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14. 11. 2019
Frühere Verordnungen über Naturdenkmale im Raum Erfurt PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Detlef Tonn   
25. 04. 2008
Beitragsinhalt
Übersicht
Kreis Weißensee
1.Nachtrag Kr.Weißensee
Nachtrag (2) Kr.Weißensee
Nachtrag Findlinge Kr.Weißensee
Stadtkreis Erfurt 1936
Erfurt 1993
9

Erstveröffentlicht im Amtsblatt
der Stadt Erfurt am 10. Oktober 1991

 

Verordnung über die Verlängerung der einstweiligen Sicherstellung
von 57 Naturdenkmalen in der Landeshauptstadt Erfurt

Durch den Magistratsbeschluß der Stadt Erfurt vom 18. April 1991 (Beschluß Nr. 0045/91) wurden 57 Naturdenkmale (Einzelbäume, Baumgruppen, geologische Denkmale, Quellen und Teiche) für die Dauer von 2 Jahren bis zum 18. April 1993 einstweilig sichergestellt. Aufgrund des § 22 Absatz 1 Satz 2 letzter Halbsatz und Satz 3 in Verbindung mit § 19 Absatz 3 des Vorläufigen Thüringer Gesetzes über Naturschutz und Landschaftspflege (VorlThürNatG) vom 28. Januar 1993 (GVBl. S 57 ff), § 4 Absatz 2 des Thüringer Gesetzes über die Verkündigung von Rechtsverordnungen und Organisationsanordnungen vom 30. Januar 1991 (GBL Nr. 1, S. 2) und § 5 der Vorläufigen Kommunalordnung für das Land Thüringen – VKO – vom 24. Juli 1992 (GVBL S. 383) verordnet die Landeshauptstadt Erfurt als Untere Naturschutzbehörde:

§ 1

Die einstweilige Sicherstellung von 57 Naturdenkmalen (Anlage 1: Liste der 57 Naturdenkmale) wird gemäß § 22 Absatz 1 des VorlThürNatG um 1 Jahr bis zum 18. April 1994 verlängert.

§ 2
Räumlicher Geltungsbereich

Die Lage bzw. die Grenze der 57 einstweilig sichergestellten Naturdenkmale ergeben sich aus den Karten 1:2000 bzw. 1:5000, in die das Objekt bzw. die Grenzen des Naturdenkmales mit einem Punkt oder einer durchgehenden Linie bezeichnet sind einschließlich der Erläuterungen, die als Anlage 2 Bestandteil dieser Verordnung sind. Diese werden im Naturschutzamt der Stadt Erfurt – Untere Naturschutzbehörde, Stauffenbergallee 18, 99085 Erfurt, archivmäßig verwahrt und können während der Dienststunden von jedermann eingesehen werden.

Absatz 2

Die 57 Naturdenkmale befinden sich oder umfassen folgende Flurstücke und nehmen folgende Flächengrößen ein (Anlage 3). Sind Flurstücke nur zum Teil betroffen, ist nach der Flurstücknummer der Zusatz (z.T.) eingefügt. Anlage 3 ist Bestandteil dieser Verordnung.

Absatz 3

Die einstweilig sichergestellten Naturdenkmale sind gemäß § 24 Absatz 1 des VorlThürNatG durch amtliche Schilder gekennzeichnet.

§ 3
Schutzzweck

Zweck der Festsetzung der Naturdenkmale ist es:

  1. für den Bestand und die Entwicklung der Pflanzen- und Tierwelt notwendige Lebensräume zu bewahren.

  2. bedeutende Einzelobjekte im Naturraum zu bewahren.

§ 4
Absatz 1

Die Beseitigung der 57 Naturdenkmale sowie alle Handlungen, die geeignet sind, den Schutzgegenstand nachteilig zu verändern, sind verboten.

Absatz 2

Insbesondere sind verboten:

  1. Teile der Naturdenkmale wegzunehmen, abzuschlagen oder in anderer Weise zu beschädigen oder zu beseitigen;

  2. die Bodengestalt im Bereich der Naturdenkmale zu verändern, den Boden zu verdichten oder in sonstiger Weise ganz oder teilweise zu versiegeln;

  3. den Wasserhaushalt des Bodens zu beeinträchtigen;

  4. Inschriften, Plakate, Bild- oder Schrifttafeln anzubringen oder aufzustellen;

  5. die Naturdenkmale zu beseitigen, die mitgeschützten Flächen außerhalb der zugelassenen Wege zu betreten;

