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21. 08. 2019
Tiere im Erfurter Steigerwald PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Detlef Tonn   
28. 01. 2008
Beitragsinhalt
Vorwort
Amphibien
Echsen
Insekten
Säugetiere
Vögel

Echsen

Blindschleichen - Ungesellige "Blender" sind geräuschlos und nachtaktiv, aber auch kein "Ekeltier"

Nur Unwissende halten Blindschleichen für kleine Schlangen. Dabei ist die besonders geschützte Blindschleiche des Steigers weder blind noch schleicht sie wie eine Katze. Der Name enstand vielmehr aus der früher geläufigen Bezeichnung "Blend" -Schleiche, weil die glatten Schuppen auf den Hautknochen im Sonnenlicht metallisch glänzen.

Der typische Eidechsenkopf, die beweglichen Augenlider und die zweilappige Zunge sind Merkmale der Echsen. Die Rückenfärbung ist blaugrau, messinggelb oder rötlichbraun, die Bauchseite hingegen blauschwarz. Der Körper einer erwachsenen Blindschleiche wirkt mit 50 cm unförmig gedrungen. Im Gegensatz zu den Schlangen verfügen Blindschleichen über ein sensibles Gehör, ebenso ist der Gesichtssinn relativ gut entwickelt.

Blindschleichen sind ungesellig lebende Einzelgänger. Im Steiger und Umgebung leben sie auf Wiesen, an Waldrändern, in Gärten und im feuchten Gebüschsaum. Die alten vernarbten Steinbrüche nahe Hochheims und Möbisburgs, am Bachstelzenweg und im Rhodaer Grund bieten günstige Bedingungen. Vorwiegend dämmerungs- und nachtaktiv suchen sie geräuschlos nach Nahrung und erbeuten die viel langsameren Nacktschnecken auch Regenwürmer. Blindschleichen paaren sich im Mai. Eier werden nicht gelegt. Im Juli und August werden die Jungtiere lebend geboren.

Nach wie vor belegen aktuelle Totfunde eine gewisse "Schlangenhysterie". Das Totschlagen ist ebenso sinnlos wie strafbar. Und ohne Blindschleichen würden im Steigerwald interessante Tiere fehlen.

 

http://www.natur-lexikon.com/Texte/zs/001/00002-blindschleiche/zs00002-blindschleiche.html

 

Eidechsen - Nicht sehr scheue Reptilien

Das strukturreiche Landschaftsschutzgebiet "Steigerwald" beherbergt eine große Zahl Lebewesen, darunter auch etliche besonders geschützte. Die Bundesartenschutzverordnung von 1989 stellte alle in deutschen Landen wildlebende Reptilien unter strengen Naturschutz und damit auch die beiden in Thüringen vorkommenden Eidechsen. Im stadtnahen Wald und in seiner Umgebung (Geratalhänge bei Bischleben, Wiesengrund bei Waltersleben, Truppenübungsplatz Drosselberg bei Egstedt usw.) sind die beiden einheimischen Eidechsenarten zu Hause: die kleinere Berg- oder Waldeidechse und die größere, plump wirkende Zauneidechse. Eigentlich gehört noch die Blindschleiche als "fußlose Eidechse" zu dieser Reptiliengruppe.

Die Zauneidechse besitzt im Erfurter Raum eine ganze Reihe von Rückzugsstandorten (Refugien): sonnige Böschungen entlang des Flutgrabens mitten in der Stadt, die Eisenbahndämme der Nordhäuser und Sangerhäuser Strecke, trockene, gebüschreiche Hügel südlich Melchendorfs und nicht zuletzt das Gelände des Roten Berges im städtischen Norden. Zu den Lebensräumen besagter Art zählen die sonnigen Hänge des Steiger-Abfalls zum Hochheimer und Bischlebener Geratal und dort ganz besonders die zahlreichen vernarbten Steinbrüche im Muschelkalk.

Für gewöhnlich sind Zauneidechsen nicht sehr scheue Tiere, aber sie fliehen vor vermeintlichen Angreifern. An warmen Tagen bekommt man sie kaum zu Gesicht, denn dann entspricht die Körpertemperatur der höheren Außentemperatur und sie sind besonders bewegungsflink. Dabei ist die Zauneidechse (Lacerta agilis) durchaus ein tagaktives Tier und späht - in der Sonne liegend - nach Beute: Spinnen, Schnecken, Würmer, Asseln und Insekten aller Art. Die lebendige Beute wird oft im Sprung gepackt, mit kräftigen Kiefern zerquetscht und im Ganzen verschluckt. Im Hochsommer sind Männchen und Weibchen farblich nicht mehr zu unterscheiden, die Geschlechter sind bräunlich bis grau, Von April bis Juni jedoch zeigen sich die männlichen Tiere in typisch grüner bis blaugrüner Hochzeitstracht.

Eine Zauneidechse in die Halld zu nehmen kann schlecht ausgehen, Entweder sie beißt zu (Foto!), was schmerzhaft sein kann, aber ungefährlich ist. Oder man hat plötzlich nur noch das Schwanzende in der Hand, weil das Tier - um sich vor Freßfeinden zu retten - in der Lage ist, den hinteren Teil abzuwerfen. Deshalb ist es besser, man beobachtet mit gebotener Rücksicht die sich auf Holzstapeln oder Steinen sonnenden Tiere, ohne sie in die Hand nehmen zu wollen oder gar in die Enge zu treiben .

 

http://www.natur-lexikon.com/Texte/zs/001/00001-waldeidechse/zs00001-waldeidechse.html
http://www.natur-lexikon.com/Texte/zs/001/00004-zauneidechse/zs00004-zauneidechse.html



Letzte Aktualisierung ( 02. 10. 2014 )
 
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