, dass es nun ein Friedhof sei.“ Diese recht eindeutige historische Lokalisierung belegt den Verbleib des Kreuz seinem ursprünglichen Platz. Dennoch bleiben auch Widersprüche in den Überlieferungen. Constantin Beyer (1825) verbindet besagten Standort mit dem des früheren Konzertpavillons, der verfallen abgerissen werden musste, aber erhöht ebenso wie das Kreuz, das er am so Rand des Areals vorgefunden hatte. Man hatte damals eine romantische Sicht über die dahinschlängelnde Wilde Gera (heute Tram-Trasse / Melanchtonstraße) bis zu Vogels Garten (heute Bereich Lutherstraße). Wenn der von Beyer beschriebene mit dem heutige Standort des Kreuzes identisch wäre, hieße das aber, der Hügel wurde eingeebnet und das Kreuz notwendigerweise ab- und wieder neu aufgebaut.
Das Pestkreuz ist also nicht auf die erste Friedhofsgründung Ende des 16.Jhs. zu datieren, wie man es manchmal in Beschreibungen noch findet, wohl aber mit der Erinnerung an den damals zwingend notwendig gewordenen Anlaß zu verbinden.
Sein heutiger Zustand ist noch recht gut, auch wenn es statt gedachter 400 Jahre tatsächlich nur knapp halb so alt ist.
Das Kreuz ist von sehr schlichter Form, äußerst sauber gearbeitet, steht auf einem Würfelsockel und ist selbst etwa 3 m hoch. Es besitzt keine erkennbare Inschrift oder Verzierung, auf einer Seite des Querarmes fehlt oben eine Ecke. (DT)

 

Gefallene Soldaten 1848 Grabdenkmal, nicht erhalten

Standort: Ehemaliger Johannisfriedhof
Einweihung: 1849 über dem Gemeinschaftsgrab
Inschrift: „Im Kampfe / für Ordnung u. Gesetz / fielen / treu ihrer Pflicht / am 24. Nov. 1848 / Georg Barthel, / Joseph Raub, / August Dietzel, / Ferd. Eckler, / Aug. Hartmann, / J.M. Herbig, / Carl Wicht.“

Gefallene Soldaten 1848 GrabdenkmalDie Beerdigung der gefallenen Soldaten fand am 27. November vormittags unter großer Zeremonie, einem Trauerzug vom Lazarett aus statt, in dem hinter den sieben geschmückten Särgen Generalfeldmarschall Karl von Müffling (1775-1851) ritt.
Die Trauerrede, die „zur Beschaffung eines Denkmals für die Gefallenen“ auch im Druck erschien (Preis 1 Sgr.), hielt Divisions-Prediger Kleckl (siehe unten). Er bezog auch die gefallenen Revolutionäre, denen das kirchliche Begräbnis verweigert wurde, mit in die Trauer ein:
„ein tiefes Leid, wenn wir hinblicken auf das Blut, das hier wie dort geflossen, auf die zahlreichen Opfer, die hier wie dort gefallen, auf den namenlosen Jammer, der hie wie dort in die Kreise der Familien gedrungen.
Denn auch den Verirrten, Verblendeten und Verführten [die gefallenen Aufständischen (DT)], obschon sie als gerechte Strafen tragen, was sie mit ihrer Thorheit selbst verschuldeten, dürfen wir doch unser christliches Mitleid nicht versagen.“
Die sieben Soldaten waren zwischen 19 und 23 Jahre jung. Neben drei Thüringern kamen vier aus den Kreisen Querfurt (2), Sangerhausen und Bitterfeld (heute Sachsen-Anhalt).

Es gehörten an

  • dem 31. Infanterie-Regiment:
    Georg Barthel (23), 5. Kompanie, aus Niederorschel, Kreis Worbis;
    Joseph Raub (19), 5. Kompanie, aus Kefferhausen, Kreis Heiligenstadt;
  • der 4. Pionier-Abteilung:
    August Dietzel (21), 2. Kompanie, aus Mücheln, Kreis Querfur;
  • dem 8. Kürassier-Regiment Langensalza:
    Johann Michael Herbig (23), 2. Eskadron, aus Flarchheim, Kreis Langensalza;
    Friedrich August Hartmann (22), 3. Eskadron, aus Schnellenrode (heute Schnellroda), Kreis Querfurt;
    Wilhelm Karl Friedrich Wicht (21), 4. Eskadron, aus Haynrode (Hainrode), Kreis Sangerhausen;
    Ferdinand Eckler (21), 4. Eskadron, aus Zörbig, Kreis Bitterfeld.
    Jene Kürassiere fielen kurz nach 10 Uhr, dem Beginn der Auseinandersetzung, als sie sofort aus Fenstern umliegender Häuser unter Feuer genommen wurden.

Das ein Jahr darauf über der Grabstätte an der Johannesmauer errichtete Grabdenkmal wurde in den 1950er Jahren wegen seiner angeblichen militaristischen Aussage entfernt. (DT)

Literatur:
[Kleckl]: Rede, bei der am 27. November 1848 Vormittags stattgefundenen feierlichen Beerdigung der am 24. Novbr. im Straßenkampfe zu Erfurt gefallenen Soldaten, gehalten vom Divisions-Prediger Kleckl. [1848] 4 S.

 

Müffling-Grabdenkmal, verändert erhalten

Seeberger Sandstein
Standort: Brühler Garten, S-Rand
Schöpfer: Friedrich August Stüler , Königl. preußischer Hofbaumeister. Büste: Berliner Bildhauer Hermann Wittig (1819–1891), Büste nicht original, sondern um 2000 nachgefertigt, da 1951 entfernt.
Einweihung: 1853

Müffling-Grabdenkmal

Philipp Friedrich Carl Ferdinand Freiherr von Müffling genannt Weiß (1775 Halle – 1851 Erfurt) war preußischer Generalfeldmarschall, Militärschriftsteller und Geodät.

