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24. 06. 2017
Denkmale Erfurts PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Matthias Stier   
27. 02. 2007
Beitragsinhalt
Überblick
Vor 1400
1401 - 1500
1501 - 1600
1601 - 1806
1806 - 1814
1814 - 1870
1870 - 1900
1901 - 1919
1919 - 1933
1933 - 1945
1945 - 1949
1949 - 1990
1990 - heute
Legende-Literatur

1870 - 1900

 
Herrmanns-Brunnen, Brunnendenkmal

Sandstein / Gusseisen
Standort: Herrmannsplatz
Schöpfer: Medaillonbildnis Herrmanns: Prof. Georg Kugel (1848-1930), Hofbildhauer des Großherzogs Carl Alexander, Zeichenlehrer in Ruhla (Ausführung Fa. Grimm, Erfurt).
Einweihung: 24. September 1876
Inschrift unter dem Porträtmedaillon: „Dem wahren Freunde seiner Heimatstadt! Karl Herrmann 1876.“

Herrmanns-BrunnenDer Brunnen auf dem Rossmarkt gehört zu den wenigen Denkmalen, die verdienten Bürgern gewidmet wurden. Dem Kaufmann, Historiker und Stadtrat Karl Herrmann (1797-1874) hat die Stadt Erfurt tatsächlich viel zu verdanken.
Karl Herrmann war ein "echter" Erfurter, am 24. September 1797 als Spross einer Kaufmannsfamilie in der Stadt, Lange Brücke 57 geboren. Nach einer Kaufmannslehre 1811 trat er zunächst in das Geschäft des Vaters ein, bis er bald nach dessen Tod (1813) als Volontär bei namhaften Exportfirmen in Nürnberg und Bremen seine kaufmännische Ausbildung vervollständigte, um 1821 das väterliche Geschäft zu übernehmen. Zwei Jahre danach wurde er als Stadtverordneter gewählt und ist es bis 1836 ununterbrochen geblieben, worauf er 1838 noch einmal gewählt wurde und von 1839 bis 1850 als unbesoldeter Stadtrat dem Magistrat angehörte. Die ihm übertragene Funktion eines "OberFeuer-Commissars" hat er bis 1854 bekleidet.
Die Lebensgeschichte von Karl Herrmann ist mit zahlreichen kommunalpolitischen Ereignissen, die die Stadt im dritten, vierten und fünften Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts berühren, eng verbunden. Sein größtes Verdienst erwarb er sich mit seinem Engagement für den Anschluss Erfurts an das Eisenbahnnetz 1847. Dies war für die weitere Entwicklung zur modernen Industriegroßstadt von entscheidender Bedeutung. Engagiert trat Stadtrat Karl Herrmann gemeinsam mit dem Oberbürgermeister Wagner für den Bau der Eisenbahnstrecke von Halle über Erfurt nach der südlichen Rheinprovinz ein, die zunächst über Nordhausen geplant wurde. War die Strecke über Halle, Naumburg, Apolda, Weimar, Erfurt, Gotha und Eisenach zum Anschluss an die kurhessische Nordbahn bei Gerstungen zwar die längere, so hatte sie aber den Vorteil, die Finanzkraft der reichen Bürger in bedeutenden Städten und in den thüringischen Staaten zu nutzen. Von 1844 bis 1872 gehörte Karl Herrmann als Mitglied der Direktion der "Thüringischen Eisenbahn-Gesellschaft" an - er bekleidete auch selbst den Direktorposten - , die auf seine wesentliche Fürsprache Erfurt als ihren Sitz wählte. Stets war Herrmann bestrebt, die Stellung Erfurts zu befördern, gehörte unter anderem zu den aktivsten Verfechtern deutscher Hauptstadtpläne im Rahmen der Revolution 1848/49 und der Erfurter Union 1850.
Verdienste erwarb sich Karl Herrmann auch auf kulturpolitischem Gebiet, er legte für die Stadtgeschichtsforschung wichtige Grundlagen.. Auf seine Initiative wurde 1863 der "Verein für Geschichte und Altertumskunde von Erfurt" gebildet und 1864 das Stadtarchiv als wissenschaftliche Erschließungs- und Forschungsstätte errichtet, dem er auch seine wertvolle Bibliothek, die "Herrmanns-Bibliothek", mit zahlreichen Erfurter und Thüringer Schriften überließ. Neben zahlreichen historischen Veröffentlichungen wurde seine "Bibliotheca-Erfurtina", eine Übersicht über das damals vorhandene handschriftliche und gedruckte Quellenmaterial zur Erfurter Geschichte, die bekannteste.
Karl Herrmann stellte sich seit seiner Jugend in den Dienst seiner Vaterstadt. Bei der Erfurter Bürgerschaft stand er in hohem Ansehen. Er starb am 24. Oktober 1874 und wurde auf dem Brühler Friedhof (heute Brühler Garten) begraben.
Zur Erinnerung an diesen verdienstvollen Bürger der Stadt wurde 1876 der Roßmarkt in Herrmannsplatz umbenannt und das von G. Kugel aus Ruhla geschaffene Brunnenmonument mit einem Reliefbild Karl Herrmanns enthüllt.

