Frühere Verordnungen über Naturdenkmale im Raum Erfurt
Geschrieben von Detlef Tonn   
25. 04. 2008

Inhalt
Übersicht

 

 

Die Verordnungen über die Naturdenkmale (ND) wurden zusammengestellt in chronologischer Reihenfolge ihrer Veröffentlichung.

Für den Inhalt wird keine Gewähr übernommen.

Stand: 1993

Quelle:
Amtsblatt der Preußischen Regierung zu Erfurt (bis 1945)
Amtsblatt der Stadt Erfurt (nach 1945)

9

Amtsblatt der Preußischen Regierung zu Erfurt. Ausgabe B
Stück 22. Ausgegeben Erfurt, den 30. Mai 1936. (239) S. 62-64

 

Verordnung zur Sicherung
von Naturdenkmalen im Kreise Weißensee/Th.

Auf Grund der §§ 12 Abs. 1, 13 Abs. 1, 15 und 16 Abs. 1 des Reichsnaturschutzgesetzes vom 26. Juni 1935 (RGBl. I S. 821) sowie der §§ 7 Abs. 1 bis 4 und 9 der Durchführungsverordnung vom 31. Oktober 1935 (RGBl. I S. 1275) wird mit Zustimmung der höheren Naturschutzbehörde für den Bereich des Kreises Weißensee/Thür. folgendes verordnet:

§ 1.

Die in der nachfolgend abgedruckten Liste aufgeführten Naturschutzdenkmale werden mit dem Tage der Bekanntgabe dieser Verordnung in das Naturdenkmalbuch eingetragen und erhalten damit den Schutz des Reichsnaturschutzgesetzes.

§ 2.

Die Entfernung, Zerstörung oder sonstige Veränderung der Naturdenkmale ist verboten. Unter dieses Verbot fallen alle Maßnahmen, die geeignet sind, die Naturdenkmale oder ihre Umgebung zu schädigen oder zu beeinträchtigen, z. B. durch Anbringen von Aufschriften, Errichten von Verkaufsbuden, Bänken oder Zelten, Abladen von Schutt oder dergl. Als Veränderung eines Baumdenkmals gilt auch das Ausästen, das Abbrechen von Zweigen, das Verletzen des Wurzelwerkes oder jede sonstige Störung des Wachstums, soweit es sich nicht um Maßnahmen zur Pflege des Natudenkmals handelt. Die Besitzer oder Nutzungsberechtigten sind verpflichtet, Schäden oder Mängel an Naturdenkmalen der Naturschutzbehörde zu melden.

§ 3.

Ausnahmen von den Vorschriften dieser Verordnung können von der unterzeichneten Naturschutzbehörde in besonderen Fällen zugelassen werden.

§ 4.

Wer den Bestimmungen dieser Verordnung zuwiderhandelt, wird nach den §§ 21 und 22 des Reichsnaturschutzgesetzes und den §§ 15 und 16 der Durchführungsverordnung bestraft, soweit nicht schärfere Strafbestimmungen anzuwenden sind.

§ 5.

Diese Verordnung tritt mit dem Tage der Bekanntgabe im Amtsblatt der Regierung in Erfurt in Kraft.

 

Weißensee i/Thür., den 25. Februar 1936.

Der Landrat.
H ü t e r.

J.-Nr. L. II 1109.

 

Liste der Naturdenkmale.

Lfd. Nr.
im Natur-denkmal-buch

Bezeichnung,
Anzahl, Art, Name
der Naturdenkmale

Angaben über die Lage der Naturdenkmale :

Stadt-, Land-gemeinde, Ortsbezirk, Gemarkung, Forstamt

Meßtischblatt 1 : 25000, Jagen-Nummer, Flur-, Parzellen-Nr., Eigentümer

Lagebezeichnung nach festen Geländepunkten (Himmelsrichtung, Entfernung und dgl.)

1

2

3

4

5

1

"Die alte Pfarrlinde"

Stadtbezirk Kindelbrück

Kindelbrück,
Eigentümer: Stadtgemeinde Kindelbrück

hinter der Kirche

2

"Die beiden alten Linden"

Stadtbezirk Kindelbrück

Kindelbrück,
Eigentümer: Stadtgemeinde Kindelbrück

vor dem Pfortentor
am südöstl. Stadtausgang

3

"Die alte Linde"

Stadtbezirk Kindelbrück

Kindelbrück,
Meßtischblatt 2744,
Eigentümer: Stadtgemeinde Kindelbrück

am Heidelborn
nördlich d. trigonom.
Punktes 156,8

4

"Die Ulme"