Freiherr von Müffling war ein angesehener Offizier der preußischen Armee. Er trat 1787 als Junker in ein Füsilierbataillon ein, mit dem er 1790 nach Schlesien ging und 1792-94 den Feldzug gegen Frankreich mitmachte.
Große Verdienste erwarb er sich auch als Wegbereiter der modernen Kartographie. Von 1797 bis 1802 wurde er bei der trigonometrischen Vermessung Westfalens für die Lecoqsche Karte, dann 1803 als Premierleutnant im neu aufgestellten Regiment Nr. 59 von Wartensleben in Erfurt bei der Gradmessung in Thüringen beschäftigt.
1805 trat er als Hauptmann in den Generalstab. 1806 stand er bei dem Korps des Herzogs von Weimar, schloss sich nach der Katastrophe von Jena Blücher an und erhielt nach dem Treffen bei Lübeck den Auftrag, die Kapitulation von Rattkau abzuschließen. 1808 trat er als Mitglied des sogen. geheimen Konseils in weimarische Dienste, 1813 aber wieder in die preußische Armee und wurde als Oberstleutnant dem Generalstab Blüchers zugeteilt. Nach dem Gefecht bei Hainau in Schlesien, zu dem er die Disposition entworfen hatte, avancierte er zum Obersten. Nach dem Ende des Waffenstillstands wurde er Generalquartiermeister bei der schlesischen Armee, nach der Schlacht bei Leipzig Generalmajor und nach Abschluss des ersten Pariser Friedens Chef des Generalstabs der am Rhein zurückgebliebenen Armee. Im Feldzug gegen Napoleon fungierte er 1815 als preußischer Verbindungsoffizier im Hauptquartier der britischen Armee und erledigte in dieser Funktion unter anderem in der Schlacht bei Ligny die Kommunikation zwischen Wellington und Blücher. Nach der zweiten Einnahme von Paris wurde er dann zum Gouverneur der Stadt ernannt und blieb 1816 als Bevollmächtigter Preußens im Hauptquartier des Herzogs von Wellington. Hier verband er sich mit französischen Offizieren und Gelehrten zu einer Gradmessung zwischen Dünkirchen und dem Seeberg. Der preußische König schenkte ihm für seine Verdienste 1816 das Gut Ringhofen bei Mühlberg in Thüringen, Mühlberg und das benachbarte Vorwerk Freudental. Das Rittergut blieb bis 1926 in Familienbesitz.1820 wurde er Chef des Generalstabs der preußischen Armee. Als Generalleutnant erhielt er 1829 eine Mission nach Konstantinopel, um die Pforte für den Frieden mit Russland geneigt zu machen, und wurde im März 1832 General des 7. Armeekorps, 1837 Gouverneur von Berlin, 1841 Präsident im Staatsrat. 1847 erhielt er die erbetene Entlassung mit dem Titel eines Generalfeldmarschalls und als Geschenk die Domäne Wandersleben und ließ sich hierauf in Erfurt nieder. Im Trauerzug des 27. November 1848 für die drei Tage zuvor auf dem Anger gefallenen Soldaten, ritt Müffling als Feldmarschall hinter den sieben geschmückten Särge. Er starb am 16. Januar 1851 in Erfurt, dem er sich zeitlebens verbunden geführt hatte und wurde unter großer öffentlicher Anteilnahme und mit militärischen Ehren am 19. Januar 1851 auf dem dortigen Brühler Friedhof (heute Brühler Garten) beigesetzt. Zwei Jahre später errichtete der bekannte Schinkel-Schüler Friedrich August Stüler (1800-1865) an dieser Stelle ein klassizistisches Grabmal - einen dreiseitig offenen dorischen Tempel. An der Rückwand wurde eine Konsole angebracht, auf der man eine überlebensgroße Büste Müfflings platzierte.
Müfflings Grabmal erhielt 1925 durch die Anlage des Brühler Gartens auf dem ehemaligen Friedhof noch deutlicheren Denkmalcharakter. Nach 1945 teilte es das Schicksal vieler preußisch-nationaler Denkmale, wurde aber zumindest nicht zerstört. Ohne die 1951 entfernte Büste fristete es über Jahrzehnte ein trauriges Schattendasein. Seit dem Jahre 2000 erinnert das sanierte Grabdenkmal mit Büste wieder an den Erfurter Ehrenbürger. (SR, DT, Wikipedia))

Straßennamen: Müfflingstraße

mehr:
In: Stadt und Geschichte - Zeitschrift für Erfurt (Heftnummer):
Grobe, Karsten: Das Müffling-Grabmal im Brühler Garten (7)
Müffling (15)
Ein Müffling-Grabstein von 1752 (31)
Kaiser, Dr. Klaus-Dieter: Müffling und Erfurt (19)

 

Landgerichtsdenkmal bei Mittelhausen. FD

Standort: NW Mittelhausen
Schöpfer: Bildhauer Christian Herda, Erfurt
Errichtung: 15. Juni 1853 (s. nachfolgende Inschrift)
Einweihung: 4. September 1853 mit großer Festlichkeit
Inschrift auf gusseisernen Platte (entfernt): „Aufgerichtet von den Gemeinden des Amtsbezirkes Großrudestedt an der Stelle, auf welcher vor Zeiten der Landgrafen in Thüringen Thingstuhl stand, am 15. Junius 1863.“

LandgerichtsdenkmalFrank Störzner: „Das Denkmal kennzeichnet einen der denkwürdigsten Plätze der älteren thüringischen Geschichte. Hier befand sich der Sitz des Thüringer Landfriedensgerichtes, das als oberstes Rechtsorgan der Landgrafschaft Thüringen fungierte. Dreimal im Jahr sprach der Landgraf auf dem 'lantdinge czu Mitilhusen' Recht. 1346 erlosch die Institution.“

Das höchste landgräflich-thüringische Landgericht trat zwischen dem 12. und 14. Jahrhundert nördlich von Erfurt bei Mittelhausen auf einer Wiese zusammen. Die Thingstätte war sicherlich, so wie heute nachempfunden, von einer Baumgruppe bestanden. Gerüst und Sitze wurden aufgestellt. für die Ausschmückung, war der Abt des Petersklosters verantwortlich. Seine Mönche hatten Besitz im nahen Mittelhausen.

Die Versammlungsplätze in Gotha. Thamsbrück. Weißensee und Buttelstedt waren dem bei Mittelhausen nachgeordnet. Mittel hausen lag im Zentrum der Landgrafenschaft. und die wich· tige Handelsstraße von Franken über Erfurt nach Magdeburg führte nah am Gerichtsplatz vorbei. Den Vorsitz des Gerichtes besaß der Landgraf von Thüringen. Von Heinrich dem Erlauchten wissen wir allerdings, dass er als Vertreter 1257 den Grafen Hermann von Henneberg nach Mittelhausen sandte. Zwölf gewählte Beisitzer standen dem obersten Richter zur Seite. Die meisten entstammten dem thüringischen Hochadel, einige erschienen als Vertreter der Städte. Aus dem Jahre 1338 wurde bekannt, dass eine Art Polizei das Gericht sicherte.
Meistens wurden Streitigkeiten zwischen Feudalherren oder Klöstern geschlichtet. Interessant ist, dass betroffene Adlige, die außerhalb der Landgrafschaft wohnten, die Sprüche des Gerichts anerkannten. Eine sehr wichtige Aufgabe des Landgerichts war die Wahrung des Landfriedens. Das traf die Raubritter!

Besonders die thüringischen Städte spürten, dass sich die Landgrafen selbst das Gericht zunutze machten, um ihre eigne Hausmacht auf Kosten anderer auszubauen.