Der neogotische Sandsteinbrunnen besteht aus einem achteckigen Wasserbecken und einer Brunnensäule, die als Fialtürmchen mit Giebeln, Krabben und Kreuzblumen ausgebildet ist. Aus grotesken Greifen als Wasserspeier fließt Wasser in vier Schalen. Der Herrmanns-Brunnen bezieht sich damit auch auf die mittelalterliche Blütezeit der Stadt, auf die der Lokalpatriot und Heimatforscher sehr stolz war. (SR)

Straßennamen: Herrmannsplatz

Kaiser-Wilhelm-und Barbarossa-Statue, nicht erhalten

Standort: Fischmarkt, Rathaus-Fassade, vor Festsaal, auf zwei Konsolen
Schöpfer: Prof. Georg Kugel (1848-1930), Hofbildhauer des Großherzogs Carl Alexander, Zeichenlehrer in Ruhla
Existenz: 1876-1945

Im November 1876 verzierte die Stadt Erfurt ihr kurz zuvor fertig gestelltes neogotisches Rathaus mit zwei monumentalen Sandsteinfiguren. Auf Konsolen zwischen den Festsaalfenstern waren von Prof. Georg Kugel aus Ruhla gefertigte Statuen zu sehen, die einen der populärsten Mythen des Deutschen Kaiserreiches von 1871 aufgriffen.
Kugel hatte im Auftrag der Stadt Kaiser Friedrich I. Barbarossa (um 1122-90) und Kaiser Wilhelm I. Barbablanca (1797-1888) abgebildet. Damit wollte man symbolisch das verklärte alte Kaiserreich des Mittelalters mit dem neuen preußisch-kleindeutschen Nationalstaat von 1871 verknüpfen. Auf diesem Wege sollte zugleich der neuen Kaiserdynastie der Hohenzollern eine weit zurückreichende Traditionslinie verschafft werden. Dies erklärt auch das ungewöhnliche Äußere Wilhelms I., der wie ein mittelalterlicher Herrscher mit Krone, Schwert und Umhang dargestellt ist. Die meisten der späteren Kaiser-Wilhelm-Denkmale zeigen ihn dagegen zeitgemäß mit preußischer Uniform und Pickelhaube.
Die symbolische Verknüpfung von Barbarossa ("Rotbart") und Barbablanca („Weißbart") gewann nach dem Tode Kaiser Wilhelms I. weiter an Popularität. Mit dem Kyffhäuser-Denkmal fand sie 1896 ihren monumentalsten Ausdruck. Der "Reichsgründer" von 1871 hatte, so die Aussage, den alten Barbarossa-Mythos erfüllt. Seine zunehmende nationalistische Instrumentalisierung brachte dem Rotbart-Weißbart-Mythos jedoch nach dem Zweiten Weltkrieg weitgehende Ablehnung ein. Noch im Sommer 1945 wurden beide Statuen am Erfurter Rathaus entfernt. (SR)