Stadtbezirk Kindelbrück

Kindelbrück :
Eigentümer: Bauer
Friedrich Preßler
in Kindelbrück

auf dem Grundstück
des Bauern
Friedrich Preßler
auf dem Altgefilde

5

"Die alte Eiche"

Stadtbezirk Kindelbrück

Kindelbrück,
Eigentümer: Stadtgemeinde Kindelbrück

auf den Gebreiten
am Mühlgraben

6

"Die Baumgruppe
am Gründelsloch"

Stadtbezirk Kindelbrück

Kindelbrück,
Eigentümer: Stadtgemeinde Kindelbrück

am Gründelsloch

7

"Eine Baumgruppe"
(4 Linden)

2 i. Gem.-Bez. Dachwig, 2 i. Gem.-Bez. Andisleben (an der Gemeindegrenze Dachwig-Andisleben)

Dachwig bezw. Andisleben, Eigentümer: Gemeinde Dachwig bzw. Gemeinde Andisleben

auf der Prov.-Straße Langensalza-Andisleben zwischen km 16,4 und 16,5, 2 km östlich von Dachwig

8

"Eine Linde"

Gemeindebezirk Kirchheim

Kirchheim,
Krt.-Bl. 5, Parz. 532, Eigentümer: Gemeinde Kirchheim

am Eingang des Pfarrwohnhauses

9

"Eine Linde"

Gemeindebezirk Kirchheim

Kirchheim,
Krt.-Bl. 15, Parz. 284, Eigentümer: Gemeinde Kirchheim

an der Straße nach Alkersleben (Kreuzung)

10

"Eine Linde"

Gemeindebezirk Kirchheim

Kirchheim,
Krt.-Bl. 6, Parz. 99, Eigentümer: Gemeinde Kirchheim

an der Arnstädterstraße (Feldwegkreuzung)

11

"Sieben Linden"

Gemeindebezirk Kirchheim

Kirchheim,
Krt.-Bl. 5, Parz. 542, Eigentümer: Landwirt Fritz Ritze II in Kirchheim

an der Friedhofsmauer

12

"Eine Roßkastanie"
(1 m Ø)

Gemeindebezirk Mühlberg

Mühlberg, Eigentümer: Gemeinde Mühlberg

westl. Ausgang des Ortes

13

"Kastanienallee"

Gemeindebezirk Niedertopfstedt

Niedertopfstedt, Eigentümer: Rittergut Niedertopfstedt

an der Straße nach Greußen

14

"Eine Linde"

Gemeindebezirk Witterda

Witterda, Eigentümer: Gemeinde Witterda

am roten Kreuz, 1500 m südöstlich vom Ort

15

"Die alte Linde"

Gemeindebezirk Urbich

Urbich, Eigentümer: Gemeinde Urbich

auf dem Friedhof von Urbich

Weißensee/Thür., den 25. Februar 1936.

Der Landrat.
H ü t e r.

9

Amtsblatt der Preußischen Regierung zu Erfurt. Ausgabe B
Stück 43. Ausgegeben Erfurt, den 24. Oktober 1936. (479) S. 131

 

Erste Nachtragsverordnung zur Sicherung
von Naturdenkmalen im Kreise Weißensee/Thür.

Auf Grund der §§ 12 Abs. 1, 13 Abs. 1, 15 und 16 Abs. 1 des Reichsnaturschutzgesetzes vom 26. Juni 1935 (RGBl. I S. 821) sowie der §§ 7 Abs. 1 bis 4 und 9 der Durchführungsverordnung vom 31. Oktober 1935 (RGBl. I S. 1275) wird mit Zustimmung der höheren Naturschutzbehörde die Verordnung des Unterzeichneten vom 25. Februar 1936 (ABl. vom 30. 5. 1936 Stück 22 S. 62) für den Bereich des Kreises Weißensee/Thür. auf das in nachfolgender Liste aufgeführte Naturdenkmal mit dem Tage der Bekanntgabe dieser Nachtragsverordnung ausgedehnt:

 

Liste der Naturdenkmale.

Lfd. Nr.
im Natur-denkmal-
buch

Bezeichnung,
Anzahl, Art, Name
der Naturdenkmale

Angaben über die Lage der Naturdenkmale :

Stadt-, Landgemeinde, Ortsbezirk, Gemarkung, Forstamt

Meßtischblatt 1 : 25000, Jagen-Nummer, Flur-, Parzellen-Nr., Eigentümer

Lagebezeichnung nach festen Geländepunkten (Himmelsrichtung, Entfernung und dgl.)

