Kleine alte Alleen in Erfurt
Geschrieben von Detlef Tonn   
16. 01. 2020
phot. D. Tonn
 

Auswahl wertvoller Baumwege in der Landeshauptstadt

Inhalt

Einleitung

Das Straßenverzeichnis von Erfurt nennt 12 „Alleen“, darunter die bekannten beiden großen Magistralen Magdeburger Allee im Norden und Stauffenbergallee in der östlichen Mitte. Beide Alleen werden stark vom Verkehr eingenommen, insbesondere letztere, als vierspurige Ringstraße, über die einen Großteil des innerstädtischen Autoverkehrs rollt. Einige der genannten „Alleen“ tragen ihren Namen eigentlich zu unrecht, nur noch historisch und formal, da sie heute nicht mehr als Allee gelten können.

Wir wollen hier die kleineren unbekannteren alten Alleen in den Mittelpunkt stellen. Die älteste ist noch mit Bäumen bestanden, die in die Spätbarockzeit zurückreichen. Neben wenigen Alleen, die uns noch mit einem (fast) geschlossenen Altbestand beeindrucken, kündigt sich ansonsten mit Fällungen und Neupflanzungen der notwendige Generationenwechsel an. Bis auf eine Ausnahme mit zwei Baumarten (Mischbestand), in Molsdorf, Palmberg – Kastanien-Linden-Allee, sind die gewählten Alleen von einer Baumart (Reinbestand).

Stadtbäume haben es heute bekannterweise schwer. Trocken heiße Sommer mit den extremen Temperaturspitzen einer über 200.000 Einwohnerstadt lassen sie dursten. Hinzu kommen Standorte, an denen der Grundwasserspiegel besonders weit abgefallen ist, und das lebensnotwendige Wasser für Flachwurzler kaum mehr erreichbar wird.
Fehlt es an Unterstützung durch zusätzliche Wassergaben kommt es für einige Bäume zum Vertrocknen und Absterben. Und das, wo die Städter gerade jetzt auf den unschätzbaren Beitrag der Bäume zur Klimaverbesserung angewiesen sind. Also vergesst  unsere Bäume nicht, informiert Euch, wo Baumpaten gesucht werden und tragt in Eurem Interesse zur Baumerhaltung bei.

Die städtischen Alleen übernehmen wichtige Aufgaben, sie schaffen ein verbessertes Kleinklima:

  • Reinigung des Grundwassers von Schadstoffen durch Ausfilterung
  • „Schutzschirm“ vor Witterungseinflüssen wie Sonne, Niederschlag, Wind.
  • Als Schattenspender sorgen sie an heißen Tagen für Stress- und Belastungsminderung bei allen, die unter ihrem Blätterdach unterwegs sind
  • Lärmdämmung
  • Luftfilterung von bis zu 70% der Feinstäube, Abgase. Ein einziger Baum kann p.a. bis zu einer Tonne Staub über sein Blattwerk aus der Luft auskämmen.
  • Umwandlung von Kohlendioxid in Sauerstoff
  • Lebensraum für teils seltene und gefährdete Kleinlebewesen, Insekten, Vögel oder Fledermäuse sowie im Traufbereich Pflanzen. Sie stellen in dieser Hinsicht wertvolle und bedeutsame Träger von Biodiversität dar. Mindestens 89 Brutvogelarten Deutschlands können in Alleen vorkommen. Von den 25 in Deutschland vorkommenden Fledermausarten nutzen die elf Baumfledermausarten die Höhlen von Alleenbäumen als Sommer- und Winterquartiere.
  • In einer Allee finden Tiere Schutz und Ruhe; können sich mehr als 140 Arten fortpflanzen.
  • Biotopverbundelement, damit Vernetzung städtischer, bebauter Bereiche mit den nahen, umgebenden Naturräumen.

Ab 1992 erstellte die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW), Landesverband Thüringen e.V. ein Kataster aller noch vorhandenen Alleen Thüringens. Darin konnte die beachtliche Zahl von 526 Alleen, davon erstaunliche 346 Obstalleen aufgenommen werden. Auch deren Zusammensetzung aus Baumarten wurde erfasst. Danach bestehen 43 % aus einer Baumart, 30 % aus zwei, 21 % aus drei (!) und 6 % aus mehr als drei Baumarten.1

Als längste Ferienstraße Deutschlands führt die Deutsche Alleenstraße, gegründet 1992, auf ihrem Weg von Rügen im NO bis nach Konstanz am Bodensee im SO über fast 3.000 km, auch über zwei Streckenzweige, die sich in Kaltensundheim (Rhön) vereinen, durch Thüringen (Abschnitt 7).
Der „nördliche“ Zweig erreicht von Duderstadt (Niedersachsen), auf der B 247 kommend den Freistaat und führt über Teistungen, von der B247 ab - Heilbad Heiligenstadt - Leinefelde, wieder auf die B 247 - durch Dingelstädt - Mühlhausen - durch Bad Langensalza, auf die B 84 - Eisenach - Dorndorf, von der  B 84 ab - Stadtlengsfeld - auf die B 285, Dermbach nach Kaltensundheim.
Der „südliche“ Zweig führt von Plauen (Sachsen, Vogtland) an dem kleinen Ort Reuth vorbei, verzweigt sich dort weiter, nördlich über Tanna, auf die B 2 - Schleiz, von der B 2 ab sowie südlich über Gefell, auf die B 90 - Bad Lobenstein, von der B 90 ab - Eliasbrunn, vereinigt sich in Ziegenbrück - gelangt bei Pößneck auf die B 281 - Saalfeld, wechselt auf die B 85 - Rudolstadt, von der B 85 ab - Stadtilm - Arnstadt - Jonastal - Crawinkel - Oberhof - Steinbach-Hallenberg - Meiningen - Kaltensundheim, wo sich die Zweige vereinen. Weiter auf der B 285 verlässt die Alleenstraße Thüringen s Melpers in der Hohen Rhön.