  6. bauliche Anlagen im Sinne des Gesetzes über die Bauordnung vom 20. Juli 1990 (Gbl 1 Nr. 50 S. 929) zu errichten, zu beseitigen, oder wesentlich zu ändern, auch wenn dies sonst keiner öffentlich-rechtlichen Erlaubnis bedarf;

  7. im Falle von Quellen und Teichen Wasser zu entnehmen und/oder ein- oder abzuleiten;

  8. die Lebensbereiche (Biotope) der Tiere und Pflanzen zu stören oder nachteilig zu verändern, einschließlich sie durch chemische oder mechanische Maßnahmen zu beeinflussen;

  9. wildlebenden Tieren nachzustellen, sie zu fangen, aufzunehmen, zu verletzen, zu töten oder ihre Entwicklungsformen, Brut- oder Wohnstätten oder Gelege der Natur zu entnehmen oder zu beeinträchtigen;

  10. Pflanzen oder Pflanzenbestandteile zu entnehmen oder zu beschädigen;

  11. Abfälle zu lagern oder das Gebiet in anderer Weise zu verunreinigen.

§ 4

Ausgenommen von den Verboten des § 4 bleiben:

  1. die zur Erhaltung oder Verbesserung der Funktionsfähigkeit der Naturdenkmale von der Unteren Naturschutzbehörde angeordneten oder zugelassenen Überwachungs-, Schutz- und Pflegemaßnahmen;

  2. die zum Zeitpunkt der einstweiligen Sicherstellung ausgeübte rechtmäßige landwirtschaftliche oder forstwirtschaftliche Bodennutzung, soweit sie nicht gegen § 4 Absatz 1 und 2 verstößt.

§ 6
Befreiungen

Von den Verboten des § 4 kann unter den Voraussetzungen des § 31 Absatz 1 Satz 1 Nr. 1 und 2 des Bundesnaturschutzgesetzes auf Antrag Befreiung erteilt werden. Über den Antrag entscheidet die Obere Naturschutzbehörde. Die Befreiung kann mit Nebenbestimmungen versehen werden.

§ 7
Absatz 1

Ordnungswidrig im Sinne des § 54 Absatz 1 Nr. 1 des VorlThürNatG handelt, wer vorsätzlich oder fahrlässig einem Verbot des § 4 Absatz 1 und Absatz 2 Satz 1-11 zuwiderhandelt.

Absatz 2

Ordnungswidrig im Sinne des § 54 Absatz 1 Nr. 6 des VorlThürNatG handelt, wer vorsätzlich oder fahrlässig eine vollziehbare Nebenbestimmung in Form einer Auflage einer Befreiung nach § 6 überhaupt nicht vollständig, nicht rechtzeitig oder nicht ordnungsmäßig erfüllt.

Absatz 3

Ordnungswidrig nach den Absätzen 1 und 2 können mit einer Geldstrafe bis zu 100 000 DM geahndet werden, soweit die Handlung nicht als Straftat mit Strafe bedroht ist.

§ 8

Diese Verordnung tritt am 19. April 1993 in Kraft.

Erfurt, den 11. Mai 1993
Manfred Ruge,
Oberbürgermeister

 

Anlage 1

Liste der Naturdenkmale in Erfurt, die durch Rechtsverordnung bis 18. April 1994 einstweilig sichergestellt sind.

Nr. der
Karte

Bezeichnung des ND

Standort (Größe in ha)

 