1

2

3

4

5

16

zwei alte Eichen

Gemeindebezirk Waltersdorf

Waltersdorf,
Eigentümer: Gemeinde Waltersdorf

Auf dem Friedhofe

Weißensee/Thür., den 4. September 1936.

Der Landrat.

L. VIII. J.-Nr. 2434.

9

Amtsblatt der Preußischen Regierung zu Erfurt. Ausgabe B
Stück 52. Ausgegeben Erfurt, den 24. Dezember 1937. (607) S. 153

 

Nachtragsverordnung zur Sicherung
von Naturdenkmalen im Kreise Weißensee/Thür.

Auf Grund der §§ 3, 12 Abs. 1, 15 und 16 Abs. 1 des Reichsnaturschutzgesetzes vom 26. Juni 1935 (RGBl. I S. 821) sowie der §§ 7 Abs. 1 bis 4 und 9 der Durchführungsverordnung vom 31. Oktober 1935 (RGBl. I S. 1275) wird mit Zustimmung der höheren Naturschutzbehörde die Verordnung des Unterzeichneten vom 25. Februar 1936 (ABl. vom 30. 5. 1936 Stück 22 S. 62) für den Bereich des Kreises Weißensee/Thür. auf das in nachfolgender Liste aufgeführten Naturdenkmale mit dem Tage der Bekanntgabe dieser Nachtragsverordnung ausgedehnt:

 

Liste der Naturdenkmale.

Lfd. Nr.
im Natur-denkmal-
buch

Bezeichnung,
Anzahl, Art, Name
der Naturdenkmale

Angaben über die Lage der Naturdenkmale :

Stadt-, Landgemeinde, Ortsbezirk, Gemarkung, Forstamt

Meßtischblatt 1 : 25000, Jagen-Nummer, Flur-, Parzellen-Nr., Eigentümer

Lagebezeichnung nach festen Geländepunkten (Himmelsrichtung, Entfernung und dgl.)

1

2

3

4

5

17

5 Schwarzpappeln
1 Rüster

Kl. Ballhausen

Freiherr v. Lucius, Gr. Ballh.

an der Herrenwiese im Schloßpark d. Frhr. v. Lucius

18

1 Schwarzpappel

Kl. Ballhausen

Freiherr v. Lucius, Gr. Ballh.

an der Ausfahrt nach Tennstedt

19

1 Eiche

Kl. Ballhausen

Freiherr v. Lucius, Gr. Ballh.

Am Westrand des Parkes an der Öde

20

1 Linde

Gemeindebezirk Wandersleben

Gemeinde Wandersleben

Dorfplatz bei der Wirtschaftsschule

21

3 Linden

Gemeindebezirk Wandersleben

Gemeinde Wandersleben

Straße von Wandersleben nach Mühlberg vor dem Gasthaus Freudenthal

22

1 alte Buche

Gemeindebezirk Bechstedt-Wagd

Gemeinde Bechstedt-Wagd

Am Bechstedter-Triftweg

23

1 Linde

Gemeindebezirk Bechstedt-Wagd

Gemeinde Bechstedt-Wagd

an der Straßenkreuzung am Eingang zum Dorf von Egstedt

24

Spring (Quelle)

Gemeindebezirk Mühlberg

Gemeinde Mühlberg

im Ort

25

Gründelslochquelle mitsamt der unter Nr. 6 bereits geschützten

 

 

 

Weißensee/Th., den 18. November 1937.

Der Landrat.
M a i z m a n n.

– L III –

9

Amtsblatt der Preußischen Regierung zu Erfurt. Ausgabe B
Stück 40. Ausgegeben Erfurt, den 7. Oktober 1939. (539) S. 107

 

Nachtragsverordnung zur Sicherung
von Naturdenkmalen (Findlingen) im Kreise Weißensee.

Auf Grund der §§ 3, 12 Abs. 1, 13 Abs. 1, 15 und 16 Abs. 1 des Reichsnaturschutzgesetzes vom 26. Juni 1935 (RGBl. I S. 821) sowie des § 7 Abs. 1 bis 4 und des § 9 der Durchführungsverordnung vom 31. Oktober 1935 (RGBl. I S. 1275) wird mit Zustimmung der höheren Naturschutzbehörde die Verordnung des Unterzeichneten vom 25. Februar 1936 – Reg.-Amtsbl. vom 30. Mai 1936, Stück 22, S. 62 - für den Bereich des Kreises Weißensee auf die in vorstehender Liste aufgeführten Naturdenkmale (Findlinge) mit dem Tage der Bekanntgabe dieser Nachtragsverordnung ausgedehnt.