1371 verbanden sich die Stadtbürger Erfurts. Mühlhausens und Nordhausens mit Grafen. die dem Landgrafen feindlich gegenüberstanden. Das Ziel war, selbst die lebenswichtigen Handelsstraßen gegen Straßenräuber zu schützen. Manfred Tittel

„In den nachfolgenden Zeiten fast in Vergessenheit geraten, erinnerte nichts mehr an die einstige bedeutende Thingstätte. Der Initiative des Großrudestedter Gerichtsbeamte und Heimatforschers Zwätz ist es zu verdanken, dass über ein halbes Jahrtausend später – 1852 – der historische Gerichtsplatz wieder entdeckt wurde. Die Idee, diesen Platz mit einem Denkmal zu versehen, fand viele Befürworter. Eine Geldsammlung erbrachte die dazu benötigten Finanzen, was mit Erfolg zur Errichtung des Denkmals führte.“
„Der aus Sandstein bestehende ca. sechs Meter große Obelisk“ ruht auf einem mehrstufigen Sockel. Noch vor zwei Jahrzehnten „erinnerte eine eiserne Tafel daran, dass dieses Denkmal am 15. Juni 1853 in Anwesenheit des Großherzogs Carl Friedrich von Sachsen-Weimar-Eisenach eingeweiht wurde. Zudem zeigte der Obelisk neben dem großherzoglichen Wappen das Symbol der Justitia.“ (Heimatforscher H.P. Brachmanski)

Der Zustand, in dem sich das Denkmal heute (2014) zeigt, ist mehr als ernüchternd. Die Tafel wurde (vorsorglich?) entfernt, ebenso ist von den „Verzierungen“ am Obelisken bis auf Reste (Adler?) kaum noch etwas geblieben. Alle Flächen sind über und über mit Widmungen, besonders aus den letzten Jahrzehnten ausgefüllt, die bereits selbst Zeitgeschichte geworden sind. Wenn dem historisch Interessierten dieses Tun, der fehlender Respekt gegenüber einem wichtigen Relikt der Vergangenheit und die  Rücksichtslosigkeit nicht fassungslos machen würde.

Wer dennoch selbst das abgelegene Denkmal aufsuchen möchte hier noch abschließende Hinweise. Vor Jahren noch inmitten von Feldern im Große Ried stehend, wird das Denkmal heute auf einer hügelartigen Landzunge von zwei durch Kiesabbau entstandenen Seen eingerahmt, die von Anglern gern genutzt werden. Wenige Meter entfernt ist ein Trigonometrischer Punkt eingelassen.

Es stehen im Wesentlichen drei Wege zur Auswahl. Über die Chaussee Mittelhausen in Richtung Nöda, nach wenigen hundert Metern den Feldweg links, der nach etwa 700 Metern geradezu auf den Obelisken führt; oder bereits von Mittelhausen, n Ortsrand, nach N über Denkmalsweg, dann Feldweg, der auf den zuvor genannten einmündet (nach links) oder vor Denkmalsweg nach NNW über Pfad (zu Fuß), später Feldweg zwischen Seen.
Die letzte beschwerlichste Variante ist die reizvollste, um die Erfurter Seenlandschaft zu erleben. (DT, 4)

 

Radowitz-Grabdenkmal, nicht erhalten

Standort: ehem. Krämpfer Ring, Anlage, heute Stauffenbergallee
Einweihung: 25.12.1853

Joseph Maria Ernst Christian Wilhelm von Radowitz (6. Februar 1797 Blankenburg - 25. Dezember 1853 Berlin) war preußischer Generalleutnant, Diplomat und Politiker. Er war neben Gagern und Bismarck namhafter Teilnehmer am Unionsparlament 20.3. - 29.4.1850 in Erfurt - der Vordenker und Organisator der Erfurter Union, eines Einigungsversuchs unter preußischer Führung.. Radowitz ist zwar in Berlin gestorben, aber in Erfurt beigesetzt.

Das neugotische Grab wurde 1954, nach 100 Jahren Bestand abgebrochen. (DT, Wikipedia, 7)

 

Lucius-Hebel-Grabdenkmal, zweimal umgesetzt. Lucius-Hebel-Stiftung

Standort: Kartäuser Straße 57, Außenmauer – Innenseite, vor Lucius-Hebel-Stiftung
Errichtung: um 1857-1864