→ Abschnitt 7 | Duderstadt / Plauen - Fulda (durch Thüringen)   http://www.alleenstrasse.com/download/abschnitt_7.pdf

Hinweise zur Typologie von Alleen

zu Grundriss: die Bäume zweier Reihen stehen sich bei
gegenständig: paarweise und bei
wechselständig: versetzt, d.h. „zickzack“-mäßig gesetzt, in der Regel um den halben Abstand,
gegenüber.

Brühler Garten, Lindenallee

Lage

wegbegleitend, zwischen Mainzerhofplatz im NW und Hermannsplatz im SO

Länge

ca. 215 m

Grundriss

  • Anzahl der Baumreihen: zweireihig (einfach), w vom Pestkreuz in n Reihe 10, in s Reihe 11 Bäume; o vom Pestkreuz in jeder Reihe 4 Bäume.
  • Reihungen: wechselständig
  • Baumkronendach: geschlossen | Baumabstand innerhalb der Reihe: weiter, insbesondere an Lücke
  • Verlauf: gerade, am sog. Pestkreuz nach O zwischen Spielplatz- und Tramhaltestellenbereich versetzt, leicht abknickend

Aufriss

  • freiwachsend, natürlich
  • Schnitt/Formung: teils Einzelkrone beschnitten

Baumart(en)

  • eine: Winterlinde (Tilia cordata)
  • gepflanzt um 1800; noch geschlossener Altbestand, keine Neupflanzungen.

Wegbelag

wasserbindend: Sand

BruehlerGarten
Brühler Garten, Lindenallee, von S, Eingangstor Mainzerhofplatz,
Fotos: 01.04.2019
BruehlerGarten
Brühler Garten, Lindenallee, noch gut erhaltene Beschilderung aus
einer längst untergegangenen Epoche (vor 1990, 1. Baum S-Reihe
BruehlerGarten
Brühler Garten, Blick nach O in die Tiefe der Lindenallee. Lücke hinter der ersten Linde links.

 

Dittelstedt, Friedhofsallee

Lage

zwischen Cäcilienstraße im W und Friedhofshalle im O, etwa auf der „Mittelachse“ des Friedhofs

Länge

ca. 60 m

Grundriss

  • Anzahl der Baumreihen: zweireihig (einfach); je Reihe 5 Bäume
  • Reihungen: gegenständig
  • Baumkronendach: geschlossen | Baumabstand innerhalb der Reihe: gleich weit
  • Verlauf: gerade

Aufriss

  • freiwachsend, natürlich
  • Schnitt/Formung: gelegentlich Einzelkrone beschnitten

Baumart(en)

eine: Linde

Wegbelag

fest: Katzenkopfpflaster

DittelstedtFriedhof
Dittelstedt, Friedhofsallee, von W, Eingangstor Cäcilienstraße,
Fotos: 27.08.2017
DittelstedtFriedhof
Dittelstedt, Friedhofsallee, sauberer Pflasterweg zur Friedhofshalle
DittelstedtFriedhof
Dittelstedt, Friedhofsallee, geschlossenes Blätterdach

 

egapark, Auf der Cyriaksburg

Lage

wegbegleitend, am NO-Rand des egaparks, zwischen Eingangsbereich Gothaer Platz im N und ehem. Grolmannshöhe / Gästehaus im S, am NO-Rand des egapark-Geländes, oberhalb der Cyriakstraße und dieser etwa folgend, Nord-Süd-Verlauf

Länge

ca. 335 m

Grundriss

  • Anzahl der Baumreihen: zweireihig (einfach); in o Reihe unterhalb der Kurve ein Baum (Neupflanzung), oberhalb der Kurve 32 Bäume (davon 14 Neupflanzungen), mindestens 2 Baumfällungen (2019); in w Reihe unterhalb der Kurve 8 Bäume, 2 Baumfällungen (2019), oberhalb der Kurve 36 Bäume (davon 14 Neupflanzungen). N vor dem egapark-Gelände Reste der Fortsetzung der historischen Allee in o Reihe 2, in w Reihe 5 Starkbäume.
  • Reihungen: wechselständig
  • Baumkronendach: überwiegend geschlossen | Baumabstand innerhalb der Reihe: bei Neupflanzungen enger, Altbestand weiter
  • Verlauf: abknickend nach ca. 65 m vom n Beginn, die beiden Teilabschnitte gerade

Aufriss

  • freiwachsend, natürlich
  • Schnitt/Formung: Einzelkronen beschnitten

Baumart(en)

  • eine: Gewöhnliche Rosskastanie (Aesculus hippocastanum).
  • gepflanzt: älteste Bäume im 19. Jh., Neupflanzungen 2019 in den entstandenen Lücken.
    Baumfällungen 2019 an verschiedenen Stellen, an der ehem. Grolmannhöhe, Abzweig Gartenbaumuseum, auch Wegmitte, Baumscheiben der Schnittstelle überwiegend intakt erscheinend, Fällungsgründe anderer Art, jedoch unbekannt. 

Wegbelag

fest: Straßenbelag Asphalt, neu 2019. Die Allee ist zugleich Zufahrtsstraße für Privatanwesen am NO-Rand des egaparks sowie Besucher des Gartenbaumuseums mit Sondergenehmigung.

egapark
egapark, Kastanienallee, Blick nach S, die Allee hinauf, Nähe O-Eing.,
11.06.2017
egapark
egapark, Kastanienallee, w Baumreihe, 11.06.2017
egapark
egapark, Kastanienallee, Blick hinauf zur ehem. "Grollmannshöhe", 11.06.2017
egapark
egapark, Kastanienallee, Fällung Anfang 2019 im oberen Teil, o Baumreihe,

16.02.2019

egapark
egapark, Kastanienallee,frisch gefällter Baumstumpf,
sieht gesund aus, 16.02.2019
egapark
egapark, Kastanienallee, weitere Fällung Anfang 2019 im oberen Teil,
o Baumreihe, 16.02.2019
egapark
egapark, Kastanienallee, auch hier der Eindruck gesunder
Querschnitt, 16.02.2019
egapark
egapark, Kastanienallee, ehem. "Grolmannshöhe", Abzweig Cyriaksburg,
vor Gästehaus, 16.02.2019
egapark
egapark, Kastanienallee, Baumstumpf Nahansicht,
Stammmitte braun, weichlich, 16.02.2019

In der Krautschicht sind einige Frühlingsblüher heimisch: Winterling (Eranthis hyemalis) → Winterlinge in Erfurt, besonders im unteren Bereich teils flächig, Krokusse (Crocus), Hohler Lerchensporn (Corydalis cava) → Hohler Lerchensporn in Erfurt.