 

Lfd. Nr.

Bezeichnung,
Anzahl, Art, Name
der Naturdenkmale

Angaben über die Lage der Naturdenkmale :

Bezeichnung der mitgeschützten Umgebung, zugelassene Nutzung u. a.

Maße u. Zustand der Naturdenkmale (Länge, Breite, Höhe, Umfang, Durchmesser, Flächengröße u. Alter)

Stadt-, Landgemeinde, Ortsbezirk, Gemarkung, Forstamt

Meßtischblatt
1 : 25000, Jagen-Nummer, Flur-, Parzellen-Nr., Eigentümer

Lagebezeichnung nach festen Geländepunkten (Himmelsrichtung, Entfernung und dgl.)

26

1 Findling

Dachwig

Meßtischbl. Nr. 2867, Dachwig Landwirt John

ca. 400m südöstl. vom Bahnhof Dachwig. Schnittpunkt d. Feldweges Dachwig-Fahn. Höhe mit Reichsbahn

 

nord. Granit
1,25 : 0,80 m
ca. 30 Ztr. schwer

27

"Planstein" Granitfindling

Walschleben

Meßtischbl. Nr. 2867, Gem. Walschleben

Salzplatz

 

nord. Granit
1,30:0,90:0,50m

28

Granitfindling

Walschleben

Meßtischbl. Nr. 2867, Gem. Walschleben

Lindenhof-Ecke Backhausgasse

 

1,00:1,00:0,50m pl. geschliff.

29

"Fronsteine"
4 Findlinge

Walschleben

Meßtischbl. Nr. 2867, Gem. Walschleben

Am Fronplatz unter der Linde

 

kleinere Granite u. Gneise

30

Findling

Dittelstedt

Meßtischbl. Nr. 2933, Gem. Dittelstedt

an der Staße Dittelstedt, kurz vor dem Dorfe

Die Königslinde, unter der der Findling liegt

Gneis mit Granat-einsprenglingen

31

"Königslinde"
Linde

Dittelstedt

Meßtischbl. Nr. 2933, Gem. Dittelstedt

an der Staße Dittelstedt, kurz vor dem Dorfe

 

 

32

2 Findlinge

Niedernissa

Meßtischbl. Nr. 2933, Gem. Niedernissa

Graben am Nordrand d. Klosterholzes südl. von Windischholzhausen

 

konglo-meratischer Braunkohlen-quarzit

33

Öhlersche Sandgrube

Windisch-holzhausen

Meßtischbl. Nr. 2933, Bes.: Berth. Öhler, Windischholz-hausen

"am Biel" südl. von Windischholzhausen

 

Rest einer eiszeitl. Moräne mit Schmelzwasser-sanden und Moränenschutt

34

Glaziale Ablagerungen am Alacher See

Alach

Meßtischbl. Nr. 2867, Gem. Alach

SW-Ecke des Alacher Sees

 

Eiszeitl. Sande mit reichen Knochen diluvialer Herkunft

35

1 Linde
(Friedenslinde)

Bechstedt-Wagd

Meßtischbl. Nr. 2944, Gem. Bechstedt-Wagd

500 m südl. von RAB – km 210,8

 

 

 

Weißensee, den 23. September 1939.

Der Landrat.
gez. H a l f m a n n.

9

Amtsblatt der Preußischen Regierung zu Erfurt. Ausgabe B
Stück 12. Ausgegeben Erfurt, den 20. März 1937. (138) S. 34f

 

Verordnung zur Sicherung
von Naturdenkmalen im Stadtkreis Erfurt.

Auf Grund der §§ 12 Abs. 1, 13 Abs. 1, 15 und 16 Abs. 1 des Reichsnaturschutzgesetzes vom 26. Juni 1935 (RGBl. I S. 821) sowie der §§ 7 Abs. 1 bis 4 und 9 der Durchführungsverordnung vom 31. Oktober 1935 (RGBl. I S. 1275) wird mit Zustimmung der höheren Naturschutzbehörde für den Bereich des Stadtkreises Erfurt folgendes verordnet:

§ 1.

Die in der nachfolgend abgedruckten Liste aufgeführten Naturschutzdenkmale werden mit dem Tage der Bekanntgabe dieser Verordnung in das Naturdenkmalbuch eingetragen und erhalten damit den Schutz des Reichsnaturschutzgesetzes.

§ 2.