Lucius-Hebel-GrabdenkmalDie Grabanlage ist flächig in den klassischen Formen eines griechischen Tempels gestaltet. Über einem Sockelbereich mit der Inschrift „LUCIUS HEBEL“ tragen zwei rahmende Vierecksäulen ein breites Gesims mit flachem Spitzgiebel. In der geschlossenen Rückwand hält eine junge Frauengestalt (Göttin?) einen Kranz in ihrer rechten und eine Rose in der linken Hand. Es ist das Grab von Sebastian Lucius (1781-1857) und seiner Frau Marianne, geb. Hebel, die mit unternehmerischen Erfolg und privatem Glück reich beschenkt wurden. Durch die Errichtung der Lucius-Hebel-Stiftung für alte und gebrechliche Bürger der Stadt haben sie sich ein bleibendes Denkmal gesetzt.
In der Hauswand des Stiftungsbaus steht auf einem Konsolstein eine Figur des Hl. Sebastian, darunter ist eine Tafel eingelassen: „LUCIUS-HEBEL-STIFTUNG. Errichtet im Jahre 1864“.
Seb. Lucius verstarb am 18.9.1857 und wurde auf dem Krämpferfriedhof bestattet. Nach Aufhebung des Friedhofs im Jahre 1902, gelangte das Grabdenkmal zunächst auf den Südfriedhof, um 1913 seinen endgültigen Platz vor dem Stiftungsbau in der Kartäuserstraße zu finden.
In der katholischen Familiendynastie Lucius waren im 18. Jahrhundert Handwerker und Kleinhändler vertreten. Im 19. Jh. schafften sie den Aufstieg als Fabrikanten in die 1.Klasse der Erfurter Großunternehmer.
Ihr Name ist untrennbar verbunden mit einem der repräsentativsten Häuser Erfurts, dem heute öffentlichen Haus Dacheröden auf dem Anger, am Alten Angerbrunnen. Es war das Handelshaus der weltbekannten Strumpfwarenfabrik Joh. Anton Lucius, der die Firma 1763 gegründet hatte; deswegen vormals auch das „Lucius-Haus“ genannt. Name und Gründungsjahr kann man noch heute in der Umschrift über dem schlichten Rundbogenportal lesen.
Von Helga Brück erschien 1991 ein Fortsetzungsartikel über die Familie Lucius, in dem der Lebensweg Sebastians nachgezeichnet und auch die Lebensleistung seiner Frau Marianne gewürdigt werden:
„Sebastian Lucius wurde 1781 als jüngstes von sieben Kindern des Firmengründers Johann Anton Lucius (1742-1810) geboren. Mit größtem Erfolg besuchte er das Jesuitenkollegium in Erfurt, erlernte spielend die französische und italienische Sprache und wollte später die Universität besuchen. Der Vater aber, der in dem Jungen den Fortführer und Vollender seiner kaufmännischen Geschäfte sah, nahm Sebastian vom Kollegium und ließ ihn in der Fabrik und im Büro arbeiten. Als er 16 Jahre alt war, schickte ihn sein Vater nach Höchst am Main, um dort bei seinem ältesten Bruder Michael eine anderthalbjährige kaufmännische Lehre zu absolvieren. 1801 kehrte Sebastian nach Erfurt zurück und übernahm kaum 20jährig die Leitung des Geschäfts. 1810, nach dem Tod des Vaters, wurde er Besitzer der Firma. Der Verstorbene hatte seinen sieben Kindern ein Vermögen von 31.000 Talern hinterlassen, das entweder aufgeteilt oder zu 5 Prozent verzinst wurde.
Es waren keine günstigen Jahre zum Geldverdienen. Erfurt war durch den Reichsdeputationsausschuß an Preußen gefallen. Der preußischen Einquartierung folgte die der großen französischen Armee, und große Steuerlasten drückten die Bevölkerung. Doch dem jungen Geschäftsmann kam seine völlige Beherrschung der beiden Fremdsprachen sehr zugute. Vor allem war er den Fremden unentbehrlich geworden, um Geld- und Papierwechselgeschäfte zu vermitteln. Sebastian Lucius wußte die Gunst der Stunde zu nutzen: er gründete ein Speditionsunternehmen für Verpflegung und Ausrüstung der durchwandernden Armeen. Das Geschäft war sehr gewinnbringend. Erfurt hatte zu jener Zeit in seinen Mauern 10.000 Verwundete oder Kranke und 8.000 bis 10.000 Soldaten Besatzung zu versorgen.
Nach Abzug der Truppen richtete Sebastian Lucius eine Gingham-Fabrik ein zur Herstellung von Baumwollgewebe mittlerer Feinheit. Den Rohstoff importierte er aus England. Außerdem fabrizierte er weiterhin Strümpfe und Mützen. Seine Arbeiter – sie zählten bald 1.000 – waren zum größten Teil Heimarbeiter, die nicht nur in Erfurt wohnten; selbst im Thüringer Wald unterhielt er Faktoreien.
1814 erwarb Sebastian Lucius das Haus „Zum güldenen Hecht“, 1832 das Nachbarhaus „Zum großen Schiff“, verband beide Häuser durch einen Umbau (entspricht dem heutigen Haus Dacheröden) und ließ aus Achtung und Dankbarkeit für seinen Vater die Umschrift über dem Eingangsportal anbringen.
Seine erste größere Geschäftsreise führte Sebastian Lucius 1825 nach England. Dort machte er sich mit den modernen Produktionsverfahren bekannt, sah die erste Kammgarnspinnerei und die erste Eisenbahn. Auf der Rückreise über Paris knüpfte er auch dort Geschäftsverbindungen. Mit der zweiten Reise 1829 nach Italien erfüllte er sich einen Jugendwunsch. In Florenz, am Palast eines Kaufmanns, las er den Spruch „NON DORMIRE“. Diese Mahnung „NICHT SCHLAFEN“ wurde zur Devise der Lucius-Familie. 1833 und 1836 führten ihn Geschäfte wiederum nach England und in die Schweiz, wo er Industrieorte zur Herstellung von Kattunwaren besuchte. Ein Jahr später übergab er einen Teil des Unterhehmens, so die Spinnerei, die Weberei und die Druckerei, an seine Neffen Carl und Joseph Lucius, da der eigene älteste Sohn August sich „weder fähig noch willig zur Übernahme der Geschäfts“ zeigte. Er besaß eine Begabung in der Malerei. Ein Altarbild von ihm befindet sich in der Kirche zu Heuschleben bei Weißensee.
Am 15. März reiste eine Delegation einflußreicher Erfurter Bürger im Auftrage des Magistrats unter Leitung von Stadtrad Pingel nach Berlin, um sich dafür einzusetzen, dass die geplante Eisenbahnlinie über Erfurt geführt werde. Auch Sebastian Lucius gehörte zu dieser Delegation, die erfolgreich zurückkehrte. Er war es auch, der 1842 die erste Dampfmaschine in Erfurt in seiner Firma auf dem Junkersand betrieb. Nach den Teuerungen und revolutionären Unruhen 1847/48 erwog Sebastian Lucius, sein Geschäft nach Hamburg oder England zu verlegen. Doch als 70jähriger erwarb er 1851 das Rittergut Klein-Ballhausen und zog sich vom Geschäft zurück.

Lucius-Hebel-Stiftung1815 wurde Sebastian in der Wigbertikirche mit Marianne, der Tochter des Weinhändlers Hebel aus Würzburg, getraut. Frau Lucius, tatkräftig und tief religiös, kontrollierte nicht nur das Geschäft bei Abwesenheit ihres Mannes, sondern schenkte auch 13 Kindern das Leben, die alle im Doppelhaus Anger 37/38 (Dacheröden) geboren wurden.

Drei Söhne haben Ruhm und Reichtum für das Haus Lucius gemehrt: Ferdinand (1830-1910) – Nachfolger des Vaters als Firmenchef, Vorsitzender der Erfurter Handelskammer, Mitglied des Reichstages und des Landtages; Nicolaus Eugen (geb. 1834) – Mit Dr. Adolf Brünning Gründer einer chemischen Farbenfabrik in Höchst am Main, aus der sich der Weltkonzern BASF entwickelte; Robert Siegismund (1835-1914) – 1870 bis 1882 Reichstagsabgeordneter, 1879 bis 1890 Vizepräsident des Reichstages, Staatsminister und Minister für Landwirtschaft und Forsten, Vertrauter von Reichskanzler Bismarck, seit 1888 Freiherr von Ballhausen, 13. Juli 1889 Ehrenbürger der Stadt Erfurt.