Espach-Promenade

Lage

wegbegleitend, in den öffentlichen Wallanlagen zwischen Alfred-Hess-Straße im SW und etwa 50 m vor der Weggabelung zur Straße des Friedens / Flutgrabenbrücke Friedrichssteg; zwischen Walkstrom im NW und Flutgraben im SO

Länge

ca. 320 m

Grundriss

  • Anzahl der Baumreihen: zweireihig (einfach); in jeder Reihe 17 Bäume; nur eine einzige Lücke in s Reihe; noch geschlossener Altbestand, keine Neupflanzungen.
  • Reihungen: wechselständig
  • Baumkronendach: geschlossen. Dies scheint auch ein Verdienst der weitsichtigen Planer vor über 100 Jahren zu sein, die durch die wechselständige „zickzack“-Setzung und einen entsprechend weit gewählten Baumabstand in jeder Reihe, die „Schließung“ des Kronendaches im „reifen“ Baumalter nach etwa einem Jahrhundert mit berücksichtigt hatten.
  • Baumabstand weit, meist um 17 m
  • Verlauf: gerade

Aufriss

  • freiwachsend, natürlich
  • Schnitt/Formung: gelegentlich Einzelkrone beschnitten

Baumart(en)

  • eine: Winterlinde (Tilia cordata); noch geschlossener Altbestand, keine Neupflanzungen.
  • gepflanzt: um 1900 bei der Anlage der Promenade

Wegbelag

wasserbindend: Sand

EspachPromenadeAK
Espach-Promenade auf AK, kurz nach ihrer Fertigstellung, um 1905
EspachPromenade
Espach-Promenade, Blick vom w Ende an der Alfred-Hess-Straße nach O, 01.04.2019
EspachPromenade
Espach-Promenade, Blick in die "Tiefe" der Lindenallee nach O, 01.04.2019
EspachPromenade
Espach-Promenade, Blick nach O, geschlossenes Blätterdach,
28.04.2017
EspachPromenade
Espach-Promenade, Blick vom o Ende nach W, 28.04.2017
EspachPromenade
Espach-Promenade, Blick vom o Ende nach W zum Luisenpark in die "Tiefe" der Allee, 24.04.2017

Die Espach-Promenade zählt zu den meist frequentierten Wegen in der Stadt. Sie bildet ein zwar kurzes aber wichtiges Teilstück des innerstädtischen Grünzuges zwischen Hauptbahnhof und Dreienbrunnen entlang des Flutgrabens bzw. der Gera sowie weiterführend über Hochheim, Bischleben, Möbisburg, Molsdorf aus Erfurt hinaus. An manch schönen Tagen herrscht auf der Allee reger Durchgangsverkehr in beiden Richtungen, aber im Gegensatz zu den Stadtringen bleiben Spaziergänger, Läufer und Radfahrer unter sich. Letztere sind vielleicht auf einer längeren Tour unterwegs, denn durch die Promenade führen der Radfernweg Thüringer Städtekette und der Gera-Radweg .

Das namensgebende Espach hat sich glücklicherweise wieder zu einem echten Anziehungspunkt entwickelt, der alle zum Verweilen einlädt. Ehemals ein beliebtes zentrumsnahes Bad, wurde das Areal in den vergangenen Jahren zu einem Erholungspark umgestaltet. Er erstreckt sich nördlich der Allee und ist etwa auf deren Mitte über eine kleine Brücke zugänglich. Dort kann man sich in einem Café stärken. Die Grünflächen, der Spielplatz und Ententeich mit Verbindung zum Walkstrom sind besonders bei Familien mit Kind beliebt.

Die Linden haben nun mit fast 120 Jahren das beste Baumalter erreicht, und erscheinen in ihrer Doppelreihe auf dem Höhepunkt der Prachtentfaltung. Dabei profitieren sie sicherlich  von ihrem günstigen Standort auf dem Wall zwischen zwei Fließgewässern. Das dürfte auch in den hiesigen extrem trockenen Jahren für die ausreichende Versorgung mit dem wertvollen Wasser sorgen. Neben der Größe und Erhabenheit der Einzelbäume ist es für die Gesamtwirkung der Allee von besonderem Wert, dass ihre Geschlossenheit im Altbestand bis auf eine einzige Lücke bis heute erhalten werden konnte. Es bleibt zu hoffen, dass sich jeder Vorbeikommende an dieser beeindruckenden Schönheit im jahreszeitlichen Wandel noch lange erfreuen möge.