Kriegerdenkmal auf dem Hirschgarten, nicht erhalten

Standort: Hirschgarten
Datierung: 1876-1948

Im Nationalbewusstsein des Deutschen Kaiserreiches besaßen die so genannten Reichseinigungskriege von 1864 bis 1871 einen besonderen Stellenwert. Kaum eine Stadt oder Ortschaft, die nicht ihrer gefallenen Soldaten, oft auch ihrer Monarchen und Feldherren in Denkmalform gedacht hätte. In Erfurt kam es am 22. März 1876 zur Einweihung eines dieser Kriegerdenkmale auf dem Hirschgarten vor dem preußischen Regierungsgebäude.
Auf wuchtigem Steinsockel erhob sich eine hohe Säule, gekrönt von einem Adler. Dieser blickte nach Westen, auf  "das ewig unruhige Frankreich, das seine Niederlagen nie vergisst", wie eine zeitgenössische Beschreibung es mit Blick auf den vermeintlichen "Erbfeind" des Reiches formulierte. Die vier Schrifttafeln am Sockel verhießen den Gefallenen der 15. Infanteriebrigade Ehre, Sieg und Ruhm des Preußisch-Österreichischen Krieges 1866 und des Deutsch-Französischen Krieges. Weiterhin waren die Konterfeis der bekanntesten Feldherren Kaiser Wilhelms I. zu sehen.
Mit dem Hirschgarten hatte man für das Denkmal einen der repräsentativsten innerstädtischen Plätze ausgewählt. 1732 war hier durch den Abriss eines Wohnquartiers vor dem neuen kurmainzischen Statthalterpalais (1720) die erste öffentliche Grünanlage Erfurts entstanden. Der zeitweisen Haltung von Rotwild verdankt sie ihren Namen. Statt des 1948 entfernten martialischen Kriegerdenkmals bildet heute ein Springbrunnen den Mittelpunkt des Platzes, an dem nunmehr der Ministerpräsident von Thüringen residiert. (SR)

Kriegerdenkmal in Büßleben

Seeberger Sandstein
Standort: Ortszentrum, nahe Haltestelle Büßleben, Denkmal; Parkanlagen am Peterbach
Steinmetzarbeiten: H. Granel & Söhne, Tüttleben b. Gotha
Enthüllung: 14. August 1887

Kriegerdenkmal in BüßlebenGeschenk des Ökonomen Schoder, Büßleben. Das erste Kriegerdenkmal im damaligen Landkreis Erfurt. Sauber gearbeitetes Erinnerungszeichen.
Die Sockelinschriften sind teilweise bis zur Unkenntlichkeit verwittert. (DT)

Luther-Denkmal I

Bronze / Granit, H Figur = 2,25 m, H gesamt = ca. 6 m
Standort: NO-Ende des Anger, s vor Kaufmannskirche
Schöpfer: Fritz Schaper
Einweihung: 1889

LutherErfurt, wo der spätere Reformator Martin Luther (1483-1546) studiert (1501-1505) und im Augustinerkloster (1505-1511) gelebt hat, gehört zu den wichtigsten Lutherstädten. Den Impuls, hier ein Luther-Denkmal zu errichten, gab 1881 die in Erfurt tagende Landesversammlung des Evangelischen Vereins.. Zwei Jahre später gründete sich ein Lutherdenkmal-Verein, der dazu beitrug, die Gesamtkosten von 72.000 Mark wenigstens teilweise durch Spenden zusammenzutragen. Nach langem Streit über fünf mögliche Standorte entschied man sich schließlich für den südlich der Kaufmannskirche, in der Luther am 22. Oktober 1522 mit seiner Predigt einen Konfessionsstreit schlichten musste.
Um 1883 wurde der Berliner Bildhauer Prof. Fritz Schaper (1841-1919) damit beauftragt, Martin Luther als überlebensgroße Statue darzustellen. Zwei Jahre später konnte eine Kommission in der Statthalterei das Modell besichtigen. Schaper entschied sich, Luthers Bekennermut, seine Standhaftigkeit im Glauben und die Entschlossenheit zu reformatorischem Wirken hervorzuheben. Dies versuchte er durch Körperhaltung und Gebärden zu vermitteln.
Mit drei Erfurter Stationen aus Luthers Leben bereicherte er die Sockelreliefs: Luther als Student im Freundeskreis, sein Abschied vor Eintritt ins Kloster, der festliche Empfang in Erfurt auf dem Wege nach Worms. Die Frontseite markierte der Künstler mit dem Vers 17 des Psalms 118 "Ich werde nicht sterben, sondern leben und des Herrn Werk verkünden." Am 30. Oktober 1889 enthüllte eine festliche Gesellschaft, darunter auch Fritz Schaper, das Denkmal mit Weihereden, Gesängen und einem Fackelzug. (RM)