Mit ihrer Lucius-Hebel-Stiftung sind Sebastian und Marianne Lucius als karitativ tätige Bürger im städtischen Bewußtsein bis heute geblieben. Sebastian Lucius stellte wenige Monate vor seinem Tod die Hälfte seines Gartengrundstücks an der Hopfengasse, nördlich des Kartäuserklosters, und ein Kapital von 5.000 Talern für den Bau eines neuen katholischen Krankenhauses mit einer Aufnahmekapazität von zunächst 64 Patienten sowie eines Siechenhauses für alte und hilfsbedürftige katholische Bürger der Stadt zur Verfügung. Sein Sohn August bewirkte später mit Unterstützung seiner Geschwister den  Bau der Lucius-Hebel-Stiftung, d.h. ein Altersheim, von Vincentinerinnen geleitet. Es wurde 1864 – wie auf der Tafel zu lesen – fertiggestellt und seiner Bestimmung übergeben. Frau Marianne gründete auf der westlichen Hälfte des Grundstückes in der Hopfengasse eine Niederlassung von Franziskanerinnen für ambulante Krankenpflege, die auch die Erziehung katholischer Mädchen übernahmen. (DT )

 

Meinecke-Gedenkstein, fünfmal (!) - zuletzt 1947 - versetzt

Standort: Meineckestraße
Einweihung: 1861

Meinecke-GedenksteinEin Jahr nach dem Ableben des Erfurter Königlichen Majors der Artillerie a.D. Leopold Wilhelm von Meinecke weihte ihm die Stadt 1861 in der Parkanlage Luisental am Friedrich-Wilhelm-Platz (Domplatz) ein Denkmal. 269 Taler und 14 Groschen kostete der schlichte beschriftete Steinwürfel mit flachem pyramidalen Abschluss. Mit dem Abriss des Luisentals musste das Mal bereits 1872 weichen, wegen der Aufstellung des Luther-Denkmals 1889 seinen zweiten Standort nahe der Kaufmannskirche verlassen, kurzzeitig vor der Wigberti-Kirche ausharren und 1891 in die Arnstädter Straße umziehen, um schließlich 1947 in einer Grünanlage der seit 1911 so genannten Meineckestraße endlich Ruhe zu finden.
2002 erwirkte eine fünfköpfige "Interessengemeinschaft Denkmal Meineckestein" eine selbst initiierte und finanzierte Restaurierung für 1.286 Euro.
Als Regionalforscher und Wohltäter ging Meinecke ins öffentliche Gedächtnis ein.(RM)

Meinecke, Leopold Wilhelm – Geograph, Chronist

mehr:
In: Stadt und Geschichte - Zeitschrift für Erfurt (Heftnummer):
Menzel, Eberhard: Denkmale in Erfurt - Denk mal darüber nach: Das Meinecke-Denkmal (24)

 

Rothstein-Grabstein, zweimal umgesetzt nach dem II.Weltkrieg

Standort: Hauptfriedhof o Bereich, Grabfeld 10A, Grabstätte 001A, innerer Bogenweg
Errichtung: 1865
Inschrift: "HUGO / ROTHSTEIN / geb. 28. August 1810 / gest. 23. Maerz 1865"

Rothstein-GrabsteinNach einer ungewöhnlichen Odyssee hat dieser „gewanderte“ Grabsteinblock endlich seine Ruhe und einen würdigen Platz gefunden.
In den 1990er Jahren machte Susanne Günther auf eine Entdeckung aufmerksam, die sicher nur sehr wenigen gleichfalls bekannt war:
„Ein Grabstein, versteckt im Stockausschlag eines Baumes und verstellt durch abgelagerte Baumaterialien und Gerümpel auf einem weiten Platz hinter der Domturnhalle am Bergstrom. Nach dem II.Weltkrieg wurde er dorthin aus dem Brühler Garten, wo er zu den damaligen Zeiten des Friedhofs aufgestellt wurde, verbracht, so der Hinweis einer langjährigen Anwohnerin.“
Hugo Rothstein (1810-65) - wer war dieser Mann? In Erfurt geboren und gestorben. Seinerzeit bekannt, jedoch das Schicksal des Steines weist auf seine Befeindung, denn Rothstein war eine umstrittene Persönlichkeit. Johannes Biereye hat ihn in seine Bibliographie „Erfurt in seinen berühmten Persönlichkeiten“ (1937) aufgenommen. In der Tat hat Rothstein laut Gesamtverzeichnis des deutschsprachigen Schrifttums 1700 – 1910 (1984) 26 Publikationen veröffentlicht.
Hugo Rothstein trat gegen den Willen seines Vaters (nach Biereye übrigens der erste in Deutschland, der in seiner Erfurter Fabrik den in England erfundenen mechanischen Webstuhl einführte) in den Militärdienst. Er bekleidete leitende Positionen in den preußischen Turnanstalten des Kriegs- und Unterrichtsministeriums. Diese einflußreiche Stellung war ein Ergebnis seiner intensiven Beschäftigung mit der schwedischen Gymnastik, die in dem Werk „Die Gymnastik, nach dem System des schwedischen Gymnasiarchen P.H. Link“ gipfelte; veröffentlicht 1847 -1859 in acht Teilabschnitten. Sein Umfang beträgt über 1600 Seiten.
Ausführlich begründete Rothstein das Wesen der Gymnastik. Er verlangte für die Turnpädagogik im Hinblick auf das Ziel einer allseitigen und harmonischen Ausbildung des  Menschen unter Einbeziehung seiner späteren Berufstätigkeit anatomische, physiologische und psychologische Kenntnisse und deren Berücksichtigungen. Dem entsprach auch seine Bevorzugung dessen, was wir heute Leichtathletik nennen.
Hierbei polemisierte er aggressiv gegen den Jahn'schen Turngeist und die mit ihm eng verbundene Arbeiterbewegung und scheute vor groben Beschimpfungen und Verdächtigungen nicht zurück. Die deutsche Turnbewegung galt ihm als Hort eines rebellischen Individualismus.
Hier setzte bald heftiger Widerspruch ein und verdichtete sich zu einer in der breiten Öffentlichkeit ausgetragenen entschiedenen Ablehnung Rothsteins und seiner Anschauungen. Vor diesem allgemeinen Druck zurückweichend, ließen die preußischen Behörden ihren Schützling fallen.“
Dem abschließend geäußerten Wunsch der Autorin „Es ist an der Zeit, dass diesem denkwürdigen Erfurter auch in seiner Heimatstadt Ehre widerfährt und sein Grabstein nicht im Baumgebüsch verborgen bleibt“ erfüllte sich schließlich und brachte das ehrenvollen Anliegen zum Erfolg. Der Grabstein „wechselte“ ein letztes Mal auf den Hauptfriedhof. Dort liegt er nun, zwar erneut etwas versteckt und von einem Gebüsch eingehüllt, ohne Grab, isoliert, zu den Nachbargräbern mit Abstand – also einiges was in der Betrachtung seiner Person als Entsprechung gesehen werden könnte - aber am rechten Platz. (DT )

 

Haage-Denkmal, erneuert, versetzt

Standort: Blumenstraße 68, auf Firmengelände Kakteen-Haage
Schöpfer: ? 1934 durch Prof. Hans Söhlemann, Schwiegervater von Walther Haage, erneuert
Einweihung: 1866
Inschrift unter dem Portrait-Medaillon: „FRIEDR. AD. HAAGE / ZUM / GEDÄCHTNIS“