Unsere Blicke sollten aber nicht nur in die Höhe gehen, auch am Boden im Trauf der Linden hat sich eine reichhaltige Pflanzengemeinschaft vornehmlich der Frühlingsblüher eingefunden. Hervorzuheben sind Winterling (Eranthis hyemalis) → Winterlinge in Erfurt, an einer Stelle isoliert in der Krautschicht unter der nördlichen Baumreihe (Walkstrom), 3. Linde vom östlichen Ende, Hohler Lerchensporn (Corydalis cava) → Hohler Lerchensporn in Erfurt, verbreitet unter der südlichen Baumreihe und die Böschung zum Flutgraben hinunter, und Wilde Tulpe (Tulipa sylvestris) → Die Wilde Tulpe in Erfurt mit mehreren Expl. in der Alleemitte gegenüber Espachbrücke. Weiterhin können auch vereinzelt Buschwindröschen u.a. auftreten. Es versteht sich fast von selbst, dass alle geschützten Pflanzen nicht gepflückt werden dürfen, und dies auch den Jüngsten erklärt wird. Auf das auch noch die nachfolgenden Passanten die schönen Frühlingsboten entdecken können. Würde ein Titel „Schönste Allee in Erfurt“ vergeben werden, dann wäre die Espach-Promenade sehr aussichtsreich dabei.

Friedrich-List-Straße, Platanenallee

Lage

straßenbegleitend, zwischen Bodelschwinghstraße im W und am Stadtpark im O

Länge

ca. 135 m

Grundriss

  • Anzahl der Baumreihen: zweireihig (einfach), auf jeder Seite jeweils 8 Bäume und eine Lücke.
  • Reihungen: nahezu gegenständig
  • Baumkronendach: weitgehend geschlossen | Baumabstand innerhalb der Reihe: einige Baumpaare gegenüber stehend, auch unterschiedlichen Alters, sonst versetzt. Auf jeder Seite jeweils ein Baum einzeln stehend, da gegenüber ein Beleuchtungsmast gesetzt wurde
  • Verlauf: gerade

Aufriss

freiwachsend, natürlich

Baumart(en)

eine: Ahornblättrige Platane (Platanus × hispanica), auch Bastard-Platane.. Expl. unterschiedlichen Alters, darunter auch Altbestand von 5 Starkbäumen, 2 auf N-, 3 auf S-Seite. Nachpflanzungen 

Wegbelag

fest: Straßenbelag Kopfsteinpflaster; Bürgersteig Plattenbelag

Gispersleben, Am Kanal

Lage

einseitig straßenbegleitend, s Straße Am Kanal zwischen Sondershäuser Straße im W und etwa 25 m o der Einmündung Worbiser Straße; kleine öffentliche Grünanlage mit Rasenfläche, Spielanlage zwischen den Baumreihen, kreisrunde gepflasterte Fläche mit Sitzbänken

Länge

ca. 100 m

Grundriss

  • Anzahl der Baumreihen: zweireihig (einfach); n Reihe: 10 Bäume, davon 4 Nachpflanzungen, eine Fällung; s Reihe: 7 Bäume, davon 2 Nachpflanzungen, eine Lücke
  • Reihungen: überwiegend wechselständig
  • Baumkronendach: weitgehend geschlossen, an den Lücken sich öffnend | Baumabstand innerhalb der Reihe: ca. 7 m, sonst variabel
  • Verlauf: gerade

Aufriss

freiwachsend, natürlich

Baumart(en)

eine: Linde (Tilia)

Wegbelag

wasserbindend: Rasen, Sand; fest: Verweilfläche Pflaster

Lessingstraße, Kastanienallee

Lage

straßenbegleitend, im „Dichterviertel“, n Hopfenberg, zwischen Goethestraße im N und Herderstraße im S, auf 6 bzw. 7 m breitem Grünstreifen, für Stadtstraßenbäume sehr komfortabel.

Länge

ca. 130 m

Grundriss

  • Anzahl der Baumreihen: zweireihig (einfach); w Reihe 11 Bäume, davon 2 Nachpflanzungen, o Reihe 10 Bäume, davon eine Nachpflanzung | Baumabstand innerhalb der Reihen: variabel
  • Reihungen: an den Endbereichen der Allee gegenständig, zur Mitte hin zu wechselständig übergehend
  • Baumkronendach: weitgehend geschlossen
  • Verlauf: gerade

Aufriss

freiwachsend, natürlich

Baumart(en)

eine: Gewöhnliche Rosskastanie (Aesculus hippocastanum), drei  Nachpflanzungen mit Fleischrote Rosskastanie (Aesculus × carnea), auch Rotblühende Rosskastanie, Purpurkastanie. Hybride zwischen der von der Balkanhalbinsel stammenden Gewöhnlichen Rosskastanie und der nordamerikanischen Roten Rosskastanie (Aesculus pavia). Sie wird heute bevorzugt als Straßenbaum gewählt.

Wegbelag

fest: Straßenbelag Asphalt, Bürgersteig Platten

Lessingstrasse
Lessingstraße, Kastanienallee, Ansicht von S, Fotos: 10.05.2018
Lessingstrasse
Lessingstraße, Kastanienallee. Fast geschlossenes Kronendach
Lessingstrasse
Lessingstraße, Kastanienallee. Neupflanzung
Rote Kastanie
Lessingstrasse
Lessingstraße, Neupflanzung, Blütenstand der Roten Kastanie

 

Melchendorf, Schulzenweg

Lage

straßenbegleitend, zwischen Abzweig Im Winkel im NO und Am Hanfstein im SW, auf Mittelstreifen (Rasen) zwischen den Fahrbahnen (jeweils Einbahnstraße).

Länge

ca. 145 m

Grundriss

  • Anzahl der Baumreihen: zweireihig (einfach); in jeder Reihe jeweils 16 Bäume, davon in w Reihe 3 und in o Reihe 2 Nachpflanzungen.
  • Reihungen: wechselständig
  • Baumkronendach: offen
  • Verlauf: gerade

Aufriss

Schnitt/Formung: Kopfkronen durchgehend beschnitten. Regelmäßiger Kopfschnitt etwa alle fünf Jahre

Baumart(en)

eine: Kopflinde, fast durchgehend Altbestand, wenige Neupflanzungen

Wegbelag

fest: Straßenbelag Asphalt, Bürgersteig Platten

MelchendorfSchulzenweg
Melchendorf, Schulzenweg: Lindenallee, Blick von S durch die Doppelreihe zur Kirche St. Nikolaus, Gesamtansicht, Fotos: 27.08.2017
MelchendorfSchulzenweg
Melchendorf, Schulzenweg: Lindenallee, von S, Detail
MelchendorfSchulzenweg
Melchendorf, Schulzenweg: Lindenallee,
typisches Erscheinungsbild nach kürzlichem
Kopfschnitt

 

Molsdorf, Palmberg

Lage

früher straßen-, heute wegbegleitend, zwischen den Bebauungen an der Graf-Gotter-Straße, Einmündung Gasthaus „Zur Guten Quelle“ im N und an der Straße Palmberg im S, also Nord-Süd-Verlauf; w Ackerland, am S-Rand Grünland, o Gärten.