Straßennamen: Lutherstraße

Monumentalbrunnen, Alter Angerbrunnen, Brunnendenkmal, verändert erhalten

MonumentalbrunnenGranit / Sandstein / Kupfer getrieben
Standort: W-Ende des Anger
Schöpfer: Architekt Heinrich Stöckhardt , Bildhauer Heinz Hoffmeister
Einweihung: 6. September 1890
Tafelinschrift: „BEGONNEN UNTER / KAISER WILHELM·I·1887·/ VOLLENDET UNTER / KAISER WILHELM·II·1890·/ ENTWORFEN VON / ARCHITEKT·H·STÖCKHARD·UND / BILDHAUER·H·HOFFMEISTER.“

MonumentalbrunnenMagistrat und Verschönerungsverein beschlossen 1878, dem erfolgreichen Bauabschluss der städtischen Zentralwasserleitung eine dauernde Erinnerung zu setzen. Sie schrieben 1880 einen Wettbewerb für den Brunnen aus, den der damals 38-jährige Berliner Architekt und Kunstgewerbler Heinrich Stöckhardt (1842-1920) gewann.
Seine Auftraggeber votierten nach fünf symbolträchtigen Entwürfen für eine stadtgeschichtlich konkrete Version.
So personifizierte Stöckhardt zwei traditionsreiche heimische Gewerbe: den Acker- und Gartenbau mit der römischen Blumengöttin Flora inmitten von Ähren und Rosen, die Maschinen- und Waffenindustrie sowie Handwerk und Kunstgewerbe mit einer männlichen Gestalt zwischen Attributen wie Hammer und Schraubstock. Als seine Mitwirkenden bewährten sich der Berliner Bildhauer Heinz Hoffmeister (1851-94), der Braunschweiger Erzgießer H. Howald und der Erfurter F.L. Kaiser von der Steinmetzwerkstatt Florenz Möller.
Zehn Jahre später, am 6. September 1890, wurde der Brunnen im Beisein einer "colossalen Menschenmenge" und der städtischen Obrigkeit enthüllt. Oberbürgermeister Gustav Schneider hielt die Festrede und der Lehrergesangverein intonierte, begleitet von der Artilleriekapelle, Beethovens "Ehre Gottes". An den Gesamtkosten der bilderreichen ,,Wasserkunst" von 34.712 Mark beteiligten sich das Staatsministerium, die Stadt und der Verschönerungsverein. Zur Schauseite ein Zierbrunnen, zur Rückfront ein Nutzbrunnen für die öffentliche Wasserentnahme - zusammen setzte dies einen städtebaulichen Akzent in neubarocken Formen und kündete vom Stolz über wirtschaftliche Prosperität der Gründerjahre. (RM)