Die Entfernung, Zerstörung oder sonstige Veränderung der Naturdenkmale ist verboten. Unter dieses Verbot fallen alle Maßnahmen, die geeignet sind, die Naturdenkmale oder ihre Umgebung zu schädigen oder zu beeinträchtigen, z. B. durch Anbringen von Aufschriften, Errichten von Verkaufsbuden, Bänken oder Zelten, Abladen von Schutt oder dergl. Als Veränderung eines Baumdenkmals gilt auch das Ausästen, das Abbrechen von Zweigen, das Verletzen des Wurzelwerkes oder jede sonstige Störung des Wachstums, soweit es sich nicht um Maßnahmen zur Pflege des Natudenkmals handelt. Die Besitzer oder Nutzungsberechtigten sind verpflichtet, Schäden oder Mängel an Naturdenkmalen der Naturschutzbehörde zu melden.

§ 3.

Ausnahmen von den Vorschriften dieser Verordnung können von der unterzeichneten Naturschutzbehörde in besonderen Fällen zugelassen werden.

§ 4.

Wer den Bestimmungen dieser Verordnung zuwiderhandelt, wird nach den §§ 21 und 22 des Reichsnaturschutzgesetzes und den §§ 15 und 16 der Durchführungsverordnung bestraft, soweit nicht schärfere Strafbestimmungen anzuwenden sind.

§ 5.

Diese Verordnung tritt mit dem Tage der Bekanntgabe in Kraft.

 

Erfurt, den 18. Juli 1936.

Der Oberbürgermeister
als städtische Ortspolizeibehörde.

 

Liste der Naturdenkmale.

Lfd. Nr.
im Natur-denkmal-
buch

Bezeichnung,
Anzahl, Art, Name
der Naturdenkmale

Angaben über die Lage der Naturdenkmale :

Stadt-, Landgemeinde, Ortsbezirk, Gemarkung, Forstamt

Meßtischblatt 1 : 25000, Jagen-Nummer, Flur-, Parzellen-Nr., Eigentümer

Lagebezeichnung nach festen Geländepunkten (Himmelsrichtung, Entfernung und dgl.)

1

2

3

4

5

1

Schulzgedenkstein, genannt "Blauschimmel"

Stadt Erfurt

Meßtischbl. Nr. 2933
städt. Anlagen auf der Cyriaksburg
E. Stadt Erfurt

Aufgang zur Cyriaksburg r. Hd.

2

Findling

Stadt Erfurt

Meßtischbl. Nr. 2933
E. Fabrikbesitzer Julius Stübgen

Auf dem Gartengrund-stück hinter der Villa Cyriakstraße 39

3

Findling

Stadt Erfurt

Meßtischbl. Stottern-heim Nr. 2868
E. Willi Berghof,
Erfurt, Epinaystr. 2

Neben dem Brunnen d. Siedlungshauses, bei dessen Ausschachtung er gehoben wurde.

4

Findling

Stadt Erfurt

Meßtischbl. Nr. 2933
E. Stadt Erfurt

Nahe der Straße Erf.-Weimar beim Pest- kreuz r. 35 + 0,035 = 35,035 hoch 49 + 0,24 = 49,24

5

Findling

Forstbezirk Erfurt

Meßtischbl. Nr. 2933
E. Forstverw.

Lks. d. Straße n. b. Waldschlößchen b. km Stein 4,0 (4,035) r.
31 + 0,9 = 31,9 hoch
46 + 0,2 = 46,2

6

Eibe

Erfurt

Meßtischbl. Nr. 2933
E. Predigergem.

Predigerstr. 3 hinter d. Hof am Eingang zum Garten

7

2 Eiben

Erfurt

Meßtischbl. Nr. 2933
E. Frau Else Konradi geb. Herwig

Regierungsstr. 55 hinterer Teil des alten Gartens

8

Eibe

Erfurt

Meßtischbl. Nr. 2933
E. Maurermeister
Artus Bauer

Domstraße 2
Hof des Grundstücks

9

Buche genannt
"Lina-Buche"

Erfurt Steiger

Meßtischbl. Nr. 2933
Parz. 77/6 Bes. Herr Otto Zimmermann Gastwirt von Schloß Hubertus

Neben d. Gastwirtschaft

10

2 Platanen
Platanus orientalis

Stadt Erfurt

Meßtischbl. Nr. 2933
E. Reichsbahn

Gartengrundstück der ehem. Milchinsel an der Milchinselstraße

11

Cornel-Kirsche
(Herlitze)

Erfurt

Meßtischbl. Nr. 2933
E. Winzer's Erben

Friedrich-Wilhelmplatz Nr. 34 (früherer Thür. Hof)

12

"Die Drei Quellen"