Länge

ca. 250 m

Grundriss

  • Reihung: zweireihig (einfach)
  • Reihungen: variabel
  • Baumkronendach: früher geschlossen, heute durch Lücken weitgehend offen | Baumabstand innerhalb der Reihe: abschnittsweise enger, durch Lücken weiter
  • Verlauf: leicht geschlängelt

Aufriss

Schnitt/Formung: teils gekappt, sonst überwiegend Einzelkronen beschnitten aus Verkehrssicherheitspflicht

Baumart(en)

  • zwei: Gewöhnliche Rosskastanie (Aesculus hippocastanum) und Linde (Tilia), gemischt mit unregelmäßigem Wechsel
  • gepflanzt: die ältesten vermutlich noch zu Lebzeiten des Reichsgrafen Gotter, um oder vor 1750.

Wegbelag

feldwegtypisch

MolsdorfPalmberg
Molsdorf, Palmberg: Linden-Kastanien-Allee, Blick nach S,
Fotos: 01.04.2017
MolsdorfPalmberg
Molsdorf, Palmberg: Linden-Kastanien-Allee, Blick nach S
MolsdorfPalmberg
Molsdorf, Palmberg: Linden-Kastanien-Allee, Blick von einer Bank am Anfang der s Bebauung

Der Palmberg ist eine kleine Anhöhe (253 m) w Molsdorf, nahe der A71. Mit ihm verbindet sich eine tragische Geschichte aus der Barockzeit, als die Allee wohl bereits bestand, die den Reichsgrafen von Gotter von einer anderen, als die sonst über ihn vermittelte schillernde und aufgeklärte, Seite zeigt. Er trieb ein rücksichtloses, menschenverachtendes Spiel (siehe dazu den Auszug aus Storch 1859, weiter unten).

Der Fahrweg 'Palmberg' stellte früher eine wichtige örtliche Straße dar.
Der nördliche bis mittlere Abschnitt wird allerdings heute fast nur noch als Feldweg sowie von Spaziergängern genutzt, bräuchte eigentlich auch nicht mehr vom Durchgangsverkehr benutzt werden. Anlieger können von den Endpunkten der Allee ihre Anwesen erreichen und die wertvolle Allee schonen.

Am n Eingang der Allee, einige Meter oberhalb der Einmündung nahe dem Gasthaus, wurde am 22. Mai 2013 anlässlich des Internationalen Tages der biologischen Vielfalt eine Infotafel zur Artenvielfalt in der alten Allee eingeweiht.

Dazu heißt es in einem Artikel der Thüringer Allgemeine vom 18.05.2013:

„Wer kennt es nicht? Ein stattlicher Baum muss aus dem vertrauten Anblick weichen, da die Sicherheit für die Bürger nicht mehr gewährleistet werden kann. Und das hat oberste Priorität!
Doch sind im Einzelfall alle Möglichkeiten zur Rettung des Baumes ausgeschöpft? Das Umwelt- und Naturschutzamt will mit der Tafel über ein Projekt informieren und zeigen, dass sowohl der Schutz des Menschen vor herab fallenden Ästen als auch der Schutz wertvoller Lebensräume gemeinsam funktionieren können.
Als eine Art Modellprojekt werden an dem Feldweg die Verkehrssicherung einerseits und die Erhaltung von wertvollen Arten sowie der Naturschutz andererseits beachtet. Durch die Erhaltung der alten Bäume werden der Lebensraum sehr seltener Käferarten sowie das Jagdrevier von Fledermäusen und Vögeln geschützt.
Einige der alten Kastanien und Linden - die wohl noch aus Graf Gotters Zeiten stammen - sollten ursprünglich zur Verkehrssicherung des Feldweges im Jahr 2010 gefällt werden. Aufmerksame Bürger von Molsdorf machten jedoch auf die Bedeutung der Bäume als Lebensraum für seltene, geschützte und gefährdete Tier aufmerksam. Es wurde der Kompromiss gefunden, die zu fällenden Bäume lediglich verkehrssicher einzukürzen und weiter zu erhalten. So musste lediglich ein einziger Baum aus Sicherheitsgründen - er war vom Brandkrustenpilz befallen - gefällt werden.“

Auf der Infotafel wird auf den Erhalt und Schutz der Allee eingegangen:

„Als Zeugnisse der Molsdorfer Vergangenheit dienen die heute als Allee wachsenden Kastanien und Linden auf Grund ihres Alters und ihres Strukturreichtums auch vielen Tieren als Lebensraum. Hierzu zählen vor allem Vögel, Fledermäuse und Insekten.
Aktuelle Untersuchungen ergaben eine hohe Artenzahl an diesen Bäumen, darunter zahlreiche gesetzlich geschützte oder extrem seltene Tiere.
Die Verantwortung für den Erhalt der biologischen Vielfalt veranlasste den Erfurter Stadtrat, einen diesbezüglichen Umsetzungsplan für die thüringische Landeshauptstadt zu beschließen.
Dies und die Forderungen des Gesetzgebers führten dazu, dass die Palmberger Bäume trotz nicht in jedem Fall gewährleisteter Standsicherheit im Jahr 2010 nicht einfach gefällt werden durften. Alternativ waren daher teils aufwendige Rückschnitte sowie andere Sicherungsmaßnahmen durchzuführen, um den Verkehr nicht zu gefährden.
Die Baumallee wird seit 2010 regelmäßig sowohl hinsichtlich der vorkommenden Arten als auch der Verkehrssicherheit kontrolliert. Die alten Bäume sollen so lange wie möglich erhalten bleiben.
In der Zwischenzeit können nachgepflanzte jüngere Exemplare aufwachsen und entstehende Lücken füllen.“

Weiterhin werden auf der Infotafel Angaben zur Artenvielfalt gemacht (bezogen auf 2013):

Vögel

Das Angebot an Insektennahrung sowie die Möglichkeit der Besiedlung von Baumhöhlen ist auch für Vögel attraktiv. Regelmäßig können beispielsweise Gartenrotschwanz und Feldsperling beobachtet werden.

