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19. 09. 2020
Kleine alte Alleen in Erfurt PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Detlef Tonn   
16. 01. 2020
Beitragsinhalt
Einleitung
Brühler Garten
Dittelstedt, Friedhof
egapark
Espach-Promenade
Friedrich-List-Straße
Gispersleben, Am Kanal
Lessingstr.
Melchendorf, Schulzenweg
Molsdorf, Palmberg
Stotternheim, Friedensallee
Vieselbach, Lindenallee
Anhang: Weitere Alleen
Literatur | Quellen | Links
phot. D. Tonn
 

Auswahl wertvoller Baumwege in der Landeshauptstadt

Inhalt

Einleitung

Das Straßenverzeichnis von Erfurt nennt 12 „Alleen“, darunter die bekannten beiden großen Magistralen Magdeburger Allee im Norden und Stauffenbergallee in der östlichen Mitte. Beide Alleen werden stark vom Verkehr eingenommen, insbesondere letztere, als vierspurige Ringstraße, über die einen Großteil des innerstädtischen Autoverkehrs rollt. Einige der genannten „Alleen“ tragen ihren Namen eigentlich zu unrecht, nur noch historisch und formal, da sie heute nicht mehr als Allee gelten können.

Wir wollen hier die kleineren unbekannteren alten Alleen in den Mittelpunkt stellen. Die älteste ist noch mit Bäumen bestanden, die in die Spätbarockzeit zurückreichen. Neben wenigen Alleen, die uns noch mit einem (fast) geschlossenen Altbestand beeindrucken, kündigt sich ansonsten mit Fällungen und Neupflanzungen der notwendige Generationenwechsel an. Bis auf eine Ausnahme mit zwei Baumarten (Mischbestand), in Molsdorf, Palmberg – Kastanien-Linden-Allee, sind die gewählten Alleen von einer Baumart (Reinbestand).

Stadtbäume haben es heute bekannterweise schwer. Trocken heiße Sommer mit den extremen Temperaturspitzen einer über 200.000 Einwohnerstadt lassen sie dursten. Hinzu kommen Standorte, an denen der Grundwasserspiegel besonders weit abgefallen ist, und das lebensnotwendige Wasser für Flachwurzler kaum mehr erreichbar wird.
Fehlt es an Unterstützung durch zusätzliche Wassergaben kommt es für einige Bäume zum Vertrocknen und Absterben. Und das, wo die Städter gerade jetzt auf den unschätzbaren Beitrag der Bäume zur Klimaverbesserung angewiesen sind. Also vergesst  unsere Bäume nicht, informiert Euch, wo Baumpaten gesucht werden und tragt in Eurem Interesse zur Baumerhaltung bei.

Die städtischen Alleen übernehmen wichtige Aufgaben, sie schaffen ein verbessertes Kleinklima:

  • Reinigung des Grundwassers von Schadstoffen durch Ausfilterung
  • „Schutzschirm“ vor Witterungseinflüssen wie Sonne, Niederschlag, Wind.
  • Als Schattenspender sorgen sie an heißen Tagen für Stress- und Belastungsminderung bei allen, die unter ihrem Blätterdach unterwegs sind
  • Lärmdämmung
  • Luftfilterung von bis zu 70% der Feinstäube, Abgase. Ein einziger Baum kann p.a. bis zu einer Tonne Staub über sein Blattwerk aus der Luft auskämmen.
  • Umwandlung von Kohlendioxid in Sauerstoff
  • Lebensraum für teils seltene und gefährdete Kleinlebewesen, Insekten, Vögel oder Fledermäuse sowie im Traufbereich Pflanzen. Sie stellen in dieser Hinsicht wertvolle und bedeutsame Träger von Biodiversität dar. Mindestens 89 Brutvogelarten Deutschlands können in Alleen vorkommen. Von den 25 in Deutschland vorkommenden Fledermausarten nutzen die elf Baumfledermausarten die Höhlen von Alleenbäumen als Sommer- und Winterquartiere.
  • In einer Allee finden Tiere Schutz und Ruhe; können sich mehr als 140 Arten fortpflanzen.
  • Biotopverbundelement, damit Vernetzung städtischer, bebauter Bereiche mit den nahen, umgebenden Naturräumen.

Ab 1992 erstellte die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW), Landesverband Thüringen e.V. ein Kataster aller noch vorhandenen Alleen Thüringens. Darin konnte die beachtliche Zahl von 526 Alleen, davon erstaunliche 346 Obstalleen aufgenommen werden. Auch deren Zusammensetzung aus Baumarten wurde erfasst. Danach bestehen 43 % aus einer Baumart, 30 % aus zwei, 21 % aus drei (!) und 6 % aus mehr als drei Baumarten.1

Als längste Ferienstraße Deutschlands führt die Deutsche Alleenstraße, gegründet 1992, auf ihrem Weg von Rügen im NO bis nach Konstanz am Bodensee im SO über fast 3.000 km, auch über zwei Streckenzweige, die sich in Kaltensundheim (Rhön) vereinen, durch Thüringen (Abschnitt 7).
Der „nördliche“ Zweig erreicht von Duderstadt (Niedersachsen), auf der B 247 kommend den Freistaat und führt über Teistungen, von der B247 ab - Heilbad Heiligenstadt - Leinefelde, wieder auf die B 247 - durch Dingelstädt - Mühlhausen - durch Bad Langensalza, auf die B 84 - Eisenach - Dorndorf, von der  B 84 ab - Stadtlengsfeld - auf die B 285, Dermbach nach Kaltensundheim.
Der „südliche“ Zweig führt von Plauen (Sachsen, Vogtland) an dem kleinen Ort Reuth vorbei, verzweigt sich dort weiter, nördlich über Tanna, auf die B 2 - Schleiz, von der B 2 ab sowie südlich über Gefell, auf die B 90 - Bad Lobenstein, von der B 90 ab - Eliasbrunn, vereinigt sich in Ziegenbrück - gelangt bei Pößneck auf die B 281 - Saalfeld, wechselt auf die B 85 - Rudolstadt, von der B 85 ab - Stadtilm - Arnstadt - Jonastal - Crawinkel - Oberhof - Steinbach-Hallenberg - Meiningen - Kaltensundheim, wo sich die Zweige vereinen. Weiter auf der B 285 verlässt die Alleenstraße Thüringen s Melpers in der Hohen Rhön.

→ Abschnitt 7 | Duderstadt / Plauen - Fulda (durch Thüringen)   http://www.alleenstrasse.com/download/abschnitt_7.pdf

Hinweise zur Typologie von Alleen

zu Grundriss: die Bäume zweier Reihen stehen sich bei
gegenständig: paarweise und bei
wechselständig: versetzt, d.h. „zickzack“-mäßig gesetzt, in der Regel um den halben Abstand,
gegenüber.



Letzte Aktualisierung ( 26. 02. 2020 )
 
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