Stadt Erfurt

Meßtischbl. Nr. 2933
E. Stadt Erfurt

Im Geratal zwischen Erfurt und Hochheim

13

"Philosophenquelle"

Stadt Erfurt

Meßtischbl. Nr. 2933
E. Stadt Erfurt

verlängerte Motzstraße

 

9

Erstveröffentlicht im Amtsblatt
der Stadt Erfurt am 10. Oktober 1991

 

Verordnung über die Verlängerung der einstweiligen Sicherstellung
von 57 Naturdenkmalen in der Landeshauptstadt Erfurt

Durch den Magistratsbeschluß der Stadt Erfurt vom 18. April 1991 (Beschluß Nr. 0045/91) wurden 57 Naturdenkmale (Einzelbäume, Baumgruppen, geologische Denkmale, Quellen und Teiche) für die Dauer von 2 Jahren bis zum 18. April 1993 einstweilig sichergestellt. Aufgrund des § 22 Absatz 1 Satz 2 letzter Halbsatz und Satz 3 in Verbindung mit § 19 Absatz 3 des Vorläufigen Thüringer Gesetzes über Naturschutz und Landschaftspflege (VorlThürNatG) vom 28. Januar 1993 (GVBl. S 57 ff), § 4 Absatz 2 des Thüringer Gesetzes über die Verkündigung von Rechtsverordnungen und Organisationsanordnungen vom 30. Januar 1991 (GBL Nr. 1, S. 2) und § 5 der Vorläufigen Kommunalordnung für das Land Thüringen – VKO – vom 24. Juli 1992 (GVBL S. 383) verordnet die Landeshauptstadt Erfurt als Untere Naturschutzbehörde:

§ 1

Die einstweilige Sicherstellung von 57 Naturdenkmalen (Anlage 1: Liste der 57 Naturdenkmale) wird gemäß § 22 Absatz 1 des VorlThürNatG um 1 Jahr bis zum 18. April 1994 verlängert.

§ 2
Räumlicher Geltungsbereich

Die Lage bzw. die Grenze der 57 einstweilig sichergestellten Naturdenkmale ergeben sich aus den Karten 1:2000 bzw. 1:5000, in die das Objekt bzw. die Grenzen des Naturdenkmales mit einem Punkt oder einer durchgehenden Linie bezeichnet sind einschließlich der Erläuterungen, die als Anlage 2 Bestandteil dieser Verordnung sind. Diese werden im Naturschutzamt der Stadt Erfurt – Untere Naturschutzbehörde, Stauffenbergallee 18, 99085 Erfurt, archivmäßig verwahrt und können während der Dienststunden von jedermann eingesehen werden.

Absatz 2

Die 57 Naturdenkmale befinden sich oder umfassen folgende Flurstücke und nehmen folgende Flächengrößen ein (Anlage 3). Sind Flurstücke nur zum Teil betroffen, ist nach der Flurstücknummer der Zusatz (z.T.) eingefügt. Anlage 3 ist Bestandteil dieser Verordnung.

Absatz 3

Die einstweilig sichergestellten Naturdenkmale sind gemäß § 24 Absatz 1 des VorlThürNatG durch amtliche Schilder gekennzeichnet.

§ 3
Schutzzweck

Zweck der Festsetzung der Naturdenkmale ist es:

  1. für den Bestand und die Entwicklung der Pflanzen- und Tierwelt notwendige Lebensräume zu bewahren.

  2. bedeutende Einzelobjekte im Naturraum zu bewahren.

§ 4
Absatz 1

Die Beseitigung der 57 Naturdenkmale sowie alle Handlungen, die geeignet sind, den Schutzgegenstand nachteilig zu verändern, sind verboten.

Absatz 2

Insbesondere sind verboten:

  1. Teile der Naturdenkmale wegzunehmen, abzuschlagen oder in anderer Weise zu beschädigen oder zu beseitigen;

  2. die Bodengestalt im Bereich der Naturdenkmale zu verändern, den Boden zu verdichten oder in sonstiger Weise ganz oder teilweise zu versiegeln;

  3. den Wasserhaushalt des Bodens zu beeinträchtigen;

  4. Inschriften, Plakate, Bild- oder Schrifttafeln anzubringen oder aufzustellen;

  5. die Naturdenkmale zu beseitigen, die mitgeschützten Flächen außerhalb der zugelassenen Wege zu betreten;

  6. bauliche Anlagen im Sinne des Gesetzes über die Bauordnung vom 20. Juli 1990 (Gbl 1 Nr. 50 S. 929) zu errichten, zu beseitigen, oder wesentlich zu ändern, auch wenn dies sonst keiner öffentlich-rechtlichen Erlaubnis bedarf;