Fledermäuse

Bislang wurden mindestens sechs verschiedene Fledermausarten im Umfeld der Baumallee auf der Jagd nach Insekten beobachtet.
Einige davon nutzten Baumhöhlen als Quartiere, darunter Breitflügel-Fledermaus, Großer Abendsegler und Fransenfledermaus. Das ebenfalls festgestellte Große Mausohr benötigt eher die nahe gelegenen Gebäude in der Ortslage Molsdorf als Unterschlupf.

Insekten

Als Urwaldrelikt besitzt das Vorkommen der Schwarzkäfer-Art Mycetochara flavipes einen besonderen Stellenwert. Der Käfer ist an alte Bäume gebunden und zeigt gleichzeitig die lange Tradition derartiger Bestände um Molsdorf an. Wie dieser ist auch der eigentümliche Große Wespenbock, der auf den ersten Blick eher einer Schlupfwespe als einem Käfer gleicht, in Thüringen unmittelbar vom Aussterben bedroht.
Für die Entwicklungsstadien dieses Käfers ist der Vorhandensein bestimmter Pilze an altem, teils auch abgestorbenem Holz lebenswichtig. Der leuchtend grün gefärbte Lindenprachtkäfer gilt in Thüringen hingegen als stark gefährdet. Die Larven entwickeln sich nur in alten Linden an sonnigen Standorten wie hier am Palmberg.

Am s Ende der Allee, am n Beginn der Bebauung laden zwei Bänke zum entspannen und beobachten ein.

Überlieferung einer Wette

des Grafen Gotter, die am Palmberg ein Menschenleben kostete:

„Das Leben, welches Gotter in Molsdorf führte, namentlich in der letzten Periode als Graf, war nichts weniger als einfach idyllisch und frugal. Vielmehr haben sich von der schwelgerischen Ueppigkeit desselben, von den glänzenden Festen, die er dem Hofe und dem benachbarten Adel gab, manche Anekdoten erhalten, die wenigstens in meiner Jugend noch vielfach erzählt wurden. Er hatte sich in dieser ländlichen Zurückgezogenheit mit einem wahrhaft fürstlichen Hofstaate umgeben, bei dem auch die üblichen Laufer nicht fehlen durften. Ja, er that sich sogar etwas darauf zu gut, ein wahres Prachtexemplar, einen sogenannten Parforcelaufer zu besitzen, der, wie man behauptete, aus Molsdorf selbst gebürtig war, Namens Heinhold. Zufolge einer Wette des Grafen mit einem anderen Standesherrn mußte dieser Mensch von hier bis nach dem ungefähr fünfzig Stunden weiten Hannover und zurück in sechsunddreißig Stunden laufen. Der Läufer vollendete diese Reise wirklich in noch kürzerer Frist, erlag jedoch der übermäßigen Anstrengung dicht vor Molsdorf auf dem sogenannten Palmberge, wo ein Blutsturz seinen raschen Tod herbeiführte. Was that’s? Der Herr Graf hatte die Wette gewonnen. Mich dünkt, dieser eine Zug verbreitet über den Charakter des Mannes hinlänglich Licht. Unmittelbar neben der der Herzogin dargebrachten raffinirten Huldigung und den schwelgerischen Festen der todtgehetzte Laufer!“
Auszug aus Storch , Ludwig: Ein Parvenu des vorigen Jahrhunderts.
In: Stolle, Ferdinand (Hg.): Die Gartenlaube, Heft 7, 8, S. 93–97, 112–115. Leipzig, Verlag von Ernst Keil 1859.

Landesamt für Vermessung und Geoinformation: Graf von Gotter‘s „Erdenwinkel“ | eine geodätische Spurensuche in Molsdorf und Umgebung.
http://apps.thueringen.de/de/publikationen/pic/pubdownload1587.pdf

Stotternheim, Friedensallee

Lage

straßenbegleitend, zwischen Straße Zum Stotternheimer See im N und Bahnhofsplatz (Parkplatz) im S, parallel zur Bahnlinie, auf Grasfläche

Länge

ca. 170 m

Grundriss

  • Anzahl der Baumreihen: zweireihig (einfach); in w Reihe 9 Bäume, 2 Lücken (Einmündungen), eine frühere Fällung (Baumstumpf an Haltestelle); in o Reihe 12 Bäume, lückenlos.
  • Reihungen: nahezu wechselständig
  • Baumkronendach: geschlossen | Baumabstand innerhalb der Reihe: leicht abweichend
  • Verlauf: fast gerade

Aufriss

freiwachsend, natürlich

Baumart(en)

eine: Gewöhnliche Rosskastanie (Aesculus hippocastanum)

Wegbelag

fest: Straßenbelag Asphalt, Bus-Haltestelle Platten; sonst wasserbindend: breiter Grünstreifen, für Stadtstraßenbäume sehr komfortabel; kein fester Gehweg