Einzelbäume und Baumgruppen

1

1 Eibe (Taxus baccata)

Predigerstraße 3, Hinterhof

2

1 Eibe (Taxus baccata)

Domstraße 2, Hinterhof

3

2 Eiben (Taxus baccata)

Regierungsstraße 55, Hinterhof

4

5 Eiben (Taxus baccata)

Alfred-Heß-Straße, Sprachheilschule

5

3 Rotbuchen (Fagus sylvatica)

Rudolfstraße, Gelände ermic

6

2 Rotbuchen (Fagus sylvatica)

LSG Steiger (Großvater u. Großmutter), Naturlehrpfad

7

2 Rotbuchen (Fagus sylvatica)

Regierungsstraße 54

8

1 Lärche europ. (Larix decidua)

KGA Schwedenschanze, Gruppe I Parzelle 22

9

1 Sommerlinde (Tilia platyphyllos)

Buddestaße 32/33

10

3 Immergrüne Eichen (Quercus x turneri)

2 Exemplare, Juri-Gagarin-Ring 1
1 Exemplar vor der Synagoge

11

1 Weymouthskiefer (Pinus strobus)

Schutzhütte Quellteich, LSG Steiger

12

2 Schwarzkiefern (Pinus nigra)

Schutzhütte Quellteich, LSG Steiger

13

1 Zirbelkiefer (Pinus cembra)

Schutzhütte Quellteich, LSG Steiger

14

1 Platane (Platanus x hispanica)

Hochheimer Straße 6a

15

1 Platane (Platanus x hispanica)

Am Klostergang

16

1 Platane (Platanus x hispanica)

Augustinerstraße

17

1 Gingko (Gingko biloba)

Turniergasse 17, Innenhof

18

1 Gingko (Gingko biloba)

Schillerstraße 74

19

1 Gingko (Gingko biloba)

Brühler Straße

20

1 Gingko (Gingko biloba)

Cyriakstraße

21

1 Gingko (Gingko biloba)

Winzerstraße 21a

22

1 Gingko (Gingko biloba)

Alfred-Heß-Straße 16

23

1 Gingko (Gingko biloba)

Wilhelm-Külz-Str. 36, Hinterhof

24

1 Gingko (Gingko biloba)

Wilhelm-Külz-Str. 27

25

2 Trompetenbäume (Catalpa bignonioides)

Benaryplatz/Brühler Straße

26

4 Blauglöckchenbäume (Paulownia tomentosa)

Werner-Seelenbinder-Str.
MHE am Hörsaalgebäude

27

2 Geweihbäume (Gymnocladus dioicus)

Schillerstraße (vor Thomaskirche)

28

1 Robinie (Robinia pseudoacacia)

Schillerstraße (vor Thomaskirche)

29

1 Weißdornbaum (Crataegus x lavallei)

Juri-Gagarin-Ring 141

30

1 Eichen-Hybride mit Anteilen Quercus pubescens

Dreibrunnenpark

31

1 Gemeine Roßkastanie (Aesculus hippocastanum)

Nähe Quellteich, LSG Steiger, Naturlehrpfad

32

1 Gemeine Roßkastanie (Aesculus hippocastanum)

gegenüber Schöntal 2, Melchendorf

33

2 Gemeine Roßkastanien (Aesculus hippocastanum)

Pergamentergasse 31, Innenhof

 

Geologische Naturdenkmale

34

1 Findling (rotbrauner Granit)

Cyriakstraße 39

35

1 Findling (rötlicher Granit mit bläulichen Quarzen; „Blauschimmel“, „Schulzengedenkstein“)

ega-Gelände Staudengarten am Südhang

36

1 Findling (Gneis, granitisch, rötlich)

Ecke Wartburg-Winzerstraße

37

1 Findling (rotbrauner Granit)

Weimarische Straße/Nissaer Weg

38

1 Findling (Granit, rötlichgrau)

Rudolstädter Straße 85

39

1 Findling (Braunkohlequarzit)

Steigerwald/Waldschlößchen, 50 m abseits der F4

40

1 Findling (Granit, grau)

Sulzer Siedlung, Garten des Grundstücks Nödaer Weg 3)

41

1 Findling ( Granit, rotbraun, fast kugelig)

ega, Kinderspielplatz am Südrand

42

Lößwand

Dreibrunnenpark

43

Schichtenfolge des unteren Gipskeupers mit einzelnen Dolomitbänken

Drosselberg an der OS 2

44

Schotterterasse der Gera

an der Str. zwischen Bischleben und Hochheim in ca. 30 m Höhe

45

geologischer Aufschluß des Gipskeupers (Fasergips)

Roter Berg, alte Ziegelei an der Lorenbahn

 

Natur- und Bodendenkmale

46

Blosenburg-Hang (mit 2 Erdwällen)

urgeschichtliche Wallanlage unterhalb des Neubaugebietes „Wiesenhügel“, „An der Melme“ (ca. 0,5)

 

Quellen und Teiche

47

3 Quellen

am Südwestende des Dreienbrunnenparks

48

Philosophenquelle

Dreienbrunnenfeld, Brunnenkresse-Klingen

49

Raufenteich

LSG Steiger (ca. 0,3)

50

Schuckelteich

LSG Steiger (ca. 0,4)

51

Großer Waldhausteich

LSG Steiger (ca. 0,53)

52

Kleiner Waldhausteich

LSG Steiger (ca. 0,2)

53

Dreibatzenloch

LSG Steiger (ca. 0,24)

54

Teufelssumpf

LSG Steiger (ca. 1,9)

55

Ungeheurer Sumpf

LSG Steiger (ca. 3,5)

56

2 Teiche

An der Henne, Weimarische Str. (ca. 0,85)

57

Waltersleber Sumpf

Wiesenbachtal zwischen Möbisburg und Waltersleben (ca. 1,0)

 



Letzte Aktualisierung ( 23. 10. 2014 )
 
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