Im Zusammenhang mit der komplexen Umgestaltung des Erfurter Angers wurde auch der 120 Jahre alte Monumentalbrunnen erstmalig umfassend saniert. Mit der Aktivierung der Wasserfontänen wurde der Brunnen offiziell eingeweiht.
Innerhalb eines guten Jahres, von März 2012 bis April 2013, wurde die gesamte Wassertechnik erneuert und eine moderne Brunnenstube unterirdisch integriert. Das Wasserbecken erhielt eine dichte Bleiverkleidung und die historisch vorhandenen zwei kleinen Fontänen im Brunnenbecken wurden neu installiert. Die Kupfer- bzw. Bronzeplastiken wurden umfangreich restauriert und sämtliche Beschädigungen er letzten 100 Jahre, einschließlich noch vorhandener Kriegsschäden, beseitigt.
Zur Fundamentverstärkung wurden zehn Meter tiefe Bohrungen eingebracht und mit Mörtel verpresst. Mit dem eingesetzten Ringbalken wurde das neue tragfähigere Fundament gelegt. Somit steht der Angerbrunnen jetzt auf einem stabileren Untergrund. Diese Maßnahme war dringend notwendig, da der alte Unterbau das Gewicht nicht ausreichend in den Boden ableiten konnte. Dadurch mussten in der Vergangenheit häufig kleinere Schäden behoben werden. Die fast vollständig durchrosteten Verankerungen der Brunnenplastiken mussten erneuert werden. Nur die filigrane Rose in der Hand der Flora wurde nach mehrmaliger mutwilliger Zerstörung nicht erneuert. Jedoch wird die Rose als Kunstblume das Denkmalensemble vervollständigen. Zudem erhielt der Angerbrunnen eine besonders effektvolle neue Beleuchtung.
Die Kosten der Sanierung belaufen sich auf insgesamt ca. 346.000 Euro für Stein- und Metallsanierung und Brunnentechnik. (DT)

mehr:
In: Stadt und Geschichte - Zeitschrift für Erfurt (Heftnummer):
Menzel, Prof. Dr. Ruth: Denkmale in Erfurt - Denk mal darüber nach: Der Monumentalbrunnen (19)

Kaiser-Wilhelm-Denkmal, nicht erhalten

Standort: Kaiserplatz (heute Karl-Marx-Platz)
Schöpfer: Prof. Ludwig Brunow
Existenz: 1900-1944

Die Enthüllung des Kaiser-Wilhelm-Denkmals am 25. August 1900 gehört zu den Höhepunkten nationaler Festkultur. Bei prächtigem "Kaiserwetter" konnte "die neue Zierde der Stadt", so Oberbürgermeister Hermann Schmidt, in Anwesenheit Kaiser Wilhelms III. mit viel Pomp übergeben werden. Das Reiterstandbild von Prof. Ludwig Brunow (1843-1913) zeigte Kaiser Wilhelm I. (1797-1888), den Großvater des jungen Herrschers.
Das konservativ-nationalliberale Bürgertum der Stadt vereinigte in sich treue Untertanen der Hohenzollern. Seit 1802/15 hatte man einen starken preußischen Patriotismus ausgebildet, der sich nach 1871 mit dem selbstbewussten, bisweilen übersteigerten Nationalismus des Deutschen Kaiserreiches verbinden sollte. Wilhelm I. als beliebter Monarch spielte dabei neben Bismarck als "Reichsgründer" eine zentrale Rolle. Zugleich verkörperte die preußisch-deutsche Militärmonarchie ein Bollwerk gegen die Arbeiterbewegung, die in Form der "Umsturzpartei" SPD auch in Erfurt immer mehr Zulauf erhielt.
Die Initiative ging so wie bei den meisten der einst etwa 300 Kaiserdenkmalen auf ein von städtischen und staatlichen Behörden unterstütztes Bürgerkomitee zurück. Ein von der Stadt 1888 bewilligter Fonds von 20.000 Mark wurde durch Spenden aufgestockt.
Dennoch sollte es über zwölf Jahre dauern, ehe das Denkmal nach schwieriger Standortwahl auf dem neuen Kaiserplatz zum Stehen kam. Zuvor hatte das Denkmal für Christian Reichart (1685-1775) weichen müssen, auf den der Platz erst 1867 umgetauft worden war.
Das bronzene Reiterstandbild wurde 1944 für Kriegszwecke eingeschmolzen. (SR)

mehr:
In: Stadt und Geschichte - Zeitschrift für Erfurt (Heftnummer):
Menzel, Prof. Dr. Ruth: Denkmale in Erfurt - Denk mal darüber nach: Das Kaiser-Wilhelm-Denkmal (9)



Letzte Aktualisierung ( 19. 06. 2017 )
 
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