StotternheimFriedensallee
Stotternheim, Friedensallee: Kastanien, Blick vom s Ende, 
Bahnhofsplatz, Fotos: 04.07.2017
StotternheimFriedensallee
Stotternheim, Friedensallee: Kastanien, Blick vom n Ende,
Einmündung in die Straße Zum Stotternheimer See
StotternheimFriedensallee
Stotternheim, Friedensallee: Kastanien, Blick nach S
StotternheimFriedensallee
Stotternheim, Friedensallee: Kastanien, Blick nach N, Bildmitte: Bus-Haltestelle, dahinter kleiner Spielplatz

 

Vieselbach, Lindenallee

Lage

straßenbegleitend, zwischen Rathausstraße im S und Altenburg im N; links entlang des Linderbachs

Länge

ca. 175 m

Grundriss

  • Anzahl der Baumreihen: zweireihig (einfach); in w Reihe 10 Bäume, davon 2 Nachpflanzungen, Bäume jedoch nur in den Endbereichen der Allee, dazwischen fehlend (Lücke); in o Reihe auf Grünstreifen, am oberen Uferböschungsrand, 16 Bäume, davon 4  Nachpflanzungen.
  • Reihungen: nahezu gegenständig bei den vorhandenen Paaren an den Enden der Allee
  • Baumkronendach: überwiegend offen, da lückig, nur im n Teil geschlossen | Baumabstand innerhalb der Reihe: einige bei ca. 9-10 m, sonst variabel
  • Verlauf: gerade

Aufriss

freiwachsend, natürlich

Baumart(en)

eine: Linde (Tilia), Neupflanzungen in Lücken

Wegbelag

fest: Straßenbelag Asphalt; sonst wasserbindend: Gras, kein fester Gehweg.

VieselbachLindenallee
Vieselbach, Lindenallee, Blick vom s Ende nach N, Fotos: 05.09.2017
VieselbachLindenallee
Vieselbach, Lindenallee, Blick von der Mitte nach N
VieselbachLindenallee
Vieselbach, Lindenallee, Blick vom s Ende, Einmündung in die Rathausstraße, nach N, Gesamtanicht. Rechts fließt der Vieselbach
VieselbachLindenallee
Vieselbach, Lindenallee, dichtstehende Starkbäume am n Ende
VieselbachLindenallee
Vieselbach, Lindenallee, Kronen dieser Starkbäume

 

Anhang: Weitere Alleen

Geschwister-Scholl-Straße

Lage

straßenbegleitend, zwischen Leipziger Platz im W und Hallesche Straße im O

Länge

ca. 380 m

Grundriss

  • Anzahl der Baumreihen: zweireihig (einfach)
  • Baumkronendach: offen | geschlossen | Baumabstand innerhalb der Reihe: enger oder weiter
  • Verlauf: im w Teil gerade, o Rathenaustraße leicht bogig

Aufriss

  • freiwachsend, natürlich
  • Schnitt/Formung: gekappt | Einzelkrone beschnitten | durchgehend  beschnitten | besonders geformt

Baumart(en)

?

Wegbelag

fest: Pflasterungen

Gispersleben, an Zeulenrodaer Straße

Lage

zwischen Zeulenrodaer Straße und neu Gera-Fußgängerbrücke Kilianipark; pfadbegleitend, nach S wendend

Länge

ca. 70 m

Grundriss

  • keine Allee im eigentlichen Sinne, denn beidseitige Baumreihen fehlen, kleine Bäume sind noch überwiegend in der n Reihe zu finden, in s Reihe Gebüsch. Jedenfalls bildet sich in der Vegetationszeit ein für Erfurt seltener schattiger Tunnelgang, der den entsprechenden Aspekt bei Alleen unmittelbar erlebbar macht.
  • Baumkronendach: geschlossen
  • Verlauf: leicht gebogen

Aufriss

freiwachsend, natürlich

Baumart(en)

eine: ?

Wegbelag

wasserbindend: Pfad, Sand

Leipziger Straße

Lage

straßenbegleitend, zwischen Marie-Elise-Kayser-Schule im W und Einmündung Reißhausstraße im O

Länge

ca. 230 m

Grundriss

  • Anzahl der Baumreihen: zweireihig (einfach); n Reihe (am w Ende 4 Bäume „später“ einsetzend): 15 Bäume; s Reihe: 18 Bäume, davon eine Nachpflanzung
  • Reihungen: gegenständig dort wo es im Gegenüber nicht durch Einfahrt oder Parkfläche verhindert wurde, sonst abweichend
  • Baumkronendach: offen | Baumabstand innerhalb der Reihe: weiter
  • Verlauf: gerade

Aufriss

  • freiwachsend, natürlich
  • Krone hochsitzend, damit unproblematisch für höhere Fahrzeuge

Baumart(en)

  • eine: Amerikanische Gleditschie (Gleditsia triacanthos 'Skyline'), auch Lederhülsenbaum. Die Sorte 'Skyline' ist schnell und hoch wachsend, findet heute häufig als Straßenbaum Verwendung.
  • gepflanzt: 1999

Wegbelag

fest: Straßenbelag Aspalt, Bürgersteig Platten

Für Bildwechsel Zeiger jeweils ins Bild führen: Ende Oktober, kurzzeitig goldgelbe Herbstfärbung, Fotos: 14.10.2019

LeipzigerStrasse
Leipziger Straße von W, Allee mit Lederhülsenbaum (Gleditsia triacanthos 'Skyline'), Fotos: 10.06.2017
LeipzigerStrasse
Leipziger Straße vom s Gehweg
LeipzigerStrasse
Leipziger Straße, li. Marie-Elise-Kayser-
Schule
LeipzigerStrasse
Leipziger Straße, Baumkrone Amerikanische Gleditschie: Blätter sind einfach oder doppelt gefiedert

 

Nordhäuser Straße

Lage

einseitig straßenbegleitend, reine Gehwegallee, w Nordhäuser Straße im Bereich Thüringen Park zwischen Europaplatz, Höhe Busausfahrt, im NW und Einmündung Lissabonner Straße im SO.
Straßenalleen in diesem Bereich befinden sich abschnittsweise an der Straße Europaplatz, Dubliner und Lissabonner Straße.