  7. im Falle von Quellen und Teichen Wasser zu entnehmen und/oder ein- oder abzuleiten;

  8. die Lebensbereiche (Biotope) der Tiere und Pflanzen zu stören oder nachteilig zu verändern, einschließlich sie durch chemische oder mechanische Maßnahmen zu beeinflussen;

  9. wildlebenden Tieren nachzustellen, sie zu fangen, aufzunehmen, zu verletzen, zu töten oder ihre Entwicklungsformen, Brut- oder Wohnstätten oder Gelege der Natur zu entnehmen oder zu beeinträchtigen;

  10. Pflanzen oder Pflanzenbestandteile zu entnehmen oder zu beschädigen;

  11. Abfälle zu lagern oder das Gebiet in anderer Weise zu verunreinigen.

§ 4

Ausgenommen von den Verboten des § 4 bleiben:

  1. die zur Erhaltung oder Verbesserung der Funktionsfähigkeit der Naturdenkmale von der Unteren Naturschutzbehörde angeordneten oder zugelassenen Überwachungs-, Schutz- und Pflegemaßnahmen;

  2. die zum Zeitpunkt der einstweiligen Sicherstellung ausgeübte rechtmäßige landwirtschaftliche oder forstwirtschaftliche Bodennutzung, soweit sie nicht gegen § 4 Absatz 1 und 2 verstößt.

§ 6
Befreiungen

Von den Verboten des § 4 kann unter den Voraussetzungen des § 31 Absatz 1 Satz 1 Nr. 1 und 2 des Bundesnaturschutzgesetzes auf Antrag Befreiung erteilt werden. Über den Antrag entscheidet die Obere Naturschutzbehörde. Die Befreiung kann mit Nebenbestimmungen versehen werden.

§ 7
Absatz 1

Ordnungswidrig im Sinne des § 54 Absatz 1 Nr. 1 des VorlThürNatG handelt, wer vorsätzlich oder fahrlässig einem Verbot des § 4 Absatz 1 und Absatz 2 Satz 1-11 zuwiderhandelt.

Absatz 2

Ordnungswidrig im Sinne des § 54 Absatz 1 Nr. 6 des VorlThürNatG handelt, wer vorsätzlich oder fahrlässig eine vollziehbare Nebenbestimmung in Form einer Auflage einer Befreiung nach § 6 überhaupt nicht vollständig, nicht rechtzeitig oder nicht ordnungsmäßig erfüllt.

Absatz 3

Ordnungswidrig nach den Absätzen 1 und 2 können mit einer Geldstrafe bis zu 100 000 DM geahndet werden, soweit die Handlung nicht als Straftat mit Strafe bedroht ist.

§ 8

Diese Verordnung tritt am 19. April 1993 in Kraft.

Erfurt, den 11. Mai 1993
Manfred Ruge,
Oberbürgermeister

 

Anlage 1

Liste der Naturdenkmale in Erfurt, die durch Rechtsverordnung bis 18. April 1994 einstweilig sichergestellt sind.

Nr. der
Karte

Bezeichnung des ND

Standort (Größe in ha)

 