Haage-DenkmalFriedrich Adolph Haage (1796 – 1866) war ein hervorragender Kultivateur, leidenschaftlicher Kakteenzüchter, erfolgreicher Kaufmann und wurde mit seiner Handelsgärtnerei ein Mitbegründer des Versandhandels im deutschen Gartenbau.
Er war Mitbegründer des Erfurter Gartenbauvereins.
Nach seinem Tod am 20.September 1866 errichtete der „Erfurter Verschönerungsverein“ in Würdigung seiner Leistungen und Verdienste für die Stadt Erfurt ein Denkmal im Hopfengrund im Steiger.
Dazu stellte die Familie dem Verschönerungsverein das ursprüngliche Grabmal mit einem Portrait-Medaillon zur Verfügung. Durch Vandalismus beschädigt, wurde es 1934 durch die Stadt noch einmal erneuert und am Hedemannsweg im Steiger aufgestellt. Heute befindet sich das Denkmal wieder in Familienbesitz. (DT)

 

Reichart-Denkmal I, 1899 versetzt

Seeberger Sandstein
Standort: Anlagen an der Pförtchenbrücke
Schöpfer: Georg Friedrich Carl Kölling , Lehrer an der Königl. Provinzial-, Kunst- und Bauhandwerkschule Erfurt
Enthüllung: 10. September 1867
Sockelinschrift: „Dem Ratsmeister / Christian Reichart, / dem unermüdlichen Förderer / des Land- und Gartenbaues. / Errichtet 1867.“

Reichart IWer vom Zentrum her über die Pförtchenbrücke kommt, dem fällt zur Rechten ein Denkmal auf. Es ist auf hohem, rundem Sockel das Standbild eines Mannes in einer Tracht der "Zopfzeit" des 18. Jh.: Langer Flügelrock, zierliche Weste, Kniehosen, lange Strümpfe und Schnallenschuhe. Kunstvoll gedrehte Haarlocken umrahmen das Gesicht. Mit der Linken hält er ein Buch, gestützt auf einen umrankten Baumstumpf, an dem die zwei Gartengeräte Spaten und Hacke gelehnt sind. Es ist das Standbild des berühmten Gartenbaumeisters und Ratsherren Christian Reichart (1685-1775). Geehrt wurde eine Persönlichkeit, die den Ruf Erfurts als "Blumenstadt" und Stadt des gewerblichen Gartenbaus als einer der Ersten wesentlich mit begründet hatte.

Der 1685 in Erfurt gebürtige Reichart hatte an der Universität Erfurt Jura studiert und ab 1716 verschiedene städtische Ämter ausgeübt. Sein Hauptinteresse galt aber dem Land- und Gartenbau.
Auf diesem Gebiet sorgte er für die Einführung wissenschaftlicher Methoden und arbeitete sich zu einer europäischen Autorität empor, deren sechsbändiger "Land- und Garten-Schatz" (1753-1774) zum Standardwerk avancierte. Reichart wirkte jedoch nicht im Elfenbeinturm des Wissenschaftlers, sondern gewann bzw. erprobte seine Ideen auch in der Praxis, etwa mit neuen Gartenbaugeräten wie der Jätemaschine. (SR)

Unter der Rubrik "Lokales" berichtete die Erfurter Zeitung vom 11. September 1867: "Begünstigt vom herrlichsten Wetter und unter lebhafter Betheiligung des Publikums fand gestern Nachmittag 5 Uhr hier die feierliche Enthüllung des Standbildes Christian  Reicharts, des Hauptbegründers des Erfurter Land- und Gartenbaues, statt".
Damit hatten die Erfurter Bürger einem Manne fast 100 Jahre nach seinem Tode ein Denkmal gesetzt, der durch sein Wirken und seine Schriften sich nicht nur große Verdienste in seiner Heimatstadt sondern auch weit über die Grenzen hinaus erworben hatte. In ihrer Festrede anlässlich der Enthüllung des Denkmals rühmten die Veranstalter, die Mitglieder des Gartenbauvereins, dem führende Vertreter Erfurter Gartenbaubetriebe wie Haage, Benary, Heinemann u. a. angehörten, die "Bürgertugend" und die "gemeinnützige, segensreiche Wirksamkeit" Reicharts, der es gelte nachzueifern.
In ihm ehrten sie nicht nur den anerkannten Gartenbaufachmann, sondern auch einen Vertreter ihrer eigenen Klasse, einen Vertreter des aufstrebenden Bürgertums, dessen "unermüdliche Arbeit" vom "verdienten Erfolg" gekrönt war. Damit setzten sie auch ihren eigenen Leistungen ein Denkmal, was ein anonymer Erfurter Bürger in einem Gedicht, das er am Tage nach der Enthüllung des Denkmals an die Erfurter Zeitung sandte, zum Ausdruck brachte:
... D'rum fällt auch Ihnen selbst zu ein ehrendes Loos.
Mit dem Denkmal haben sie sich selbst gesetzt
Ein schönes Denkmal, das keine Zeit verletzt ...
"

Reichart-Denkmal auf dem Reichartplatz 1867
Reichart-Denkmal auf dem Reichartplatz 1867