Länge

ca. 790 m incl. Lücken/Einmündungen

Grundriss

  • Anzahl der Baumreihen: zweireihig (einfach); w Reihe: 6 20 21 34 81 Bäume, eine Lücke (Wegeinmündung); o Reihe: 78 Bäume, drei Lücken (fehlend). Drei beidseitige Lücken am Thüringen Park (ca. 65 m),  sowie Einmündungen an Straße Europaplatz (ca. 25 m) und Weg/Borntalsgraben (ca. 30 m)
  • Reihungen: gegenständig
  • Baumkronendach: offen | geschlossen | Baumabstand innerhalb der Reihe: ca. 8 m
  • Verlauf: gerade, zu SO-Ende leicht  bogig

Aufriss

freiwachsend, natürlich

Baumart(en)

  • ?
  • gepflanzt: ca. 1993 

Wegbelag

  • fest: Straßenbelag Aspalt, Gehweg Platten
  • wasserbindend: Grünstreifen

Rathenaustraße

Lage

straßenbegleitend, zwischen Geschwister-Scholl-Straße im NW und Iderhoffstraße im SO

Länge

ca. 340 m

Grundriss

  • Anzahl der Baumreihen: zweireihig (einfach)
  • Baumkronendach: offen | Baumabstand innerhalb der Reihe: variabel
  • Verlauf: fast gerade, kleiner Versatz Kreuzung Theo-Neubauer-Straße

Aufriss

freiwachsend, natürlich

Baumart(en)

eine: ?

Wegbelag

fest: Straßenbelag Aspalt, Bürgersteig Platten

Straße des Friedens

Lage

straßenbegleitend, zwischen Benaryplatz im NW und Pförtchenstraße / Dalbergsweg im SO, am nw Ende zwischen Parkanlagen.

Länge

ca. 600 m

Grundriss

  • Anzahl der Baumreihen: zweireihig (einfach), abschnittsweise einseitig bzw. lückig
  • Reihungen: gegenständig
  • Baumkronendach: offen | Baumabstand innerhalb der Reihe: enger oder weiter
  • Verlauf: ab Bergstrombrücke nach nw gerade, nach so  geschlängelt

Aufriss

freiwachsend, natürlich

Baumart(en)

eine: Ginkgo (Ginkgo biloba), Neupflanzungen

Wegbelag

fest: Straßenbelag Asphalt, Bürgersteig Platten

Windhorststraße / Friedrich-Ebert-Straße

Lage

straßenbegleitend, zwischen Schillerstraße/Stadtpark im N und Käthe-Kollwitz-/Werner-Seelenbinder-Straße, am n Beginn entlang am O-Rand des Stadtparks

Länge

ca. 1,64 km

Grundriss

  • Anzahl der Baumreihen: zweireihig (einfach)
  • Reihungen: nahezu gegenständig
  • Baumkronendach: offen | Baumabstand innerhalb der Reihe: verschieden, insbesondere durch Lücken
  • Verlauf:  im n Teil leicht geschlängelt, sonst gerade

Aufriss

freiwachsend, natürlich

Baumart(en)

eine : Linde (Tilia)

Wegbelag

fest: Straßenbelag Aspalt, Bürgersteig Platten

Literatur | Quellen | Links

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) (Hg.): Deutsche Alleen - durch nichts zu ersetzen | Tipps und Informationen für Alleen-Fans. Faltblatt, Stand: November 2007

ds.: Alleen - ein Gewinn an Vielfalt für Kultur und Natur. Broschüre, Stand: März 2008, 23 S.

Faupel, Rüdiger & Degenhardt, Uwe: Taxus, Fagus, Tilia … - von Baumdenkmälern, Alleen und schönen Forsten zwischen Bad Langensalza und Heilbad Heiligenstadt. Broschüre, Mühlhausen, November 2000, 48 S.

Heinrich, Wolfgang; Kaiser, Rainer; Haupt, Rainer; Westhus, Werner; Degenhardt, Uwe: Wertvolle Bäume und Alleen in Thüringen. In: Landschaftspflege und Naturschutz in Thüringen; Jg. 31, Sonderheft Jena 1994, 28 S.

Lauer, Udo: Alleen in Thüringen : Wege, die verbinden. Erfurt 2013,  143 S.

Lehmann, Ingo; Rohde, Michael: Alleen in Deutschland: Bedeutung, Pflege und Entwicklung. Leipzig 2006, 247 S.

Mader, Günter; Neubert-Mader, Laila: Bäume - Gestaltungsmittel in Garten, Landschaft und Städtebau. 2004, 220 S.

Ministerium für Landwirtschaft und Forsten Thüringen (Hg.) in Zusammenarbeit mit der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW), Landesverband Thüringen e.V.: Baumgiganten Thüringens. Fotos: Uwe Degenhardt. Erfurt 1992, 96 S.

Roloff, Andreas: Bäume in der Stadt | Besonderheiten - Funktion - Nutzen - Arten - Risiken. Stuttgart 2013, 255 S.

Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW), Bundesverband e.V. (Hg.) | Migende, U.: Alleen - ein Kulturerbe, Bonn 1996

1 Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW), Landesverband Thüringen e.V. (Hg.) | Kolbe, Renate: Alleen in Thüringen, Broschüre o.J., 38 S.


alleen-fan.de: 10 „Lieblingsalleen“ in Thüringen, davon sechs in und um Weimar, werden vorgestellt:
https://www.alleen-fan.de/Kampagne/Lieblingsalleen/Thueringen.html

Alleenschutzgemeinschaft e.V. (ASG):
http://www.alleenschutzgemeinschaft.de/text/frames.html

Deutsche Alleenstraße:
http://www.alleenstrasse.com/

Letzte Aktualisierung ( 07. 02. 2020 )