Einzelbäume und Baumgruppen

1

1 Eibe (Taxus baccata)

Predigerstraße 3, Hinterhof

2

1 Eibe (Taxus baccata)

Domstraße 2, Hinterhof

3

2 Eiben (Taxus baccata)

Regierungsstraße 55, Hinterhof

4

5 Eiben (Taxus baccata)

Alfred-Heß-Straße, Sprachheilschule

5

3 Rotbuchen (Fagus sylvatica)

Rudolfstraße, Gelände ermic

6

2 Rotbuchen (Fagus sylvatica)

LSG Steiger (Großvater u. Großmutter), Naturlehrpfad

7

2 Rotbuchen (Fagus sylvatica)

Regierungsstraße 54

8

1 Lärche europ. (Larix decidua)

KGA Schwedenschanze, Gruppe I Parzelle 22

9

1 Sommerlinde (Tilia platyphyllos)

Buddestaße 32/33

10

3 Immergrüne Eichen (Quercus x turneri)

2 Exemplare, Juri-Gagarin-Ring 1
1 Exemplar vor der Synagoge

11

1 Weymouthskiefer (Pinus strobus)

Schutzhütte Quellteich, LSG Steiger

12

2 Schwarzkiefern (Pinus nigra)

Schutzhütte Quellteich, LSG Steiger

13

1 Zirbelkiefer (Pinus cembra)

Schutzhütte Quellteich, LSG Steiger

14

1 Platane (Platanus x hispanica)

Hochheimer Straße 6a

15

1 Platane (Platanus x hispanica)

Am Klostergang

16

1 Platane (Platanus x hispanica)

Augustinerstraße

17

1 Gingko (Gingko biloba)

Turniergasse 17, Innenhof

18

1 Gingko (Gingko biloba)

Schillerstraße 74

19

1 Gingko (Gingko biloba)

Brühler Straße

20

1 Gingko (Gingko biloba)

Cyriakstraße

21

1 Gingko (Gingko biloba)

Winzerstraße 21a

22

1 Gingko (Gingko biloba)

Alfred-Heß-Straße 16

23

1 Gingko (Gingko biloba)

Wilhelm-Külz-Str. 36, Hinterhof

24

1 Gingko (Gingko biloba)

Wilhelm-Külz-Str. 27

25

2 Trompetenbäume (Catalpa bignonioides)

Benaryplatz/Brühler Straße

26

4 Blauglöckchenbäume (Paulownia tomentosa)

Werner-Seelenbinder-Str.
MHE am Hörsaalgebäude

27

2 Geweihbäume (Gymnocladus dioicus)

Schillerstraße (vor Thomaskirche)

28

1 Robinie (Robinia pseudoacacia)

Schillerstraße (vor Thomaskirche)

29

1 Weißdornbaum (Crataegus x lavallei)

Juri-Gagarin-Ring 141

30

1 Eichen-Hybride mit Anteilen Quercus pubescens

Dreibrunnenpark

31

1 Gemeine Roßkastanie (Aesculus hippocastanum)

Nähe Quellteich, LSG Steiger, Naturlehrpfad

32

1 Gemeine Roßkastanie (Aesculus hippocastanum)

gegenüber Schöntal 2, Melchendorf

33

2 Gemeine Roßkastanien (Aesculus hippocastanum)

Pergamentergasse 31, Innenhof

 

Geologische Naturdenkmale

34

1 Findling (rotbrauner Granit)

Cyriakstraße 39

35

1 Findling (rötlicher Granit mit bläulichen Quarzen; „Blauschimmel“, „Schulzengedenkstein“)

ega-Gelände Staudengarten am Südhang

36

1 Findling (Gneis, granitisch, rötlich)

Ecke Wartburg-Winzerstraße

37

1 Findling (rotbrauner Granit)

Weimarische Straße/Nissaer Weg

38

1 Findling (Granit, rötlichgrau)

Rudolstädter Straße 85

39

1 Findling (Braunkohlequarzit)

Steigerwald/Waldschlößchen, 50 m abseits der F4

40

1 Findling (Granit, grau)

Sulzer Siedlung, Garten des Grundstücks Nödaer Weg 3)

41

1 Findling ( Granit, rotbraun, fast kugelig)

ega, Kinderspielplatz am Südrand

42

Lößwand

Dreibrunnenpark

43

Schichtenfolge des unteren Gipskeupers mit einzelnen Dolomitbänken

Drosselberg an der OS 2

44

Schotterterasse der Gera

an der Str. zwischen Bischleben und Hochheim in ca. 30 m Höhe

45

geologischer Aufschluß des Gipskeupers (Fasergips)

Roter Berg, alte Ziegelei an der Lorenbahn

 

Natur- und Bodendenkmale

46

Blosenburg-Hang (mit 2 Erdwällen)

urgeschichtliche Wallanlage unterhalb des Neubaugebietes „Wiesenhügel“, „An der Melme“ (ca. 0,5)

 

Quellen und Teiche

47

3 Quellen

am Südwestende des Dreienbrunnenparks

48

Philosophenquelle

Dreienbrunnenfeld, Brunnenkresse-Klingen

49

Raufenteich

LSG Steiger (ca. 0,3)

50

Schuckelteich

LSG Steiger (ca. 0,4)

51

Großer Waldhausteich

LSG Steiger (ca. 0,53)

52

Kleiner Waldhausteich

LSG Steiger (ca. 0,2)

53

Dreibatzenloch

LSG Steiger (ca. 0,24)

54

Teufelssumpf

LSG Steiger (ca. 1,9)

55

Ungeheurer Sumpf

LSG Steiger (ca. 3,5)

56

2 Teiche

An der Henne, Weimarische Str. (ca. 0,85)

57

Waltersleber Sumpf

Wiesenbachtal zwischen Möbisburg und Waltersleben (ca. 1,0)

 

Letzte Aktualisierung ( 23. 10. 2014 )