1865 fand in Erfurt der „Zweite Congreß deutscher Gärtner“ und eine „Deutsche Ausstellung von Gemüse und landwirtschaftlichen Produkten“ statt. Hier wurde bereits die Stellung Erfurts als ein Zentrum der Samenzucht und des Gartenbaues sichtbar. Anlässlich dieser Ausstellung, die vom 9.-17. September 1865 in Vogels Garten (heute: Stadtgarten) stattfand, wurde auf dem westlichen Ende des festlich geschmückten Angers eine Statue Christian Reicharts aus Gips im Mittelfeld eines großen Bogens, der auf vier Säulen ruhte, aufgestellt. In einer Festschrift zu dieser Veranstaltung hieß es, dass man damit den hohen Verdiensten Reicharts um den Gartenbau, dem „Pionier der Erfurter Kulturen“ gerecht werden wollte. Auf einem Festbankett für die Ausstellungsteilnehmer bedauerten mehrere Redner, dass die Statue nur für die Dauer der Festzeit geschaffen worden war und es wurde angeregt, „ein dauerhaftes Denkmal“ zu errichten.
„Als wäre es“, hieß es in einem Bericht über den Verlauf des Banketts, „verabredet gewesen, machten die Sammelteller die Runde, um den Anfang zur Bildung eines Fonds für das zu errichtende Standbild Reicharts zu machen, und nach wenigen Minuten wurde die Summe von 147 Talern ausgeschüttet und dem Schatzmeister des Gartenbauvereins für diesen Zweck übergeben.“ Im darauffolgenden Jahr, 1866, bildete der Gartenbauverein eine Kommission, die sich der Ausführung des Plans annahm. In regelmäßigen Sitzungen wurden Fragen der Finanzierung des Denkmals, der Auftragserteilung an einen geeigneten Künstler und der Beschaffung von Material über Lebensdaten Christian Reicharts beraten. Daran nahmen auch der Begründer des Vereins für Geschichte und Altertumskunde, Stadtrat Carl Herrmann, der Archivrat Beyer und Oberregierungsrat v. Tettau teil, die sich um die Erforschung der Geschichte Erfurts verdient gemacht hatten.
Den Auftrag zur Ausführung des Denkmals vergab der Gartenbauverein an den Erfurter Bildhauer und Lehrer an der Kunstschule Georg Friedrich Carl Kölling (1825-72), der auch die Gipsstatue von 1865 geschaffen hatte. Die Kosten sollten sich auf ca. 650 Taler belaufen. Als Vorbild für die Gestaltung des Denkmals diente ein Gemälde des Erfurter Malers Jakob Samuel Beck (1715-78), das sich heute noch im Besitz der Museen der Stadt Erfurt befindet. Nachdem die Probleme der Finanzierung geregelt worden waren - der Verschönerungsverein hatte 100 Taler beigesteuert, für die fehlende Restsumme von 350 Talern kam der Gartenbauverein auf - erhielt der Künstler den Auftrag im Frühjahr 1867. Er fertigte die Statue aus Seeberger Sandstein. Sie zeigt Christian Reichart, der in der rechten Hand einen Stift hält und sich mit der linken Hand, die ein Buch hält, auf einem Baumstumpf stützt, an den sich verschiedene Gartengeräte lehnen. Auf diese Weise sollte der Weg Reicharts, „der von der Praxis kommend über das theoretisch praktische Studium zum Begründer eines neuen, den Ruf seiner Vaterstadt erweiternden Erwerbszweig, wurde“ treffend gekennzeichnet werden.
Für die Aufstellung des Denkmals hatte man ursprünglich wieder den Anger vorgesehen, die Mitglieder des Gartenbauvereins schlugen jedoch vor, es "Am Wassertor" zu errichten und diesen Platz in "Reichartplatz" umzubenennen.
Sie brachten einen entsprechenden Antrag in der Stadtverordnetenversammlung ein, dem in einer öffentlichen Sitzung am 6. September 1867 zugestimmt wurde: "Mit Genehmigung der königlichen Regierung und Zustimmung der Stadtverordnetenversammlung haben wir beschlossen, den durch das Reichart-Denkmal geschmückten Platz, welcher westlich von der Gera, nördlich von dem Hause No. 1950 a und östlich von dem Grundstück der Neuwerkskirche, sowie von der Seitenfront des Gebäudes der General-Steuer-Inspektion No. 1861 begrenzt wird, von jetzt ab 'Reichart-Platz' zu benennen. (heute: Karl-Marx-Platz)
Der Verschönerungsverein hatte die Aufgabe übernommen, den zukünftigen Reichartplatz entsprechend repräsentativ durch Bepflanzungen zu gestalten.
Als Datum für die Enthüllung der Statue wurde der 9. September 1867 vorgesehen - dies war der zweite Jahrestag der Eröffnung der Ausstellung von 1865 und der Aufstellung der Gipsstatue auf dem Anger – tatsächlich fand sie dann aber einen Tag später statt, am 10. September 1867.
In einem Festakt wurde an diesem Tage "auf die kulturhistorische Bedeutung" des Standbildes aufmerksam gemacht. Unter "feierlicher Choralmusik" wurde es im Namen des Gartenbauvereins unter Anwesenheit "vieler Behörden, der Nachkommen Christian Reicharts, vieler Freunde und Beförderer des Gartenbaus und vieler Vereinsmitglieder" der Stadt als Eigentum übergeben. Zur Feier des Tages fand in Vogels Garten "auch eine", wie die zeitgenössische Presse berichtete, "wenn auch nicht sehr umfangreiche, doch im Arrangement gefällige und in den einzelnen Abteilungen oft prächtige Blumen-, Obst- und Gemüse-Ausstellung ... welche sich eines zahlreichen Besuchs erfreute", statt.
Für die Gestaltung des Reicharts-Denkmals erhielt der Bildhauer Kölling eine Medaille vom Gartenbauverein und wurde zu seinem Ehrenmitglied ernannt.
Bis 1899 verblieb das Denkmal auf dem Reichartplatz. Im Jahre 1900 wurde der Platz durch die Zuschüttung der Wilden Gera vergrößert und umgestaltet, dort ein Reiterstandbild von Kaiser Wilhelm I. anläßlich seines Besuches in Erfurt aufgestellt und zugleich in Kaiserplatz (heute Karl-Marx-Platz) umbenannt.  (Monika Kahl)

Zeitgleich plante der Erfurter Stadtgartendirektor Otto Linne (1869-1937) (auf den Wallanlagen entlang des Flutgrabens einen grünen Ring von Parkanlagen um die Stadt, womit Erfurt in seinem Ruf als Blumen- und Gartenstadt im Ergebnis eine deutliche Aufwertung erfuhr. Linne wäre wohl nicht einer der bedeutendsten Gartengestalter des 20. Jh. in Deutschland geworden, hätte er nicht für den nun vakanten Standort der Reichartstatue die ideale Lösung parat gehabt. Er fand sie in den Pförtchen-Anlagen, an der 1897 errichteten Pförtchenbrücke, die nach seinen Plänen zwischen 1898 und 1900 in spätlandschaftlicher Art überformt wurden. Genau am Schnittpunkt von Ringparkanlagen und der (Wege-)Achse zwischen Domplatz und Dreienbrunnenfeld, der Wiege des Erfurter Gartenbaues und Hauptwirkungsort Reicharts, wurde das Denkmal im November 1899 neu aufgesetzt. Zudem tritt in Blickweite (Reicharts) jenes für den Erfurter Gartenbau (Brunnenkresse!) so bedeutungsvolle Wasser der drei Quellen Hagelichts-, Turmgarten- und Philosophenquelle, gebündelt und unterirdisch geleitet, wie aus einer neuen Quelle hervor, nur um wenige Meter über ein wildromantisch gestaltetes Gefälle hinab in den Flutgraben zu tosen.
Der Bereich um das Denkmal wurde auf der Schauseite kostensparend mit bodendeckenden Gehölzen in der Art einer kaiserzeitlichen Schmuckfläche im Teppichbeetstil bepflanzt; die Rückseite erhielt eine dunkle Gehölzhinterpflanzung. Ein Querweg führte im Bogen um Denkmal und Pflanzungen herum und ermöglichte deren Betrachtung aus der Nähe.

In den folgenden Jahrzehnten war es mit dem Unterhalt und der Pflege dieser wertvollen Denkmalsanlage nicht immer zum Besten bestellt. Insbesondere nach 1945 traten zunehmend Schäden am Sandstein auf, vornehmlich durch die Luftverschmutzung verursacht, der gärtnerische Glanz verblasste schrittweise, Gehölze konnten ungehindert in die Höhe wachsen und dadurch Sichtbeziehungen versperren. 1990 ergab sich vordringlich ein Sanierungsbedarf am Denkmalskörper, der gereinigt und steinkonservatorisch behandelt werden musste. Die Kosten für die Restaurierung waren mit 25.000 DM veranschlagt worden.
Der „steinerne Reichart“ samt Sockel, der das stolze Alter des vormals lebenden nun auch schon um Jahrzehnte überschritten hatte, musste eine monatelange aufwändige Kur über sich ergehen und in einer Werkstatt umfassend behandeln lassen. Dabei hatte er wochenlang Folienbandagen getragen, wurde per Kompresse entsalzt und an der Nase wieder vervollständigt.

Am 4. September 1995 konnte OB Manfred Ruge das Reichart-Denkmal restauriert und rekonstruiert, den Sockel mit einer  blumenbesteckten Girlande bekränzt, an die Öffentlichkeit zurückgeben und damit zugleich die Woche des Denkmalsschutzes eröffnen. Die Kinder aus dem Reichart-Kindergarten brachten ein Ständchen und bunte Sträuße.

Noch einmal sollten etwas unruhigere Zeiten über das Reichart-Denkmal hereinbrechen, als 2007 teils heftig um seine mögliche Rückkehr in die Innenstadt gestritten wurde. Eine Zuspitzung erfuhr die Diskussion noch durch die in jenem Jahr endende Ausschreibung für die Grünanlage am Hirschgarten. Dort klaffte damals eine riesige Baugrube von dem zu DDR-Zeiten begonnenen Theater-Neubau, der in den 1990ern gestoppt und zurückgenommen wurde. Ein klares Bürgervotum entschied sich nach einem Marathon verschiedener vorgelegter Modellentwürfe letztlich klar gegen eine erneute Bebauung und für eine Begrünung. So brachte der Wortführer pro Denkmalumsetzung, Dr. Steffen Rassloff, Historiker und Autor zahlreicher Bücher, denn auch nach dem Vorschlag Rückkehr an den Erststandort, den heutigen Karl-Marx-Platz, verbunden mit einer möglichen Rückbenennung in Reichartplatz, den Hirschgarten als die noch „bessere“ Alternative mit ins Spiel. „Es wäre gewissermaßen eine Wiedergutmachung für die Vertreibung [!] vom Reichartplatz“, wobei dem ursprünglichen Ansinnen, „einen großen Sohn der Stadt an repräsentativem [innerstädtischen] Ort ehren“, der eine breitere Wahrnehmung erfährt, wieder Geltung verschafft würde. Kontra Rückversetzung des Denkmals in die Innenstadt sprachen sich Teile des Stadtrats und der Denkmalpflege aus. Dem entsprechend verwies Dr. Rüdiger Kirsten, Gartenamtsleiter der Stadt, darauf, dass das Denkmal ein wichtiges Element in einer denkmalgeschützten Parkanlage darstellt, die zu den wenigen gartenkünstlerischen Leistungen in der Stadt von Bedeutung zählt, und dass „der Hirschgarten doch sein eigenes historisches Potential“ habe. „Die alte Reichart-Statue sollte dort bleiben, wo sie auch schon über 100 Jahre steht.“ Reichart erhielt schließlich Bleiberecht und mußte nicht umziehen. Eine vernünftige Entscheidung, denn ein historisches Denkmal sollte ohne Not nicht mehr versetzt werden müssen; die empfindliche Substanz würde leiden, die noch dazu erst ein Jahrzehnt zuvor mit hohem finanziellen Aufwand saniert wurde.

Der 325. Geburtstag Reicharts im Jahr 2010 wurde von der Stadt auf vielfältige Weise vorbereitet und begangen. Im zeitigen Frühjahr begann das Gartenamt mit den Arbeiten im Denkmalumfeld, mit denen die vernachlässigte Anlage aufgewertet werden sollte. Nötig geworden waren ein Gehölzrückschnitt und eine Baumfällung im unmittelbaren Denkmalbereich. Um die ursprüngliche Raumwirkung wiederherzustellen und gleichzeitig die vorhandene Gehölzsubstanz zu schonen, mussten die vernachlässigten Eiben, die ursprünglich zum Teil als Bodendecker verwendet wurden und inzwischen große Strauchgehölze waren, in zwei Schritten zurückgeschnitten werden. Es erfolgte die Neuanlage der Zierpflanzung vor dem Denkmal; zu geplanten Wiederherstellung des Querweges kam es indes nicht. Die Stadt ehrte Christian Reichart an seinem Geburtstag, den 4. Juli, mit einer Kranzniederlegung an dessen Denkmal an der Pförtchenbrücke; Reichart-Experte Dr. Eberhard Czekalla hielt zwei Vorträge – in der Reglerkirche, umrahmt von festlicher Musik, wo Reichart über viele Jahre die Orgel spielte – und im Deutschen Gartenbaumuseum. Ihren Abschluss fand das Jubiläumsjahr mit der Ausstellung „Christian Reichart als Wegbereiter des Erfurter Gartenbaues“ vom 20. August bis zum 5. September 2010 im Rathaus. (DT)

Straßennamen: Reichartstraße

mehr:
In: Stadt und Geschichte - Zeitschrift für Erfurt (Heftnummer):
Menzel, Eberhard: Denkmale in Erfurt - Denk mal darüber nach: Das Christian-Reichert-Denkmal von 1867 (7)

 

Friedrich-Wilhelm-III.-Denkmal, nicht erhalten

Standort: N-Abhang Steigerwald, Friedrich-Wilhelms-Höhe (1814)
Einweihung: 18.10.1868

Friedrich Wilhelm III. (3. August 1770 Potsdam - 7. Juni 1840 Berlin) gehörte dem Adelshaus der Hohenzollern an, war seit 1797 König von Preußen.

Der steinerne gedrungen wirkende Obelisk wurde zu Ehren des Königs errichtet, auf der  Friedrich-Wilhelms-Höhe, der ehemaligen Napoleonshöhe, die ihren Namen bereits unmittelbar nach dem Ende der französischen Besatzungszeit erhielt:
Bereits am Nachmittag des 15. Oktober 1814 wurde die ehemalige Napoleonshöhe, „wo sich noch die Trümmer des Tempels befanden, durch zahlreiche, aus Militär und Zivilpersonen bestehende Versammlung aufs neue eingeweiht und ihr Name in 'Friedrich-Wilhelms-Höhe' umgewandelt.“
Stifter dieses Kriegerdenkmals waren die hiesigen Krieger- und Landwehrvereine. (DT, 7)



Letzte Aktualisierung ( 17. 07. 2017 )
 
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